Calcium: ein essenzieller Bestandteil unseres Organismus

Calcium: ein essenzieller Bestandteil unseres Organismus

Calcium wird für viele Körperfunktionen benötigt und ist unerlässlich für den Körper. Es muss über die Nahrung aufgenommen werden und befindet sich vor allem in Milchprodukten, sowie pflanzlichen Lebensmitteln.

Über Calcium

Calcium wird für viele Körperfunktionen benötigt und ist unerlässlich für den Körper. Es muss über die Nahrung aufgenommen werden und befindet sich vor allem in Milchprodukten, sowie pflanzlichen Lebensmitteln.

Im menschlichen Körper befindet sich etwa 1 kg des Mengenelements Calcium. Bekannt ist Calcium zu Recht für seine stabilisierende Funktion in Knochen und Zähnen; denn 99% des Körper-Calciums befinden sich in diesen beiden Strukturen. 

Der Rest befindet sich in Flüssigkeiten außerhalb der Zellen, z.B. dem Blutplasma. Es ist allerdings ein Trugschluss, die Calciumversorgung grundsätzlich auch zu stärkeren Knochen führt. Warum, erfährst du im folgenden Artikel. Zusätzlich erhältst du Informationen zu den Funktionen, Cofaktoren, Calciumquellen und mehr.

Calciumfunktionen

Mineralisierung der Knochen, Zähne und Gewebe

Die Hauptaufgabe des Calciums besteht in der Knochen-/Zahnmineralisierung. Da 1% im Blut befindlich sind und diese Konzentration immer streng konstant bleiben muss, wird rund um die Uhr Calcium in die Knochen eingelagert und wieder freigesetzt. Der Knochen dient als Speicher, der ständig angezapft oder aufgefüllt wird, denn eine erhöhte/erniedrigte Calciumkonzentration führt zu Funktionsstörungen. Ein kurzfristiger Mangel bleibt zunächst unentdeckt, hingegen ein langfristiger Mangel zu einer Entkalkung der Knochen und Zähne kommen kann. Als Folge können Knochenbrüche, Knochenverformungen oder auch Osteoporose auftreten. 

Dieser Prozess des Auf- und Abbaus wird durch zwei unterschiedliche Zellen gesteuert:

  • Osteoblasten: Aufbau von Knochenmaterial Hydroxylapatit (ca. 40% der Knochenmasse, 95% Zahnschmelz) (1)
  • Osteoklasten: Abbau Knochenmaterial
  • Der Serumkalziumspiegel wird streng reguliert, da Abweichungen zu schnellen Störungen führen

Behalte diese Mechanismen unbedingt im Hinterkopf, denn wir kommen im Artikel noch darauf zurück und geben dir das Werkzeug an die Hand, wie du dafür sorgen kannst, dass diese aufbauenden Zellen stärker im Körper ausgebildet/exprimiert werden.

Säure-Basen-Haushalt

Da Calcium so strikt im Blut reguliert werden muss, findet bei sinkenden Blutkonzentrationen ein Calciumabbau aus den Knochen statt. Diese Entnahme wird ebenfalls bei sinkendem pH-Wert stimuliert, um anfallende Säuren zu puffern.

Eine metabolische Acidose (Übersäuerung) erhöht die Bildung von Zellen die Knochen abbauen (Osteoklasten) und inhibiert die Bildung von Zellen, die Knochen aufbauen (Osteoblasten). Umgekehrt erhöht eine Alkalose (basischer Blut pH) die Anzahl der Zellen, die Knochensubstanz aufbauen. (2-5)

Kommt es nun durch Stress oder eine Ernährung mit viel Salz, Zucker, Weißmehl, Alkohol oder tierischen Produkten zu einer erhöhten Säurelast im Blut, muss diese abgepuffert werden. Dazu wird einerseits Bicarbonat verwendet, andererseits das basische Knochencalcium, da im Skelett das größte Reservoir an Basen enthält.  (6)

Aus diesen Gründen kann der typisch westliche Lebensstil zu einem erhöhten Bedarf an Mineralien führen, um dem Knochenabbau entgegenzuwirken.

Calcium stimuliert Muskelkontraktion

Als positiv geladenes Teilchen sorgt Calcium dafür, Signale weiterzuleiten und so die Funktion von Muskeln, Nerven und Zellfunktionen aufrechterhalten.

Calcium bindet an dieselben Neurotransmitter-Strukturen wie Magnesium. Der Gegenspieler Magnesium (Mg 2+) sorgt für die Entspannung, Calcium für eine Anspannung. Bei einer übermäßigen Stimulation dieser Andockstellen mit Calcium werden Zuckungen oder Krämpfe begünstigt. Krämpfe werden mit Muskeln assoziiert, die wir ansteuern können. Allerdings können diese Störungen auch das Herz oder die Atmung betreffen, also Muskulatur, die nicht aktiv gesteuert werden kann.

Calcium in der Blutgerinnung

Ebenso wie Vitamin K spielt Calcium eine wichtige Rolle bei der Blutgerinnung, sowie für die Muskel- und Nerventätigkeit. Dabei ist Calcium entscheidend bei der Erregung von Muskeln und Nerven beteiligt, da erst der Einstrom von Calcium in die Muskelzellen zu einer Muskelkontraktion führt. 

Hormone, Enzyme und Proteine, die z.B. bei der Blutgerinnung eine Rolle spielen, werden durch Calcium aktiviert. Die Vorstufe Prothrombin wird durch Calcium in seine aktive Form (Thrombin) überführt.

Erwünscht ist die Gerinnung im Falle einer Blutung, um diese zu stoppen. Die unerwünschte, krankhafte Form (Thrombose) sorgt für eine Verstopfung der Blutgefäße durch Blutverklumpung. Ein besonders hohes Risiko, solche inneren Blutgerinnsel im Blutgefäß zu erleiden, haben Mädchen und Frauen, die die Pille einnehmen. Extrem gesteigert wird dieses Risiko zusätzlich durch Rauchen/Bewegungsmangel/Übergewicht. (7)

Die Auswirkung auf Hormone und Blutgerinnung könnte auf die Menstruation von Frauen Einfluss nehmen. Eine randomisierte Doppelblind-Studie mit 66 jungen Studentinnen wurde durchgeführt, um die Auswirkung einer Calciumeinnahme auf das prämenstruelle Syndrom zu untersuchen. Dabei zeigte sich, dass die Einnahme von Calcium tatsächlich half die emotionalen Beschwerden in diesem Zusammenhang signifikant zu verbessern. Scheinbar wirkt sich ein gesunder Mineralstoffhaushalt also positiv auf den Menstruationsverlauf aus. (8)

Eine Studie (2016) von 1507 Männern über 3 Jahre ergab außerdem, dass erhöhte Calciumwerte im Blut mit einem Verlust der Flexibilität von Blutgefäßen assoziiert werden, sodass eine arterielle „Steifheit“ begünstigt wurde. Diesen Beobachtungen zu Folge lässt sich eine übermäßige Zufuhr an Calcium kritisch bewerten.  (9)

Weitere Funktionen

Da sich Calcium auch außerhalb der Zellen befindet und als positiv geladenes Ion (Ca 2+) vorkommt, sorgt es ebenfalls für die Signalübertragung bzw. Erregung von Muskeln und Nerven als Gegenspieler zum Magnesium (Mg 2+). 

Durch die Stimulation von Proteinen (z.B. Arf; Vesikeltransport) sorgt Calcium dafür, dass weitere Strukturen an die Zellmembran angelagert werden, sodass Calcium auch eine entscheidende Rolle für gesunde Zellen einnimmt. Um all diese Funktionen zu steuern und zur richtigen Zeit stattfinden zu lassen, werden Bindeproteine (z.B. Calmodulin) verwendet. Diese dienen als Speicher und können nach Bedarf freigesetzt werden. Die Bindeproteine vermitteln zahlreiche zelluläre Funktionen, wie die Bildung von Fettsäuren, Glykogen- oder Cholesterin.

Merke: Die Hauptaufgabe besteht zwar in der Knochen-/Zahnmineralisierung, aber als positives Ion erfüllt Calcium zahlreiche Funktionen für fast jede Zelle.

Mangelerscheinung durch Schilddrüsenunterfunktion

Zahlreiche Mechanismen regulieren den Calciumhaushalt:

Bei niedrigen Blutcalciumspiegel wird ein Hormon (PTH) aus der Nebenschilddrüse ausgeschüttet, Das Ziel des Parathormons: Calcium aus Darm, Knochen und Niere stärker ins Blut aufzunehmen, um den Blutspiegel wird ansteigen zu lassen. 

Kann dieses Hormon nicht gebildet werden, entsteht ein Calciummangel, da das Calcium nicht aus den Knochen freigesetzt oder aus dem Urin stärker resorbiert werden kann. 

Wirkt das Parathormon, kommt es zur Ausbildung von Osteoklasten in den Knochen, die Calcium ins Blut freisetzen. In der Niere bewirkt das Parathormon eine erhöhte Calcium-Reabsorption. Außerdem wird mehr Calcitriol (aktive Vitamin D-Form) in der Niere freigesetzt, welches ebenfalls als Hormon wirkt und wiederum die Aufnahme im Darm steigert.

Beobachtet wurde bei Patienten mit Schilddrüsenunterfunktion, dass häufig ein Vitamin D und Calcium-Mangel vorliegt. (10)

Calcium-Verdauung

Der Darm ist in Abschnitte unterteilt. Je nach Abschnitt werden unterschiedliche Funktionen erfüllt und Nährstoffe aufgenommen. Calcium wird vor allem direkt zu Beginn (Duodenum) in den ersten 30 cm nach der Magenöffnung absorbiert mit einer Aufnahmequote von etwa 20-60%, abhängig von der zugeführten Menge. Diese unterschiedliche Aufnahme hängt damit zusammen, dass Calcium auf 2 unterschiedliche Transportwege aus dem Darm aufgenommen wird. So werden bei niedriger Calciumzufuhr maximale Aufnahmen erreicht und bei steigenden Calciummengen sinkt die prozentuale Aufnahme.

Ein Teil dieser Transporter (aktiv; TRPV) wird schnell abgesättigt, ist aber begrenzt, sodass bei niedriger Zufuhr anteilig hohe Menge aufgenommen werden. Interessanterweise lässt sich durch Vitamin D die Bildung von Calcium-Transportern erhöhen, sodass bei guten Vitamin D-Werten auch mehr Calcium aufgenommen wird. Dadurch werden die sogenannte Osteoblasten. Also die Zellen die für den Knochenaufbau sorgen, stärker gebildet. So kann Calcium seine stabilisierende Funktion auf den Knochen ausüben. Herrscht aber eine Vitamin-D-Mangelsituation im Körper, kann Calcium nur sehr schlecht aufgenommen werden, weil weniger Transporter vorhanden sind. Deswegen bedeutet eine höhere Zufuhr von Calcium nicht unbedingt, dass die Knochen automatisch gestärkt werden. (11, 12)

Effektive/gestörte Calciumaufnahme

Zur Aufnahme von Calcium benötigen wir allerdings auch Magensäure. Liegt eine eingeschränkte Magensäureproduktion (z.B. durch Medikamente, Magenerkrankungen) vor, wird die Aufnahme eingeschränkt. Eine Studie untersuchte daraufhin die Aufnahme von Calcium bei Patienten mit Gastritis (Magenentzündung). Die Forscher stellten dabei fest, dass Calciumcarbonat, wie es in der Sangokoralle vorliegt, gut resorbiert werden kann, wenn es in Kombination mit einer Mahlzeit aufgenommen wird. Eine ebenfalls gut verfügbare Form bei dieser Erkrankung stellten Calciumcitrat und Milchkalzium dar. (13, 14)

Liegen Nierenprobleme oder eine Schilddrüsenüberfunktion vor, kann ebenfalls eine erhöhte Ausscheidung über den Harn stattfinden. In diesem Fall könnte eine kombinierte Gabe von Vitamin D, Calcium, Magnesium und Vitamin K2 in Kombination mit einer phosphatarmen Ernährung sinnvoll sein. (15-17)

Calcium kann über verschiedene Formen dem Körper zugeführt werden. Eine besonders gut verfügbare Form stellt Calciumcarbonat aus der Sangokoralle dar. (18)

In einer kleinen Studie wurde die Bioverfügbarkeit und der Anstieg des Calciumspiegel im Blut nach Gabe unterschiedlicher Calciumarten gemessen. Die Gabe von 250/500 mg Calcium aus Korallen (A,B) ließ die Blutspiegel der Probanden deutlich stärker ansteigen als 400/500mg nicht-Korallen-Calciumcarbonat (C,D) oder 250 mg elementares Calcium (E). (19)

Leider wurde Calciumcitrat nicht in der Studie verwendet, welches ebenfalls eine hohe Bioverfügbarkeit aufweist und um etwa 20% effektiver als Calciumcarbonat (C, D) aufgenommen wird. Im Vergleich zu Calciumcarbonat führte das Calciumcitrat allerdings nicht zu auffällig höheren Blutspiegeln nach der Einnahme.  (20)

Sangokorallen liefern neben dem Calcium im besten Fall gleichzeitig Magnesium im perfekten Verhältnis; allerdings reichern nicht alle Korallen Magnesium an. 

Neben der Calciumform hat auch die Zusammensetzung der Nahrung einen Einfluss auf die Absorption im Darm. Ballaststoffreiches Gemüse verlangsamt die Passagezeit und erhöht damit die Aufnahme. Vitamin C und weitere organische Säuren (z.B. Essig) erhöht die Aufnahme zusätzlich. Andererseits kann eine Ernährung mit viel Phytinsäure, koffeinhaltigen Getränken (Kaffee/Kakao/Schwarztee) die Aufnahme erschweren. So wirkt sich ein Kaffee zu Mahlzeiten unvorteilhaft für die Absorption vieler Mineralstoffe und B-Vitamine aus. (21, 22)

Aufnahme von Mineralstoffen aus Wasser

Der Gehalt an Calcium und Magnesium bestimmt die Wasserhärte des Wassers. Besonders hartes Wasser sorgt zwar in Leitungen und Wasserkochern für Ärger, allerdings vorteilhaft für den Menschen ist die hohe Bioverfügbarkeit der enthaltenen Mineralstoffe. Mittlerweile wurden deshalb auch Grenzwerte für Calciumgehalte im Trinkwasser aufgehoben.

Calcium-Bioverfügbarkeit – Einflussfaktoren

Neben Vitamin D haben auch Bestandteile der Nahrung oder Verarbeitungsprozesse einen Einfluss auf die Absorption. So können Phytinsäure (in Nüssen, Samen, Hülsenfrüchten) die Absorption von Mineralstoffen, so auch Calcium, hemmen. 

Durch Einweichprozesse/Keimung/Fermentation wird die Phytinsäure über enzymatische Prozesse abgebaut. Auch die Teigführung bei der Brotherstellung kann sich positiv auswirken, sodass Phytinsäure durch die Sauerteiggärung abgebaut wird. (23)

Die Mineralstoffaufnahme wird ebenfalls durch Oxalsäure gestört; besonders reich enthalten ist diese in Spinat, Mangold, rote Beete, Nüssen, Kakao, Kaffee und schwarzem Tee. Aus diesem Grund empfiehlt sich, die genannten Lebensmittel entweder nicht regelmäßig oder getrennt zu einer mineralstoffreichen Kost zu sich zu nehmen. (24) 

Beide genannten Stoffe sind negativ geladen und binden positiv geladene Mineralstoffe (z.B. Eisen, Magnesium, Natrium). Auch Ballaststoffe (Zellulose) bindet Mineralstoffe, allerdings wirkt sich die durch sie ausgelöste verlangsamte Passagezeit positiv auf die Aufnahme aus, sodass Ballaststoffe insgesamt förderlich anzusehen sind. 

Außerdem können einige Medikamente die Mineralstoffaufnahme negativ beeinflussen, darunter Magentabletten und die beliebte Antibaby-Pille. 

Calciumversorgung in Lebensmitteln

Die empfohlene Versorgung laut DGE variiert mit dem Lebensalter. So sollen Heranwachsende generell einen deutlich größeren Bedarf haben, um das Knochenwachstum zu fördern:

Altermg/Tag
0-4 Monate220
4-12 Monate330
1-4 Jahre600
4-7 Jahre750
7-10 Jahre900
10-13 Jahre1100
13-19 Jahre1200
Ab 19 Jahren1000

(25)

Häufig wird vergessen, dass auch pflanzliche Lebensmittel Calcium enthalten, siehe Tabelle unten. Der Vorteil einer pflanzlichen Calciumversorgung besteht darin, dass diese ein deutlich ausgeglicheneres Verhältnis zu Magnesium aufweisen – im Gegensatz zu Milchprodukten (Kuh) mit etwa 1:12. Das Verhältnis im beliebten Mozzarella-Käse beträgt bis zu 1:38.

Das Verhältnis in der Muttermilch beträgt dagegen 1:10.  Es enthält zudem deutlich weniger Kalium und Phosphat im Vergleich zur Kuh-/Schafs-/Ziegenmilch, welche mit dem Calcium:Magnesium-Verhältnis ebenfalls auf den Calciumstoffwechsel einwirken. 

Solltest du dennoch Milchprodukte verzehren, könnte eine Supplementation mit Magnesium das ungünstige Verhältnis wieder ausgleichen. Weiterhin wird gerne die calciumreiche Alge Lithothamnium calcareum Lebensmitteln beigefügt, welche allerdings kaum Magnesium liefert, aber besonders in Pflanzenmilch vertreten ist. Bei einer ausgewogenen pflanzlichen Ernährung mit den oben genannten Lebensmitteln sollte daher nicht mit einem Calciummangel zu rechnen sein. (26)

Lebensmittelmg/100g (Ca:Mg)
Kuhmilch 3,5%120:10
Käse95-1375:8-45
Brokkoli60:20
Löwenzahnblätter170:37
Grünkohl210:30
Rucola160:35
Brokkoli60:20
Bohnen25-115:45-150
Paranuss130:160
Pistazien135:160
Haselnuss225:160
Mohn1460:330
Sesam780:350
Oliven95-150:20
Quinoa80:275
Tofu90:100
Leinsamen200:325
Haferflocken45:130
Roggenbrötchen120:40
Pastinake50:25

Der Körper nimmt nur etwa 30 Prozent des Calciums aus der Nahrung auf, wobei dies abhängig von der Zusammensetzung der Nahrung variiert. Wie fördert man die Aufnahme und damit einen normalen Calciumspiegel?

  • Sauerteig bevorzugen
  • Organische Säuren (Vitamin C, Zitronen(säure), Essig(säure))
  • Vitamin D, Vitamin K2, Magnesium
  • Kaffee/Tee/Kakao vor/nach Mahlzeiten meiden
  • Calciumreiche pflanzliche Lebensmittel regelmäßig verzehren, Spinat/Mangold nicht täglich essen
  • Einweichen/Keimen von Nüssen, Samen, Hülsenfrüchten
  • Natrium-/phosphatreiche Ernährung vermeiden
  • Bewegung 
  • Mineralstoffreiches Wasser bevorzugen (z.B. über Sangokoralle)

Milchkonsum zur Calciumversorgung?

Das Calciumparadox wurde 1966 durch einen Forscher erstmals benannt. Demnach tritt einerseits Osteoporose und andererseits Gefäßverkalkungen und kalkhaltige Nierensteine in Industrieländern mit einer calciumreichen Ernährung über Milchprodukte gehäuft auf.

Ab einem Alter von 30 nimmt die Knochendichte immer weiter ab. Bei einer stark porösen Knochenmatrix mit erhöhtem Risiko für Knochenbrüche, spricht man von einer Osteoporose. Betroffen sind in Deutschland ca. 6-8 Millionen Menschen. Diese Abbauprozesse treten vor allem bei Frauen auf, die sich in der Menopause befinden und weniger Muskelmasse besitzen.

Jährlich treten dadurch ca. 70.000 Frakturen auf. Da die deutsche Ernährung typischerweise calciumreiche Milchprodukte enthält, kann die Calciumversorgung nicht allein für das Problem verantwortlich sein, wie weiter unten beschrieben wird. (27-36)

Das richtige Verhältnis von Calcium und Magnesium

Aus welchen Gründen raten wir trotzdem von übermäßigen Calciumzufuhr ab, wenn doch der Knochenaufbau/Remineralisierung durch eine erhöhte Calciumaufnahme stimuliert wird? 

Wenn man eine besonders hohe Zufuhr an Calcium sicherstellen möchte, wird häufig auf Milchprodukte oder angereicherte Produkte zurückgegriffen. Denn diese beiden Quellen versorgen deinen Körper meist nicht mit dem Mineralstoff Magnesium. Da Magnesium und Calcium im Stoffwechsel ähnlich aufgenommen werden und eine Gegenspieler-Funktion ausüben, kann ein Ungleichgewicht in der Zufuhr negative Folgen für die Muskeln und Nerven haben. Im Artikel zu Magnesium ist dieser Zusammenhang genauer beschrieben.

Sango-Koralle liefert ein optimales Verhältnis von Calcium zu Magnesium (2:1)

Ebenfalls lässt sich die Versorgung über angereichertes Wasser ermöglichen. Auffällig unter langlebigen Völkern ist nämlich, dass diese häufig ein calcium- und magnesiumreiches Wasser trinken, etwa wie das japanische Volk der Okinawaner.

Das Trinkwasser der Japaner fließt vor der Gewinnung durch die Korallen-Riffe, welche dem Trinkwasser die wertvollen Spurenelemente zuführen. Wie oben beschrieben, wird die Calcium-Aufnahme im Darm durch Transporter reguliert, die schnell belegt sind. Ist dies der Fall, wird die weitere Aufnahme gedrosselt, wenn übermäßige Mengen auf einmal zugeführt werden. 

Die Sango-Koralle versorgt mit organischem, leicht bioverfügbarem Calcium und Magnesium im physiologisch perfekten Verhältnis (2: 1 – Ca: Mg). Das Sango-Korallenpulver aus unserem Shop wird außerdem nur von abgetragenen Korallen verwendet. Die lebendigen Korallen werden streng geschützt und nicht abgebaut, sodass der Konsum auch aus ethischen Gründen vertretbar ist.

Folglich kann eine über den Tag verteilte Zufuhr mit angereichertem Wasser, wie es die Sango-Koralle oder entsprechendes Mineralwasser ermöglicht, als sinnvoll erachtet werden, um die Aufnahme aus dem Verdauungstrakt zu verbessern.

Calcium-Mangel

Für ein gesundes Knochengewebe ist die Versorgung mit Calcium und Phosphat essenziell. Da der Körper Calcium nicht selbst synthetisieren kann, muss es mit der Nahrung aufgenommen werden. Tatsächlich ist ein Vitamin-D-Mangel einer der häufigsten Ursachen für einen Calciummangel. Denn ohne Vitamin D kann Calcium nicht resorbiert und in den Knochen eingebaut werden. 

Für einen Calcium-Mangel gibt es vielfältige Ursachen wie folgend aufgeführt sind.

  • Calciumarme Ernährung
  • Hormonstörungen
  • Hoher Alkoholkonsum
  • Höherer Bedarf bei Schwangerschaft, Stillzeit oder Pubertät
  • Nierenerkrankungen
  • Schilddrüsenerkrankungen
  • Verdauungsstörungen
  • Bauchspeicheldrüsenentzündung
  • Leistungssportler 

So vielfältig die Ursachen sein können, machen sich etwaige Symptome ebenfalls in unterschiedlichster Weise bemerkbar:

  • Muskelkrämpfe
  • Herz-Kreislaufprobleme
  • Brüchige Fingernägel
  • Haarausfall
  • Trockene Haut
  • demenzähnliche Symptome
  • Verdauungsstörungen
  • Psychische Veränderungen
  • Grauer Star
  • Osteoporose
  • Häufige Knochenbrüche
  • Schlafstörungen
  • Übergewicht
  • Hautveränderungen

Ein Calcium-Mangel zeigt sehr unspezifische Symptome und kann auch durch andere Vitamin-/ Mineralstoffmängel hervorgerufen werden.

Bestimmung der Versorgung

Da Calcium so strikt reguliert wird, verändern sich die Serumwerte im Blut nur unter Extrembedingungen vor allem unter starken Mangelbedingungen. Aus diesem Grund und da sich die Hauptmasse an Calcium im Knochen befindet, eignet sich die Messung der Knochenstruktur (DXA-Methode / QCT), um Aussagen zum Versorgungszustand zu machen. Diese Messung wird allerdings nur bei konkretem Verdacht und typischerweise erst im hohen Alter als verlässliche Methode herangezogen.

Ebenfalls werden gelegentlich die Urinwerte als Parameter verwendet, da über die Ausscheidung eine Aussage getroffen werden kann, wie viel Calcium aus dem Urin zurückbehalten anstatt ausgeschieden wird. Für die Einzelperson scheint diese Methode jedoch nicht verlässlich, da die Absorptionsmengen im Darm stark schwanken. Für Bilanzstudien wird diese Methode trotzdem verwendet, sodass man von einer empfohlenen Zufuhr von etwa 1.000 mg für einen Erwachsenen ausgeht. Da es sich hierbei um Schätzwerte handelt, die dann pauschal einen Sicherheitszuschlag erhalten, können die ermittelten Zufuhrempfehlungen kritisch betrachtet werden.

Weiterhin ist die Bestimmung der Zellversorgung (Vollblut) möglich. Erhöhte Werte können auf Gärung und damit Übersäuerung hinweisen (Quelle). Solche Gärprozesse nutzen besonders Krebszellen. Allerdings lässt dieser Wert kaum Rückschlüsse zur tatsächlichen Versorgung zu. 

Aufgrund der fehlenden verlässlichen Parameter zur Bestimmung des Versorgungszustands lohnt es sich, die Versorgung über die Nahrung zu überprüfen und sicherzustellen.

Fazit

Das essenzielle Element Calcium ist ein wichtiger Baustein für unsere Knochen uns Zähne. Leicht erhöhte Calciummengen im Blut führen zu einem verstärkten Knochenaufbau. Niedrige Blutwerte führen zu Knochenabbau, allerdings ist ein Mangel schwer zu erkennen. Das Calciumparadox zeigt, dass Knochenabbau trotz hoher Milchversorgung in Industrieländern auftritt. Starke Knochen benötigen neben Calcium auch Bewegung, Magnesium, Vitamin D und Vitamin K2. Da Calcium in vielen Lebensmitteln vorhanden ist, kann die Versorgung auch über pflanzliche Lebensmittel, mineralstoffreiches Wasser oder angereicherte Getränke gedeckt werden. 

Wird Calcium überwiegen aus Milchprodukten zugeführt, könnte ein Ausgleich mit erhöhter Magnesiumversorgung sinnvoll sein, allerdings wirken sich phosphatreiche Lebensmittel (z.B. Milchprodukte, Softgetränke, Fertigkost …) negativ auf den Mineralstoffhaushalt aus.

Literaturverzeichnis

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(26) Deutsche Gesellschaft für Ernährung et al., Die Nährwerttabelle,6 aktualisierte Auflage, 3 (2019/2020)

(27) Aside from nutritional values of milk and dairy products their biologically active compounds (bioactive peptides, probiotic bacteria, antioxidants, vitamins, specific proteins, oligosaccharides, organic acids, highly absorbable calcium, conjugated linoleic acid and others) have crucial impacts on human functioning and health [1,25,38,39,40,41,42,43,44].

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