Schilddrüse Aminosäuren: Kleine Bausteine, große Wirkung

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Schilddrüse Aminosäuren: Kleine Bausteine, große Wirkung

Aminosäuren sind die Grundbausteine von Eiweißen (Proteinen) und damit lebensnotwendig für den menschlichen Körper. Ohne sie könnten weder Muskeln, Enzyme, Hormone noch viele Botenstoffe gebildet werden. Auch die Schilddrüse ist darauf angewiesen, da Aminosäuren die strukturelle Basis für die Bildung und Wirkung der Schilddrüsenhormone liefern und wichtige Stoffwechselprozesse unterstützen.

Das Wichtigste in Kürze:

Was sind Aminosäuren?

Aminosäuren sind die Grundbausteine der Proteine und bestehen aus Kohlenstoff, Wasserstoff, Sauerstoff und Stickstoff. Sie verbinden sich zu langen Ketten, den Proteinen, die lebenswichtige Funktionen im Körper erfüllen, wie Muskelaufbau, Enzymfunktion, Hormonbildung und Immunabwehr. 

Von den rund 270 bekannten Aminosäuren spielen für den menschlichen Körper nur 20 eine zentrale Rolle: die sogenannten proteinogenen Aminosäuren, die im menschlichen Erbgut verankert sind und für nahezu alle biologischen Prozesse benötigt werden. 

Zwölf dieser Aminosäuren kann der Körper selbst herstellen. Die verbleibenden acht sind essenziell – sie lassen sich nicht eigenständig bilden und müssen daher, ähnlich wie Vitamine, regelmäßig über die Ernährung aufgenommen werden.

  • Nicht-essenzielle Aminosäuren: Die zehn nicht-essenziellen Aminosäuren (z. B. Glycin, Alanin, Tyrosin) kann der Körper selbst produzieren.
  • Essenzielle Aminosäuren: Der Körper kann sie nicht selbst herstellen (z. B. Leucin, Lysin, Tryptophan) und muss sie über die Nahrung (Fleisch, Fisch, Eier, Hülsenfrüchte, Nüsse) oder Nahrungsergänzung aufnehmen. 
  • Semi-essenzielle Aminosäuren: Werden aus essenziellen Aminosäuren vom Körper selbst gebildet, was die Herstellung nur möglich macht, wenn genug der spezifischen essenziellen Vorläuferaminosäure vorhanden ist.  

Aminosäuren können, mit Ausnahme von Glycin, in zwei spiegelbildlichen Formen vorkommen: der L-Form und der D-Form. Man kann sich das wie bei der linken und rechten Hand vorstellen: Sie sehen ähnlich aus, sind aber nicht identisch.

Für den menschlichen Körper ist fast ausschließlich die L-Form nutzbar. Nur diese natürliche Form wird für den Aufbau von Proteinen, Enzymen und Hormonen verwendet und kann korrekt in den Stoffwechsel eingebaut werden. Die D-Form kommt in der menschlichen Biologie kaum vor, kann vom Körper nicht richtig verwertet werden und wirkt in manchen Fällen sogar schädlich oder toxisch.

Deshalb ist es wichtig, dass Aminosäuren Nahrungsergänzungsmittel ausschließlich L-Aminosäuren enthalten, damit sie sicher sind und ihre gewünschte Wirkung im Körper entfalten können.

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Schon gewusst?

BCAA steht für branched-chain amino acids – auf Deutsch verzweigtkettige Aminosäuren. Dazu gehören Leucin, Isoleucin und Valin. BCAAs werden vor allem in der Muskulatur verstoffwechselt und spielen eine wichtige Rolle bei Muskelaufbau, Regeneration und Energieversorgung. 

Aminosäuren Wirkung Schilddrüse: Warum sind sie unerlässlich?

Aminosäuren sind für zahlreiche lebenswichtige Funktionen im Körper unverzichtbar. Sie werden für den Aufbau und die Erneuerung von Gewebe wie Muskeln, Haut und Organen benötigt und spielen eine zentrale Rolle bei der Bildung von Hormonen, darunter auch den Schilddrüsenhormonen

Überdies sind sie essenziell für Enzyme und nahezu alle Stoffwechselprozesse, für die Herstellung von Neurotransmittern, also Botenstoffen im Gehirn, sowie für ein funktionierendes Immunsystem und die körpereigenen Entgiftungsmechanismen.

Für die Schilddrüsenfunktion sind Aminosäuren besonders bedeutsam, da sie: 

  • die Grundstruktur der Schilddrüsenhormone bilden
  • indirekt die Hormonaktivierung und den Stoffwechsel unterstützen
  • Einfluss auf Entzündungsprozesse und Autoimmunreaktionen haben können

Kurz gesagt: Aminosäuren sind kleine Moleküle mit großer Wirkung – sie bilden die Basis für nahezu alle lebenswichtigen Prozesse im Körper.

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Tyrosin und Phenylalanin: Die zwei wichtigsten Aminosäuren für die Schilddrüse

Die Schilddrüse arbeitet nicht isoliert, sondern ist eng mit anderen Organen und Funktionen des Körpers vernetzt, darunter Leber, Herz, Blutdruckregulation, Haarwachstum und sogar dem Schlaf

Gerät eines dieser Systeme aus dem Gleichgewicht, kann sich das auch auf die Schilddrüse auswirken und umgekehrt. Dieses feine Zusammenspiel erklärt, warum Störungen selten nur ein einzelnes Organ betreffen. 

Aminosäuren spielen dabei eine zentrale Rolle, denn sie werden an vielen verschiedenen Stellen im Körper benötigt und bilden die Grundlage für Hormone, Enzyme und zahlreiche Stoffwechselprozesse.

Speziell für die Schilddrüse sind primär zwei Aminosäuren von Bedeutung:

  • Tyrosin ist die zentrale Aminosäure für die Schilddrüse: Aus ihr werden gemeinsam mit Jod die Schilddrüsenhormone T3 (Trijodthyronin) und T4 (Thyroxin) gebildet. Ohne ausreichend Tyrosin kann die Hormonproduktion nicht optimal ablaufen.
  • Phenylalanin spielt dabei eine unterstützende Rolle, denn der Körper wandelt diese essenzielle Aminosäure bei Bedarf in Tyrosin um. Damit trägt auch Phenylalanin indirekt zur Bildung und Stabilität der Schilddrüsenhormone bei.

Lysin Wirkung Schilddrüse: Sanfte Unterstützung bei Hashimoto

Lysin ist eine der acht essenziellen Aminosäuren, welche zwar nicht direkt an der Bildung von Schilddrüsenhormonen beteiligt ist, aber indirekt auf mehreren wichtigen Ebenen unterstützend wirkt

Eine ihrer Hauptaufgaben ist der Einbau in Proteine, also der Aufbau von Eiweißen, die für nahezu alle Stoffwechselprozesse notwendig sind. Auch Schilddrüsengewebe, Enzyme und Transportproteine sind auf eine ausreichende Versorgung mit Lysin angewiesen.

Darüber hinaus spielt Lysin eine zentrale Rolle bei der Kollagenbildung. Kollagen ist ein wichtiger Bestandteil von Bindegewebe, Blutgefäßen und Organstrukturen und trägt zur Stabilität und Regeneration des Körpers bei. Eine gut funktionierende Gewebestruktur ist auch für die Durchblutung und Versorgung der Schilddrüse von Bedeutung.

Ein weiterer wichtiger Aspekt ist die Unterstützung des Immunsystems. Da viele Schilddrüsenerkrankungen, wie Hashimoto-Thyreoiditis, autoimmun bedingt sind, kann eine stabile Immunfunktion indirekt dazu beitragen, entzündliche Prozesse zu regulieren. 

Histidin Schilddrüse Wirkung: Ein sensibles Zusammenspiel

Histidin ist eine semi-essenzielle Aminosäure, die zwar nicht direkt in Schilddrüsenhormone eingebaut wird, aber dennoch in einem wichtigen Zusammenhang mit der Schilddrüsenfunktion steht. 

Zum einen ist Histidin ein Baustein vieler körpereigener Proteine, zum anderen dient es als Vorläufer von Histamin, einem Botenstoff, der an Immunreaktionen, der Magensäureproduktion und Entzündungsprozessen beteiligt ist.

Gerade hier zeigt sich ein spannender Bezug zur Schilddrüse – insbesondere bei Hashimoto-Thyreoiditis:

→ Bei dieser Autoimmunerkrankung wird die Schilddrüse vom Immunsystem angegriffen, was häufig zu einer Schilddrüsenunterfunktion führt. 

→ In der Folge werden weniger Schilddrüsenhormone, wie Thyroxin (T4) und Trijodthyronin (T3) gebildet, die normalerweise den Stoffwechsel und viele Abbauprozesse im Körper steuern.

→ Ist die Schilddrüsenfunktion eingeschränkt, kann auch der Abbau von Histamin verlangsamt sein. 

→ Überschüssiges Histamin wird dann nicht mehr effizient abgebaut, reichert sich im Körper an und kann Symptome wie Kopfschmerzen, Hautreaktionen, Magen-Darm-Beschwerden oder Herzklopfen verstärken. 

Deshalb berichten Menschen mit Hashimoto vergleichsweise häufig über Beschwerden, wie sie bei einer Histaminunverträglichkeit üblich sind, oder eine Histaminintoleranz.

Histidin ist damit nicht nur ein wichtiger Baustein im Stoffwechsel, sondern auch relevant für die enge Wechselwirkung zwischen Immunsystem, Histaminstoffwechsel und Schilddrüsenfunktion.

L Threonin Schilddrüse: Stabilität für den Körper

Die Aminosäure L-Threonin ist wesentlich an der Proteinbildung beteiligt und trägt zur Lebergesundheit bei, einem zentralen Organ für Aktivierung und Abbau von Schilddrüsenhormonen. Zudem unterstützt Threonin das Immunsystem, was besonders relevant ist, da viele Schilddrüsenerkrankungen autoimmun bedingt sind.

Darüber hinaus ist L-Threonin, ähnlich wie Lysin, wichtig für die Bildung von Kollagen, den Erhalt gesunder Schleimhäute sowie die Produktion von Antikörpern. Auf diese Weise trägt es zur allgemeinen Körperhomöostase bei und schafft stabile Voraussetzungen für eine ausgeglichene Schilddrüsenfunktion.

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Aminosäuren Mangel Schilddrüse: Folgen & Risiken

Kurzfristig kann ein Mangel an essenziellen Aminosäuren paradoxerweise wie eine „aktivierte“ Schilddrüsenlage wirken: Die T3-Spiegel steigen an. Dieser Effekt dient jedoch nicht der Leistungssteigerung, sondern ist ein Notmechanismus, bei dem der Körper körpereigenes Protein, etwa aus der Muskulatur, mobilisiert, um lebenswichtige Funktionen aufrechtzuerhalten. 

Langfristig entsteht so ein kataboler Zustand, der den Stoffwechsel destabilisiert und die Schilddrüse belastet.

Studien (1) zeigten, dass eine sehr niedrige Proteinzufuhr (z. B. 0–8 % statt 20–23 % der Energiezufuhr) die Aktivität der Hypothalamus-Hypophysen-Schilddrüsen-Achse (HPT-Achse) dämpft: 

  • Die Bildung von TRH und TSH nimmt ab, die T3-Spiegel sinken, teils auch T4. 
  • Gleichzeitig steigt das appetitanregende Neuropeptid Y an, welches die Schilddrüsenaktivität zusätzlich hemmt. 
  • Die Folge ist ein gedrosselter Stoffwechsel.

Schwangere, Stillende & Schilddrüsenpatienten: Achtung vor Aminosäurenmangel für Risikogruppen 

Besonders kritisch ist Proteinmangel in sensiblen Lebensphasen wie Schwangerschaft und Stillzeit. Ein pränataler oder frühkindlicher Mangel kann die Entwicklung der Schilddrüse dauerhaft verändern, etwa durch kleinere Schilddrüsenfollikel und eine verzögerte Reifung (1). 

Später kann es zu metabolischen Störungen kommen. Teilweise zeigt sich im Erwachsenenalter sogar eine kompensatorische Hyperthyreose, weil der Körper versucht, die Defizite durch eine verstärkte Umwandlung von T4 zu T3 auszugleichen (1).

Problematisch wird Proteinmangel auch in Kombination mit anderen Faktoren. So kann er zusammen mit Jodexzess die Schilddrüse zusätzlich schädigen, Entzündungs- und Zelltodprozesse fördern und die Hormonspiegel weiter senken (1). 

Schon gewusst?

Jod ist zwar essenziell für die Bildung der Schilddrüsenhormone, doch zu viel Jod kann die Schilddrüse belasten oder krank machen, besonders bei bestehenden Schilddrüsenerkrankungen.

Umgekehrt zeigt sich: Kalorienreduktion bei ausreichender Proteinzufuhr senkt zwar T3, lässt T4 und TSH aber stabil – ein Hinweis darauf, wie wichtig Proteinqualität und -menge sind (1).

Aminosäurenmangel durch Schilddrüsenunterfunktion

Der gesamte Körper spürt die Auswirkungen einer heruntergefahrenen Schilddrüsenaktivität:

  • Verlangsamter Stoffwechsel: Gewichtszunahme, Kälteempfindlichkeit und geringerer Energieverbrauch
  • Müdigkeit und Erschöpfung: trotz ausreichendem Schlaf
  • Herz-Kreislauf-Veränderungen: langsamer Puls, erhöhter diastolischer Blutdruck
  • Veränderungen von Haut, Haaren und Nägeln: trockene Haut, Haarausfall, brüchige Nägel
  • Konzentrations- und Stimmungsschwankungen: Antriebslosigkeit, depressive Verstimmungen

Auch der Umgang des Körpers mit Aminosäuren verändert sich, wenn die Schilddrüse nicht richtig arbeitet. Dabei sind nicht alle Aminosäuren gleichermaßen betroffen. Die Veränderungen betreffen vor allem die BCAAs (3). 

Ist die Schilddrüsenfunktion hingegen normal, liegen diese Aminosäuren meist in höheren Konzentrationen vor (3).

Diese Veränderungen hängen eng mit dem Energieverbrauch und dem Körpergewicht zusammen, da BCAAs eine wichtige Rolle im Muskel- und Energiestoffwechsel spielen. 

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Wie können wir mit Aminosäuren die Schilddrüse unterstützen?

Eine gezielte Versorgung mit Aminosäuren kann ein wichtiger Baustein zur Unterstützung der Schilddrüse sein. Eine einseitige Ernährung führt jedoch häufig dazu, dass nicht alle essenziellen Aminosäuren in ausreichender Menge aufgenommen werden, da viele eiweißreiche Lebensmittel kein ausgewogenes Aminosäureprofil besitzen. 

In solchen Fällen kann eine gezielte Supplementierung sinnvoll sein. Aminosäuren stehen sowohl als Nahrungsergänzung in Tabletten- oder Pulverform als auch für spezielle medizinische Indikationen als Infusion zur Verfügung. 

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Welche Aminosäuren bei Schilddrüsenunterfunktion?

Um einer Schilddrüsenunterfunktion entgegenzuwirken, ist primär eine Steigerung der Schilddrüsenhormonproduktion von Bedeutung.

Bestimmte Aminosäuren wie Asparagin und Serin sind wichtig für die Bildung von TSH (Thyreoidea-stimulierendes Hormon) in der Hypophyse. Ohne ausreichend TSH erhält die Schilddrüse nicht das nötige Signal zur Hormonproduktion (2).

Andere Aminosäuren, insbesondere Valin, Leucin und Arginin, sind direkt an der Hormonbiosynthese in der Schilddrüse beteiligt (2).

Wie relevant diese Zusammenhänge sind, zeigte eindrücklich ein dokumentierter klinischer Fall (4): Ein 68-jähriger Patient entwickelte wiederholt eine primäre Hypothyreose, jedoch ausschließlich in Phasen schwerer Protein-Kalorien-Mangelernährung. Autoimmunerkrankungen, Jodmangel oder genetische Ursachen konnten ausgeschlossen werden.

Die Untersuchungen zeigten:

  • Vor Wiederernährung lagen sehr niedrige T3- und T4-Spiegel bei stark erhöhtem TSH vor, zusammen mit einem ausgeprägten Mangel an essenziellen Aminosäuren, insbesondere Phenylalanin und Tyrosin.
  • Bereits wenige Tage nach Beginn einer vollständigen Aminosäurezufuhr normalisierten sich die Schilddrüsenhormone deutlich – ohne zusätzliche Jodgabe.
  • Wurden Phenylalanin und Tyrosin gezielt wieder entzogen, sanken T4 und T3 erneut ab.
  • Nach erneuter Gabe dieser Aminosäuren stieg die Hormonproduktion rasch wieder an.

Diese Beobachtungen zeigen klar: Phenylalanin und Tyrosin sind strukturelle Vorläufer der Schilddrüsenhormone. Fehlen sie, drosselt die Schilddrüse aktiv ihre Hormonproduktion. Vermutlich handelt es sich dabei um einen Schutzmechanismus des Körpers, um Energie und Eiweiß zu sparen.

Kann man L Thyroxin und Aminosäuren gemeinsam einnehmen?

L-Thyroxin und Aminosäuren können grundsätzlich gemeinsam eingenommen werden, allerdings nicht zeitgleich. Der Einnahmezeitpunkt ist wichtig, damit die Wirkung von L-Thyroxin nicht beeinträchtigt wird.

L-Thyroxin wird im Dünndarm aufgenommen und reagiert empfindlich auf andere Nahrungsbestandteile. Aminosäuren, besonders in höherer Dosierung oder als Proteinmischung, können die Resorption von L-Thyroxin vermindern, wenn sie gleichzeitig eingenommen werden.

Praxistipps:

  1. L-Thyroxin morgens nüchtern, nur mit Wasser
  2. Mindestens 30–60 Minuten Abstand bis zum Frühstück
  3. Aminosäuren idealerweise später am Tag oder mit mindestens 2–4 Stunden Abstand zu L-Thyroxin

Wie kann man die Schilddrüse nachweislich noch unterstützen? 

Um die Schilddrüse in Balance zu bringen, braucht es einen Mix aus medizinischer Abklärung, gezielter Versorgung und Lebensstilfaktoren, die die Hormonregulation unterstützen. 

1. Schilddrüsenwerte prüfen und richtig behandeln

Der wichtigste Schritt ist immer die medizinische Basis:

  • TSH, fT3, fT4, TPO-AK, Tg-AK bestimmen lassen
  • Bei Unterfunktion ggf. L-Thyroxin einstellen
  • Bei Überfunktion je nach Ursache Thyreostatika, Betablocker oder weitere Therapie

Eine korrekt eingestellte Schilddrüse stabilisiert oft auch Energie, Stimmung und Stoffwechsel.

2. Ausreichend Jod, Selen, Eisen & Schilddrüsenvitamine

Ein ausgeglichenes Maß an Nährstoffen ist essenziell für die Schilddrüse. Ein Mangel kann die Hormonproduktion bremsen, ein Überschuss in manchen Fällen ebenfalls schaden.

  • Jod: nötig für die Hormonbildung.
  • Selen: wichtig für die Umwandlung von T4 zu T3 und zur Regulierung des Immunsystems.
  • Eisen/Ferritin: Ohne Eisen läuft die Produktion der Schilddrüsenhormone nicht optimal.
  • Schilddrüsen-Vitamine: Ein Vitamin B12-Mangel erhöht nachweislich das Risiko einer Schilddrüsenerkrankung und auch Vitamin A, K und D sind unerlässlich.
Schon gewusst?

Nährstoffe immer gezielt nach Blutwerten ergänzen, nicht blind. Viele Mineralstoffe und Vitamine bedingen ihre Wirksamkeit im Körper gegenseitig, weshalb eine gezielte, hochqualitative Schilddrüsen Nahrungsergänzung optimalerweise alle wichtigen Wirkstoffe vereinen sollte.

3. Stress reduzieren – Cortisol wirkt auf die Schilddrüse

Chronischer Stress dämpft die HPT-Achse und kann sowohl Unter- als auch Überfunktion verschlechtern. Hilfreich sind z. B.:

  • regelmäßige Bewegung (moderate Intensität)
  • Atemübungen
  • Meditation
  • Schlafoptimierung

Schon kleine Stressreduktionen können die Hormonregulation verbessern.

4. Entzündungen senken

Die Schilddrüse reagiert empfindlich auf stille Entzündungen.
Helfen können:

  • Wertvolle Omega-3-Fettsäuren, wie sie in Algenöl vorkommen
  • antioxidative Ernährung (viel Gemüse, Beeren, Kräuter)
  • weniger Zucker & hochverarbeitete Lebensmittel

5. Darmgesundheit stärken

Etwa 20 % der T4-zu-T3-Umwandlung passieren im Darm. Ein gesunder Darm kann daher die Schilddrüsenfunktion verbessern:

  • probiotika-reiche Lebensmittel, wie fermentiertes Gemüse
  • ausreichend Ballaststoffe
  • entzündungshemmende Ernährung

Nahrungsergänzungsmittel, die probiotische (aktive Bakterienkulturen) und präbiotische (Ballaststoffe als optimaler Nährgrund für die Kulturen) Inhalte vereinen, nennt man Synbiotika. Sie sind optimal für die Stärkung der Darmflora.

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Fazit: Schilddrüse stärken – Aminosäuren als Schlüsselbausteine 

Schilddrüsenhormone bestehen unter anderem aus Eiweißbausteinen, den sogenannten Aminosäuren. Eine zentrale Rolle spielt dabei Thyronin, das als strukturelles Grundelement der späteren Schilddrüsenhormone dient. 

Darüber hinaus sind weitere Aminosäuren an wichtigen Stoffwechselprozessen beteiligt, insbesondere an der Entgiftungsleistung des Körpers. Auf diesem Weg können sie indirekt auch den Verlauf von Autoimmunerkrankungen der Schilddrüse wie Hashimoto-Thyreoiditis oder Morbus Basedow beeinflussen.

Tyrosin & Phenylalanin → essenziell für die Bildung von Schilddrüsenhormon T3 und T4

Asparagin & Serin → essenziell für TSH-Produktion (Hypophyse)

Valin, Leucin & Arginin → essenziell für Hormonbiosynthese in der Schilddrüse

Eine ausgewogene Versorgung mit essenziellen Aminosäuren ist daher für die Schilddrüsenfunktion und den Gesamtstoffwechsel von Bedeutung. Bestehende Defizite lassen sich nach entsprechender Abklärung gezielt über die Ernährung oder sinnvoll eingesetzte Nahrungsergänzungsmittel ausgleichen.

FAQ – Häufig gestellte Fragen zu Schilddrüse Aminosäuren

Quellenverzeichnis:

(1) Pałkowska-Goździk E, Lachowicz K, Rosołowska-Huszcz D. Effects of Dietary Protein on Thyroid Axis Activity. Nutrients. 2017 Dec 22;10(1):5. doi: 10.3390/nu10010005. PMID: 29271877; PMCID: PMC5793233.

(2) Krishnamurthy HK, Reddy S, Jayaraman V, Krishna K, Song Q, Rajasekaran KE, Wang T, Bei K, Rajasekaran JJ. Effect of Micronutrients on Thyroid Parameters. J Thyroid Res. 2021 Sep 28;2021:1865483. doi: 10.1155/2021/1865483. PMID: 35140907; PMCID: PMC8820928.

(3) van der Boom T, Gruppen EG, Lefrandt JD, Connelly MA, Links TP, Dullaart RPF. Plasma branched chain amino acids are lower in short-term profound hypothyroidism and increase in response to thyroid hormone supplementation. Scand J Clin Lab Invest. 2020 Nov;80(7):562-566. doi: 10.1080/00365513.2020.1804610. Epub 2020 Aug 24. PMID: 32838571.

(4) Tahara, Y., Hirota, M., Shima, K., Kozu, S., Ikegami, H., Tanaka, A., Kumahara, Y., Amino, N., Hayashizaki, S., & Miyai, K. (1988). Primary hypothyroidism in an adult patient with protein-calorie malnutrition: A study of its mechanism and the effect of amino acid deficiency. Metabolism: Clinical and Experimental, 37(1), 9-14. 

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