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Antioxidantien

An diesem Blutwert siehst du, wie alt du wirst! Antioxidantien, Hämoglobin, Bilirubin

Ein Milliliter deines Blutes enthält fast 5 Milliarden rote Blutkörperchen. Diese roten Blutkörperchen bestehen zu 90 % aus Hämoglobin (der rote Blutfarbstoff). Natürlich gibt es auch andere Blutzellen, doch wie viele denkst du, machen die roten Blutkörperchen aus? 99 % aller deiner Blutzellen sind rote Blutkörperchen! Das Abbauprodukt der roten Blutkörperchen ist übrigens ein Antioxidans! Das bedeutet: 99 % deiner Blutzellen werden früher oder später zu Antioxidantien. Damit hängt das antioxidative Potenzial deines Körpers auch von der Anzahl der roten Blutkörperchen in deinem Körper ab! Das antioxidative Abbauprodukt deiner roten Blutkörperchen nennt man Bilirubin. Welche Rolle Bilirubin in deinem Körper spielt, erfährst du hier.

Das Wichtigste zuerst:

Wofür genau braucht der Körper eigentlich Sauerstoff?

Überraschenderweise wissen das nur die wenigsten! Durch Sauerstoff ist höheres Leben überhaupt erst möglich geworden. Wir speisen Sauerstoff in unsere Mitochondrien, unseren Stoffwechsel ein. So können wir 16 Mal mehr regenerieren. Zucker, Fett und Sauerstoff wird im Körper in ATP umgewandelt.

ATP ist der universelle Energieträger in unserem Körper. Das ATP veranlasst auch deine Lungen dazu, sich überhaupt zu bewegen! Wer liefert den Sauerstoff? Die zuvor erwähnten roten Blutkörperchen, oder genauer gesagt, das darin enthaltene Hämoglobin! 

Wieso sollten wir einen hohen Spiegel an Hämoglobin haben?

Je mehr rote Blutkörperchen du hast, desto mehr können abgebaut werden. Und je mehr abgebaut werden, desto mehr Antioxidantien kann dein Körper daraus bilden. Wenn du das nächste Mal bei deinem Arzt ein Blutbild veranlasst, kannst du dies messen, indem du auch die zwei Werte, Bilirubin und Biliverdin überprüfen lässt. Das sind die beiden Abbauprodukte der roten Blutkörperchen. 

Der Bilirubinspiegel lässt unter anderem darauf schließen, wie viel oxidativen Stress du in deinem Körper hast, da Bilirubin als fettlösliches Antioxidans, vor allem dazu da ist, um Stress (Radikale) zu puffern. Wenn du wenig Bilirubin in deinem Körper hast, dann hast du es wahrscheinlich schon benutzt, um Radikale zu puffern.

Wir sehen eine Studie, die genau dieses Verhältnis untersuchte. Das Ergebnis, wenn du statt 0,6 mg/dl Bilirubin nur 0,1-0,4 mg/dl Bilirubin hast, hast du eine 56 prozentige höhere Wahrscheinlichkeit zu sterben! Auch interessant ist, dass sich ein Wert von mehr als 0,6 mg/dl, wie z. B. 0,7-0,9 mg/dl ebenfalls positiv auf die Sterblichkeitsrate auswirkte. Insgesamt gilt jedoch, lieber zu viel als zu wenig Bilirubin! (1)

So werden deine roten Blutkörperchen abgebaut

Deine roten Blutkörperchen leben 120 Tage. Danach werden sie abgebaut. Dabei werden Sie von der Hämoxygenase gespalten. Das Eisen der roten Blutkörperchen wird freigesetzt und kann wieder recycelt werden. Die Proteine werden in Aminosäuren ersetzt. Das Hämoglobin wird in Biliverdin umgebaut. Biliverdin ist grün. Biliverdin hast du vielleicht schon mal gesehen. Wenn du dich verletzt hast, siehst du vielleicht zunächst einen roten Bluterguss. Später wird daraus ein blauer oder grüner Fleck. Das ist genau dieser Prozess!

Biliverdin ist für den Körper jedoch nicht von Vorteil haben, es kann nicht wie Bilirubin genutzt werden. Hier kommt ein zweites Enzym ins Spiel. Die sogenannte Biliverdin Reduktase! Das Biliverdin wird in Bilirubin umgewandelt. Die Biliverdin Reduktase ist jedoch Zink-abhängig. Das ist ganz wichtig zu wissen. Das neu gewonnene Bilirubin kann nun als Antioxidans fungieren und ein Elektron an ein Radikal abgegeben. Elektronen sind genau der Grund, wieso Radikale Stress in unserem Körper verursachen, sie suchen nach Elektronen!

Sobald das Bilirubin jedoch diese Elektronen an die Radikale abgegeben hat, wird es automatisch wieder zu Biliverdin. Der Kreislauf wiederholt sich, und die Biliverdin Reduktase arbeitet weiter (vorausgesetzt es ist genügend Zink vorhanden!).

Was können wir noch tun, um möglichst viel Bilirubin zu erhalten?

Genügend Omega-3 für Fluidität

Als Erstes sollten, wir auf jeden Fall gewährleisten, dass die roten Blutkörperchen auf natürliche Art und Weise nach 120 Tagen abgebaut werden. Wenn die roten Blutkörperchen geschädigt sind und nicht richtig funktionieren, können diese nicht auf natürliche Art und Weise abgebaut werden und es kann kein neues Bilirubin entstehen. Die roten Blutkörperchen müssen daher immer funktionsfähig bleiben. 

Sie sind übrigens der größte Omega-3-Fresser in unserem Körper. Sie brauchen extrem viele Omega 3 Fette, um die Fluidität zu erhalten. Die Fluidität ist natürlich für die Blutzirkulation in unserem Körper nicht wegzudenken. Eine ausreichende Einnahme diverse Omega-3-Fettsäuren, wie ALA, DHA und EPA ist daher an erster Stelle der wichtigsten Maßnahmen, die man ergreifen kann, um seine roten Blutkörperchen gesund zu halten.

Genügend Glutathion, um die Methämoglobin-Umwandlung zu unterbinden

Eine weitere wichtige Rolle spielt auch Glutathion, denn es schützt die roten Blutkörperchen. Keine Zelle enthält so viel Glutathion, wie die roten Blutkörperchen (ca. 2,5 mM). Warum? Ganz einfach: Aus Hämoglobin kann Methämoglobin entstehen. Methämoglobin enthält dreiwertiges Eisen, da der Sauerstoff dem Eisen des Hämoglobins ein Elektron entzieht. Wenn das Eisen dreiwertig ist, kann es keinen Sauerstoff mehr tragen. 

Wir sehen die Umwandlung von Hämoglobin in Methämoglobin.

Wenn der Methämoglobin-Anteil in deinem Körper zu hoch wird, wirst du kollabieren. Glutathion ist ein Antioxidans. Es will um jeden Preis verhindern, dass Eisen durch Sauerstoff oder Radikale oxidiert wird. Deswegen ist es gerade in Hämoglobin in großen Mengen enthalten. Das bedeutet, dass Glutathion dein Hämoglobin gesund hält, indem es während der gesamten Lebenszeit deiner roten Blutkörperchen verhindert, dass das darin enthaltene Hämoglobin in Methämoglobin umgewandelt wird. 

Methämoglobin ist auch der Grund, wieso kleine Kinder nitritarm essen sollten, denn Nitrit fördert die Umwandlung in Methämoglobin, was es ja allgemein zu vermeiden gilt. Indirekt kann daher auch die Bio-Ernährung empfohlen werden, da zum Beispiel Bio-Gemüse weniger Nitrit enthält, als Gemüse, das mit Kunstdünger kultiviert wurde. 

Wie oben erwähnt hat Glutathion als einen wichtigen präventiven Effekt, doch auch wenn der obige Mechanismus bereit am Laufen ist, kann Glutathion helfen. Bei der Umwandlung bekommt das Sauerstoffmolekül ein Elektron und wird so zu Superoxidradikal. Wenn diese Superoxidradikale aufeinander treffen, entsteht giftiges Wasserstoffperoxid. Auch dieses Wasserstoffperoxid kann durch Glutathion entgiftet werden! 

Wenn du möglichst viel Glutathion in deinem Körper haben willst, solltest du auch viele andere Antioxidantien einnehmen. Diese schützen nämlich das Glutathion. Wenn du Stress ausgesetzt bist, werden so zuerst die anderen Antioxidantien aufgebraucht und Glutathion kann als Reserve beibehalten werden!

Sport treiben

Wenn du Sport treibst, signalisiert du deinem Körper, du brauchst jetzt mehr Sauerstoff und mehr Leistung. Dadurch wird dein Körper dazu angeregt, mehr rote Blutkörperchen zu bilden, die er bei der nächsten Anstrengung gut gebrauchen kann.

Fazit: Es ist wichtig sicherzustellen, dass aus unseren roten Blutkörperchen Bilirubin wird!

Wie du gelesen hast, wird aus den meisten Blutzellen unseres Körpers (rote Blutkörperchen) in der Regel eines der wichtigsten Moleküle zur Stressbekämpfung (Antioxidantien). Dies ist jedoch nicht immer der Fall, denn es gibt eine Reihe von Wirkstoffen, die von Enzymen benötigt werden, die die Umwandlungen dieser Stoffe beeinflussen. Daher gilt folgendes: Ein hohes antioxidatives Potenzial deines Körpers ist immer erstrebenswert.

Besonders viele Antioxidantien können beim Abbau roter Blutkörperchen gebildet werden. Die dafür notwendigen Mechanismen benötigen jedoch reichlich Zink. Außerdem müssen die roten Blutkörperchen gesund sein, um richtig abgebaut werden zu können. Hierfür ist Omega-3 sehr wichtig. Zugleich muss man auch andere Umwandlungsprozesse unterbinden.

Hier hilft uns Glutathion. Da mehr rote Blutkörperchen auch zu mehreren Antioxidantien in unserem Körper führen kann, ist regelmäßiger Sport ebenfalls empfehlenswert. So können wir nämlich die körpereigene Produktion roter Blutkörperchen ankurbeln.

Autor
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Philipp Gilg

Quellenverzeichnis:
  1. https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/24728477/

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