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Sauna und die Todesursache Nr.1

331.000 Menschen sterben jedes Jahr an Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Das sind etwa 35% aller Todesfälle pro Jahr. In diesem Beitrag möchten wir euch ein paar Zahlen und uns mit Themen befassen über die nur die wenigsten Kardiologen gerne sprechen. 

Das Wichtigste zuerst:

Saunabäder und die kurzfristige Auswirkungen auf die Herzfunktion

Es gibt zu diesem Thema eine sehr interessante Metaanalyse, die 2018 veröffentlicht wurde und 1440 Studien untersuchte. 144 dieser Studien erschienen als vergleichbar. 9 dieser Studien befassten sich mit dem potenziellen Zusammenhang zwischen kardiovaskulärem Risiko und Saunabaden. 

Grundsätzlich geht es hier nicht nur um Saunas, sondern um jede Art von Hitzeexposition. Heiße Bäder fallen zum Beispiel auch darunter. Die Schlussfolgerung der Autoren dieser Metastudie war: “Das Infrarot-Saunabaden wurde mit einer kurzfristigen Verbesserung der Herzfunktion in Verbindung gebracht.” (1)

Wärmetherapie und Senkung des Blutdrucks

In einer anderen Metaanalyse vom Februar 2020 untersuchte Studien in denen Menschen mehrmals pro Woche Saunabäder mit einer Dauer von ca. 15 Minuten machten, kam es zu enormen Ergebnissen. Die Wärmetherapie reduzierte sowohl den systolischen Blutdruck als auch den diastolischen Blutdruck um 3,1 bzw. 5,31 Prozent. Diese Daten basierten auf 431 Probanden aus 15 Studien. (2)

Wärmetherapie und das Herzbrustverhältnis

Die gleiche Metaanalyse untersuchte 8 weitere Studien, in denen wiederum das Herz-Brust-Verhältnis nach der Wärmetherapie untersucht wurde. In 347 Probanden reduzierte sich das Herz-Brust-Verhältnis um durchschnittlich 5,55 %. (2)

Wir sehen eine Übersicht der acht Studien, die das Herz-Brust-Verhältnis untersuchten. In einer Studie kam es sogar zu einer Reduktion von -9,8 Prozentpunkten. (2)

Wärmetherapie und oxidativer Stress

Die Plasmaspiegel des natriuretischen Peptids im Gehirn (das sind Marker für oxidativen Stress) gingen bei 303 Patienten aus 9 Studien signifikant zurück (mittlerer Unterschied von 14,8 pg/dL). (2)

Wärmetherapie und die allgemeine Verbesserung der Lebensqualität

Das bemerkenswerteste Ergebnis dieser Metaanalyse: Bei 65 Patienten reduzierte die Wärmetherapie den Herztod und die Rehospitalisierung um 31,3 %. (2)

Wie oft sollte man nun diese Saunabäder tatsächlich machen?

In einer Studie wurden 2315 Männer untersucht, die durchschnittlich 20,7 Jahre alt waren. Die Probanden wurden in unterschiedliche Gruppen aufgeteilt, je nachdem wie frequentiert Sie ein Saunabad genossen.

Die Schlussfolgerung der Wissenschaftler: “Häufiges Saunabaden steht in Verbindung mit einem geringeren Risiko für plötzlichen Herztod, koronaren Herzerkrankungen, kardiovaskulären Herzerkrankungen und der Gesamtmortalität.” (3)

Wie oft kommt es in oder unmittelbar nach der Sauna zu Todesfällen

Nur sehr wenige plötzliche Todesfälle ereignen sich während oder nach dem Saunabaden. Von allen plötzlichen Todesfällen in Finnland innerhalb eines Jahres ereigneten sich nur 102 (1,7 %) innerhalb von 24 Stunden nach dem Saunabad. (3)

Was ist die Biochemie dahinter?

Wenn man sich ungesund ernährt werden die Arterien weniger durchlässig, weil sich immer mehr Ablagerungen bilden. Dadurch muss das Herz stärker pumpen. Das Herz muss also chronisch viel leisten und wird dadurch automatisch krank. Das Herz wird innen verdickt und das Volumen im Herzen immer kleiner. Beim Sport hingegen, werden die Wände des Herzes nur nach außen hin dicker. 

Bei einer Kälteexposition passiert genau das. Es kommt ebenfalls zu einer Gefäßverengung, jedoch nicht chronisch. Kälte zieht die Moleküle zusammen und das Herz muss stärker pumpen um den Blutkreislauf aufrechtzuerhalten und deine Zellen genügend Sauerstoff bekommen. 

Was viele nicht wissen: Auch bei der Aussetzung von Wärme passiert das gleiche. Bei Wärme werden die Arterien breiter. Damit das Blut in die kleinsten Kapillaren deiner Fingerspitzen gelangt ist Druck notwendig. Dieser Druck lässt jedoch nach, wenn die Arterien immer breiter werden. Dadurch muss dein Herz wieder stärker pumpen um einen gesunden Blutkreislauf aufrechtzuerhalten. 

Saunagänge versus Sport

Eine Studie untersuchte, die Auswirkungen von Sauna und Sport auf Blutdruck und Puls. Das Ergebnis: Ein 25-minütiger Saunagang ist mit einer Trainingseinheit von 60 bis 100 Watt gleichzusetzen. Dies veranschaulicht, dass Saunagänge physiologisch gesehen mit Sport durchaus vergleichbar sind. (4)

Fazit: Saunabäder sollten Alltag sein!

Die Sauna ist zwar sehr umstritten, doch wenn man sich die wissenschaftliche Beweislage dazu ansieht, erkennt man schnell: Saunagänge sind eine wohltuende und relativ komplikationsarme Angewohnheit von der wir Menschen auf vielfältige Weise profitieren können. Die Vorteile von Saunabädern sind mit Sport und Eisbaden in vielen Aspekten vergleichbar. 

Autor
Autor

Philipp Gilg

Quellenverzeichnis:

(1) https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pmc/articles/PMC6489706/

(2)https://onlinelibrary.wiley.com/doi/10.1111/aor.13659

(3)https://www.amjmed.com/article/S0002-9343(00)00671-9/fulltext

(4)https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/31126559/

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