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Saftfasten

Das passiert nach 4 Tagen Saftfasten mit deinem Körper


Saftfasten hat sich zu einer beliebten Methode zum Abnehmen und für die Steigerung des allgemeinen Wohlbefindens entwickelt. Dabei nimmt man innerhalb eines bestimmten Zeitraums ausschließlich Flüssigkeiten, wie Obst- oder Gemüsesäfte, Wasser oder Gemüsebrühen zu sich und verzichtet auf feste Lebensmittel. 

Viele schwören dabei auf die entgiftende und protektive Wirkung des Saftfastens. Ob dem wirklich so ist und wie sich das Saftfasten auf deinen Körper auswirkt, wollen wir heute genauer beleuchten.

So wirkt das Saftfasten

Obwohl das Saftfasten sich immer mehr zu einem Ernährungstrend entwickelt und immer bekannter wird, ist die tatsächlich belastbare, wissenschaftliche Datenlage zu diesem Thema noch sehr überschaubar. 

Lediglich eine einzige ernstzunehmende Studie wurde bisher zum Saftfasten durchgeführt. Hierbei haben Probanden drei Tage lang ausschließlich Obst- und Gemüsesäfte zu sich genommen und in Folge für 14 Tage auf die Säfte verzichtet, sich jedoch viel mit Obst und Gemüse ernährt. (1)

Im Zuge der Studie wurde bei den Teilnehmern der Marker Malondialdehyd gemessen, der einen spezifischen Biomarker für oxidativen Stress darstellt. Bereits am vierten Tag sank die Konzentration von Malondialdehyd im Urin. 

Doch so einfach, wie es scheint, ist es nicht: Während der Atmungskette entstehen durch den Elektronentransport aggressive freie Radikale. Reduziert man nun die Kalorienaufnahme, so läuft der Prozess der Energieumwandlung in ATP nicht mehr auf Hochtouren ab, wodurch weniger solcher freie Radikale entstehen und die Konzentration von Malondialdehyd gesenkt wird. 

Die Abnahme der MDA-Konzentration kann demnach nicht alleinig mit dem Saftfasten erklärt werden, sondern ist eine logische Folge der Diät bzw. der verringerten Kalorienaufnahme. Allerdings hemmen die vielen sekundären Pflanzenstoffe in den Säften auch zusätzlich die Radikalbildung, da diese reich an Antioxidantien sind, die eine puffernde Wirkung haben können. 

Saftfasten

Die Studie zeigte außerdem, dass sich im Blut die Konzentration an Stickstoffmonoxid verdoppelte. Ein Mangel an Stickstoffmonoxid kann zu weitreichenden Schäden führen, nämlich zu Steifheit der Arterien, Erhöhung des Blutdrucks sowie zur Verringerung der Blutmenge. 

Die Ursache dafür ist folgende: Pflanzliche Polyphenole aktivieren das Enzym ENOS, welches in Folge Stickstoffmonoxid und Citrullin produziert. Das Stickstoffmonoxid hat nun eine aktivierende Wirkung auf das Enzym Guanylatzyklase, die für die Beweglichkeit der Blutgefäße verantwortlich ist. Einen hohen Gehalt an Polyphenol finden wir zum Beispiel in Trauben oder Walnüssen.

Ersetzen Obst & Gemüse Medikamente?

Viele Ärzte verschreiben zur Senkung des Blutdrucks sogenannte ACE-Hemmer. Deren Wirkung beruht auf einer Inhibition des sogenannten Angiotensin Converting Enzyme. Dadurch entsteht weniger gefäßverengendes Angiotensin II aus Angiotensin I und aktiviert eine Kaskade von Effekten, die letztlich den Blutdruck senken. 

Dieser Mechanismus kann aber auch in einem gewissen Rahmen auf natürlicher Basis mit Rote-Bete-Säften erreicht werden, die reich an Polyphenolen und OPC sind. In einer Studie wurde genau dieser Mechanismus der Inhibition des Angiotensin Converting Enzyme durch Wein und Tee untersucht. Lebensmittel, deren Gehalt an Polyphenolen am höchsten war, zeigten auch die stärkste Hemmung des Angiotensin Converting Enzyms. (2)

Rote Bete-Säfte haben zudem eine deutlich größere Menge an Polyphenolen als herkömmliche Säfte. 

Es gibt etliche weitere Studien, die zeigen, dass die Aufnahme von Nitrat, welches aus Stickstoffmonoxid gebildet wird, ebenfalls zur Senkung des Blutdrucks beigetragen hat. 

Fazit: Saftfasten kann gesund sein

Beim Fasten ist die Kalorienaufnahme naturgemäß gering. Diese Tatsache allein führt dazu, dass in der Atmungskette weniger Radikale entstehen. Speziell beim Saftfasten kommt zusätzlich noch die hohe Mengen an sekundären Pflanzenstoffen und Antioxidantien hinzu, die in den Säften enthalten sind. 

Die Radikalbildung wird dadurch zusätzlich gehemmt und auch der Stressmarker Malondialdehyd sinkt merklich. OPC-haltige Säfte, wie Rote Bete und Spinat, beschleunigen die Stickstoffmonoxid Synthase, welche zur Entlastung der Blutgefäße beitragen und somit das Herz entlasten und den Blutdruck senken kann. So kann die Einnahme von Medikamenten wie ACE-Hemmer reduziert oder sogar völlig vermieden werden! 

Saftfasten scheint daher besonders bei Menschen mit Bluthochdruck, Herzleiden im Allgemeinen, Erektionsstörungen, Übergewicht, Wassereinlagerungen und chronischem Stress in Betracht gezogen werden. Saftfasten kann hier zumindest vorübergehend für Linderung sorgen. 

Quellen

  1. “Health benefit of vegetable/fruit juice-based diet: Role of microbiome” Henning et al. 2017
  2. “Inhibition of Angiotensin Converting Enzyme Activity by Flavanol-Rich Foods” Actis-Goretta et al. 2005

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