Das Geheimnis unserer Darmflora – für eine reine und geschmeidige Haut (Probiotika)

Bis vor kurzem unterschätzte man die vielen essenziellen Funktionen, die der Darm im Menschen erfüllt. Noch immer können nicht alle Mechanismen erklärt werden, doch neueste Studien ergaben, dass der Darm einen erheblichen Anteil zur Hautgesundheit beiträgt. Durch die Einnahme von probiotischen Bakterien (Probiotika) kann die Darmflora positiv beeinflusst werden und immunmodulierend wirken. Wie dies zusammenhängt und was du für eine gesunde Darmflora tun kannst, erfährst du in diesem Artikel. 

Das Geheimnis schöner Haut liegt in deinem Darm

Die Darmflora spielt bei der Gesundheit der Haut und bei der Entstehung von Hautkrankheiten eine bedeutende Rolle. Dies bestätigen neueste Studien. (1) Demnach können Stress, eine falsche Ernährung und die Einnahme von Medikamenten die Darmflora negativ beeinflussen und für die Eliminierung guter Darmbakterien sorgen. Eine gezielte Einnahme von Probiotika kann diese Bakterien wieder zuführen.

Laut diesen wissenschaftlichen Studien liegt eine Dysbiose in der Darmflora vor allem bei Patienten mit Erkrankungen wie Akne, Schuppenflechte oder auch der Atopischen Dermatitis vor. Ebendiese Dysbiose begünstigt allergische Erkrankungen, zu denen auch die Neurodermitis oder die Schuppenflechte gehört. 

Auswirkung Darm auf die Haut

Ist die Darmfunktion erst einmal beeinträchtigt, kann der Körper Vitamine und Mineralstoffe nicht mehr effektiv aufnehmen. Zusätzlich verliert er die Fähigkeit, schädliche Stoffe auszuscheiden und er wird durchlässig (Leaky gut).

Infolgedessen muss nun die Haut die Entgiftung übernehmen – und reagiert mit Akne, Neurodermitis oder anderen Hauterkrankungen, denn die Haut stellt auch das größte Entgiftungsorgan im Körper dar. 

Die Haut ist das größte Entgiftungsorgan des Körpers

Wird der Körper/Darm übermäßig mit verarbeiteten Produkten, Zucker, Fett, Proteinen belastet, erhöht sich die Gesamtbelastung der Stoffwechselprodukte & Säuren enorm. Diese anfallenden Stoffwechselprodukte und Radikale versucht der Körper zu neutralisieren und über Darm, Niere, Leber, aber auch die Haut auszuscheiden. Wird diese Belastung zu hoch, treten unerwünschte Folgen für die Haut auf, z.B. Pickel, Falten und Unreinheiten.

Die Haut als Sinnesorgan prägt den Kontakt zur Außenwelt und dient als Ventil für Stoffe, die über den Schweiß und Pickel ausgeschieden werden. DNA-schädigende Substanzen scheinen über Hautzellen (Melanozyten/Keratinozyten) eliminiert und abtransportiert zu werden, wenn diese aus der Umgebung oder dem Blutkreislauf an die Haut kommen.

Bei den Melanozyten handelt es sich sehr komplexe und spezialisierte Zellen. Die Membran enthält ein wichtiges Entgiftungsprotein (ABCB5). Diese Beobachtung erklärt eine wichtige Funktion der Entgiftung, allerdings scheint es noch zahlreiche weitere unbekannte Mechanismen zu geben. (2)

Achte daher auf

  • eine ausreichende Zufuhr an stillem Wasser oder ungesüßtem Tee,
  • unverarbeiteter Nahrung (v.a. Obst/Gemüse),
  • regelmäßige Entgiftungen für eine gesunde Darmflora
  • und hochwertige Naturkosmetik

Gegen Akne: Zwei bewiesene Hilfsmittel

Die Hauterkrankung Akne vulgaris stellt die häufigste Hauterkrankung weltweit dar; typische Ausprägungsformen sind Pickel, Mitesser oder Pusteln im Gesicht und Kinn. Betroffene sind häufig einer schweren psychischen Belastung ausgesetzt. 

Die Darmflora beeinflusst Akne durch einen speziellen mTor-Signalweg, welcher unter anderem bei der Zellteilung sowie der Zellalterung eine sehr wichtige Rolle spielt. 

Studie: Wirkung von Probiotika gegen Akne

In einer Studie aus dem Jahr 2018 (3) konnte gezeigt werden, dass sich das Hautbild bei Patienten mit Akne durch die Einnahme von Probiotika deutlich verbesserte. Das könnte auf die förderlichen Stoffwechselprodukte der lebenden Bakterien zurückzuführen sein.

Wie sich zeigte, können Stoffwechselprodukte diesen mTor-Signalweg beeinflussen, wobei eine Überstimulation unter anderem die Talgdrüsen und Keratinozyten betreffen.

Probiotika
Der mTor steht in Verbindung mit dem Darm und steuert die Talgdrüsen sowie Keratinozyten

Eine randomisierte Studie aus dem Jahr 2013 (4) zeigte positive Auswirkungen durch die Einnahme von Probiotika, die Bifidobakterium bifidum, Lactobacillus bulgaricus und Lactobacillus rhamnosus enthielten. Die Entstehung von Wunden bei der Erwachsenenakne wurde deutlich reduziert und der Rückgang der Akne betrug bis zu 80 Prozent. 

Studie: Lactobacillus reuteri für eine geschmeidige Haut

Laut einer Studie (5) sorgt der Lactobacillus reuteri für eine Reduzierung von Bakterien auf der Haut und verhindert so die Entstehung von Akne. Mäusen, denen Lactobacillus reuteri verabreicht wurde, zeigten, im Gegensatz zu der Vergleichsgruppe, im Verlauf des Alterns eine verbesserte Hautelastizität, sowie ein glänzenderes Fell. 

Probiotika
Verbesserte Haut bei Mäusen durch L. reuteri und probiotischem Yoghurt. Zu erkennen an den signifikant höheren weißen und gestrichelten Balken.

Neurodermitis – eine ausweglose Hauterkrankung?

Aktuelle Forschungsergebnisse verdeutlichen, wie der Darm auf andere Organe Einfluss nimmt. Aus diesen Ansätzen entstanden Begriffe wie „Darm-Hirn-Achse“ oder „Darm-Lungen-Achse“. Besonders beeindruckend sind die neuesten Ergebnisse, die bestätigen, wie eine Remobilisierung der Darmflora über Probiotika einen positiven Einfluss auf andere Organe und das Immunsystem nehmen können.

Die atopische Dermatitis, sprich Neurodermitis, ist eine häufige, chronisch entzündliche Hauterkrankung, bei der es durch eine Dysbalance der Darmflora zu einer Überreaktion des Immunsystems kommt.

Eine Veränderung der Darmflora-Zusammensetzung kann sich zu einer Brutstätte für Bakterien entwickeln, die entzündungsförderliche Stoffe produzieren. Zahlreiche Faktoren, wie Stress, Umweltbelastungen, übermäßige Hygiene und eine ungesunde Ernährung schienen diese Dysbalance zu fördern. Eine Studie von 2016 hebt hier deutlich hervor, dass unerwünschte Bakterien (E. Coli oder Clostridien) häufiger bei Neurodermitis-Patienten vorliegen. (6)

Auf der anderen Seite erleiden Kinder, die mehr förderliche, antientzündliche Bakterien beherbergen, deutlich seltener eine Neurodermitis. Diese förderlichen Bakterien produzieren kurzkettige Fettsäuren, die antientzündlich und immunmodulierend wirken und so die Darmoberfläche schützen. (7)

Studie: Wirkung von Probiotika gegen Neurodermitis

Lactobacillus plantarum zeigte in mehreren Studien (8) eine Verbesserung der Neurodermitis bei Kindern. 

In einer weiteren, randomisierten Studie (9) konnten Lactobacillus fermentum und Lactobacillus paracasei eine deutliche Verringerung der Entzündungsparameter und damit Verbesserung der Symptome sorgen. 

Ursache für diese Dysbalance ist oftmals eine falsche und einseitige, zuckerhaltige Ernährung mit zu wenig Ballaststoffen. 

Ballaststoffe für die Darmgesundheit

Im Prinzip enthält eine vollwertige Ernährung zwei Formen von Ballaststoffen, die sich positiv auf das Sättigungsempfinden, die Verdauung und das Mikrobiom auswirken. Beide Formen erfüllen also wichtige Aufgaben im Darm.

Die starke Verarbeitung entfernt entweder alle Ballaststoffe (raffinierter Zucker/Weißmehl) oder zerstört einen Teil, z.B. Zellulose im Hochleistungsmixer. Aus diesem Grund enthält die Ernährung heute deutlich weniger Ballaststoffe.

Wasserunlösliche Ballaststoffe fördern die Darmpassage, indem sie das Stuhlvolumen, Sättigungsempfinden und Verdauungszeit erhöhen, Nährstoffe langsam und gleichmäßig aufgenommen werden und so der Insulinspiegel langsam ansteigt.

Die wasserlöslichen Ballaststoffe dienen unter anderem den Bakterien als Nahrung (Präbiotika) und produzieren daraus förderliche kurzkettige Fettsäuren. 

Immunmodulierende Stoffwechselprodukte, wie den kurzkettigen Fettsäuren, haben stark antientzündliche Eigenschaften, die für den Erhalt der Hautbarriere verantwortlich gemacht werden können und gerade bei der Neurodermitis gestört ist. (10)

Wundermittel Probiotika? – Auswirkung auf Schuppen, Ekzeme, Hautalterung

Ekzeme und Schuppenflechte lassen sich durch die Gabe von Probiotika verbessern. In einer randomisierten Studie (11) erhielten Kinder Bifidobacterium lactis und Lactobacillus rhamnosus. Das Auftreten von Ekzemen reduzierte sich um bis zu 50 Prozent. 

Zudem konnte in einer weiteren Studie (12) durch die Gabe von Lactobacillus plantarum eine Verbesserung der Faltentiefe, des Wassergehalts und der Hautelastizität erreicht werden. 

Ebenso bestätigten mehrere Studien, (13) dass Lactobacillus plantarum die Zellen vor schädlichen UV-Strahlen schützen und so der vorzeitigen Hautalterung vorbeugen konnte. 

Probiotika als Booster für unser Immunsystem

Bestimmte Lactobacillus-Arten veranlassen die Interferon und Interleukinproduktion in den dendritischen Zellen. (14) Über diesen Mechanismus sind die dendritischen Zellen in der Lage, eindringende Bakterien zu detektieren und in Folge die Immunabwehr zu aktivieren. 

Bei den beteiligten Stoffen handelt es sich um Interferone als Glykoproteine, die das Immunsystem modulieren, indem sie antiviral und antitumoral wirken. Interleukine, die als Peptidhormone die Immunzellen stimulieren, aktivieren unter anderem IL-12. Die dendritischen Zellen übernehmen in Folge die Antigenpräsentation und veranlassen die Reaktion des Immunsystems. 

Fazit: Darum solltest du dich pflanzlich und probiotisch ernähren!

Obwohl es auch Studien gibt, die keine positiven Effekte der Probiotika messen konnten, lassen sich diese positiven Effekte durch die hier genannten Studienergebnisse nicht von der Hand weisen. Aus diesem Grunde eignen sich Probiotika hervorragend für eine ergänzende Therapie in der Behandlung von Hauterkrankungen.

Ebenfalls haben die oben genannten Studien gezeigt, dass das Astragalus Wurzelextrakt die IL-12-, sowie die Interferonaktivität erhöhen kann und das Immunsystem so stimuliert. Vor allem in Erkältungszeiten lohnt sich die Ergänzung von Astragaluswurzelextrakt, um dem Immunsystem auf die Sprünge zu helfen. 

Achtung: Nahrungsergänzung ersetzt keine abwechslungsreiche Ernährungsweise. Es wird empfohlen die Einnahme von Probiotika und Nahrungsergänzungsmitteln vorher mit einem Arzt abzusprechen.

Quellenübersicht

https://docs.google.com/document/d/1CmJm1wBel9JhFZ72VVWQpwqSfqUgE0zJ4s13ogiJV8c/edit?usp=sharing

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