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Matcha: Das sagen die Studien! (Theanin, Blutwerte, Cholesterin, EGCG)

Matcha: Das sagen die Studien! (Theanin, Blutwerte, Cholesterin, EGCG)

Wir möchten heute mit euch klären, ob Matcha oder Grüntee sich in der Wissenschaft zwischen Goldstandard-Studien und Versprechungen behaupten kann. Die zwei wichtigsten Faktoren für die Gesundheit sind die Blutfettwerte und die arterielle Gesundheit (Sichtwort Endothel). Beide dieser Parameter wurden in Bezug auf Matcha und Grüntee ausführlich untersucht!

Das Wichtigste zuerst:

Was ist Matcha genau?

Grüntee und Matcha sind nicht ganz dasselbe. Der für Matcha vorgesehene Grüntee wird von Teesträuchern geerntet, die in der Regel vier Wochen vor der Ernte beschattet werden. Dadurch entsteht ein delikates, dunkelgrünes Blatt. Nach der Ernte werden die Teeblätter gedämpft, getrocknet und nach Entfernung aller groben Blattgefäße in Steinmühlen zu Pulver zermahlen. 

EGCG und L-Theanin

Matcha enthält andere Inhaltsstoffe als normaler Grüntee – vor allem aber L-Theanin und EGCG. Schauen wir uns diese beiden Hauptwirkstoffe mal genauer in Studien an. EGCG gehört zu den sekundären Pflanzenstoffen. Das heißt, sie werden im sekundären Metabolismus verarbeitet. Im primären Metabolismus werden lediglich Fette, Proteine und Kohlenhydrate verwertet. EGCG gehört zu den Catechinen. Das EGCG ist die letzte Ausbaustufe jener. Für die Pflanzen ist EGCG am aufwändigsten herzustellen.

Wir sehen, dass EGCG das größte Molekül in der Gruppe der Catechine ist, was auch erklärt, warum es am aufwändigsten herzustellen ist. Es ist auch das schwerste Molekül in Bezug auf das Molekulargewicht.

Die wahrscheinlich beste Studie zu dem Thema wurde mit übergewichtigen Frauen gemacht. Diese wurden jeweils 45 Teilnehmerinnen aufgeteilt. Grüntee-Extrakt und Placebo für sechs Wochen. Danach haben sie zwei Wochen nichts genommen und dann wurden die beiden Gruppen für sechs Wochen getauscht. Gegeben wurde 1,3 Gramm pro Tag, was in etwa 830 Milligramm EGCG entspricht. Das ist hier weltweit das beste Studiendesign. Auch die Vergleichbarkeit der Probanden war gut.  (1)

Die Ergebnisse zeigen, dass nach der verstrichenen Zeit das LDL-Cholesterin und das Leptin in der Grüntee-Extrakt-Gruppe statistisch signifikant gesunken ist beziehungsweise gestiegen ist. (1)

Wie sind diese Ergebnisse zu deuten? 

Zu klären ist noch, was Leptin ist. Ist es gut und was heißt es, wenn es steigt?

Leptin ist ein Sättigungshormon und wird hauptsächlich von den Fettzellen produziert. Es spielt eine wichtige Rolle bei der Steuerung des Appetits, indem es dem Gehirn signalisiert, wenn wir satt sind. Es hilft auch bei der Regulierung unseres Körpergewichtes und unseres Stoffwechsels natürlich. (1)

Das Lipoprotein LDL (low density lipoprotein) ist für den Transport des Cholesterins von der Leber zu den Organen verantwortlich. Sind die Körperzellen allerdings nicht mehr fähig, weiteres Cholesterin aufzunehmen, steigt der Cholesterinwert im Blut. Das Gleiche gilt auch für Zucker. 

Diese Ergebnisse sind sehr vielversprechend und zeigen eine Synergie. Durch die Modulation des Stoffwechsels und den gebremsten Hunger durch den Leptin-Anstieg waren die Zellen jetzt in der Lage viel Fett in Form von LDL aufzunehmen, sodass diese nicht im Blut geparkt werden müssen. (1)

Dieser Trend konnte auch in dieser doppelblinden randomisierten Studie mit Grüntee-Extrakt wiederholt werden. Das Ausmaß der Studie war gigantisch und umfasste 1075 Teilnehmer, die sich nicht statistisch signifikant unterschieden, sodass die Probanden bis auf einen Teilnehmer gut vergleichbar waren. (2)

Ergebnis der Studie

Wir sehen hier erstaunlichen Ergebnisse! Zum einen ist das Cholesterin (das totale, allgemeine Cholesterin - also das LDL und das nicht LDL Cholesterin) und die Triglyceride statistisch signifikant gesunken und das HDL statistisch signifikant gestiegen. (2)

In der Placebogruppe konnten nur die Triglyceride statistisch signifikant gesenkt werden. Das ist schon ein riesiger Unterschied! (2)

Wir sehen noch vier weitere Gold-Standard-Studien, die denselben Trend aufweisen.

Doch wie schafft Grüntee das?

Der Stoff interagiert mit unseren Zellen. Diese verhalten sich anders in Anwesenheit bestimmter Stoffe, die in dem Grüntee enthalten sind. Sie interagieren mit unserem Zellkern und docken dort an. Das verändert das Verhalten und erhöht den meisten fällen die Stoffwechselrate unserer Zelle. Dadurch verbraucht sie mehr Energie und verbrennt mehr Fett. Dadurch kann sie neues aufnehmen, was in dem Blut normalerweise sonst verweilen würde.

Das Endothel

Das Endothel ist die äußerste Schicht der Arterie, die direkt auf das Blut trifft. Es ist quasi die wichtigste Zellschicht bei uns im Organismus. Wegen ihrer Fehlfunktion sind die meisten Menschen jemals in der Geschichte der Menschheit gestorben. Sie sorgt dafür, dass sich deine Arterien breit stellen können oder nicht. Und dann steuern sie den Verlauf und Herz-Kreislauf-Erkrankungen. 35 Prozent aller Menschen sterben daran! Das ist unfassbar. Das hat uns dazu verleitet:

Eine Gold-Standard-Studie mit 50 Teilnehmern verglich grünen Tee mit EGCG und EGCG-Extrakt. EGCG mag zwar ein sehr starkes Antioxidans sein, aber in Sachen Endothelschutz wirkt der komplette Grüntee (das Matcha) deutlich besser als das Extrakt. Gemessen wurde im Rahmen der Studie die FMD. Das ist die flussvermittelte Ausdehnung der Arterie. (3)

Wir sehen: Nur die komplette Grüntee-Gruppe konnte statistisch signifikante Erfolge erzielen. Das EGCG erhöhte dementsprechend nicht diesen Effekt. Obwohl diese alle 200 Milligramm EGCG enthielten. Hier sieht man ganz klar, dass EGCG nicht der entscheidende Faktor war. (3)

Heißt das jetzt, dass EGCG nicht wirkt?

Nein eben nicht! In einer Goldstandard-Studie mit 300 Milligramm EGCG mit 60 Probanden fand man folgendes heraus: Der Effekt auf die flussvermittelte Ausdehnung der Arterie ist signifikant, aber nur für zwei Stunden. Das heißt, langfristig eignet sich hier Matcha viel besser, wenn es um deine Arteriengesundheit gehen soll

Wissenswert!

In den zitierten Studien wurde nur “normales” EGCG verwendet. Liposomales EGCG hat nochmal ganz andere Vorteile.

Theanin

Kommen wir nun abschließend zum Theanin, welches ebenfalls sehr hoch konzentriert ist im Matcha-Pulver. Einer der größten Vorteile von L-Theanin ist seine Fähigkeit Entspannung und Ruhe zu fördern, ohne müde zu machen. Das Gehirn wandelt L-Theanin in GABA um. GABA ist ein entspannender Neurotransmitter des Körpers, der Signale des zentralen Nervensystems mindert, für einen ruhigen Gemütszustand sorgt. Dies führt dann zu einer gesteigerten Konzentration, dies wurde auch in Goldstandard-Studien beobachtet. Dort wurde Koffein und Theanin in Bezug auf die Gedächtnisleistung und Stroop Word Reading untersucht. (4)

Wir sehen ein Beispiel für Stroop Word Reading. Man muss dabei Farbnamen lesen, die die falsche Farbe haben. (4)

Keiner der Blutparameter hat sich verändert. Was sich aber zu verschiedenen Zeitpunkten verändert hat, ist die Gedächtnisleistungen nach acht Wochen und die Stroop Reading Fähigkeit nach 16 Wochen. Beides statistisch signifikant. (4)

Dann wurde etwas sehr Spannendes gemacht. Man hat zwölf Probanden nach der Einnahme von Theanin und Koffein untersucht. Man hat die Hirnwellen mit hilfe eines Topographie-Diagramms aufgezeichnet. Genau Genommen die Theta-Wellen. (4)

Wir sehen etwas Fabelhaftes: Sobald die Augen offen sind und wenn die Augen lesen, ist das Hirn deutlich aktiver als in der Placebogruppe. Ganz wichtig: die Gabe von Theanin, welches zu GABA wird, ist hier entscheidend. Schließt man die Augen genießt man die gleiche Ruhe wie, die, die nichts genommen haben. Im Gegensatz hat man aber deutlich mehr Aktivität, wenn es nötig ist und die Augen geöffnet sind. Diese beiden Stoffe Theanin und Koffein sind zwar im Grüntee enthalten, doch wirken sie ebenso gut isoliert.

In einer anderen Goldstandard-Studie mit jungen Menschen, die nur zwei Gramm Matcha über zwei Wochen genommen haben, ist Folgendes herausgekommen: Es ist beim Stroop Reading Test ebenfalls zu einer statistisch signifikanten Verbesserung in der Experimentalgruppe.

Fazit: Matcha als kleiner Helfer für anspruchsvolle Tage.

An Tagen, wo man mehr leisten muss oder besonders gut funktionieren muss, kann eine Ergänzung von Matcha hilfreich sein. Es scheint, die Konzentrations- und Leistungsfähigkeit zu verbessern, ohne auf Zeiten der Entspannungen großen Einfluss zu nehmen. Dasselbe kann man vom Espresso nicht behaupten!

Autor
Autor

Philipp Gilg

Quellenverzeichnis:

(1 )https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pmc/articles/PMC6218972/

(2) https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pmc/articles/PMC5118731/

(3) https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/34187117/

(4) https://www.liebertpub.com/doi/10.1089/jmf.2009.1374

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