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So beeinflusst Ashwagandha Stress, Schlaf und die Schilddrüse

So beeinflusst Ashwagandha Stress, Schlaf und die Schilddrüse

Ashwagandha ist eine exotische Pflanze, die in Afrika und Asien wächst. Sie ist unter den Nahrungsergänzungsmitteln momentan sehr beliebt, doch die Studienlage ist noch relativ dünn. Viele der Studien, die die medizinische Wirkung untersuchten, wurden nur an Tieren durchgeführte oder hatten eine geringe Teilnehmerzahl. Nichtsdestotrotz decken sich die Ergebnisse dieser Studien, sodass ein roter Faden erkennbar wird. Mehr dazu in diesem Beitrag!

Das Wichtigste zuerst:

Sekundäre Pflanzenstoffe und Ashwagandha

Es gibt viele Hinweise bei Lebewesen, wo sekundäre Pflanzenstoffe die Genexpression beeinflusst haben. Das heißt,, inwiefern bestimmte Gene mehr oder weniger abgelesen werden. Zu den häufigsten Beispielen zählen hier:

  • OPC bei PPAR-Rezeptoren, die für die Fettoxidation im Körper zuständig sind, was die Verfettung der Organe beeinflussen kann.
  • Grüntee-Extrakt (ECGC) bei Krebs.
  • Resveratrol in Entzündungen.

Ca. 80 Prozent der Menschen der Erde greifen auf pflanzliche Produkte zurück. Unter anderem auch auf die südostasiatische Wurzel Ashwagandha. Diese Pflanze gehört zur Familie der Nachtschattengewächse (dazu zählen unter anderem auch Tomaten, Kartoffeln, Auberginen, Chilis und Paprika). Wie bei der Kartoffel, sind auch die Blüten, Stängel und Blätter der Ashwagandha-Pflanze giftig, während die Wurzeln komplett ungefährlich sind.

Das sagen Studien über Ashwagandha

Die Schilddrüse ist für die Funktion zum Aufbau gesunder Zellen enorm wichtig. Fast 85 % der Autopsien ergeben Abnormalitäten in der Schilddrüse. Wenn die Schilddrüse erst einmal gewisse Abnormalitäten genossen hat, ist es sehr schwer dies wieder umzukehren. 

Studien suggerieren, dass Ashwagandha die Schilddrüsenfunktion erhöhen und Stresswerte senken kann. Doch bei einer sogenannten Schilddrüsenüberfunktion (Hyperthyreose) sei Vorsicht geboten. Denn in diesem Fall möchte man nicht noch einen zusätzlichen Stimulus haben. 

Zu den Hauptwirkstoffen von Ashwagandha zählen Withanon, Withaferin A, Withanolid A, Withanolid D, Withanolid G und Sitoindosid IX.

Eine besonders aktuelle Studie vom April 2020 untersuchte in einer Meta-Analyse die Sauerstoffaufnahmen in Bezug auf Ashwagandha. Die Hypothese war, dass durch die Einnahme von Ashwagandha die Sauerstoffaufnahme erhöhen kann. Die Meta-Analyse bestätigte diese Hypothese. Jedoch war der Heterogenitätsfaktor der Studie 84 %. Dies bedeutet, dass die Studien sehr unterschiedlich gestaltet waren und daher nur schwer miteinander vergleichbar sind. (1)

Sauerstoff ist für unseren Körper natürlich unerlässlich, denn nur so können wir Energie gewinnen. Wenn wir zu wenig Sauerstoff haben, übersäuert unser Körper, da er den Zucker vergärt, wodurch Milchsäure gebildet wird. Krebs benötigt genauso wie unsere Zellen Zucker, jedoch bis zu 20-mal so viel! Er ist sehr ineffizient.

In einer verblendeten, plazebokontrollierten, randomisierten Studie (der Goldstandard!) wurde der TSH-Wert beobachtet, welcher von der Hypophyse beeinflusst wird. Diese sendet das schilddrüsenstimulierende Hormon an die Schilddrüse, um sie daran zu erinnern, dass sie arbeiten muss. Wenn der TSH-Wert steigt, bedeutet das in den meisten Fällen, dass die Schilddrüse zu wenig arbeitet – eine sogenannte Schilddrüsenunterfunktion. Arbeitet die Schilddrüse zu viel, so sinkt der TSH-Wert, da sie nicht mehr zur Arbeit erinnert werden muss. (2)

Wir sehen in den Studienergebnissen, dass der TSH-Wert der Ashwagandha-Gruppe, im Vergleich zur Plazebogruppe statistisch signifikant gesunken ist. Zugleich sind die Schilddrüsenhormon T4 und T3 in der Ashwagandha-Gruppe statistisch signifikant gestiegen. (2)

Auch diese Studie hatte jedoch gewisse Limitation, sie umfasste nur 50 Teilnehmer, was relativ wenig ist.

Es wurden jedoch auch ausführliche Tierstudien durchgeführt, in denen ebenfalls festgestellt wurden, die diese Ergebnisse untermauern. Die Ashwagandha-Gruppe produzierte deutlich mehr Schilddrüsenhormone (T3 und T4) als die Kontrollgruppe. (3)

Auch in einer anderen Mäusestudie konnte gezeigt werden, dass es hier einen besonders starken Zusammenhang gibt. Wir sehen, dass das T3 in der Ashwagandha-Gruppe nach nur 20 Tagen erhöht wurde. Der T4 Wert hat sich sogar fast verdoppelt! Auch die Deiodasen – das sind Enzyme, die für die Umwandlung von T4 in T3 wichtig sind – wurden erhöht (jedoch nicht statistisch signifikant). (4)

Ashwagandha und Radikale

In der gleichen Studie wurde auch beobachtet, dass Enzyme, die Radikale im Körper puffern, durch die Gabe von Ashwagandha massiv gesenkt wurden:

  • Der MDA-Spiegel, ein Marker für oxidiertes Fett, ist um die Hälfte gesunken.
  • Die Superoxid-Dismutase verhindert das übermäßige Vorkommen von Stickstoffmonoxid bei dir im Körper. Das ist einerseits sehr wichtig, andererseits kann dies jedoch sehr schnell mit Superoxidradikalen reagieren. So entsteht Peroxynitrit – ein Nervengift. Die Menge der Superoxid-Dismutase konnte durch Ashwagandha ebenfalls gesenkt werden.
  • Die Katalase entgiftet Wasserstoffperoxid. Wasserstoffperoxid kann Abnormalitäten in der Aktivität der Schilddrüse verursachen. Der Catalase-Spiegel wurde in der Ashwagandha-Gruppe gesenkt.

Ashwagandha und Stress

Vermutlich ist die bemerkenswerte Wirkung, die Ashwagandha auf die Schilddrüse und die Radikalbildung hat, auf eine Stressreduzierung zurückzuführen. Hierzu gibt es 25 randomisierte Studien, die vielversprechende Ergebnisse lieferten.

Eine Studie gab Probanden 250 mg oder 600 mg Ashwagandha pro Tag. Das Ergebnis: Je höher die Konzentration von Ashwagandha war und je länger es eingenommen wurde, desto niedriger war die Stressskala der Probanden. Diese Stressskala könnte jedoch als subjektiv kritisiert werden.

Daher wurde auch der Cortisolspiegel gemessen. Cortisol ist das Stresshormon unseres Körpers. Auch hier wurde der gleiche Trend beobachtet: Je mehr und je länger Ashwagandha eingenommen wurde, desto niedriger war der Cortisolspiegel. (5) 

Fazit: Ashwagandha könnte ein wertvolles Hilfsmittel zur Stressreduktion sein.

Ashwagandha ist ein medizinisch wichtiges Kraut und hat nachweislich einen Einfluss auf die menschliche Gesundheit. Die Ergebnisse deuten darauf hin, dass eine mehrwöchige Supplementierung mit Ashwagandha-Wurzelextrakt zu einer deutlichen Verringerung des Stressniveaus führen und die Lebensqualität insgesamt verbessern kann.

Daher könnte die Verwendung dieses Krauts als Nahrungsergänzungsmittel zur Stress- und Angstbewältigung eine hervorragende Alternative sein. Weitere Studien, die mit einer größeren Kohorte und in unterschiedlichen Bevölkerungsgruppen durchgeführt werden und in denen mehr biochemische, physiologische und psychologische Untersuchungen durchgeführt werden, könnten die bislang vorliegenden Ergebnisse bestätigen.

Autor
Autor

Philipp Gilg

Quellenverzeichnis:
  1. https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/32316411/
  2. https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/28829155/
  3. https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/10619390/
  4. https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/9811169/
  5. https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pmc/articles/PMC6979308/

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