Zucker – was macht er in unserem Körper und worauf sollten wir achten?

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Der Zucker-Wert im Blut ist lediglich eine Momentaufnahme, die nur sehr wenig Aussagekraft über den tatsächlichen Zuckergehalt im Körper hat. Aber der Zuckergehalt im Blut ist ein wesentlicher Einflussfaktor für die persönliche Gesundheit. Dagegen sind Werte wie Cholesterin nach Ansicht überbewertet. Wichtige und relevante Werte, die Aufschluss über deinen Zuckerhaushalt geben, sind insbesondere der HbA1c-Wert und der HOMA-Index. Anhand dieser beiden Werte kannst du grundsätzlich beurteilen, ob du eine Langlebigkeit erwarten kannst. 

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Zucker – Die häufigste Todesursachen

Die häufigste Todesursache in Deutschland sind Herz-Kreislauf-Erkrankungen wie Herzinfarkt oder Schlaganfall, an denen ca. jeder vierte Mensch stirbt. Dies entspricht in etwa 250.000 Menschen jährlich. Der Hauptrisikofaktor für diese hohe Sterblichkeit ist vor allem ein hoher Zuckerkonsum (25-fach erhöhtes Risiko als bei Cholesterin).

Aus der Literatur geht häufig hervor, dass Cholesterin der Hauptgrund für Herz-Kreislauf-Erkrankungen ist. Dies ist jedoch falsch, denn der Cholesterinwert ist nicht aussagekräftig genug, wenn es um den allgemeinen Gesundheitszustand eines Menschen geht. Vielmehr sollte man auch die Verhältnisse der Werte untereinander berücksichtigen. Beispielsweise ist das HDL-Triglyceride-Verhältnis gemäß einer Studie mit 220 Männern und 154 Frauen in einem Durchschnittsalter von 54,2 Jahren (±11,1 Jahre) dreimal so aussagekräftig (OR (95%CI 3.31 (1.78 – 6.14) für das individuelle Herz-Kreislauf-Risiko wie der totale Cholesterinwert (1).

Zusammenspiel von Insulin und Glukagon.

Das Insulin wird in der Bauchspeicheldrüse produziert und wird bei der Aufnahme von Zucker durch die Nahrung ausgeschüttet. Das Insulin transportiert den Zucker in die Zellen. Der natürliche „Gegenspieler“ des Insulins ist das Glukagon, welches in der Leber produziert wird und regelmäßig Zucker in den Blutstrom transportiert. Dies geschieht durch die Aufschlüsselung des Glykogens (Speicherform des Zuckers). 

Der Körper kann nur eine bestimmte Menge an Zucker aufnehmen und das Insulin regelt im Zusammenspiel mit dem Glukagon den Zuckerhaushalt. Im Körper werden nur ca. 5 Prozent Zucker im Blut toleriert. 

Wie verändert sich der Blutzuckerspiegel im Laufe eines Tages?

In der Regel ist der Blutzuckerspiegel am Morgen höher als am Abend. Der Grund dafür ist die Glukoneogenese, die Zuckerneugewinnung durch die Leber. Durch diesen Prozess bereitet sich der Körper auf den beginnenden Tag vor, indem er eine ausreichende Menge an Zucker (Energie) zur Verfügung stellt. Der Höchstwert wird um etwa 8 Uhr am Morgen erreicht, da das Stresslevel (Cortisollevel) zu dieser Zeit am höchsten ist. 

Werden Kohlenhydrate über die Nahrung aufgenommen, steigt in der Folge der Blutzuckerwert (Glucose) im Blut. Gleichzeit wird vom Körper zur Regulierung des Blutzuckerspiegels Insulin produziert und ausgeschüttet. Parallel dazu sinkt das Glucagon, da sich aufgrund der aufgenommenen Kohlenhydrate ausreichend Zucker im Blut befindet. 

Auch durch die Aufnahme von Proteinen kommt es zu einem Anstieg des Blutzuckerspiegels. Werden Kohlenhydrate und Proteine gleichzeitig aufgenommen, muss die Bauchspeicheldrüse daher mehr (doppelte) Arbeit leisten. Aus diesem Grund empfiehlt sich die Aufnahme mehrere kleineren Mahlzeiten anstatt einer großen Mahlzeit am Tag. Beispielsweise könnte man Kohlenhydrate und Proteine in einem Abstand von wenigen Stunden essen, um die Insulinausschüttung zu regulieren. Dies schont die Bauchspeicheldrüse und wirkt sich daher positiv auf deinen Körper aus. 

Glukose steht dem menschlichen Körper nicht immer in ausreichender Menge zur Verfügung, da Zucker osmotisch aktiv ist. Demnach ist die Herstellung eines Gleichgewichts zwischen Zuckerspiegel und dem Wasserhaushalt im Körper hier von wesentlicher Bedeutung. Dieser Prozess wird als Hydration bezeichnet, in dem Moleküle das Wasser binden. 

Werden zusätzlich größere Mengen an Fett zu Kohlenhydraten und Proteinen aufgenommen, wird die Aufnahme des Zuckers durch das Insulin durch das Fett erschwert. Dagegen können ungesättigte Fettsäuren („gute Fette“) förderlich für den Körper sein und haben daher einen positiven Effekt auf den Langzeit-Blutzucker-Effekt. 

In einer weiteren Metaanalyse mit etwa 50.000 Probanden geht hervor, dass Menschen mit einer veganen Ernährung einen geringeren Blutzuckerspiegel hatten (im nüchternen Zustand) als Menschen, die keine besonderen Ernährungsmuster hatten (Omnivore) (4). 

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Welche Auswirkung hat Diabetes im Körper?

Diabetes Typ-1

Hierbei handelt es sich um eine Autoimmunerkrankung, bei der es zu einem Insulinmangel im Körper und zu einer Beschädigung der Bauchspeicheldrüse kommt. In der Folge kommt es zu einer Funktionsstörung der Bauchspeicheldrüse, wodurch die Insulinproduktion gehemmt wird. Es kommt schließlich zu einer Erhöhung des Blutzuckers im Blut. 

Diabetes Typ-2

Hierbei handelt es sich um eine Erkrankung von Insulinüberschuss. Die Zellen sind aufgrund von ständiger Nahrungsaufnahme bereits vollumfänglich gefüllt und können in der Folge kein neues Insulin aufnehmen. Es kommt daher zu einer Erhöhung des Blutzuckerwertes im Blut. Auch dieser Zustand kann dazu führen, dass die Bauchspeicheldrüse geschädigt wird. 

Kommt es im Körper in einem Organ zum Versagen der Zellteilung, stoppt die Funktion des Organs und der Mensch stirbt. Nimmt der Körper über einen längeren Zeitraum größere Mengen an Zucker zu sich, muss die Bauchspeicheldrüse in der Folge überdurchschnittlich viel Insulin produzieren. Dadurch wird die Bauchspeicheldrüse übermäßig strapaziert und es kommt auf Dauer zu einem höheren Verschleiß des Organs. 

Zusammenfassung und Empfehlungen

Grundsätzlich empfiehlt es sich, Lebensmittel zu trennen („Monomahlzeiten“) und einen Zeitabstand von etwa 90 Minuten zwischen den Mahlzeiten zu haben. Dies schont die Bauchspeicheldrüse und verringert somit den Verschleiß des Organs. 

Darüber hinaus sollte der Anteil an einer Ballaststoff-reichen Ernährung möglichst hoch sein. Ballaststoffe wirken sich positiv auf die Zuckerspiegel im Blut aus, da sie das Freisetzung von Zucker regulieren und einschränken können. Achte daher auf deine Ernährung und stelle sie entsprechend der Empfehlungen um. 

Quellen:

  1. da Luz PL, Favarato D, Faria-Neto JR Jr, Lemos P, Chagas AC. High ratio of triglycerides to HDL-cholesterol predicts extensive coronary disease. Clinics (Sao Paulo). 2008;63(4):427-432. doi:10.1590/s1807-59322008000400003
  2. Lipid Profile Parameters and Coronary Artery Disease in Young Patients Undergoing Diagnostic Angiography International Journal of Cardiovascular Practice, 2019
  3. Wang Y, Negishi T, Negishi K, Marwick TH. Prediction of heart failure in patients with type 2 diabetes mellitus- a systematic review and meta-analysis. Diabetes Res Clin Pract. 2015 Apr;108(1):55-66. doi: 10.1016/j.diabres.2015.01.011. Epub 2015 Jan 20. PMID: 25686509.
  4. Benatar JR, Stewart RAH. Cardiometabolic risk factors in vegans; A meta-analysis of observational studies. PLoS One. 2018;13(12):e0209086. Published 2018 Dec 20. doi:10.1371/journal.pone.0209086

Weitere Quellen:

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