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Fett am Bauch abbauen? Das geht!

Wie du vielleicht schon weißt, kann man Fett nicht gezielt verbrennen. Du kannst durch Situps zwar deine Bauchmuskeln stärken, jedoch kannst du nicht viel Fett am Bauch abbauen. Der Körper baut Fett gleichmäßig ab. Trotzdem kannst du Maßnahmen ergreifen, die die Ansammlung von viszeralem Bauchfett vermeiden und zugleich deine Darmflora und dein Immunsystem stärken!

Das Wichtigste zuerst:

Der Umfang des Mikrobioms

Deine Darmflora hat in etwa das Gewicht deines Gehirns und umfasst 10 bis 100 Billionen Zellen. Multiplizierst die diese Zahl nochmal mit 10 erhältst du die ungefähre Anzahl an Bakterien, die in deinem Darm leben. Die Bakterien senden außerdem deutlich mehr Botenstoffe aus als deine Zellen. Daher könnte man sagen, dass du quasi ein zweites Gehirn im Darm hast. Schade, dass wir uns oft um den Darm nicht so sorgfältig kümmern, wie um unser Gehirn.

Fett nur am Bauch abbauen? Das geht!
Wir sehen die Hochrechnung zur Anzahl der Bakterien im Darm.

Pestizide beeinträchtigen die Darmgesundheit

Kürzlich wurden konventionell angebaute (nicht-bio) Erdbeeren untersucht, und es wurden 9 verschiedene Pestizide entdeckt. Die Menge der Pestizide war natürlich im erlaubten Rahmen. Doch wirken sich die Pestizide auch auf deinen Körper aus? Pestizide sind da, um Wachstum und Erreger zu hemmen. Darunter leiden insbesondere deine Darmbakterien.  Das gleiche Problem haben auch Nahrungsergänzungsmittel. Purazell bietet auf seinen Produktseiten ein unabhängiges laborgeprüftes Zertifikat zu jedem Produkt zum Download an. 

So nützlich sind Darmbakterien

Viele Menschen glauben, Darmbakterien helfen beim Verdauen von Nährstoffen. Das stimmt, ist jedoch nur die halbe Miete, denn Darmbakterien stellen sogar eigene Nährstoffe her (Stichwort: Vitamin K), können außerdem auch Toxine, wie Schwermetalle binden und den Körper vor Pathogenen schützen. 

Entzündliche Darmkrankheiten wie Morbus Crohn weisen immer eine Abnormalität in der Zusammensetzung der Darmmikrobiota auf. Außerdem befindet sich 70 % deines Immunsystems im Darm und 80 % der Immunreaktionen finden dort statt. 

So beeinflusst Fett das Immunsystem im Darm

Die Zellen im Darm benötigen Nahrung und Energie. Unser größter Energiespeicher im Körper sind natürlich die Fettzellen. Fett ist dabei nicht immer gleich Fett. Das sogenannte viszerale Fettgewebe wird auch intraabdominelles Fett genannt und liegt tiefer als das andere Fettgewebe. Es umhüllt deine Eingeweide und sieht nicht gerade schön aus. Es gibt jedoch einen guten Grund, wieso es existiert und bei manchen sogar in großen Mengen existiert. 

Weitere wichtige Fakten zum Fettgewebe: 

  • Das Fettgewebe ist das Zuhause für das angeborene und das erworbene Immunsystem. 

  • Die Immunzellen beeinflussen den Stoffwechsel des viszeralen Fettgewebes. 

  • Das Fettgewebe reguliert das Immunsystem der dort lokalisierten Immunzellen.

  • Es stellt die Energie zur Verfügung, die die Immunzellen benötigen, wenn sie arbeiten.

Daraus lassen sich zwei Erkenntnisse ableiten:

  1. Ein sehr geringer Körperfettanteil schwächt dein Immunsystem, da die Nahrungsquelle deiner Immunzellen nun stark beschränkt ist. Daher sind auch Wettkampfdiäten sehr riskant.

  2. Wenn du vom “Leaky Gut Syndrom” betroffen bist, gelangen vermehrt Moleküle in deine Blutbahn, die dort nicht hingehören. Dein Immunsystem arbeitet also ständig auf Hochtouren.  Dies kann zu Autoimmunreaktionen führen. Auch der vermehrte Aufbau von Fettdepots ist ein Nebeneffekt. Zudem wird der Aufbau des viszeralen Fettgewebe vom Leaky Gut Syndrom beeinflusst, da es Erreger bekämpft und dein Immunsystem nährt.

Das Omentum

Das Omentum liegt unterhalb des Magens und deckt die Eingeweide ab. Es fördert die Bildung von Blutgefäßen und faserigen Bindegewebe, das bei der Reparatur beschädigter Organ helfen kann. Außerdem fördert es Immunreaktionen zur Bekämpfung diverser Infektionen.

Viele der Immunzellen, die sich im Omentum befinden sind in Aggregaten zu finden, die als Milky Spots bezeichnet werden, da sie weißlich aussehen. Diese Milky Spots ähneln den Lymphknoten. Beide filtern Flüssigkeiten. Milky Spots filtern Flüssigkeiten, die aus der Bauchhöhle fließen. Die Spots erkennen während der Filtrierung Mikroben, geschädigte Zellen,  Entzündungsmediatoren und leiten entsprechend Immunreaktionen ein. Die sogenannten B-Zellen sind im Fettgewebe auf die Produktion von Antikörper spezialisiert. Diese Antikörper wirken gegen Eindringlinge und Antigene. 

Kurz gesagt:

Da die Aktivität des Immunsystems im Darms höher ist, ist auch das Fettdepot in dieser Körperregion größer.

Die T-Zellen im Fettgewebe reagieren besonders schnell

Yasmine Belkaid vom National Institute of Allergy and Infectious Disease und Kollegen zeigte, dass im viszeralen Bauchfett ansässige T-Zellen bei Mäusen schneller auf eine Infektion reagieren als Gedächtniszellen an anderen Stellen im Körper. Die Forscher fanden heraus, dass die schnelle Reaktion auf einen veränderten Zellstoffwechsel dieser T-Zellen zurückzuführen ist, der durch eine erhöhte Aufnahme von Fettsäuren und eine erhöhte mitochondriale Funktion gekennzeichnet ist. (1) Da Fettsäuren und Glycerin wichtige Produkte von Fettzellen sind, nutzen ansässige T-Gedächtniszellen wahrscheinlich die Stoffwechsel-Ressourcen im Fettgewebe sowohl für ihre Aufrechterhaltung als auch für die Abwehr von Krankheitserregern.

Eine Reihe von Studien, die den Zusammenhang zwischen immungetriebener Entzündung und Insulinresistenz bei ernährungsbedingter Fettleibigkeit untersuchten, berichteten Forscher von der Universität Tokio, dass Gedächtnis T-Zellen im viszeralen Fettgewebe von Mäusen, die mit einer fettreichen Ernährung gefüttert wurden, chronisch aktiviert wurden und entzündliche Chemokine beziehungsweise Cytokine (Botenstoffe) produzieren, die Makrophagen (Immun-fresszellen) rekrutieren, die die Entzündungen und Gewebeschäden weiter verschlimmern. (2)

Fett nur am Bauch abbauen? Das geht!
Wir sehen die Kettenreaktion, die in der Studie beschrieben wurde.

Daher ist es so wichtig Übergewicht abzubauen. Denn zu viel des Guten führt zu zu viel Entzündung bis hin zu Gewebeschäden, die die Integrität des Darmes beeinträchtigen. 

Fett und der durchlässige Darm

Fett sowie ein durchlässiger Darm fördern Entzündungen. Diese treiben dein Immunsystem in den Arbeitswahnsinn: Wenn zu viele Entzündungen stattfinden, können auch die immunhemmenden Mechanismen nicht richtig funktionieren. Dadurch arbeitet das Immunsystem ununterbrochen, ohne reguliert zu werden. 

Ähnlich sieht es auch bei Immunkrankheiten aus. In einer aktuellen Serie von Arbeiten aus dem Labor der Harvard University wurden bestimmte regulatorische T-Zellen definiert, die sich im viszeralen Fettgewebe befinden. Die Aufgabe von jenen ist, die Immunreaktion zu regulieren und Entzündungen in Schach zu halten. Adipöse Mäuse in deren Fettgewebe diese ganz bestimmten regulatorischen T-Zellen nicht gefunden worden, neigten leichter zu Insulinresistenz und vor allem zu erhöhten Entzündungen im Fettgewebe.  (3)

Fazit: Baue Fett kontinuierlich ab und kümmere dich um die Integrität deines Darmes, um viszerales Bauchfett loszuwerden

Fett solltest du erstmal im Übermaße abbauen, denn Fett sendet selbst Entzündungsmediatoren aus, die man nach unten regulieren möchte. Zu viel Fett abbauen solltest du jedoch auch nicht, denn deine Immunzellen brauchen etwas Fett als Nahrung. Die Darmintegrität ist besonders wichtig. Die Durchlässigkeit des Darmes sollte vermieden werden. Wenn dies geschieht wird sich mehr Fett im Bauch ansammeln können, da deine Immunzellen der Darmregion jetzt deutlich mehr arbeiten müssen und daher mehr Fett brauchen.

Autor
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Philipp Gilg

Quellenverzeichnis:
  1. https://www.cell.com/immunity/pdf/S1074-7613(17)30486-7.pdf
  2. https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/19633658/
  3. https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/21724410/

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