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Welche Nahrungsergänzungsmittel helfen bei Diabetes?

Welche Nahrungsergänzungsmittel helfen bei Diabetes?

Unterschiedliche Ursachen können zu einem erhöhten Blutzuckerspiegel führen. Beispiele wären genetische Erbanlagen, die falsche Ernährung oder zu wenig Bewegung des Körpers. In vielen Fällen lässt sich Diabetes allerdings schon mit natürlichen Maßnahmen gut bekämpfen, indem Betroffene auf die richtige Ernährung setzen. Oft wird eine medikamentöse Behandlung durch einen veränderten Lebensstil überflüssig, was aber stets mit dem Arzt besprochen werden sollte. 

Das Wichtigste zuerst:

Welche Nahrungsergänzungen in Form von Vitaminen senken den Blutzuckerspiegel?

Unterschiedliche Vitamine können beispielsweise als Nahrungsergänzungsmittel eingenommen werden. Einige der Vitamine können dazu beitragen, den Blutzuckerspiegel von Betroffenen zu senken. 

Vitamin B1

In Studien wurde bereits festgestellt, dass Diabetiker des Typs 1 und 2 signifikant niedrigere Vitamin B1-Spiegel haben. Bei Diabetikern oder Alkoholikern liegt oft bereits eine sogenannte Polyneuropathie vor. In diesen Fällen konnte die Zugabe der Vorstufe von Vitamin B1, Benfotiamin, Schmerzen lindern und die Sensibilitätsstörung lindern. 

Benfotiamin wird idealerweise mit Vitamin B6 und B12 kombiniert. Dieser Zusammenhang konnte in mehreren Studien bewiesen werden und wurde sowohl bei Diabetikern als auch Alkoholikern beobachtet. In den Studien wurden täglich 50 bis etwa 300 mg der Vitamin-B1-Vorstufe eingenommen. 

Bei Diabetikern kann es zu einem Mangel von Vitamin-B12 kommen, der unterschiedliche Folgen nach sich ziehen kann.

  • Durch den Mangel kann es zu nervösen Störungen kommen wie Nervenentzündungen, Brennen in den Füßen oder Kribbeln in den Beinen. 
  • Zudem können diabetische Komplikationen wie Nieren-, Nerven- und Augenschäden eintreten.
  • Es kann zu Schäden an den Gefäßen wie Arteriosklerose kommen. 

Vitamin B3

Vitamin B3 trägt im Körper zu einem normalen Energiestoffwechsel bei. Niacin wird schon lange in Form von Nikotinsäure bei hohen Cholesterinspiegeln eingesetzt, da es hilft, diesen zu senken. Es kann aber auch dazu beitragen, Blutzuckerspiegel zu heben. Nikotinsäure kann die Glucosetoleranz in den Zellen vermindern. 

Trotzdem zeigte sich durch mehrere unabhängigen Studien, dass die Ergebnisse nicht ganz eindeutig sind: Eine Studie beispielsweise lieferte das Ergebnis, dass Nikotinsäure die Toleranz von Glucose sogar verbessern kann. Das tritt allerdings nur ein, wenn Personen gut mit dem Spurenelement Chrom versorgt sind. Dieses wird ebenfalls für Diabetiker empfohlen. 

Nicotinamid ist eine andere Vitamin-B3-Form, die äußerst nützlich ist während einer Diabetes-Therapie. Gerade bei dem Diabetes Typ 1 ist mit positiven Effekten zu rechnen.

  • Nicotinamid kann die autoimmune Zerstörung der Zellen hemmen und fördert ihre Regeneration.
  • Zudem kann Nicotinamid die Insulinsensitivität der Zellen verbessern. So wird Glucose besser verwertet, was bei Patienten mit Diabetes Typ 2 die Regulierung des Blutzuckerspiegels verbessert. 

Die empfohlene Einnahme bei Diabetes Typ 2-Patienten liegt bei einer täglichen Dosis von 100 mg Vitamin B3. Zur Untersuchung wurden 8 randomisierte, klinische Studien mit 2110 Patienten durchgeführt, die an Diabetes Typ 2 litten. Die zusätzliche Einnahme von Vitamin B3 führte zu niedrigeren Cholesterinspiegeln und kleineren Triglyceriden und LDL-Cholesterinwerten. So wurde nachgewiesen, dass die Einnahme von Vitamin B3 Supplementen die Blutfettwerte deutlich verbessern kann. 

 

Vitamin B6

Vitamin B6 hat im Körper unterschiedliche Aufgaben: Es trägt zu einem normalen Energiestoffwechsel und einem normalen Eiweiß- und Glykogenstoffwechsel bei. Das wasserlösliche Vitamin B6 ist bei Diabetikern oft in zu geringen Mengen vorhanden, da es größtenteils über den Urin ausgeschieden wird. 

Wissenswert!

Noch größer ist das Problem bei Diabetikern, die bereits Insulin einnehmen. Diese haben noch geringere Vitamin B6-Werte. Das kann negative Folgen haben, da Vitamin B6 die Verwertung von Zucker vorantreibt und den Blutzuckerspiegel reguliert. Zudem spielt das Vitamin bei der Produktion von Serotonin eine Rolle und verbessert somit das seelische Wohlbefinden.

Bei den sogenannten Retinopathien handelt es sich um Erkrankungen der Netzhaut. Diese Krankheiten sind oft Folge von Diabetes. In einer Studie wurde festgestellt, dass Japaner, die an Diabetes leiden und eine erhöhte Aufnahme von B6 aufweisen, seltener Begleiterscheinungen wie Retinopathien entwickeln. 

Forscher setzten sich ebenfalls damit auseinander, was der Grund für die Wirkung von Vitamin B6 sein könnte und kamen zu folgenden Vermutungen:

  • Eine Erkrankung der Blutgefäße wird Arteriosklerose genannt. Für Arteriosklerose gibt es unterschiedliche Risikofaktoren, wie beispielsweise hohe Homocystein-Spiegel. Vitamin B6 beteiligt sich als Coenzym am Abbau von Homocystein und kann so zu positiven Effekten führen. 
  • Weitere Experimente wurden an Mäusen und Menschen durchgeführt. Es konnte beobachtet werden, dass durch die Zugabe von zusätzlichem Vitamin B6 sich weniger schädliche Sauerstoffradikale bildeten und es dadurch zu geringerer Verzuckerung des Blutes kam. So kann das Blutkreislaufsystem durch Vitamin B6 besser vor Schäden geschützt werden. 

Zu geringe Vitamin B6 Mengen im Körper können zu folgenden Mangelerscheinungen führen:

  • Akne
  • Magen-Darm-Probleme
  • Lichtempfindlichkeit
  • Einrisse an den Mundwinkeln 
  • Verschlechterte Blutzuckerwerte
  • Erhöhte Menstruationsbeschwerden bei Frauen 

Ursache für die Symptome ist die diabetische Stoffwechsellage. Es kommt zu einem hohen Wasserverlust durch Urin. Schädlich ist ebenfalls ein übermäßiger Kaffeekonsum. Oft muss das Medikament Metformin bei Diabetes-Patienten des Typs 2 eingenommen werden. Dieses soll den Blutzuckerspiegel senken und die Insulinresistenz reduzieren. Folgen von langanhaltenden Mangelerscheinungen können Arteriosklerose, Demenz oder beispielsweise Infarkte sein. 

Vitamin B12

Generell trägt Vitamin B12 zu einem gesunden Energiestoffwechsel bei. Das Vitamin kann zusammen mit Vitamin B1 und B6 die Nerven vor der sogenannten diabetischen Neuropathie schützen. Zudem sorgt Vitamin B12 zusammen mit B6 und Folsäure für gesunde Blutgefäße. 

Diabetische Nervenschäden können durch die Einnahme von Vitamin B12 gelindert oder vorgebeugt werden. Hierfür wird meist hochdosiertes Vitamin B12 über Infusionen verabreicht. Die Empfehlungen der täglichen Dosierung von Vitamin B12 bei Diabetikern liegt bei 500 bis 1000 µg. Vorher sollte allerdings ärztlich abgeklärt werden, ob ein Mangel an Vitamin B12 vorliegt oder nicht.

Durch einen länger anhaltenden Mangel von Vitamin B12 kann es bei Diabetikern zu unterschiedlichen Mangelerscheinungen kommen. 

  • Begleiterscheinungen einer Diabetes-Erkrankung können Neuropathien, also Schädigungen der Nerven, sein. 
  • Hinzu kommen Muskelschwäche und Taubheitsgefühle oder Kribbeln.
Wissenswert!

In einer randomisierten, placebokontrollierten Doppelblindstudie mit 90 Diabetes-Patienten des Typs 2 wurde untersucht, wie sich die zusätzliche Einnahme von Vitamin B12 über ein Jahr auf Nervenschädigungen auswirkt. Die Einnahme konnte die untersuchten neurophysiologischen Parameter, das Schmerzempfinden und die Lebensqualität verbessern.

Vitamin C

Vitamin C hilft dabei, die Zellen des Körpers vor oxidativem Stress zu schützen. Zudem trägt es zur Aufrechterhaltung eines normalen, gesunden Immunsystems bei intensiver körperlicher Belastung bei. Das Immunsystem fungiert als körperliche Abwehr. Das Vitamin kann Ermüdungserscheinungen und dessen Symptome verringern. 

Achtung

Generell leiden Diabetiker häufig an einer schlechten Wundheilung und einem Mangel an Antioxidantien. Deshalb ist es ratsam, dass Betroffene regelmäßig ihre Vitamin-C-Werte überprüfen lassen, um eventuell im Falle eines Mangels passende Nahrungsergänzungsmittel zu sich zu nehmen, um den Mangel wieder auszugleichen.

Zum Thema Vitamin C wurde eine Meta-Analyse durchgeführt, die aus 28 Studien bestand. An den Studien nahmen insgesamt 1574 Betroffene teil. Das Ergebnis der Forscher war folgendes: Die Hinzugabe von Vitamin C konnte den Langzeitblutzucker (HbA1c), den nüchternen Blutzucker, den Blutzucker nach Mahlzeiten, den Gesamtcholesterolspiegel, den systolischen Blutdruck, den diastolischen Blutdruck und Triglyceride signifikant senken. Trotzdem sind die Wissenschaftler der Meinung, dass es noch weitere und aussagekräftigere Studien benötigt, um einen eindeutigen Beweis formulieren zu können. 

Bei Diabetikern wird Vitamin C in großen Mengen über den Urin ausgeschieden. Das Vitamin ist lebensnotwendig und wird über die gleichen Wege wie Zucker in die Zellen transportiert. Die Folge davon ist die geringere Aufnahme von Vitamin C, wenn der Blutzuckerspiegel erhöht ist. Wenn Vitamin C dagegen ausreichend aufgenommen wird, verbessern sich diejenigen Werte, die auch für den Blutzucker eine wichtige Rolle spielen. Auf diese Weise werden Wundheilung und Immunsystem von Diabetikern verbessert. 

Es kann zu unterschiedlichen Mangelerscheinungen bei Diabetikern kommen, wenn nicht ausreichend Vitamin C vom Körper aufgenommen wird. Ursache ist die Ausscheidung über den Urin durch das häufige Wasserlassen.

  • Müdigkeit
  • Depressionen
  • Körperliche Schwäche
  • Geschwächtes Immunsystem 

Vitamin D

Vitamin D wird durch die Haut über Sonnenstrahlen aufgenommen. Ein Mangel an Vitamin D ist gerade in unseren Breitengraden weit verbreitet. Der Grund dafür ist, dass die Sonne in der kühleren Jahreszeit von Oktober bis März selten scheint und so nur geringe Mengen der erforderlichen UVB-Strahlen auf die Sonne treffen. Ein Mangel an Vitamin D tritt häufig in Deutschland auf. Dabei sind Diabetiker beider Typen noch öfter betroffen, als gesunde Menschen. 

In Studien wurde herausgefunden, dass Mäuse mit einem defekten Vitamin D-Rezeptor eine unzureichende Produktion an Insulin vorweisen. Dadurch wird vermutet, dass ein Mangel an Vitamin D zu einer verringerten Produktion von Insulin führt und damit zu Problemen der effektiven Regulierung des Blutzuckers. 

Wissenswert!

Vitamin D übernimmt eine weitere Aufgabe: die Regulierung des Proteins Calbindin. Dieses befindet sich innerhalb der Insulin-produzierenden Pankreaszellen. Hier hilft es dabei, die Freisetzung von Insulin zu regulieren. Das Protein ist allerdings abhängig von Vitamin D, wodurch bei einem Mangel des Vitamins die Freisetzung von Insulin nicht ausreichend reguliert werden kann.

Es wurde eine Meta-Analyse aus 19 placebokontrollierten Studien mit insgesamt über 1374 Diabetes Typ 2-Patienten durchgeführt. Bereits eine kurzzeitige Einnahme von zusätzlichem Vitamin D zeigte positive Aspekte: Der Langzeitblutzucker, die Insulinresistenz und die Insulinmenge wurden verringert. Bei den Patienten, die Placebos einnahmen, gab es keine Veränderungen. Diabetes Typ 2 führt zu einer Resistenz von Insulin, worauf der Körper mit einer übermäßigen Insulinausschüttung reagiert. So soll der Zucker aus dem Blut in die Zellen geschafft werden. 

Zudem konnte in Studien nachgewiesen werden, dass Diabetiker, die ausreichend mit dem Vitamin D versorgt sind, insgesamt einen niedrigeren Blutzuckerspiegel, geringere Entzündungswerte und außerdem eine bessere Regulation des Blutzuckers haben. 

Die Ursache von Vitamin-D-Mangel ist zu wenig Sonnenlicht. Dadurch kann es zu Mangelerscheinungen und unterschiedlichen Symptomen bei Diabetikern kommen. Dazu gehören: 

  • Verminderte Insulinwirkung
  • Calcium-Mangel
  • Geschwächtes Immunsystem

Vitamin E

Mithilfe von Vitamin E werden Zellen vor oxidativem Stress geschützt. Auch schützt es die DNA, Proteine und Lipide vor oxidativen Schäden. Diabetes-Erkrankte haben einen höheren Bedarf an Antioxidantien wie beispielsweise Vitamin E. Sie speichern oft eine höhere Menge an Vitamin E im Vergleich zu gesunden Menschen im Gewebe. Dafür ist die Konzentration an Vitamin E im Blut deutlich geringer. 

Eine ausreichende Versorgung mit dem Vitamin kann bestimmte Blutzuckerwerte wie HbA1 verbessern. Insgesamt kann die Insulinresistenz verringert werden, ebenso wie die Verhinderung des Zusammenballens der Blutplättchen. 

In einer placebokontrollierten Studie wurde die Intervention mit Vitamin E untersucht. Zwei Gruppen mit jeweils 32 Personen wurden miteinander verglichen: Die einen wurden medikamentös behandelt, die anderen erhielten zusätzlich zu den Medikamenten Vitamin E. Nach 24 Monaten wurde festgestellt, dass die Gruppe, die zusätzlich Vitamin E erhielt, signifikant bessere Blutzuckerwerte, Gesamtcholesterin und verbesserte Werte für den diastolischen Blutdruck hatte. 

Welche Nahrungsergänzungen in Form von Mineralien/Pflanzenstoffen senken den Blutzuckerspiegel?

Auch die Einnahme von zusätzlichen Mineralien und Pflanzenstoffen kann dazu beitragen, den Blutzuckerspiegel zu senken. So können Diabetiker ihre Symptome oft mit natürlichen Stoffen bekämpfen und einen angenehmeren Lebensstil führen. 

Chrom

Chrom trägt dazu bei, einen normalen Stoffwechsel von Makronährstoffen aufrechtzuerhalten. Zudem hilft Chrom bei der Aufrechterhaltung eines normalen Blutzuckerspiegels. Dies wird bewerkstelligt durch die erhöhte Aktivität von Insulinrezeptoren durch Chrom.

Wissenswert!

Die wichtigen Funktionen von Chrom wurden mehrmals in unabhängigen klinischen Studien bewiesen. Die Schlussfolgerung der Forscher war, dass ein Mangel an Chrom zu einer Erkrankung von Diabetes Typ 2 führen kann.

  • Aufgenommen wird der Stoff durch unterschiedliche Nahrungsmittel wie Vollkorngetreide, Bohnen, Pilzen und Brokkoli. 
  • In einer Studie wurde nachgewiesen, dass die Einnahme von zusätzlichem Chrom über Chrom-Hefe den Langzeitblutzucker-Marker HbA1c an normalgewichtigen, jungen Menschen signifikant senken konnte. 
  • Eine weitere Studie mit Chromium-Trivalent konnte dagegen keine Verbesserung desselben Markers nach sich ziehen. Dennoch konnte eine deutliche Senkung des Nüchtern-Glukose-Spiegels gezeigt werden. 

Durchgeführt wurde eine weitere placebokontrollierte klinische Studie mit insgesamt 42 Diabetes Typ 2 erkrankten Personen. Im Vergleich zu der Gruppe, die Placebos einnahm, konnten bei denjenigen, die Chrom einnahmen, die Blutfettwerte wie LDL- und Gesamtcholesterin verbessert werden. 

Alpha-Liponsäure

Generell verbessert Alpha-Liponsäure die Aufnahme und Verstoffwechselung von Glukose in den Fettzellen und in der Skelettmuskulatur. Das geschieht, indem Glukosetransporter (GLUT1 und GLUT4) stärker an der Zellwand ausgeprägt werden. Zudem wird die Aktivität von Insulin-Rezeptoren erhöht, die selbst ebenfalls die Aufnahme von Glukose in die Zellen fördern. Insgesamt soll so weniger Glukose im Blutkreislauf zirkulieren, wodurch unerwünschte Reaktionen mit Proteinen unterbunden werden können. 

  • Es wurde eine Studie durchgeführt mit 135 Diabetikern des Typs 2. 
  • Davon erhielten 50 Betroffene 600 mg Alpha-Liponsäure pro Tag und weitere 50 Diabetiker ein Placebo. 
  • Die restlichen 35 Patienten bekamen keine Intervention und wurden nur beobachtet. Ebenfalls untersucht wurde in der Studie, wie sich die Entzündungswerte über den Zeitraum der Beobachtung verändern.

Es gibt gängige Marker wie C-reaktives Protein (CRP) und der Tumor-Nekrosefaktor (TNF-alpha), die bei der Untersuchung und Beobachtung von Entzündungsvorgängen erfasst werden. In der Gruppe, die Alpha-Liponsäure einnahm, blieb CRP unverändert. In beiden anderen Gruppen konnte ein erhöhter Wert des Markers entdeckt werden. TNF-alpha konnte durch die Einnahme von Alpha-Liponsäure leicht gesenkt werden. In den beiden anderen Gruppen erhöhte sich der Wert. Bei dieser Dosierung wurde kein Effekt in Bezug auf den Blutzucker festgestellt. 

Beta-Glukane

Beta-Glukane sind Ballaststoffe, die in erster Linie in Getreide enthalten sind. Beispiele wären Gerste oder Hafer. Sie tragen dazu bei, das Immunsystem zu regulieren, können die Verdauung anregen und besitzen eine cholesterinsenkende Wirkung. Daher wird es empfohlen, auf die Wahl an bestimmten Nahrungsmitteln zu achten: Besonders vom Verzehr von Hülsenfrüchten, Vollkornprodukten, Gemüse und Nüssen kann profitiert werden. 

Es konnte beobachtet werden, dass die positiven Eigenschaften solcher Ballaststoffe die Magenentleerung verzögert, was zu niedrigeren Blutzuckerspiegel führt. Ebenfalls konnte festgestellt werden, dass Beta-Glukane einen wichtigen Mechanismus im Zellzyklus (PI3K/Akt) fördern. Insulin wird bei Diabetes Typ 2 vermehrt ausgeschüttet. Dieses wird aktiviert und erschöpft den molekularen Weg im Energiestoffwechsel. Folglich können weniger Stammzellen dazu angeregt werden, sich weiterzuentwickeln. Im Umkehrschluss kann so also die natürliche Neubildung von Zellen verhindert werden. Die Einnahme von Beta-Glukanen kann diesen wichtigen Mechanismus der Zellentwicklung wieder regenerieren. 

Wissenswert!

Zusätzlich wurde eine Studie mit 20 Patienten, die alle erhöhte Cholesterinwerte aufwiesen, durchgeführt. Es konnte gezeigt werden, dass Beta-Glukane aus Hafer besser und effektiver als Beta-Glukane aus Weizen wirkten. In anderen klinischen Studien wirkte Beta-Glukane aus Gerste ähnlich positiv. Beim Kauf von Müsli sollte darauf geachtet werden, dass das Produkt Ballaststoffe aus vollwertigen Getreiden und Hülsenfrüchten enthält.

Zimt

Oft wird auch Zimt verwendet, um positive Effekte bei Diabetes zu erreichen. Zimt enthält Cumarine. Sie können den Blutdruck und den Cholesterinspiegel senken. Das größte Problem bei Diabetes Typ 2 ist die entstehende Insulinresistenz. In der Bauchspeicheldrüse sind Zellen vorhanden, die es nicht mehr schaffen, ausreichend Insulin, angepasst an den Blutzuckeranstieg, auszuschütten. Normal wird der Blutzucker so normalisiert. In unterschiedlichen Zellstudien konnte gezeigt werden, dass der Einsatz von Zimt die Insulinsensitivität der Zellen verbessern kann. 

Es wurde eine Meta-Analyse durchgeführt, in der insgesamt 16 Studien berücksichtigt und ausgewertet wurden. Untersucht wurden Diabetes Patienten des Typs 2 und teilweise auch Prä-Diabetes Patienten, ihnen wurde Zimt zur Einnahme gegeben. Beobachtet wurde primär der Nüchtern-Blutzucker. 

  • Im Vergleich zur Placebo-Gruppe konnte der Nüchtern-Blutzucker derjenigen, die Zimt einnahmen, signifikant gesenkt werden. 
  • Ein Teil der Studien untersuchte ebenfalls die Wirkung auf die Insulinresistenz. Auch hier konnten signifikante Verbesserungen beobachtet werden. 

Curcumin

Die Kurkuma-Wurzel ist in der Pflanzenheilkunde schon lange bekannt und gilt als besonders potent. Gerne findet sie in der indischen Küche Verwendung und gibt beispielsweise dem Currypulver seine typische, orange Farbe. In der Pflanze ist der Wirkstoff Curcumin enthalten, der für seine positiven Effekte bekannt ist.

Wissenswert!

Curcumin wird eine antioxidative, immunmodulierende und anti-entzündliche Wirkung nachgesagt. Diese Wirkungen sollen einen positiven Einfluss auf viele Organe und das Herz-Kreislaufsystem haben. Bereits in mehreren Studien konnte dies beobachtet werden.

Entgleisende Blutzucker- und Insulinspiegel ziehen zahlreiche Folgen nach sich. Darunter gehört das vermehrte Auftreten von Entzündungsprozessen und Schäden an Organen wie den Augen oder Nieren. Generell kann es dazu kommen, dass das Immunsystem eingeschränkt wird. 

In mehreren Studien wurden auf molekularer und zellulärer Ebene interessante Beobachtungen gemacht. Zellen wurden mit Curcumin behandelt, was zu einer Verringerung von zahlreichen Entzündungsmarkern wie TNF-Alpha oder Interleukin-6 führte. Auch die Biomarker für den Langzeitblutzucker konnten gesenkt werden. 

2018 wurde im Iran eine weitere placebokontrollierte Studie durchgeführt in Bezug auf die Wirkung von Curcumin-Supplementen. Behandelt wurden 100 Diabetes Typ 2-Patienten, wobei ihnen je 500 oder 1000 mg Curcumin verabreicht wurden. Parallel wurde ebenfalls Piperin eingenommen, um die Bioverfügbarkeit von Curcumin zu erhöhen. Die Teilnehmer mit der niedrigeren Dosierung hatten durchgehend signifikant positive Effekte auf den Blutzucker und die Entzündungsmarker. 

  • Der Entzündungsmarker CRP konnte gesenkt werden.
  • Auch die Werte für den Blutzucker und den Biomarker des Langzeitblutzuckers CRP wurden verringert. 

In der Gruppe mit der höheren Dosierung wurden die Auswirkungen auf andere Entzündungsmarker wie TNF-Alpha und die Peptidhormone wie Adiponektin und Leptin untersucht. Die Forscher kamen zu folgenden Ergebnissen:

  • Erhöhte Werte von Adiponektin und Leptin können das Risiko von Übergewicht und metabolischen Erkrankungen erhöhen. Durch die Einnahme von Curcumin konnten diese Werte signifikant verbessert werden.
  • Auch die oben bereits genannten Werte wie die Entzündungsmarker wurden verringert. 

Welche Lebensmittel sollte man bei Diabetes meiden?

Gerade die richtige Ernährung spielt bei Diabetes eine wichtige Rolle. Wer auf die Einnahme von gesunden Lebensmitteln achtet und Zucker meidet, kann seine Blutzuckerwerte langfristig deutlich verbessern. So können Symptome verringert werden, was zu einem gesünderen Leben führt. Wer von Diabetes und erhöhten Zuckerwerten betroffen ist, sollte auf folgende Lebensmittel in seiner Ernährung verzichten:

  • Frittierte Lebensmittel
  • Ranziges Fett wie oxidierte Pflanzenöle oder alte Butter
  • Fettiges Salatdressing
  • Chips
  • Backwaren
  • Isolierter Zucker
  • Süßigkeiten
  • WeißmehlprodukteWeißer Reis
Wissenswert!

Zu beachten ist es, dass es auch gesunde Fette gibt. Empfehlenswert sind beispielsweise Nüsse, Kerne, Olivenöl oder Avocados.

Welches Obst darf man bei Diabetes nicht essen?

Generell ist es ratsam, den Blutzuckerspiegel immer im Blick zu behalten. Die individuellen Reaktionen des Körpers auf die verschiedenen Obstsorten sollten beobachtet werden. 

  • Es sollte nur frisches Obst ohne Zusätze gegessen werden. 
  • Von tiefgekühltem Obst ist abzuraten. 
  • Außerdem kann der glykämische Index (GI) helfen, Obst besser einzuschätzen. Desto niedriger der GI, desto geeigneter das Lebensmittel. 
  • Bei Trockenobst gilt es, vorsichtig zu sein: Der Dörrvorgang führt dazu, dass den Früchten das Wasser entzogen wird, was den relativen Zuckeranteil erhöht. 
  • Smoothies und Säfte als Fertigprodukte enthalten oft zusätzlichen Zucker. Auch der natürliche Zuckeranteil ist in solchen Produkten problematisch für den Körper. Ballaststoffe können zerstört werden, was zu einer langsameren Aufnahme von Zucker führt. 
  • In Datteln, Bananen, Weintrauben und Ananas ist am meisten Zucker enthalten. Solche Früchte sollten von Diabetikern nur in Maßen genossen werden. 

Obst

Zucker insgesamt

(in g / 100 g)

Fruktose

(in g / 100 g) 

Kiwis

9

5

Birnen

10

7

Aprikosen

8

1

Bananen

17

3

Apfel (ungeschält)

10

6

Brombeeren

6

3

Erdbeeren

5

2

Heidelbeeren

6

3

Himbeeren

5

2

Rote Johannisbeeren

5

2

Kaki

16

8

Süßkirschen

13

6

Sauerkirschen

10

4

Ananas

12

2

Mandarinen

10

1

Mango

12

3

Pflaumen

9

2

Zitrone

3

1

Pfirsiche

8

1

Orangen

8

3

Preiselbeeren

6

3

Rhabarber

1

<1

Wassermelone

8

4

Tauben

15

7

Papayas

7

4

Nahrungsergänzungsmitteln bei Diabetes – Einnahmeempfehlungen

Die Einnahme von Nahrungsergänzungsmitteln kann neben gesunder Ernährung und ausreichender Bewegung die Symptomatik von Diabetes verringern und die Lebensqualität steigern. 

  • Vitamin D: individuell angepasst an persönlichem Vitamin-D-Spiegel
  • Vitamin B1: 100 mg
  • Vitamin B3: 100 mg
  • Vitamin B6: 100 mg
  • Vitamin B12: 50 µg oder 1000 µg
  • Vitamin C: bis 1000 mg
  • Vitamin E: 100 IE
  • Zink: 30 mg
  • Magnesium: 200 mg

Fazit: Zufuhr von zusätzlichen Nahrungsergänzungsmitteln und einer passenden Ernährung helfen, Blutzucker zu verringern

Die Einnahme von verschiedenen Stoffen kann dabei helfen, den Blutzucker zu senken, Symptome zu verringern und ein gesünderes Leben zu führen. Dazu gehört ebenfalls der Verzicht auf zuckerreiche Lebensmittel und ausreichende Bewegung für den Körper.

Chrom trägt zur Aufrechterhaltung eines gesunden, normalen Blutzuckerspiegels bei. Auch Zink kann helfen, Werte zu verbessern, da es sich auf die Bildung von Insulin und somit auf die Insulinresistenz auswirkt. Curcumin unterstützt die Bildung von Betazellen in der Bauchspeicheldrüse, die die Aufgabe der Produktion von Insulin übernehmen. Ballaststoffe wie Beta-Glucane verhindern den starken Anstieg des Blutzuckers nach einer Mahlzeit. 

Gegen Symptome wie diabetische Neuropathie kann die Einnahme von Alpha-Liponsäure helfen. Auch Vitamin D kann Diabetiker unterstützen, da es die Insulinwirkung verbessert und in Verdacht steht, das Fortschreiten der Diabetes Typ 2 Krankheit zu verlangsamen. 

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Purazell GmbH

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