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Reishi – Die Superkraft der Natur

Der Reishi Pilz wird in diversen asiatischen Ländern zur Steigerung der Energie, zur Stärkung des Immunsystems und für die allgemeine Gesundheit verwendet. Reishi Pilze gibt es in Form von Kapseln, Tabletten, Extrakten, Pulvern und Tees. In den letzten Jahren wurden Studien mit erstaunlichen Ergebnissen veröffentlicht, die auf einzigartige Gesundheitsvorteile hindeuten. In diesem Beitrag zeigen wir die interessantesten Erkenntnisse dieser Studienergebnisse. 

Das Wichtigste zuerst:

Eine bemerkenswerte Studie zum Reishi Pilz

Eine randomisierte, placebokontrollierte, Crossover Studie mit 42 Probanden wurde 2017 veröffentlicht. Das Studiendesign war sehr ausgeklügelt. Es wurden zwei Gruppen gebildet. Eine Placebogruppe und eine Gruppe, die das Pilzextrakt erhielt. Kein Proband wusste, in welcher Gruppe er sich gerade befand. 

Die Probanden der Experimentalgruppe (21 Personen) erhielten sechs Monate lang 225 mg Reishi-Extrakt. Die Probanden hatten alle keine optimalen Leberwerte. Nach diesen 6 Monaten gab es einen Monat Pause (ein sogenannter “Wash out”). Danach wurden die Gruppen getauscht. Das bedeutet, die Placebogruppe wurde zur Experimentalgruppe und umgekehrt. Dann wurden wieder 6 Monate lang das Extrakt und sein Placebo verabreicht. 

In der Studie wurde anschließend der oxidative Stress, antioxidative Enzyme und die Lebergesundheit durch diverse Marker gemessen. Die Lebermarker sind besonders wichtig, da die Leber das Entgiftungsorgan ist. Hier sind die interessantesten Ergebnisse der Bluttests, die nach 6 Monaten durchgeführt wurden (1)

Marker für oxidativen Stress

↑ TEAC

Unter anderem wurde der TEAC-Wert gemessen. Dieser Parameter ist sehr aussagekräftig. Er informiert darüber, inwieweit dein Körper, gemessen am antioxidativen Potential des Vitamin E, in der Lage ist, AC-Radikale zu puffern. (1)

Der TEAC-Wert stieg stark in der Experimentalgruppe (“GL”) von 79,33 % auf 84,04 %. Bei der Placebogruppe hingegen gab es keine Steigerung. Der TEAC-Wert nahm dort sogar leicht ab. (1)

↓TBARS

Der zweite gemessene Wert war die sogenannte Thiobarbitursäure (kurz: TBARS). Je niedriger die Thiobarbitursäure, desto weniger Radikale hast du im Körper, die die Thiobarbitursäure weg puffert. Auch dieser Spiegel hat sich in der Experimentalgruppe nach sechs Monaten positiv verändert. In der Placebogruppe blieb er nach wie vor unverändert. (1)

↓8-OH-dG

8-Hydroxydesoxyguanosin (kurz: 8-OH-dG) ist ein Marker, der Auskunft darüber gibt, inwieweit Reparaturmechanismen vorgenommen werden. Daher ist er auch ein nützlicher Messwert für oxidativen Stress. Auch dieser Wert sank in der Experimentalgruppe, während er in der Placebogruppe stieg.  (1)

↑ Glutathion

Glutathion ist ein besonders wichtiges antioxidatives Molekül, das auch die Entgiftung der Leber unterstützt. Der Glutathionspiegel der Experimentalgruppe nahm nach 6 Monaten zu (von 6,00 auf 8,05), während er in der Placebogruppe leicht sank (von 6,90 auf 6,63). (1)

Enzyme der roten Blutkörperchen

Auch die roten Blutkörperchen und deren Enzyme, die Radikale puffern, wurden in dieser Studie untersucht. Die zwei Enzyme, die hierbei eine besonders relevante Rolle spielen, heißen Superoxiddismutase  und Katalase. Sie gehen Hand in Hand, und sind besonders im Kampf gegen Herz-Kreislauf-Erkrankungen wichtig. (1)

Das Superoxidradikal verursacht in unserem Körper oxidative Schädigungen. Die Superoxiddismutase macht daraus Sauerstoff und Wasserstoffperoxid. In hohen Konzentration ist Wasserstoffperoxid jedoch ebenfalls ein Zellgift. Hier kommt die Katalase ins Spiel. Sie wandelt Wasserstoffperoxid in Wasser und Sauerstoff um. So wird Zellgift in lebensnotwendige Substanzen umgewandelt. (1)

Schauen wir uns die Studienergebnisse in Bezug auf diese Enzyme mal genauer an:

Antioxidative Enzyme in den Erythrozyten der Placebo- und der Experimentalgruppe. Ausgangswerte und Werte nach drei und sechs Monaten. (1)

↑ Superoxiddismutase

Wie wir sehen können, ist der Spiegel der Superoxiddismutase (SOD) in der Experimentalgruppe nach sechs Monaten von 1156 279 IU/g auf 1386 279 IU/g statistisch signifikant gestiegen. In der Placebogruppe gab es  keine Veränderung. (1)

↑ Katalase

Die Katalase nahm in der Experimentalgruppe nach sechs Monaten ebenfalls zu (von 246 IU/g auf 279 IU/g). In der Placebogruppe wurde ein Defizit festgestellt. (von 246 IU/g auf 243 IU/g). (1)

Leberwerte

Die zwei bekanntesten Leberwerte hast du vielleicht schonmal in deinem Blutbild gelesen. 

  • GPT ist ein Parameter für Glutamat Pyruvat Transaminase. Das ist ein Leberenzym, das darüber informiert, inwiefern Leberzellen geschädigt sind. 
  • GOT steht für Glutamat Oxalacetat Transaminase und gibt Aufschluss über den Zustand von Herz und Leber. 

↓ GPT

Ein niedriger GPT-Wert ist erstrebenswert. In der Experimentalgruppe nahm der Wert nach 6 Monaten ab(von 22,58 U/L auf 13,08 U/L). In der Placebogruppe stieg der Wert leicht an (von 20,05 U/L auf  (1) 

Auch in Bezug auf die Leberwerte wurden interessante Ergebnisse erzielt. (1)

↓GOT

Auch der GOT-Wert sollte so niedrig wie möglich sein, und genau das wurde in der Experimentalgruppe erzielt! Nach 6 Monaten sank der GOT-Spiegel von 20,65 U/L auf 15,50 U/L, während er in der Placebogruppe stieg.  (1) 

Fettleber und Polypen

2 der 42 Probanden hatten eine Fettleber und einer hatte Polypen. Nach Abschluss der Studie verschwanden die Beschwerden aller drei Probanden. (1) 

Wir sehen die Ultraschallaufnahmen der 2 Probanden mit Fettlebern (Aufnahmen A und B) und des Probanden mit den Polypen (Aufnahme C). Wie wir anhand der Aufnahmen D, E und F sehen können, gab es keine Indizien mehr, die auf diese Erkrankungen hindeuten würden. (1)

Radikale

Radikale sind der größte Risikofaktor für Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Sie lassen die Gefäßwände des Endothels kollabieren. Das Endothel ist eine Zellschicht der Arterien. So funktioniert der Mechanismus:

  1. Wir benötigen Stickstoffmonoxid, welches wir aus der Aminosäure L-Arginin gewinnen.
  2. Für diese Umwandlung (die sogenannte Stickstoffmonoxid-Synthase) ist ein Enzym namens eNOS verantwortlich.
  3. Stickstoffmonoxid sorgt für die Weitstellung/Erweiterung unserer Blutgefäße.
  4. Es gibt zahlreiche Metaanalysen, die zeigen, dass L-Arginin gegen Bluthochdruck und Durchblutungsstörungen hilft. 
  5. Stickstoffmonoxid kann von Radikalen weg gepuffert werden. Dies kann zu Bluthochdruck führen und die Herzwände verdicken. 
  6. Das Herz kann immer weniger Blutvolumen aufnehmen und ausschlagen. Es kommt zur Herzinsuffizienz und zur Herz-Kreislauf-Erkrankung.

Genau aus diesem Grund sind die vorher besprochenen Enzyme und Substanzen wie Superoxiddismutase, Katalase und Glutathion so unerlässlich.

In einer Studie, die 2017 erstmals veröffentlicht wurde, wurden Menschen mit Durchblutungsstörung (sogenannte Angina Pectoris) Reishi Pilz verabreicht. Daraufhin wurden viele Untersuchungen gemacht: (2) 

  • Der Blutdruck nahm zum Beispiel messbar ab, wenn auch nicht statistisch signifikant. 
  • Auch die Superoxiddismutase wurde gemessen. Die Enzyme, die genau die Superoxidradikale puffern, die die Weitstellung der Arterien verhindern. In beiden Gruppen wurde eine Erhöhung festgestellt, und in einer Gruppe war diese Erhöhung sogar statistisch signifikant. 
  • Auch der MDA-Wert (Malondialdehyd) wurde gemessen. Dies ist ein Marker für Fettoxidation und Radikale im Körper.  Der Wert konnte ebenfalls mit statistischer Signifikanz gesenkt werden.
  • Der CEC-Wert misst die Schäden des Endothels. Auch hier konnte in beiden Gruppen der Wert der zerstörten Zellen statistisch signifikant gesenkt werden. (2) 

Reishi und Cholesterin

Eine weitere Cross-Over-Studie des renommierten British Journal of Nutrition in der ähnliche Parameter gemessen wurden, wurde 2011 veröffentlicht. Nicht alle gemessenen Veränderungen waren statistisch signifikant.

Doch besonders interessant war, dass der HDL-Wert (der gute Cholesterin-Wert) statistisch signifikant gestiegen ist, während der LDL-Wert (der schlechte Cholesterin-Wert) gesunken ist. (3)

Reishi und Schädigungen einer Chemotherapie

In einer Tierstudie untersuchte man die Zellen von Mäusen nach einer Chemotherapie.  Es wurden auch die Katalase und die Superoxiddismutase der Mäuse gemessen.  (4)

Wir sehen den SOD-Spiegel der Mäuse. Die TCG-Gruppe ist die Gruppe, die einen Tumor hat. Es wurde festgestellt, dass die Superoxiddismutase proportional zur Menge des verabreichten Reishi-Extrakts stieg. Das gleiche Phänomen wurde in der PCG-Gruppe, die einer Chemotherapie unterzogen wurden, beobachtet. (4)
Der Kreatinin-Wert (CRE) informiert über Nierengesundheit. Ein hoher Wert deutet auf Nierenversagen hin. Auch hier ist zu beobachten, dass sich der Wert in beiden Gruppen (TCG und PCG) durch die Gabe von Reishi positiv veränderte. (4)
Wir sehen, dass die Tumorgruppe (TCG) am kürzesten lebte, während die Chemogruppe (PCG) etwas länger lebte. Am längsten hat die Chemogruppe mit der höchsten Reishi-Dosierung überlebt. Sie hat mehr als doppelt so lang überlebt, wie die normale Chemo Gruppe ohne Reishi. (4)

Fazit: Der Reishipilz könnte für die Prävention von Herz-Kreislauf-Erkrankungen und oxidativem Stress eine besondere Rolle spielen

Wie wir aus den zitierten Studien schließen können, sind die gesundheitlichen Effekte des Reishi Pilzes äußerst vielfältig. Die meisten der beobachteten Veränderungen sind sogar statistisch signifikant.

Patienten, die an einer Fettleber, Polypen, Herz-Kreislauf-Erkrankung, Folgen einer Chemotherapie oder hohem LDL-Cholesterin leiden, könnten in Erwägung ziehen, ein Reishi-Extrakt regelmäßig einzunehmen. Wir sollten uns jedoch bewusst machen, dass einige der Effekte lediglich in Tierstudien beobachtet wurden.

Es besteht eine Chance, dass die gleichen Resultate nicht im Menschen reproduziert werden können. Nichtsdestotrotz ist die Magie des Reishi Pilzes zumindest teilweise fundiert, auch wenn auf dem Gebiet noch starker Forschungsbedarf fortbesteht.

Autor
Autor

Philipp Gilg

Quellenverzeichnis:
  1. https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pmc/articles/PMC6130508/
  2. https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pmc/articles/PMC6204443/
  3. https://www.cambridge.org/core/journals/british-journal-of-nutrition/article/study-of-potential-cardioprotective-effects-of-ganoderma-lucidum-lingzhi-results-of-a-controlled-human-intervention-trial/EA5C9B682C6C112A0D6D0396E06B96E3
  4. https://www.sciencedirect.com/science/article/abs/pii/S0141813016304019

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