Helicobacter Pylori: Jeder 3. In Deutschland hat ihn, keiner weiß was zu tun ist

Helicobacter Pylori ist ein gramnegatives Bakterium, das den menschlichen Magen besiedelt und imstande ist, Krebs auszulösen. Diese Entdeckung wurde unter anderem mit dem Nobelpreis ausgezeichnet. Durch seinen Biofilm und Herstellung von Ammoniak (Säurepuffer) ist das Bakterium in der Lage, sich vor der Magensäure zu schützen.

Und obwohl die Helicobacter Pylori-Besiedlung einer der häufigsten chronischen Infektionen darstellt, wird nur sehr selten darauf getestet. Was hinter dem Mechanismus steckt oder was du aktiv/vorbeugend tun kannst, erfährst du in diesem Artikel.

Warum ist dieses Thema so relevant?

Das Bakterium wird über Fäkalien und Speichel übertragen und nistet sich dann auf besondere Weise in der Magenschleimhaut ein. Über das Enzym Urease neutralisiert es die Magensäure in der Umgebung. 

Die Durchseuchungsrate beträgt in Industrieländern etwa 50% und in Entwicklungsländern bis zu 90%! (1,2) 2015 waren schätzungsweise 4 Milliarden Menschen infiziert; also etwas mehr als die halbe Weltbevölkerung. (3) Im selben Jahr erklärte auch die IARC H. Pylori als stärksten Risikofaktor für Magenkrebs und macht die Infektion für 90% der Fälle verantwortlich. (4)

Als Risikofaktoren für eine Infektion gelten mangelnde Hygiene (häufig in Restaurants), Konsum von Fleisch/ungefiltertem Wasser/Zigaretten (5).

Standardtherapie mit Antibiotika zeitgemäß?

Die bis heute gängige Therapie sieht eine Kombination aus 3-4 Medikamenten vor, darunter Antibiotika in Kombination mit Säureblocker (PPI). Mögliche Nebenwirkungen sind dabei Störungen der Darmflora und weitere Beschwerden im Verdauungstrakt – jene Symptome, die man mit der Therapie loswerden möchte. 2014 wiesen chinesische Forscher darauf hin, dass die Standardtherapie aufgrund von Resistenzbildung an Wirkung verliert. (6) 

Während einer klinischen Studie mit über 1620 Patienten konnte beim Großteil der Probanden selbst nach einem Jahr nicht die ursprüngliche Mikrobiota wiederhergestellt werden. (7) 

2018 bewerteten Forscher die aktuelle Datenlage zur Wirksamkeit von Antibiotika.

Das Ergebnis: Gegen die 3 verwendeten Medikamente (Amoxicillin, Metronidazol, Clarithromycin) liegt eine durchschnittliche Resistenz von etwa 15 %, 20 % und 47 % vor. (8) Zudem besiedelt Helicobacter Pylori auch den Mundraum, sodass nach erfolgreicher Therapie eine Reinfektion möglich ist.

Aufgrund dieser beunruhigenden Daten liefert der Artikel alternative Ansätze bei Antibiotika-Resistenzen oder weiteren Gründen, die eine Medikamenteneinnahme ausschließen.

Hinweis: Dies ist ausdrücklich kein Aufruf, eine medikamentöse Behandlung zu stoppen. Ein Stopp der Antibiotika-Einnahme kann zu Antibiotikaresistenzen führen und das Risiko für eine Verschlimmerung erhöhen. Besprechen Sie das Vorgehen daher mit einem Ernährungsmediziner, Arzt oder Heilpraktiker.

Der bisherige Goldstandard: Ist die Eradikations-Therapie sinnvoll?

Wer mit Magenerkrankungen die Diagnose “Helicobacter Pylori-Infektion” erhält, will vor allem eins: Den Keim loswerden. Die Strategie: Eine Auslöschungs-Therapie (Eradikation).

Allerdings wird aktuell im wissenschaftlichen Diskurs über mögliche positive Auswirkungen auf uns Menschen berichtet. Denn eins ist klar: Im Menschen befinden sich deutlich mehr Bakterien-Zellen als menschliche Zellen. Und mit diesem speziellen Bakterium, das auch bei völlig gesunden Menschen identifiziert wird (9), leben wir schon Tausende von Jahren zusammen. Außerdem treten nur bei der Minderheit der Bevölkerung Probleme auf.

Diese These führte zur Untersuchung positiver Effekte auf den Menschen, die von H. Pylori ausgehen könnten(10). Forscher entdeckten hier Assoziationen zwischen einer Besiedlung mit H. Pylori und reduziertem Auftreten von Asthma, Speiseröhrenkrebs, Durchfallerkrankungen und Tuberkulose (11-14). Die letztgenannten Erkrankungen könnten durch andere, potenziell gefährlichere Bakterien ausgelöst werden, die sich ansiedeln, wenn H. Pylori fehlt. 

In Rot zu sehen sind Krankheiten, die häufiger auftreten, wenn H. Pylori im Körper komplett fehlt, also auch nicht in kleinen unbedenklichen Mengen vorzufinden ist. 

In Grün, welche Krankheiten bei Infektionen auftreten, die eine erhöhte Belastung mit dem Keim messen. (15)

Die Forscher gehen davon aus, dass H. Pylori dafür sorgt, dass das Immunsystem stimuliert wird. Fehlt diese Stimulation, begünstigt das möglicherweise die Entstehung von Autoimmunkrankheiten (z.B. Zöliakie). 

Wir stellen also fest, dass eine vollständige Auslöschung nicht unbedingt erreicht werden muss, um völlig gesund zu werden. Der Fokus des Artikels liegt allerdings auf den Problemen, die H. Pylori bei zu starkem Wachstum verursacht und liefert Ansätze, um einem krankhaften Wachstum vorzubeugen.

H. Pylori beeinflusst Mikrobiom und Magenschleimhaut

Einige Studien weisen darauf hin, dass der relative Anteil bestimmter Bakterienstämme durch Helicobacter Pylori beeinflusst wird. Da vom Bakterium Ammoniak (basische Puffersubstanz) und CO2 produziert wird, scheint es, dass manche Bakterien sich in dieser Umgebung mit erhöhtem pH-Wert wohler fühlen oder Ammoniak zur Energiegewinnung nutzen und sich gegenüber anderen Bakterien durchsetzen.

 So treten mit steigender H. Pylori-Belastung auch mehr Proteo- und Acidobakterien auf; gleichzeitig weniger Actinobakterien und Stämme an Firmicutes und Bacteroidetes. (16-20) 

Dieses Phänomen lässt sich logisch erklären. Bei steigendem pH-Wert im Magen erhöht sich die Durchlässigkeit der Schleimhaut des Magens, sodass sich wieder neue Bakterien und Pilze ansiedeln können. (21)

Nicht nur das, H. Pylori verlangsamte durch komplexe Mechanismen die Produktion von Magenschleim (Schutzschicht) bei infizierten Mäusen, wodurch diese Schutzbarriere zusätzlich verändert wurde.

(22) Aber auch bei Analysen des Magenschleims beim Menschen stellte man fest, dass während der Infektion der Magenschleim (MUC6) um 924 % verstärkt gebildet wird und ein anderer (MUC5AC) um 52 % gesenkt ist.  

Die Hypothese der Forscher: Das Bakterium beeinflusst die Drüsenzellen im Magen, um eine Umgebung für sich zu schaffen, die Wachstum begünstigt. Allerdings kennt man die Zusammenhänge noch nicht ausreichend, um dies zu bestätigen.

Eingeschränkte Nährstoffaufnahme 

Die pH-Änderung führt zusätzlich zu einer verringerten Eisenlöslichkeit, sodass die Aufnahme erschwert wird. Das Bakterium produziert außerdem Proteine, die Eisen/Zink binden, die eine Vitamin B12-/ B9-Aufnahme hemmen und sogar die Vitamin C-Sekretion im Magen verringern. So stellte man in infizierten Kindern und Frauen Mangelzustände der genannten Mikronährstoffe fest. (23, 24) 

Merke: Eine gezielte Versorgung der Vitamine und Mineralstoffe über nährstoffreiche Lebensmittel oder Nahrungsergänzungsmittel könnte bei Infektionen Mangelerscheinungen/-erkrankungen vorbeugen.

ß-Catenin-Störung – Entscheidender Faktor für Magenerkrankungen

Dieses Protein (ß-Catenin) in Zellen der Magenschleimhaut hält die Zellteilung aufrecht. Liegt hier nun eine Störung vor, ist das Risiko für Magenkrebs erhöht. ß-Catenin ist außerdem wichtig bei der Bildung von Zell-Verbindungen (Adherence junctions).

Auch diese Funktion funktioniert bei Infektionen nicht mehr richtig und Zellen halten nicht mehr so stark zusammen (mögliches Risiko für Leaky Gut). (25, 26)

Einfluss auf das Immunsystem

H. Pylori produziert ein Toxin (VacA), welches die Immunantwort negativ beeinflusst. Dieses Toxin unterdrückt die Bildung von Immunzellen (T-Zellen) im Magenepithel. Die Folge: Das Immunsystem geht nicht gegen H. Pylori vor und es kann sich weiter vermehren und im schlimmsten Fall dann zu Magengeschwüren und Magenkrebs führen. (27, 28)

IL-8 als Wachstumsfaktor für Krebs

Eine Studie (29) 1 weist darauf hin, dass eine Infektion mit Helicobacter pylori zudem Magengeschwüre (Ulcera) und MALT Lymphome begünstigen kann mit typischen Symptomen, wie Magenschmerzen, Übelkeit und Erbrechen.

Dabei ist nicht das Bakterium selbst für die Pathogenität verantwortlich, sondern der Botenstoff Interleukin-8, der in der Magenschleimhaut überexprimiert vorliegt und ein Wachstumsfaktor für die Entstehung von Entzündungen und Krebs darstellt. 

Immunologische Veränderungen des Immunsystems bei Helicobacter Pylori

Welche Strategien haben sich bisher als förderlich erwiesen?

Alpha Liponsäure gegen Helicobacter Pylori!

Eine Studie (29) aus dem Jahr 2019 untersuchte den Zusammenhang einer Helicobacter Pylori- Infektion und dem Effekt bei Einnahme von Alpha Liponsäure. In der Grafik ist zu erkennen, dass die Entwicklung von H. Pylori assoziierten Magenerkrankungen durch die Einnahme von Alpha Liponsäure verhindert wird. Je höher dabei die Dosis der Alpha Liponsäure war, umso deutlicher trat der Effekt auf. 

Helicobacter pylori
Senkung der IL-8 Konzentration durch Alpha-Lipolsäure

Durch die Infektion mit dem Bakterium Helicobacter Pylori entstehen reaktive Sauerstoffspezies, die für unseren Körper potentiell giftig sind und bei der Entstehung vieler Krankheiten beteiligt sind. Auch hier wird deutlich, wie die ROS- vermittelte IL-8-Expression, durch den Verzehr von Alpha Liponsäure, in Magenzellen verringert wird. Bei der gleichzeitigen Einnahme von Alpha Liponsäure und dem sekundären Pflanzenstoff Trigonelline werden vermehrt ROS gebildet und die IL-8-Konzentration steigt an. Bei alleiniger Gabe von Alpha Liponsäure verbessern sich die ROS- und IL-8-Werte hingegen deutlich.

Helicobacter pylori
Trigonelline dämpft die Wirkung der Alpha-Liponsäure

Durch den Biofilm des Helicobacter Pylori ist das Bakterium weitgehend antibiotikaresistent, wodurch sich eine effektive Therapie als schwierig erweist. Liposomen besitzen, wie die Zellwand selbst, ebenfalls eine Lipiddoppelschicht. Was passiert nun, wenn man ein Antibiotikum liposomal verabreichen würde? 

Dies wurde in einer Studie untersucht, indem die Wirkung des liposomalen Gentamicins aufgezeigt wurde. Bei dem Erreger P. Aeruginosa, sowie bei dem Bakterium Staphylococcus aureus zeigten sich eine deutliche Verringerung der Biofilmbildung und Keimzahl. (30)

Deutliche Verringerung des Helicobacter Pylori bei liposomalem Antibiotikum

Das kannst du tun!

Mit speziellen Probiotika ist es möglich eine Infektion mit Helicobacter Pylori vorzubeugen oder therapieunterstützend zu wirken. Eine Zusammenfassung von elf Studien zeigte, dass die Kombination einer Erradikationstherapie mit einem Probiotikum wie S. boulardii oder dem Bakterium Lactobacillus die Effektivität der Therapie förderte, sowie die Rate an Nebenwirkungen senken konnte. (31)

Probiotika-Therapie als Ersatz für Antibiotika?

Wie wir gesehen haben, befindet sich im Magen eine komplexe Zusammensetzung an Bakterien, welche sich gegenseitig das Leben erleichtern oder erschweren können. Daher liegt der Gedanke nahe, förderliche Bakterien (Probiotika) einzusetzen, um unerwünschte Bakterien zu eliminieren, z.B. H. Pylori. Diese Vermutung bestätigt auch die aktuelle Forschung. 

In Reagenzglas-Studien zeigten Laktobazillen die Fähigkeit, sich an die Magenzellen zu heften und dort Milchsäure auszubilden, die eine antibakterielle Wirkung gegen 60 verschiedene Helicobacter Pylori-Stämme zeigte, darunter auch Antibiotika-resistente Varianten. Das Enzym (Urease), das H. Pylori zu seinem Schutz vor der Magensäure bildet, wurde in der Zell-Studie im Reagenzglas (in vitro) durch die förderlichen Bakterien um bis zu 84% gehemmt. (32, 33)

Es wurden mittlerweile auch einige Humanstudien durchgeführt. Mit verschiedenen Lactobacillus-Stämmen zeigten eine Einzeltherapie oder in Kombination mit der Standardtherapie eine stärker hemmende Aktivität auf H. Pylori im Vergleich zu den Placebo-Gruppen. Ebenfalls verliefen die Therapien ohne das Probiotikum schlechter in Bezug auf die Reduktion des Keims und den Nebenwirkungen. Dabei sticht Lactobacillus reuteri besonders hervor. (34-37)

Es gilt hier zu betonen: Eine Verbesserung der Symptome wird nicht bei jedem Probiotikum festgestellt, sondern nur bei speziellen Stämmen.

Unverarbeitete Nahrung und ein gesundes Essverhalten

Das Basiskonzept besteht darin, die Ernährungs- und Lebensweise wieder ins Gleichgewicht zu bringen.

Die absoluten Basics, die wohl den größten Erfolg versprechen, häufig jedoch unterschätzt werden, sind insgesamt nicht zu viel essen. Die Okinawer, ein japanisches Volk, das bekannt für ihr langes und gesundes Leben ohne typische Zivilisationskrankheiten ist, pflegt die Gewohnheit, bei 80 % Sättigung mit dem Essen aufzuhören.

Weitere förderliche Gewohnheiten: Langsam essen, Nahrung/Getränke möglichst bei Körpertemperatur verzehren und unverarbeitete Lebensmittel konsumieren. Grundlegend lässt sich Vollkorn dem Weißmehl vorziehen.

Besonders ratsam ist außerdem, den Großteil der Speisen selber zuzubereiten mit ausreichend Ballaststoffen aus Gemüse/Obst und Chlorophyll-reichem grünen Blattgemüse. Vermieden werden sollte Zucker, Alkohol, Zigaretten und stark industriell verarbeitete Lebensmittel.

Fleisch und Lebensmittel mit Pflanzenölen, die reich an Omega 6-Fettsäuren sind, fördern Entzündungen.

Omega 3-Fettsäurequellen (Leinöl, Hanföl, Walnussöl) reduzieren Entzündungen, aber bestellen Sie dieses nur aus frischer Abfüllung und lagern es für maximal 3 Monate im Kühlschrank. Ansonsten werden die Fettsäuren oxidiert und richten nur noch mehr Schaden an, da sie der Körper nicht mehr verwenden kann. Auch hier sind die Nüsse und Samen den Ölen vorzuziehen.

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Die Kraft aus dem Brokkoli

Forscher fanden heraus, dass Sulforaphan bzw. Brokkoli-Sprossen in einer Studie mit 50 infizierten Menschen die Zahl der H. Pylori Besiedelung und von Entzündungs-Markern (Pepsinogen 1 & 2) reduzieren konnte und in einer weiteren Studie mit Diabetes-Patienten, dass Brokkolisprossen die H. Pylori-Infektion um 56% senken konnten. (38, 39) 

In einer folgenden Studie isolierten Wissenschaftler Antibiotika-resistente Keime von Patienten und vernichteten diese erfolgreich mit Sulforaphan im Reagenzglas (in vitro).(40) 

Der Wissenschaftler stellte in einer weiteren Forschungsarbeit fest, dass das Enzym (Urease), mit dem sich H. Pylori vor der Magensäure schützt, effektiv inaktiviert wird. Darin scheint eine antibiotische Wirkung von Sulforaphan und anderen Senföle/Senfölglykoside (Isothiocyanate) begründet werden zu können. (41)

Sulforaphan ist bekannt dafür, sehr effektiv die Ausschüttung von antioxidativen Enzymen zu fördern. Aus diesem Grund liegt die Vermutung nahe, dass Sulforaphan die Magenschleimhaut vor oxidativem Stress schützt.(42) 

Daher lässt sich generell empfehlen, Brokkoli, Blumenkohl, Rosenkohl, Radieschen, Senf und andere Pflanzen, die Senfölglykoside enthalten, in die tägliche Nahrungsmittelauswahl einzubauen. 

Besonders hohe Konzentrationen dieser sekundären Pflanzenstoffe befinden sich übrigens in den Sprossen, sodass hier z.B. Brokkoli-Sorten mit besonders hohen Sulforaphan-Gehalten vorzuziehen sind. Da bei Züchtungen Schwankungen auftreten können, kann man bei akutem Problem auf Extrakte zurückgreifen, die einen standardisierten und gesicherten Sulforaphan-Gehalt besitzen.

Achtung bei Sprossenzucht: Achte auf eine strenge Einhaltung der Hygienemaßnahmen, da ansonsten wieder schädliche Mikroorganismen die Sprossen kontaminieren könnten!

Kraft der Natur: Berberin, Kurkuma, Ingwer, Knoblauch, Cranberry

Der Pflanze Coptis chinensis wird laut der chinesischen Medizin eine kühlende und reinigende Wirkung nachgesagt. Als Hauptwirkstoff gilt das Alkaloid Berberin. Dieses hemmt die Bildung von schädlichen freien Radikalen und bindet diese und Entzündungen werden verhindert. Da H. Pylori Entzündungen fördert, sieht man hier ein Potential im Wirkstoff Berberin, um die Magenschleimhaut zu schützen. Interessanterweise fanden deutsche Forscher heraus, dass Berberin in der Magenschleimhaut sehr effektiv absorbiert wird.(43)

Eine Meta-Analyse von 13 Doppelblind-Studien mit ca. 2050 Patienten verglich dabei die Auswirkungen der Standardtherapie (3-Fach-Therapie) gegenüber der Standardtherapie in Kombination mit Berberin. Es zeigte sich hier deutlich, dass die Kombination mit Berberin die Infektion effektiver reduzierte und Nebenwirkungen seltener auftraten. Aufgrund der hohen Zahl an Studien und Patienten erklären sie die Ergebnisse als ausreichend, um eine klare positive Auswirkung von Berberin zu bestätigen.(44)

Eine weitere Studie analysierte die Wirkung von anderen Pflanzen & Wirkstoffen. Das Ergebnis: Aufgrund der potenten entzündungshemmenden Wirkung lässt sich auch Curcumin (Kurkuma), Ingwer, Knoblauch (roh) und Cranberry (mind. 88mg Proanthocyanidin pro Tag; ca. 500ml) anwenden, um eine krankhafte Zahl an H. Pylori-Bakterien zu reduzieren oder vorzubeugen.(45)

Ähnliche Wirkstoffe, die ebenfalls zu den förderlichen, antioxidativen Polyphenolen gehören, befinden sich in Traubenkernen (OPC) und grünem Tee (EGCG). 

Das Rätsel von Indien

Obwohl Indien eine starke Durchseuchungsrate mit H. Pylori aufweist, tritt sehr selten Magenkrebs auf. Es wird vermutet, dass das Immunsystem durch häufigere Infektionen gestärkt und zusätzlich Pfeffer und Chili als wichtiger Bestandteil der Ernährung vor einer krankhaften Infektion schützt.(46)

Was zudem auffällt: Die oben genannten Pflanzen Kurkuma, Ingwer, Knoblauch gehören ebenfalls zu beliebten Gewürzen der indischen Küche.

Eine weitere Studie berichtet von weiteren Ansätzen mit Pflanzenwirkstoffen aus nahezu jeder Kultur. Es gibt Studien mit Pflanzen aus China, Mexiko, Iran, Taiwan, Afrika und Griechenland (47), die alle positive Erfolge erzielen. 

Fazit: Eine Senkung der Infektion mit H. Pylori schützt vor Folgeerkrankungen

Eine gezielte Reduktion der Infektion mit H. Pylori senkt das Risiko deutlich, zahlreiche Folgeerkrankungen zu erleiden, unter anderem Geschwüren, Krebs und neurodegenerativen Erkrankungen. Aufgrund der abnehmenden Wirksamkeit der Standardtherapie ist außerdem notwendig, neue/effiziente Strategien zu finden, sodass keine Folgeerkrankungen entstehen. In zahlreichen Studien wird die förderliche Wirkung von Probiotika und einigen sekundären Pflanzenstoffen als Präventivmaßnahme, Ergänzungs- und Alternativ-Therapie diskutiert, darunter Polyphenole und Senfölglykoside.

Es sind nicht einzelne wenige Pflanzen notwendig, um H. Pylori Infektionen entgegenzuwirken. Es gilt eher, sich möglichst mit potenten, gesundheitsförderlichen, antientzündlichen und antimikrobiellen Wirkstoffen zu versorgen und diese gezielt in die täglichen Mahlzeiten zu integrieren.

Quellenübersicht:

https://docs.google.com/document/d/1kFLyxp71Kt912BO1IEmwUKpFUH6wx4On3IIa2DNSCA0/edit?usp=sharing

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