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Spirulina

Diesen Stoff hassen deine Fettzellen! Gesund abnehmen einfach gemacht

Adipositas ist ein multifaktorieller Zustand, der als abnormal über übermäßige Fettansammlung deklariert wird. Nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation (die WHO) hat sich die Prävalenz von Fettleibigkeit seit 1975 verdreifacht. Stand 2016 waren 39 Prozent und 13 Prozent der Erwachsenen weltweit übergewichtig oder fettleibig. Das hat sich sicherlich seitdem nicht geändert! 

Es gibt viele bekannte Erkrankungen, bei denen Adipositas (Fettleibigkeit) als Hauptrisikofaktor angesehen wird. Zum Beispiel Herz-Kreislauf-Erkrankung, die Todesursache Nummer eins weltweit, oder auch Lebererkrankung, Krebs, Diabetes, Diabetes Typ 2, endokrine und orthopädische Erkrankungen. In diesem Beitrag stellen wir euch bemerkenswerten Ergebnisse zu einem noch relativ unerforschten Nahrungsmittel vor.

Das Wichtigste zuerst:

Ein fataler Teufelskreis

Östrogen fördert die Zunahme von Fettgewebe. Das neu entstandene Fett steigert die körpereigene Produktion von Östrogen über die Fettzellen. In den Fettzellen nimmt die Aktivität des Enzyms Aromatase zu. Folglich steigert sich die Umwandlung Aktivität in östrogen. 

Was kann das Bakterium, Spirulina, dazu beitragen?

In einer peer-reviewten Metaanalyse aus dem Jahre 2020 im September aus zwölf randomisierten Kontrollstudien (Goldstandard) kam man zu folgendem Entschluss: (1)

Die aktuelle Studie hat gezeigt, dass eine Spirulina-Supplementierung positive Auswirkungen auf das Gewicht und den Hüftumfang hat. Die verbesserte Wirkung von Spirulina auf den BMI (Body Mass Index) wurde nach einer Subgruppenanalyse festgestellt. Eine Spirulina Supplementierung über einen längeren Zeitraum kann den BMI senken. 

In Bezug auf die positive Wirkung von Spirulina konnte der Inzidenzwert für Adipositas durch die Gabe von Spirulina ebenfalls beeinträchtigt werden. Ganz wichtig: Bei Patienten mit Fettleibigkeit könnte die Gabe von Spirulina ebenfalls als Therapie vorgeschlagen werden. (1)

2019 im Dezember wurde ebenfalls eine Metaanalyse aus fünf randomisierten Studien bei Menschen durchgeführt. Diese hatten ebenfalls Übergewicht. Auch hier macht das Fazit der Forscher starke Hoffnung: Die Einnahme von Spirulina reduzierte das Körpergewicht erheblich. Insbesondere bei fettleibigen Personen. (2)

Wir sehen, dass die Heterogenität (also die Vergleichbarkeit der Studien) unter 50 Prozent lag. Damit waren die Studien sehr gut vergleichbar und damit auch repräsentativ genug für das Ergebnis. (2)

Die Studienqualität wurde ebenfalls als größtenteils gut eingestuft. Auch der “Publication Bias” konnte dieses positive Ergebnis nicht trüben, denn es gab keinen.

Doch wie macht Spirulina dies?

Da ist die Forschung noch sehr am Anfang und sich noch nicht ganz sicher. Daher äußern die Wissenschaftler einige Vermutungen, die wir hier gleich nochmal verifizieren werden anhand von Studien, de dem Goldstandard entsprechen.

Vermutung #1 – Verringerung der Makrophagen Infiltration

Einige der vermuteten Mechanismen sind die Verringerung der Makrophagen-Infiltration. Dazu zählt auch die Verhinderung von Ansammlung im Fett der Leber sowie die Verringerung des oxidativen Stress und Verringerung des Appetits (ganz wichtig!). 

Vermutung #2 – Freisetzung von Cholecystokinin

Es wird vermutet, dass Phenylalanin (eine Aminosäure) – der Gehalt der Spirulinaalge – für die Freisetzung von Cholecystokinin verantwortlich ist. Cholecystokinin beeinflusst das Appetitzentrum Gehirn.

Vermutung #3 – Verbesserung der Leptin-Sekretion

Darüber hinaus könnte Spirulina die Leptinsekretion, das heißt das Aussenden aus dem viszeralen Fett verbessern und die Leptin-resistenz steigern. Leptin ist ein Sättigungshormon. Es wird hauptsächlich von den Fettzellen produziert und spielt eine wichtige Rolle bei der Steuerung des Appetits, indem es dem Gehirn signalisiert, wann man satt ist. Es hilft auch bei der Regulierung unseres Körpergewichts und des Stoffwechsels.

Ein potenziell großer Effekt bei geringen Nebenwirkungen

Adipositas wird als eine niedriggradige Entzündung betrachtet, die mit einer Beeinträchtigung des Immunsystems und einer Veränderung der Darmmikrobiota einhergeht. Spirulina enthält viele funktionelle bioaktive Inhaltsstoffe, die möglicherweise antioxidativer und entzündungshemmender Natur sind. Daher könnte es Entzündungsreaktionen hemmen über antioxidative und antientzündliche Mechanismen, aber dies ist noch nicht ausreichend belegt. 

In toxikologischen Studien, die an Tieren und Menschen durchgeführt wurden, wurden keine toxischen Effekte oder Nebeneffekte für Spirulina beobachtet. Daher gilt Spirulina allgemein als sicher für den Menschen und die Nebenwirkungen sind bei routinemäßiger Verabreichung wirklich zu vernachlässigen. 

Spirulina verändert ebenfalls die Zusammensetzung der Darmflora. Daher die Vermutung, dass du demnach weniger Kalorien aufnimmst durch den Shift im Darmmikrobiota.

Bietet Spirulina auch antioxidative Eigenschaften?

Dazu wurde ebenfalls letztes Jahr eine Metaanalyse durchgeführt, die ebenfalls das Cochrane Collaboration Tool benutzte. Sie wurde also peer-reviewed und entspricht damit den höchsten Standards. 9 Studien wurden hierzu untersucht. (3)

Insgesamt belegt die Studie, dass die Verabreichung von Spirulina zu einem signifikanten Anstieg des TAC-Wertes führte, ohne die Glutathionperoxidase-Aktivität zu beeinträchtigen. Der TAC-Wert ist die gesamte antioxidative Fähigkeit eines Körpers. (3)

Darüber hinaus hatte die Supplementierung von Spirulina eine geringfügige Auswirkung auf die Erhöhung der Aktivität der Superoxid-Dismutase. Superoxid-Dismutase ist das antioxidative Enzym bei uns im Körper. Es ist eines der wichtigsten Enzyme und baut Radikale zu Wasserstoffperoxid ab. (3)

Basierend auf den Ergebnissen einer Untergruppenanalyse wurde eine signifikante Verbesserung der Aktivität Superoxid-Dismutase gemessen, wenn der BMI zu Beginn der Studie weniger als 25 betrug. Das Alter der Teilnehmer beträgt zirka 40 Jahre und die Interventionsdosis mehr als 5 Gramm pro Tag. Außerdem wurde der größte Anstieg der TAC festgestellt, wenn das Alter der Teilnehmer weniger als 60 Jahre betrug und die Interventionsdosis zirka 5 Gramm pro Tag war. 

Weitere Studienergebnisse untermauern diese Feststellungen

Eine randomisierte Studie (Goldstandard) von 50 Übergewichtigen zeigte den gleichen Trend:

  • Gewichtsverlust
  • Erhöhte Insulinsensitivität
  • Verbesserung der Blutfettwerte
  • Steigerung der antioxidativen Kapazität (4)

Auch in einer doppelblinden randomisierten Studie mit Teilnehmern, die durchschnittlich 78 Jahre alt waren, wurden 8 Gramm Spirulina pro Tag für 16 Wochen gegeben. Folgendes wurde beobachtet: Die Ergebnisse zeigen, dass Spirulina günstige Auswirkungen auf das Lipidprofil, die Immunvariablen und die antioxidative Kapazität bei gesunden älteren männlichen und weiblichen Probanden hat und als funktionelles Lebensmittel sehr gut geeignet.

Die Studien zeigen klare Ergebnisse in Bezug auf Gewichtsverlust, Blutfettwerte und antioxidative Kapazität. Dennoch besteht noch Forschungsbedarf und die Ergebnisse müssten noch in Bezug auf nicht-übergewichtige Menschen validiert werden.

Aber ein paar Studien zum anderen Thema mit gesunden Probanden sind sehr interessant. Es wurde eine Goldstandard-Studie (also wieder doppelblind, randomisiert) durchgeführt. Hier wurden, wurde 6 Gramm für sieben Tage gegeben und die Männer mussten Armfahrrad fahren. Eine Supplementierung von Spirulina reduzierte die Sauerstoffaufnahme und die Herzfrequenz bei submaximalen Übungen mit dem Arm deutlich und ermöglicht eine erhöhte Sauerstoffaufnahme während eines inkrementellen Tests bis zur Ermüdung. (5)

Doch wie macht Spirulina das?

Es erhöht den Farbstoff, der den Sauerstoff transportiert, statistisch signifikant bei uns im Körper. Genauer gesagt, das Hämoglobin. Dies macht 90 Prozent der Erythrozyten aus. Und Erythrozyten machen 99 % aller bluttransportierenden Zellen aus. Deshalb wurde weniger Sauerstoff aufgenommen in der Ruhephase, da sie ja deutlich besser tragen können. Das Herz war statistisch signifikant ruhiger, da es deutlich weniger schlagen muss, weil jeder Schlag mehr sauerstofftransportierende Farbstoffe beinhaltet 

Zum Erschöpfungszeitpunkt: Jetzt nehmen die Leute mehr Sauerstoff auf, da sie jetzt auch mehr Sauerstoff tragen können. Damit können sie mehr ATP generieren. Der Grund, warum wir atmen ist schließlich die Herstellung von ATP (der universelle Energieträger unseres Körpers) 

Eine weitere (jedoch etwas kleine) doppelblinde, randomisierte Goldstandard-Studie zeigte ähnliche Trends: Hier wurden neun moderat trainierte Männer über vier Wochen mit 6 Gramm Spirulina pro Tag gefüttert und dann laufen gelassen. Das Ergebnis: Die Spirulina-Supplementierung führte zu einem signifikanten Anstieg der körperlichen Leistungsfähigkeit, der Glutathionkonzentration und milderte den durch die körperliche Anstrengung verursachten Anstieg der Lipidoxidation. Außerdem erhöhte es die antioxidative Kapazität. (6)

Fazit: Bist du etwas zu rund, wäre Spirulina nicht ungesund!

Für Menschen mit nicht perfekten BMI (also schon knapp ein Drittel der Menschheit!) stellt Spirulina eine sehr gute Ergänzung dar, um die Gewichtsreduktion zu unterstützen. Inwieweit Menschen noch weiter Gewicht verlieren trotz Optimalgewicht, wurde hier noch nicht untersucht und ist so noch nicht belegt. Es gibt diverse Goldstandard-Studien, die zeigen, dass die körpereigene Antioxidantien deutlich erhöht werden.

Sowie das antioxidative Potenzial des Körpers (kurz: TAC). Doch diese Studien wurden auch mit Menschen durchgeführt, die Beeinträchtigungen in sich tragen. Bei gesunden Probanden (aber leider auch eine geringe Teilnehmerzahl) zeigte der Konsum von Spirulina eine Steigerung der körperlichen Leistung unter anderem durch den Anstieg der Hämoglobinkonzentration, sowie durch die gesteigerte Sauerstoffaufnahme.

Autor
Autor

Philipp Gilg

Quellenverzeichnis:

(1) https://onlinelibrary.wiley.com/doi/10.1002/ptr.6834 

(2) https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/31780031/ 

(3) https://onlinelibrary.wiley.com/doi/10.1111/ijcp.14618

(4) https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/28617537/

(5) https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pmc/articles/PMC7674321/

(6) https://journals.lww.com/acsm-msse/Fulltext/2010/01000/Ergogenic_and_Antioxidant_Effects_of_Spirulina.19.aspx

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