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Basisches Wasserstoff-Wasser - Krankmacher oder Segen?

Basisches Wasserstoff-Wasser – Krankmacher oder Segen?

In diesem Beitrag erklären wir euch, was ionisiertes oder basisches Wasser genau bedeutet und was die Studien zu diesem Thema sagen. Hat dieses Wasser überhaupt einen Nutzen oder könnte es sogar schädlich sein? 

Das Wichtigste zuerst:

Allgemeines zum pH-Wert in unserem Körper

Basisch bedeutet ein pH-Wert über 7. Sauer bedeutet ein pH-Wert unter 7. Blut besitzt einen pH-Wert von etwa 7,40. Bereits ab 7,36 pH spricht man von einer Azidose, also einer Übersäuerung im Körper. Eine Alkalose hat man, wenn der pH-Wert im Blut 7,44 oder höher ist. Der pH-Wert ist sehr eng kontrolliert und ändert sich nur bei äußerst pathologischen Bedingungen in unserem Blut. 

Um Säuren zu puffern, bedient sich der Körper an dem Kalziumspeicher im Körper. Das sind unsere Knochen. Dann kann der Blut-pH-Wert zwar OK sein, man ist aber trotzdem übersäuert. Dies manifestiert sich dann durch Osteoporose. Besonders oft sieht man das bei Nierenkranken, die das Bicarbonat (eine organische Kalziumverbindung, die Säure puffert) nicht ausreichend rückresorption können. Sie leiden daher ziemlich oft an Osteoporose, da der Säure Base Haushalt aus dem Gleichgewicht gerät. Urin kann einen pH-Wert zwischen 5 und 9 haben. Ist dieser Wert sehr tief, kann dies ebenfalls ein Zeichen von Nierenschwäche sein. Die Haut hat etwa 5,5 pH und der Magen circa 1 bis 2 pH.

Was bedeutet ionisiertes Wasser oder Wasserstoff-Wasser?

Wasser besteht aus 2 Wasserstoffatomen (H2) und einem Sauerstoffatom (O). Um ionisiertes Wasser herzustellen, wird das Wasser wird in seine Bestandteile gespalten. Dies passiert genau so: In einer Elektrolyse werden 2 Pole geschaltet. Das eine ist negativ geladen. Das ist die Kathode. Das andere ist positiv geladen, also die Anode. Das Wasserstoff wird sich an der Kathode anlagern und der Sauerstoff an der Anode (da er elektronegativer ist). So hat man das Wasser quasi getrennt, und zwar in einem Verhältnis von 2:1. 

Wir sehen eine Visualisierung der Spaltung der Wasserstoffmoleküle.
Wir sehen eine Visualisierung der Spaltung der Wasserstoffmoleküle.

Die beiden Gase haben ein ausreichendes Löslichkeitsprodukt und lösen sich dementsprechend in der verbleibenden Flüssigkeit. So hat man das Wasserstoff-Wasser. Um dies wieder zusammenzuführen zu Wasser, würde man eine Aktivierungsenergie benötigen.

Wozu der Aufwand?

Wasserstoff in der elementaren Form ist ein sehr starkes Antioxidans und damit auch ein Elektronenspender, da es ein hohes Bestreben danach hat zu protonieren, also ein Elektron abzugeben. Daher die Theorie, dass Wasserstoff-Wasser freie Radikale puffern könnte und so verjüngen soll.

Gibt es Studien, die diese Hypothese belegen?

Studie Nummer 1. Eine randomisierte, doppelblinde Studie aus dem Dezember 2021 untersuchte die Auswirkungen der Einnahme von mit Wasserstoff ausgelöstem alkalischen Elektrolysewasser auf die Stuhlkonsistenz und die Zusammensetzung der Darmmikrobiota. Eine Gruppe bekam dieses Wasser, während die andere normales gereinigtes Leitungswasser erhielt. Jede Gruppe hatte nur 10 Teilnehmer, wodurch die Studie etwas klein ist. (1)

Wir sehen anhand der minimalen Veränderung der blauen und roten Balken, dass es nach zwei Wochen keine statistisch signifikante Veränderung in der Alpha-Diversität des Mikrobioms gab. (1)

Was ist eine Alpha-Diversität?

Die Alpha-Diversität des Mikrobioms misst die effektive Anzahl der Spezien, also die Arten der Organismen im Menschen. Die Beta-Diversität misst die Differenz zwischen der Anzahl der Organismenarten. Sie misst also, ob die bestehenden Stämme sich in der Anzahl verändern. Die Alpha-Diversität ist jedoch wichtiger, da die Vielfalt besonders stark mit Gesundheit assoziiert wird. 

Unterschiede in der Beta-Diversität

In der Beta-Diversität gab es jedoch schon Unterschiede. Actinobacteria gehört zur Gattung der Bifidobakterien. Diese Bakterien stellen bei uns im Körper Folat (Vitamin B9) her. Vitamin B9 ist für den Homocysteinstoffwechsel besonders wichtig. Die Actinobakterien sind statistisch signifikant gestiegen, genauso wie Bifidobakterien. Zuckerhaltige Lebensmittel werden von den Bifidobakterien zu Essig und Milchsäure abgebaut. Diese säuern das Darmmilieu an und verschlechtern so die Lebensbedingungen für Krankheitserreger und sind daher erstrebenswert. (1)

Ebenfalls konnte die Stuhlkonsistenz in der Skala statistisch signifikant in das Mittelfeld gerückt werden, sodass die Konsistenz mehr der Norm bzw. dem Sollwert entspricht. (1)

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass die Gabe von Wasserstoff-Wasser zwar nicht die Vielfalt der Bakterien erhöhen konnte, dafür konnte die Anzahl der folat-bildenden Bakterien statistisch signifikant erhöht, sowie die Stuhlkonsistenz verbessert werden. (1)

Limitierungen der Studie

Neben der geringen Teilnehmerzahl von nur 20 Probanden hatte die Studie noch eine weitere gravierende Limitierung. Es besteht ein Interessenkonflikt, da die Studie von Panasonic finanziert wurde. Panasonic bietet seit kurzem Wasserfilter an, mit denen man alkalisches Wasserstoff-Wasser erzeugen kann. (1)

Fehlende wissenschaftliche Evidenz

Leider konnten wir zu diesem Thema keine weiteren glaubwürdigen Studien finden. Es gibt also nur diese kleine Herstellerstudie. Durch den Interessenskonflikt können wir hier nicht von einer wissenschaftlichen Evidenz sprechen. Es gibt noch eine weitere kleine Studie zur Blutverdünnung. Diese hatte bedauerlicherweise ebenfalls einen großen Interessenskonflikt. Sie wurde von Essentia Water finanziert und es wurde sogar das Wasser dieses Herstellers verwendet.

Studien zum Wasserstoff in Wasser

Zu diesem Thema haben wir zwei gefunden, die einen Konsens in Bezug auf die Gefäßgesundheit aufweisen. Das ergibt Sinn, denn wie unseren anderen Beiträgen zu entnehmen ist, schützen Antioxidantien unsere Gefäße und das Stickstoffmonoxid, welches die Arterien breit stellen soll. Bei einem Mangel an Antioxidantien entsteht Peroxinitrit aus dem Stickstoffmonoxid. (2)

Die erste Studie zu diesem Thema schlägt folgendes vor: Der Konsum von Wasser, das mehr als 3,5 Milligramm gelösten Wasserstoff enthält, könnte die Funktion der Gefäße (genauer gesagt des Endothels) verbessern. 

Hierbei wurde die FMD (sogenannte Flow-mediated dilatation) gemessen. Das ist ein Parameter, der über die Ausdehnung der Arterie nach dem Konsum von Wasser (sowohl Wasserstoff-Wasser als auch normalem Wasser) informiert. Die Anzahl der Teilnehmer war mit 8 pro Gruppe (16 insgesamt) sehr gering. (2)

Wir sehen, dass sich die Position der grünen Linie von der Position roten Linie sichtbar unterscheidet. Das bedeutet, es kam zu einer statistisch signifikanten Verbesserung der Ausdehnung (der Relaxation) der glatten Muskulatur der Arterie. (2)
Hier sehen wir dieselben Ergebnisse quantifiziert dargestellt. Der wichtige FMD-Parameter ist markiert. (2)

Übrigens wird hier noch sehr schön der Prozess bezüglich der Antioxidantien und Arterien aufgezeigt, den wir schon so oft in unseren Beiträgen beschrieben haben. Es wird vermutet, dass mit steigendem antioxidativen Potenzial im Körper die Wahrscheinlichkeit an einer Herz-Kreislauf-Erkrankung zu sterben immer weiter reduziert wird. Herz-Kreislauf-Erkrankungen sind in Deutschland und in vielen Ländern der Welt die Todesursache Nummer eins. (2)

Eine zweite Studie untermauert diese Ergebnisse

Eine zweite Studie, die 2020 veröffentlicht wurde, lautete: Die Funktion des Endothels kann durch den täglichen Konsum von Wasser mit seinem Gehalt an gelösten Wasserstoff von über 7 ppm (parts per million) verbessert werden: eine randomisierte Kontrollstudie. (3)

Diese Studie war etwas größer. Sie umfasste 71 Teilnehmer über 2 Wochen. Die Teilnehmer waren gut miteinander vergleichbar. Es gab keine statistisch signifikanten Unterschiede in Gewicht, BMI, Alter oder Puls. Hier wurde der sogenannte RH-Index benutzt. Das ist ein Index für die Durchblutung eines Gewebes, das mit der sogenannten Puls-Amplitude-Fonometrie gemessen wird. Eine verbesserte Durchblutung ist natürlich erstrebenswert. (3)

Wir sehen, dass es in der Wasserstoffgruppe nach 24 Stunden und 2 Wochen (grüne Balken) zu einer statistisch signifikanten Verbesserung der Durchblutung des Gewebes kam. (3)

Dann hat man noch einen weiteren Test gemacht, indem man den Sweet Spot ermitteln wollte. Also, wie viel Wasserstoff-Wasser man konsumieren sollte, um besonders stark vom beobachteten Effekt zu profitieren. Dazu wurden die Probanden in 2 Gruppen geteilt. Eine nahm mehr als 700 ml Wasserstoff-Wasser pro Tag zu sich, die andere weniger als 700 ml pro Tag. (3)

Nach zwei Wochen (grüner Balken) kam es zu einer verbesserten Durchblutung des Gewebes in der Gruppe, die mehr als 700 Milliliter von diesem angereicherten Wasser konsumierte. (3)

Aussagekraft dieser letzten Studie

Diese Studie ist von allen drei mit Abstand am interessantesten. Sie hatte eine akzeptable Teilnehmerzahl von 71 Probanden. Zudem gab es keinen offensichtlichen Interessenskonflikt. Die Studie wurde nicht von Herstellern finanziert, die alkalisches Wasser oder alkalische Wasserfilter vermarkten. (3)

Fazit: Wasserstoff-Wasser könnte die Durchblutung fördern

Leider gibt es zu dieser Thematik noch nicht genügend Goldstandard-Studien ohne Interessenskonflikt. Und das, obwohl basisches Wasser bereits in vielen Ländern groß beworben wird. Zum Thema basisches Wasser gab es zum Zeitpunkt dieses Schreibens ebenfalls keine aussagekräftigen Publikationen. Dafür gibt es zwei Studien über Wasser, das mit Wasserstoff angereichert wurde. Diese sprechen für eine durchblutungsfördernde Wirkung dieses Wassers.

Autor
Autor

Philipp Gilg

Quellenverzeichnis:

(1) https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pmc/articles/PMC8374459/

(2) https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pmc/articles/PMC4207582/

(3) https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pmc/articles/PMC7259729/

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