Natron – Pharmahorror oder Doping? Dosierung + Erfahrung

Bei Natron (Natriumhydrogencarbonat) handelt es sich um ein natürliches Molekül, das vielseitig eingesetzt wird. Bekannt auch als Backsoda, Kaisernatron. Einerseits als Hauptbestandteil im Backpulver, andererseits in Waschmitteln oder als Rohrreiniger findet es im ganzen Haushalt Verwendung. 

Kaum jemand weiß, dass der basische Effekt weit darüber hinausgeht. Hydrogencarbonat (HCO3-) wird körpereigen hergestellt, z.B. in der Bauchspeicheldrüse und Niere. So wird sichergestellt, dass anfallende Säuren aus dem Magen, Nahrung, Muskeln oder im Blut neutralisiert und der pH-Wert reguliert wird.  (1,2)

Diese pH-regulierende Wirkung im Körper machen sich sowohl der Spitzensport, als auch die Medizin zu nutzen. Da bereits intensiv in diesem Bereich geforscht wurde, erhältst du hier einen Überblick, ob es sinnvoll sein könnte, Natron innerlich einzunehmen oder sogar schädlich.

Disclaimer: Dieser Bericht gilt nur der allgemeinen Information und kann ausdrücklich nicht als medizinische Anweisung betrachtet werden. Spreche dein Vorgehen immer mit medizinisch geschulten Fachkräften ab, falls du eine Therapie in Erwägung ziehst oder diese unterbrechen/verändern möchtest.

Basics: Säure-Basen-Haushalt

Um die Wirkung von Natron zu verstehen, sind Grundlagen der Wirkung von Säuren und Basen im Körper notwendig. Genauer und umfangreicher wird das im Artikel Säure-Basen-Haushalt erklärt.

Die pH-Wert-Skala reicht von 0 bis 14, wobei 7 neutral ist, > 7 basisch, < 7 sauer. Zu den natürlicherweise sauren Bereichen gehört Magen, Scheide und Dickdarm. Basisch dagegen sind die großen Flüssigkeitskreisläufe (Blut, Lymphe). 

Aus diesem Grund ist es nicht das Ziel, überall im Körper ein basisches Milieu zu haben, auch wenn das häufig so aufgefasst wird. Unter speziellen Bedingungen fällt allerdings deutlich mehr Säure vom Körper produziert, die den natürlichen pH-Wert in dieser Umgebung verändert und ausgeglichen werden muss, um die Gesundheit zu erhalten. Der Körper setzt Prozesse in Gang, um dieses Ungleichgewicht wieder auszugleichen. Unter anderem die Freisetzung von Natron durch die Bauchspeicheldrüse und Niere

Der basische Charakter von Natron beruht auf dem Zerfall zu Bikarbonat (HCO3-) und Natriumionen (Na+), wobei das Bicarbonat säureneutralisierend wirkt. 

Bei der chemischen Reaktion von Natron (NaHCO3) und Säuren (H+) entsteht Natrium und Kohlensäure. Kohlensäure ist ein instabiles Molekül und zerfällt zu Wasser und CO2. Das Aufschäumen erklärt nun die chemische Reaktion des aufsteigenden CO2.

Das passiert in deinem Muskel!

Der Muskel besitzt zwei Möglichkeiten, Energie freizusetzen:

  • Mit Sauerstoff (sehr effizient)
  • ohne Sauerstoff, Säure fällt an (sehr schlechter Wirkungsgrad).

Bei niedriger Belastung (normaler/leicht erhöhter Atem) reicht der Sauerstoff aus, um sehr effizienz Zucker (Glucose) in Energie umzuwandeln (aerobe Glykolyse). 

Wichtig: Dies ist der bevorzugte Weg

Wenn allerdings nicht mehr genug Sauerstoff vorhanden ist (intensive Ausdauerbelastung), wird der Atem schneller und stärker. 

Nun vergärt der Körper den Zucker. Laktat fällt an, da zu wenig Sauerstoff vorhanden ist. 

Der empfundene brennende Schmerz im Muskel soll verhindern, dass weitere Belastungen ausgeführt werden. Die gesteigerte Atmung versorgt das Gewebe stärker mit Sauerstoff, um wieder stärker den effizienteren Weg (oben beschrieben) auszuführen.

Nun erfährst du die zwei entscheidenden Gründe, warum der Körper ausgerechnet Natron als Puffersubstanz verwendet:

  • Der Carbonat-Teil (HCO3-) neutralisiert die Säure
  • Das Abbauprodukt Kohlendioxid (CO2) sorgt für gesteigerten Blutfluss/Blutdruck, sodass Sauerstoff noch stärker ins Gewebe gepumpt wird (Vasodilatation)..

Natron wird seit ca. 1930 im Leistungssport innerlich eingenommen, um diese Mechanismen, die natürlicherweise im Körper ablaufen, zu verstärken und die effizientere, sauerstoffreiche Energieproduktion zu fördern. Gleichzeitig soll eine Übersäuerung (Laktat) im Muskel niedrig gehalten werden. 2012 beobachteten Forscher nun, dass die Muskeln von Sportler, die niedrige Natron-Spiegel aufweisen, tatsächlich mit weniger Sauerstoff versorgt werden. (3)

In einer Studie wurde die basische Wirkung von Beta-Alanin in Kombination mit Natriumbicarbonat bei Schwimmleistungen von 100 und 200 Metern untersucht. (4)

In der 100-Meter-Gruppe verbesserte sich die Schwimmleistung bei Einnahme von Natron (basisch) gegenüber der Placebogruppe von 63 auf 61 Sekunden. Auch in der 200-Meter-Gruppe verbesserte sich die Zeit von 138 auf 135 Sekunden.

Nach einer Kombinationsgabe von Beta-Alanin verbesserten sich die Zeitwerte ebenfalls in der 100-Meter-Gruppe von 59 Sekunden, bei zusätzlicher Natronaufnahme auf 58 Sekunden. In der 200-Meter-Gruppe wurden nach der Einnahme von Beta-Alanin 130 Sekunden gemessen, plus Natron wurden nur noch 128 Sekunden benötigt. 

Die Studie zeigt durch die Gabe von der Aminosäure Beta-Alanin und zusätzlicher Einnahme von Natron eine deutlich verbesserte Muskelleistung. Der Studie gingen keine Produktplatzierungen oder etwaige Interessen voraus.

Vergleich der Leistung zwischen Athleten mit und ohne Natroneinnahme

Ähnliche Ergebnisse konnten auch beim Kraftsport gemessen werden. In einer Studie wurden die Effekte bezüglich der Wiederholungen beim Bankdrücken und Kniebeugen unter Einnahme von Natriumhydrogencarbonat untersucht. (5) 

Unter der Gabe von NaHCO3 konnte insgesamt eine größere Anzahl von Gesamtwiederholungen aufgezeichnet werden, jedoch nicht in der Maximalkraft. Dieser Umstand unterstützt die Theorie der Übersäuerung, denn diese findet nur beim Ausdauersport statt. 

Mehr Gesamtwiederholung durch NaHCO3

In einer weiteren Studie wurden die Auswirkungen der einzelnen und kombinierten Gabe von Koffein und Bicarbonat auf Judosport-Übungen untersucht. (6) 

Die kombinierte Gabe von Natron und Bicarbonat brachte eine Verbesserung bezüglich der Anzahl der Würfe. Ebenfalls wurde das Laktat gemessen und festgestellt, dass das Laktat in der Natron-Gruppe, die auch bei Judo-Übungen bessere Ergebnisse erbrachten, wesentlich niedriger war.

Eine andere Studie zeigte darauf hin, dass sich der pH-Wert im Blut tatsächlich um 0,02 veränderte, obwohl sich dadurch die Schwimmleistung nicht verbesserte. (7)

Und auch zahlreiche weitere Studien zeigten zwar wiederkehrend positive, wenn auch keine überragende Ergebnisse auf die Leistung und Lungenkapazität (VO2max) in folgenden Sportarten:

  • Crossfit (8)
  • Kurzstrecken-Lauf/-Sprint (9,10)
  • Wingate Test (11)
  • Radsport (12, 13)
  • Judo (14)
  • Tennis (15)

Da die Effekte relativ klein sind, geben wir im Artikel Leistung steigern weitere Tipps mit effektiven Methoden.

Übersäuerung (Acidose)

Von einer Acidose spricht man, wenn speziell der pH-Wert im Blut zu niedrig ist (< 7,35), normal wäre 7,4. Der pH-Wert wird im Blut streng kontrolliert und bei Abweichungen von der Niere ausgeglichen. Kann die Niere diese Funktion und andere Funktionen nicht mehr ausreichend erfüllen, spricht man von einer Niereninsuffizienz oder chronischem Nierenversagen. Die Folge: Eine leichte, chronische Übersäuerung im Blut mit erhöhtem Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen. (16)

Bei 300 älteren Patienten mit einer chronischen Nierenerkrankung wurde die Auswirkung der Natron-Einnahme untersucht. (17) Das Ergebnis nach einem Jahr war ernüchternd bei 3g Natron. Die Nierentätigkeit, Krankheitsverlauf oder Lebensqualität verbesserte sich nicht merklich. Allerdings wird eine wirksame Dosierung bei Sportlern auch erst bei deutlich höheren Mengen festgestellt, die der 4-fachen oder noch höheren Mengen entsprechen.

Durch die „UBI Study“ (795 Patienten) wurde allerdings bereits bei nachgewiesen, dass eine tägliche Einnahme von etwa der doppelten Menge Natron (ans Gewicht angepasst) nicht nur der Übersäuerung entgegenwirkt, sondern auch den Verlauf einer Niereninsuffizienz verlangsamen kann. (18)

Ebenfalls wurde in einer Meta-Analyse die Gabe von Natron bei 4280 Patienten mit Nierenerkrankungen geprüft. (19) 

Diese erhalten typischerweise Kontrastmittel vor Untersuchungen. Nun können aber zusätzliche Nierenschäden durch diese Kontrastmittel auftreten. Bei Natron-Gabe wurden diese Schäden durch Kontrastmittel seltener ausgelöst. Noch effektiver in Kombination mit N-Acetylcystein (erhöht Glutathion-Spiegel).

Insgesamt wird aber Natron alleine keine Niereninsuffizienz heilen und ist somit nicht als Wundermittel zu sehen. Deutlich effektiver wird sich eine Änderung von Lebensgewohnheiten auswirken, die solche Krankheiten auslösen. Erfahre mehr im Artikel zur Niereninsuffizienz.

Eine besondere Form der Übersäuerung tritt bei Diabetes auf, die im Artikel gesondert angesprochen wird, aber anbei noch eine Studie der Vollständigkeit halber:

In einer randomisierten Doppelblind-Studie mit 20 Diabetes-Patienten, die unter einer schweren Ketoacidose (Übersäuerung) litten, fiel der pH in den Arterien auf 7,04 ab. (20) 

Bekamen die Personen Natron, erhöhte sich der pH-Wert auf 7,24, in der Placebogruppe dagegen nur auf 7,11. Allerdings wurden klinische Symptome nicht verbessert.

Achtung: Die Anwendung von Natron zählt dennoch als medizinisch umstritten, da ebenfalls einige Studien existieren, die eine fehlende Wirkung oder sogar Nebenwirkungen beobachten konnte. Daher gilt besonders bei therapeutischer Anwendung immer, Rücksprache mit medizinischem Personal zu halten.

Zahnaufhellung?

2 Studien untersuchten die Auswirkung von Zahnpaste mit 67 % oder 45 % enthaltenem Natron. Beide konnten Plaque im Vergleich zur Placebo-Zahnpasta (ohne Natron) besser entfernen. (21)

Weiterhin wurde die Auswirkung von täglichen Kaugummi-Kauen (enthielt Natron) für 20 Minuten untersucht. Zur Kontrolluntersuchung nach 4 Wochen reduzierte sich die Färbung der Zähne um 30 % im Vergleich zum Placebo-Kaugummi ohne Natron. (22)

Warnung: Natron in Kombination mit Säuren (Apfelessig, Zitronensaft, etc.) greifen den Zahnschmelz an und können zu einem zusätzlichen Schaden führen. Daher sollte Natron alleine für sich mit Wasser verdünnt, wenn überhaupt, angewendet werden. 

Krebs

Natron zur Krebstherapie einzusetzen wird kontrovers diskutiert und es gibt einige wissenschaftliche Untersuchungen dazu, allerdings empfiehlt sich ausdrücklich keine Eigentherapie. Zunächst einmal gilt es zu verstehen, dass Krebs einen besonderen Stoffwechsel verwendet. Es wird Glucose (Zucker) in Milchsäure umgewandelt. Diese Form der Energiegewinnung wird in der Regel bei Sauerstoffmangel (anaerob) verwendet. In den Muskeln bei intensivem Training läuft dieser Weg ebenfalls ab, wie oben erklärt.

Die anfallende Milchsäure sorgt ebenfalls für eine Ansäuerung der Umgebung. Das erlaubt dem Tumor, leichter zu wachsen, auszubreiten, metastasieren und macht es problematisch für Krebs-Medikamente, die Krebszellen zu erreichen. Um schädliches Wachstum zu verhindern und die Wirkung von Medikamenten zu erhöhen, untersuchen Forscher die Auswirkung einer Erhöhung des pH-Werts in dieser mit Milchsäure angereicherten Umgebung.

Auch mit zusätzlichen Medikamenten, die den pH-Wert senken (PPI; Protonen-Pumpen-Inhibitoren) erzielten bereits 2 Studien von 2015/2017 mit Krebspatienten (Rektal-/Brustkrebs) sehr positive Ergebnisse. Die Erfolge im Vergleich zur Chemotherapie ohne PPI waren deutlich besser. Daher wird ein synergetischer Effekt vermutet. (23, 24)

Funktioniert Natron ebenfalls zur Erhöhung des pH-Wertes im Tumorgewebe?

Eine Studie von 2009 an Mäusen bestätigte, dass eine Injektion von Natron in Mäusen den pH-Wert im Tumorgewebe basischer machen konnte und Metastasierungen seltener auftraten. (25)

In der Fachzeitschrift ScienceDaily veröffentlichte der Leiter eines Institus für Krebsforschung 2018 interessante Beobachtungen bei Mäusen. Diesen wurde Natron ins Trinkwasser gegeben, wodurch ein bestimmtes Gen (mTOR) im gesamten Tumorgewebe aktiviert wird. welches normalerweise nur in einer Umgebung mit Sauerstoff aktiviert ist. Diese “Reaktivierung” sorgt laut dem Forscher für eine Sensibilisierung für die Krebs-Therapie und begeistert Professor Dang, da es so günstig ist und kein “$100.000 per year”-Medikament. Allerdings muss noch untersucht werden, ob dieser Mechanismus auch beim Menschen funktioniert. (26)

Chi Van Dang, Leiter des Instituts für Krebsforschung in New York entdeckte, dass Krebszellen in sauerstoffarmen / übersäuertem Gewebe scheinbar weniger erfolgreich therapiert werden können. Je größer der Tumor, umso stärker nimmt die Übersäuerung zu und gleichzeitig sinkt die Chance einer erfolgreichen Therapie. (27)

Möchte man die Nieren entlasten und über die Ernährung vor allem basenbildende Lebensmittel verzehren, gibt es nähere Infos im Artikel basische Ernährung.

Osteoarthritis

Osteoarthritis ist eine entzündliche Erkrankung mit Abbauprozessen der Gelenke, bzw. Knorpel und darunter liegenden Knochen. Dieser degenerative Prozess führt bei den Betroffenen zu Schmerzen während Bewegungen, kann aber auch chronisch werden. Häufig betroffen sind Hände, Knie, Hüfte und die WIrbelsäule.

Nun untersuchten Forscher 2017 in einer klinischen Doppelblindstudie Patienten, die an Osteoarthritis erkrankt waren und verglichen die Injektion von Natron + Calciumgluconat im Vergleich zum herkömmlichen Medikament (Methylprednisolon).

Nach 3 Monaten werteten die Forscher den Verlauf der Krankheit und Höhe der Schmerzen aus. Eine monatliche Injektion mit Natron + Calciumgluconat in die betroffenen Gelenke zeigte deutliche Verbesserungen im Vergleich zum Standardmedikament. (28)

Milz / Immunsystem / Entzündungen

Natron gegen Entzündungen helfen soll, wurde die orale Gabe von Natron bei Menschen untersucht. Dies sorgte für eine Veränderung in der Milz, sodass anti-entzündliche Prozesse gefördert wurden. Die Milz regeneriert Blutzellen und sortiert unbrauchbares Blut aus, welche recycelt werden durch Makrophagen. Die Studie stellte eine Regulation von Makrophagen fest. M1-Makrophagen (fördert Entzündungen) wurden weniger stark produziert. M2-Makrophagen (regulatorisch) wurden vermehrt ausgebildet. (29)

Daher wird auch die Einnahme von Natron bei Autoimmunkrankheiten (lösen Entzündungen aus) bei der Wissenschaftsplattform ScienceDaily diskutiert. (30)

Ketonproduktion / Fettverbrennung

Ketonkörper werden unerwünscht bei Diabetes-Patienten gebildet, da diese bei einem Übermaß das Blut übersäuert (Keto-Acidose). Praktiziert man eine ketogene Diät, ist diese Bildung von Ketonkörper in gewissem Maß erwünscht, da diese als neue Energiequelle (anstatt Glucose) verwendet werden.

Die natürliche Verwendung von Ketonkörpern als Energiequelle erfordert eine gewisse Umstellung, Diese Anpassung des Körpers wird deutlich verkürzt, wenn regelmäßig gefastet oder eine kohlenhydratarmer Diät praktiziert wird.

Die Einnahme von Natron + ß-Hydroxybutyrat (Ketonkörper) führte zu einer Verbesserung der Leistung im Ausdauer-Hochleistungssport. Durch das zusätzliche Natron erhöhte sich die Zahl der Ketonkörper im Blut der Sportler zusätzlich. (31)

Diese Steigerung der Ketonkörper bestätigte eine weitere klinische Untersuchung bei Menschen nach einer Natron-Infusion. (32)

Die ketogene Diät wurde sehr beliebt, da sie eine schnelle Gewichtsreduktion verspricht. Während einer Doppelblindstudie mit 16 Frauen wurde die Einnahme von Natron-reichem Wasser über 24 Stunden ausgewertet. Die vorher festgestellte erhöhte Fettanreicherung im Blut (Lipidämie) wurde durch die Natron-Einnahme leicht reduziert. Das Placebo-Wasser enthielt exakt die selbe Mineralien. Lediglich Natron wurde hinzugefügt. (33) 

Verwendung von Natron im Haushalt

Dieser Beitrag spezialisiert sich vor allem auf die Gesundheit des Menschen, ganzheitliche Betrachtung von Krankheiten und der Auswirkung von (natürlichen) Substanzen auf den Körper. Der Vollständigkeit halber wird hier noch die Verwendung im Haushalt aufgelistet:

  •  Reinigung von Bürsten, Geschirr, Herd/Spüle, Holzbretter, Thermoskannen Teppichen, Putzlappen, Badfugen
  •  Lufterfrischung im Kleiderschrank
  • Waschen von Obst/Gemüse
  • Als Backpulver in Kombination mit Säuren (z.B. Zitronensäure)
  • Rohrreinigung (in Kombination mit Essig)
  • Entfernung von Schweiß- oder Abfall-Gerüchen in Müll, Schuhen, Achseln

Sinnvolle Dosierungen von Natron

Übliche Dosierungen sind im Sport 200-300 mg/kg. 500 mg/kg zeigt zwar stärkere Effekte, aber löst deutlich häufiger Nebenwirkungen aus. Wenn Natron für Leistungssteigerung verwendet wird, erreicht man einen maximalen Effekt bei Einnahme von 60-90 min vor der sportlich intensiven Aktivität. Bei moderatem Sport über einen längeren Zeitraum 45-60 min vor dem Sport.

Genauso effektiv und leichter verträglich, wenn das Natron über den Tag verteilt eingenommen wird, z.b. 3x Tag 150 mg/ kg, langsam in kleinen Schlucken. Eine schnelle Einnahme führt häufiger zu Nebenwirkungen.

Die therapeutische Einnahme sollte immer mit pH-Streifen kontrolliert werden. Dr. Sircus empfiehlt einen pH-Wert im Urin von 8. Die Dosierung sollte bei Übergewicht auf das Gewicht bei optimalen BMI angepasst werden. Bei Erstanwendung kann es sinnvoll sein, mit niedrigeren Dosen (z.B. Hälfte), um die Verträglichkeit zu testen.

 Da Natron basisch ist und die Magensäure neutralisiert, nimmt man Natron mindestens eine Stunde oder 2-3 Stunden nach einer Mahlzeit ein, bzw. vor dem Schlafen. Üblich ist eine Einnahme 3x täglich 1/2 Teelöffel im Glas Wasser. Natron wird am besten zusammen mit Magnesium/Kalium eingenommen.

Bei Einnahme von anderen Medikamenten ist eine Absprache mit dem Arzt erforderlich.

Bekannt sind Wechselwirkungen mit folgenden Medikamenten:

  • • Antibiotika (z.B. Tetracylcine, Azithromycin)
  • • Antipsychotics (z.B. Phenothiazines/Lithium)
  • • Antiepileptics (.B. Phenytoin, Gabapentin)
  • • Salicylate, Penicillamine, Chloroquine

Mögliche Nebenwirkungen:

  • Allergische Reaktion
  • Magenbeschwerden
  • Muskelschwäche
  • Bluthochdruck (bei Salzsensitivität) – das zusätzliche Natrium zum Salz kann problematisch werden. Bei Salzsensitivität ist eine Einnahme begrenzt sinnvoll.

Eine sinnvolle Dosierung und gezielte Anwendung (besonders als Therapie) sollte daher in Absprache mit medizinischen Fachkräften und genau nach Anweisung erfolgen.

Fazit: Lieber kein Natron?!

Die bisherigen Studien liefern immer wieder positive, aber keine stark signifikanten (Leistungs-)Verbesserungen. Das Problem bei der Natron-Einnahme ist folgender: Die Magensäure ist physiologisch sehr sauer, um die Verarbeitung der Nahrung zu gewährleisten. Natron neutralisiert die Magensäure, wodurch der Magen angreifbarer für Pathogene wird und Nebenwirkungen bei falscher Einnahme möglich sind.

Für den Spitzensportler, der schon von minimalen Verbesserung profitiert, könnte demnach ebenfalls die Aufnahme von Koffein, Beta-Alanin als sinnvoll erachtet werden. Mehr Infos zu leistungssteigernden Nahrungsmitteln und Substanzen findest du in diesem Artikel

Literaturverzeichnis

https://docs.google.com/document/d/1epLIFnMt9ud09ZARnOM_5uMyhJ_yHTdiVZMWSLsTh6Y/edit?usp=sharing

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