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Ernährung, Diabetes-Risiko und COVID-19

Ernährung gegen Diabetes-Risiko und COVID-19

Hinweis: Behauptungen, dass es eine garantiert wirksame Methode zur Prävention von COVID-19 gibt, stellt dieser Beitrag nicht dar, nur mögliche studienbasierte Korrelationen. Zudem stellt dieser Beitrag nicht dar: Inhalte, die bei Krankheit dazu ermutigen, Hausmittel zu nehmen, anstatt sich medizinisch behandeln zu lassen.

Die Ernährung hat einen ganz entscheidenden Einfluss auf unseren Stoffwechsel.und damit auch auf unseren Blutzucker.  Der hohe Blutzucker zählt zu den Top-Risikofaktoren bei einer COVID-19 Erkrankung. Die suboptimalen Zuckerwerte korrelieren stark mit schlechten Essgewohnheiten. In diesem Beitrag erfährst, welche Lebensmittel sich in welcher Weise auf den Blutzucker auswirken.

Das Wichtigste zuerst:

Der normale Glukose-Wert ist mehr oder weniger eine Momentaufnahme und daher nur begrenzt aussagekräftig. Daher ist es wichtig den Langzeitblutzucker (den sogenannten HbA1c-Wert) zu bestimmen, der nicht über 5,7 mmol/L liegen sollte. Außerdem ist der HOMA-Index wichtig, denn er informiert über die Insulinsensitivität einer Person. Dieser sollte nicht über 2 liegen.

Eine Metaanalyse aus dem Jahr 2020 untersuchte 33 Studien mit 16.003 Probanden und kam zu dieser Schlussfolgerung: Diabetes ist bei Patienten mit COVID-19 im Vergleich zu Nicht-Diabetikern mit einem zweifachen Anstieg der Sterblichkeit und des Schweregrads von COVID-19 verbunden. Weitere Studien zu den pathogenen Mechanismen und therapeutischen Auswirkungen müssen durchgeführt werden. (1)

Wir sehen in den Studienergebnissen, dass Diabetiker ein 1,49 mal höheres Risiko haben zu sterben oder einen schweren Verlauf zu haben.
Auch nach Bereinigung der Heterogenität ist das Ergebnis mit einem 1,16 mal höheren Risiko sehr ähnlich.

Auch eine andere Metaanalyse aus dem Jahr 2021 zeigte ähnliche Ergebnisse mit 75% Risikosteigerung. (2)

Vorteilhafte Lebensmittel

Nun möchten wir euch einige Nahrungsmitteln vorstellen, die dies laut Studien verhindern könnten. Ein Bericht aus dem Jahr 2017 untersuchte 88 Metaanalysen, die sich mit unterschiedlichen Lebensmitteln und dem Risiko einer Diabetes Typ 2 Erkrankung befassten. (3)

Die Verzerrung der Ergebnisse sieht gut kalkuliert aus, indem darauf geachtet wurde low bias zu inkludieren.

Vollkorn und Diabetes Typ 2

Vollkornprodukte aus 13 Studien mit 29.633 Fällen kamen zu einem 25-prozentigen Risiko an Diabetes Typ 2 zu erkranken, wenn ca. 50g pro Tag davon gegessen wurden. (3)

Wir sehen ein Diagramm, dass das verringerte Risiko darstellt. Alles unter dem Wert 1 auf der Y-Achse ist ein verringertes Risiko. Der Sweet Spot liegt bei mindestens 50 g Vollkornprodukte pro Tag. Danach wird es zwar nicht besser aber auch nicht schlechter. Man kann also auch größere Mengen konsumieren ohne Gefahr zu laufen Diabetes Typ 2 zu begünstigen. Achtet also immer auf Vollkornprodukte. (3)

Raffiniertes Getreide hingegen führte zu einem 6-14 % erhöhten Risiko an Diabetes Typ 2 zu erkranken. (gepoolt aus 14 Studien mit knapp 25.000 Fällen) Bei einem Konsum von 700g raffiniertem Getreide liegen wir schon etwa bei einem erhöhten Risiko von 30 %! (3)

Gemüse und Diabetes Typ 2

Gemüse zeigte bei über 63.000 Diabetes-Fällen aus 13 Studien, eine ca. 9 % Risikosenkung bei bis zu 300 g pro Tag. (3)

Wir sehen, dass die Einnahme von etwa 300 g Gemüse pro Tag, die beste Wirkung auf die Risikoverringerung von Diabetes Typ 2 hat. (3)
Wir sehen, dass die Einnahme von etwa 300 g Gemüse pro Tag, die beste Wirkung auf die Risikoverringerung von Diabetes Typ 2 hat. (3)

Früchte und Diabetes Typ 2

Auf Basis von über 70,000 Fällen von Diabetes Typ 2 aus 15 Studien stellte man fest, dass die Einnahme von etwa 250 g Früchte pro Tag, das Risiko an Diabetes Typ 2 zu erkranken um ungefähr 10 % verringert. (3)

Wir sehen, dass die Einnahme von etwa 250 g Gemüse pro Tag, die beste Wirkung auf die Risikoverringerung von Diabetes Typ 2 hat. Würden wir z. B. 1 Kilogramm Früchte pro Tag essen, würden wir diesen Effekt wahrscheinlich wieder negieren. Natürlich könnte die eventuell anders aussehen, wenn wir ausschließlich Beerenfrüchte essen, die sehr wenig Zucker, viel Ballaststoffe und einen niedrigen glykämischen Index haben. (3)

Weitere Erkenntnisse aus dieser Metastudie

  • Fisch, Milchprodukte und Nüsse zeigten keinen signifikanten Einfluss auf das Risiko an Diabetes Typ 2 zu erkranken. (3)
  • Rotes Fleisch, verarbeitetes Fleisch und raffinierter Zucker in Getränken hatten den schlechtesten Einfluss auf Diabetes. Pro 100g rotem Fleisch mehr am Tag erhöhte sich das Risiko an Diabetes Typ 2 zu erkranken um weitere 17 %. (3)

Wie aussagekräftig sind die Ergebnisse dieser Studie?

Schwachstellen der Studie

Diese Analyse weist mehrere Einschränkungen auf. Bei einigen der eingeschlossenen Studien wurde nur der Ausgangswert der Nahrungsaufnahme herangezogen (unter der Annahme eines gleichbleibenden Konsums im Laufe der Zeit). Die eingeschlossenen Studien wiesen eine erhebliche Heterogenität in Bezug auf die analysierte Populationsgröße, die Dauer der Nachbeobachtung, das Ausgangsalter und den Lebensmittelkonsum auf. Außerdem berichteten nur wenige prospektive Studien über den Verzehr von Nüssen, weshalb die Ergebnisse mit Vorsicht zu interpretieren sind. (3)

Stärken der Studie

Zu den Stärken der vorliegenden Meta-Analyse gehören die umfassende Literaturrecherche, die große Anzahl der einbezogenen prospektiven Studien und Lebensmittelgruppen, die verschiedenen Arten von Analysen (hoch vs. niedrig, Dosis-Wirkungs-Meta-Analyse und nicht-lineare Dosis-Wirkungs-Analyse), die berechneten Portionen und das damit verbundene Risiko für Diabetes Typ 2 sowie die Anwendung des NutriGrade-Bewertungssystems zur Beurteilung der Qualität der Meta-Evidenz für jede Lebensmittelgruppe. Da man sich bei den Analysen auf prospektive Studien stützte, konnte man einen Recall-Bias wirksam vermeiden und das Potenzial für einen Selektionsbias verringern. (3)

Aussagekraft der Ergebnisse der einzelnen Lebensmittelgruppen

Die NutriGrade Meta-evidenz wurde für Nüsse und Hülsenfrüchte als gering eingestuft. Für raffiniertes Getreide, Früchte, Gemüse, Milchprodukte und Fisch wurde sie als mäßig eingestuft. Für verarbeitetes Fleisch, rotes Fleisch, Vollkornprodukte und raffinierte Zuckerprodukte wurde die NutriGrade Meta-evidenz als hoch eingestuft. Das bedeutet, dass die Ergebnisse dieser Gruppen besonders aussagekräftig sind. (3)

Fazit: Mehr Vollkorn, weniger rotes oder verarbeitetes Fleisch

Wenn es um das Diabetes Typ 2 Risiko geht ist rotes oder verarbeitetes Fleisch laut den oben erwähnten Studienergebnissen unser Erzfeind, Vollkornprodukte hingegen unser bester Freund. (3) Gemäß den Studienergebnissen könnte die tägliche Ernährung folgendes umfassen:

  • 250 g bis 300 g Heidelbeeren: Am besten wilde Heidelbeeren und alternativ Bio-Heidelbeeren. Sie haben wenig Zucker und viele Ballaststoffe. Es gibt sie übrigens auch in der Tiefkühlabteilung.
  • Vollkornprodukte wie Braunhirse, Roggen oder Quinoa wie Gemüse. Roggen hat wenig Gluten, Pseudogetreide wie Quinoa sogar gar kein Gluten.
  • Abends etwas Hülsenfrüchte mit Gemüse.
Autor
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Philipp Gilg

Quellenverzeichnis:
  1. https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pmc/articles/PMC7200339/
  2. https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/32583078/
  3. https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pmc/articles/PMC5506108/

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