Füße geschwollen bei Hitze, PMS & Co: Die Top 10 Gründe

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Füße geschwollen bei Hitze, PMS & Co: Die Top 10 Gründe

Die Liste an Gründen für geschwollene Füße reicht von harmlos bis hin zu einem akuten medizinischen Notfall. Das Erkennen der Unterschiede ist dabei nicht nur absolut essenziell für die direkte Vorgehensweise sondern auch, um aktiv vorzubeugen und den Auslöser gezielt zu vermeiden oder präventiv den Körper zu unterstützen.

Das Wichtigste in Kürze:

Wie entstehen dicke Füße – Was geschieht im Körper?

Dicke Füße entstehen in den meisten Fällen durch eine vermehrte Ansammlung von Flüssigkeit im Gewebe – medizinisch spricht man von Ödemen. Besonders häufig betroffen sind die Knöchelregion und der Spann, weshalb viele Betroffene über geschwollene Fußgelenke klagen. 

Der Grund liegt vor allem in der Schwerkraft: Flüssigkeit sammelt sich bevorzugt in den tiefsten Bereichen des Körpers, insbesondere wenn man lange sitzt oder steht.

Die Füße sind am weitesten vom Herzen entfernt. Das venöse Blut und die Lymphe müssen gegen die Schwerkraft nach oben transportiert werden. Wenn die Muskelpumpe (z. B. durch Bewegung) nicht aktiv genug arbeitet, sammelt sich Flüssigkeit leichter im Knöchelbereich.

Im Körper herrscht normalerweise ein fein abgestimmtes Gleichgewicht zwischen:

  • Hydrostatischem Druck: drückt Flüssigkeit aus den Blutgefäßen ins Gewebe
  • Onkotischem Druck: zieht Flüssigkeit – vor allem durch Eiweiße wie Albumin – wieder zurück in die Gefäße
  • Lymphabfluss: transportiert überschüssige Gewebsflüssigkeit ab

Gerät dieses Zusammenspiel aus dem Gleichgewicht, bleibt mehr Flüssigkeit im Zwischenzellraum zurück – die Folge sind sichtbare Schwellungen (1).

Neben den äußerlich erkennbaren Schwellungen berichten Betroffene häufig über ein Gefühl von Schwere, eingeschränkter Beweglichkeit oder ein unangenehmes Druckgefühl im betroffenen Bereich.

Wassereinlagerungen sind jedoch keine eigenständige Erkrankung, sondern ein Symptom, das darauf hinweist, dass der Flüssigkeitshaushalt im Körper verändert ist. Ihre genaue Einordnung hängt davon ab, wie ausgeprägt sie sind und wie lange sie bestehen.

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Geschwollene Füße Ursachen: Die Top 10 Auslöser

Geschwollene Füße sind ein häufiges Symptom, das viele Menschen zumindest zeitweise betrifft – ob nach einem langen Arbeitstag, auf Reisen oder ohne klar erkennbaren Anlass. Die Schwellung kann dabei leicht und vorübergehend sein oder regelmäßig auftreten und zunehmend belastender werden.

Typische Mechanismen hinter geschwollenen Füßen sind:

1. Probleme mit den Venen: Wenn das Blut nicht richtig aus den Beinen zurück zum Herzen fließt, kann sich Flüssigkeit im Gewebe ansammeln. Dazu gehören:

  • Chronische Venenschwäche (auch nach einer Thrombose)
  • Eine Einengung der Beckenvene, z. B. beim sogenannten May-Thurner-Syndrom

2. Störungen des Lymphsystems: Das Lymphsystem transportiert überschüssige Gewebsflüssigkeit ab. Funktioniert dieser Abfluss nicht ausreichend, entsteht ein Lymphödem.

  • Angeborenes (primäres) Lymphödem
  • Erworbene Formen, z. B. nach Thrombose oder Operation („Phlebolymphödem“)

3. Erkrankungen innerer Organe: Wenn Herz, Nieren oder Leber nicht richtig arbeiten, kann der Körper Flüssigkeit zurückhalten. Auch ein Mangel an Eiweiß im Blut (Hypoalbuminämie) begünstigt Wassereinlagerungen.

4. Weitere Einflussfaktoren

  • Bestimmte Medikamente (z. B. Kalziumkanalblocker oder Kortikosteroide)
  • Starkes Übergewicht und Bewegungsmangel
  • Neurologische Einschränkungen
  • Lipödem, seltene Überwuchssyndrome oder Tumorerkrankungen

Nr. 1: Fuß geschwollen und Schmerzen in der Schwangerschaft

Geschwollene Füße und Beine in der Schwangerschaft sind für viele Frauen kein ungewöhnliches Symptom – besonders ab dem zweiten und dritten Trimester. Durchschnittlich leiden 4 von 5 Frauen im Laufe ihrer Schwangerschaft unter Ödemen.

Hinter den Beschwerden steckt meist eine Kombination aus hormonellen Veränderungen, wachsendem Blutvolumen und mechanischem Druck durch die vergrößerte Gebärmutter.

Während der Schwangerschaft steigt das Blut- und Flüssigkeitsvolumen im Körper um bis zu 50 %. Dieses zusätzliche Volumen dient der Versorgung des Babys, belastet aber gleichzeitig das Gefäßsystem.

Zudem sorgt das Hormon Progesteron dafür, dass sich die Gefäßwände entspannen. Dadurch werden Venen weiter, das Blut fließt langsamer zurück zum Herzen – und Flüssigkeit kann leichter ins umliegende Gewebe austreten.

Hinzu kommt der Druck der wachsenden Gebärmutter auf die großen Beckenvenen. Der venöse Rückstrom aus den Beinen wird erschwert – die Folge: 

  • geschwollene Füße 
  • dicke Knöchel 
  • und manchmal auch sichtbare Wassereinlagerungen in den Händen.

Einige pflanzliche Wirkstoffe, die zur Unterstützung der Harnwege oder bei Wassereinlagerungen eingesetzt werden, sind während der Schwangerschaft nicht geeignet. Dazu gehören unter anderem:

  • Gotu Kola (Centella asiatica): Kann bei oraler Einnahme potenziell wehenfördernd (uterusstimulierend) wirken und steht im Verdacht, teratogene Effekte zu haben.
  • Rosskastanienextrakt: Wird in der Schwangerschaft nicht empfohlen, da keine ausreichenden Sicherheitsdaten vorliegen.
  • Kombinationspräparate (z. B. „Wasserwunder“) mit entsprechenden Inhaltsstoffen sollten daher ebenfalls vermieden werden.
Schon gewusst?

In der Schwangerschaft sollten pflanzliche Präparate grundsätzlich nur nach ärztlicher Rücksprache eingenommen werden – auch wenn sie als „natürlich“ gelten.

Nr. 2: Schwellung im Fuß beim Fliegen

Beim Sitzen über mehrere Stunden bleibt die sogenannte Muskelpumpe in den Waden weitgehend inaktiv. 

Normalerweise unterstützt sie den Rücktransport des Blutes aus den Beinen zurück zum Herzen. Wird sie kaum bewegt, versackt mehr Blut in den Beinvenen. Zusätzlich wirkt die Schwerkraft: Flüssigkeit sinkt in die tiefsten Körperregionen – also in Füße und Unterschenkel.

Ein weiterer Faktor ist der verminderte Kabinendruck im Flugzeug. Dieser kann dazu beitragen, dass Flüssigkeit leichter aus den Gefäßen ins umliegende Gewebe übertritt. Das Ergebnis: temporäre Wassereinlagerungen.

Wer ist besonders betroffen?

  • Menschen mit Venenschwäche
  • Schwangere
  • Personen mit Übergewicht
  • Ältere Reisende
  • Menschen, die wenig trinken oder sehr salzreich essen

In seltenen Fällen kann eine einseitige, schmerzhafte Schwellung auf eine Thrombose hinweisen. Treten zusätzlich Symptome wie starke Schmerzen, Rötung oder Atemnot auf, sollte umgehend ärztlicher Rat eingeholt werden.

Nr. 3: Fuß geschwollen und rot – Anzeichen einer Entzündung

Ist der Fuß nicht nur geschwollen, sondern zusätzlich gerötet, überwärmt und schmerzhaft, spricht vieles für eine entzündliche Ursache oder eine akute Verletzung. Während harmlose Wassereinlagerungen meist blass und weich erscheinen, deuten Rötung und Druckschmerz auf eine aktive Reaktion des Körpers hin.

Bei einer Entzündung erweitern sich die Blutgefäße, um Immunzellen schneller zum betroffenen Bereich zu transportieren. Gleichzeitig werden die Gefäßwände durchlässiger. Flüssigkeit tritt ins umliegende Gewebe aus – die typische Schwellung entsteht. Die verstärkte Durchblutung führt zur sichtbaren Rötung und zum Wärmegefühl.

Die häufigsten Auslöser sind:

  • Verstauchung oder Prellung
  • Überlastung durch Sport oder langes Gehen
  • Insektenstiche
  • Bakterielle Hautinfektionen (z. B. Zellulitis)
  • Gichtanfall (plötzlich einsetzende, starke Schmerzen – oft am Großzehengrundgelenk)
  • Venenentzündung

Ein geröteter, geschwollener Fuß ist also kein typisches „Wasserproblem“, sondern häufig ein Signal, dass der Körper aktiv auf eine Schädigung oder Reizung reagiert.

Nr. 4: Geschwollene Füße am Morgen – Ursache Lymphstau?

Normalerweise bilden sich Ödeme über Nacht zumindest teilweise zurück, da das Hochlagern der Beine den venösen und lymphatischen Rückfluss erleichtert. Bleibt die Schwellung jedoch trotz nächtlicher Entlastung bestehen, kann ein gestörter Lymphabfluss – also ein Lymphstau – dahinterstecken.

Ein Lymphödem entsteht, wenn das Lymphsystem überschüssige Gewebsflüssigkeit nicht mehr ausreichend abtransportieren kann. Weltweit sind über 200 Millionen Menschen betroffen. In westlichen Ländern tritt ein Lymphödem am häufigsten sekundär nach Krebsbehandlungen auf, insbesondere nach Brustkrebs. 

Ein primäres Lymphödem ist deutlich seltener (etwa 1:100.000), betrifft häufiger Frauen und beruht meist auf genetischen Ursachen. Sekundäre Lymphödeme sind insgesamt wesentlich häufiger und betreffen besonders oft die unteren Extremitäten.

  • Primäres Lymphödem: Das primäre Lymphödem ist genetisch bedingt, häufig autosomal-dominant vererbt. Ursächlich ist meist eine Unterentwicklung oder Funktionsstörung der lymphatischen Gefäße.
  • Sekundäres Lymphödem: Das sekundäre Lymphödem entsteht durch eine Schädigung zuvor normaler Lymphbahnen. Häufige Ursachen sind Infektionen, insbesondere Filariose, Tumorchirurgie und Bestrahlung, chronische venöse Insuffizienz, Podokoniose, Adipositas, Traumata, Operationen oder wiederholte Entzündungen

Typische Beschwerden sind:

  • Schwere- und Spannungsgefühl
  • anfänglich weiche, eindrückbare Schwellung (pitting)
  • im Verlauf zunehmende Verhärtung mit fibrotischer, nicht mehr eindrückbarer Haut (non-pitting)

Charakteristisch ist das Kaposy-Stemmer-Zeichen: Die Hautfalte über der zweiten Zehe lässt sich nicht mehr anheben.

Geschwollene Füße am Morgen können somit ein Hinweis auf einen chronischen Lymphstau sein – insbesondere dann, wenn die Schwellung dauerhaft besteht und sich durch Hochlagern nicht deutlich verbessert. Eine frühzeitige Diagnostik ist wichtig, da unbehandelte Lymphödeme fortschreiten und strukturelle Gewebeveränderungen verursachen können.

Nr. 5: Wassereinlagerungen nach Sport

Geschwollene Füße oder Fußgelenke nach dem Sport sind in vielen Fällen eine normale Reaktion des Körpers – besonders nach intensiven, ungewohnten oder sehr langen Belastungen wie Laufen, Wandern oder Krafttraining.

Mehrere physiologische Prozesse spielen dabei zusammen:

1. Erhöhte Durchblutung und Gefäßdurchlässigkeit: Während körperlicher Aktivität steigt die Durchblutung der Muskulatur deutlich an. Gleichzeitig werden vermehrt Stoffwechselprodukte gebildet. Die feinen Blutgefäße (Kapillaren) werden etwas durchlässiger, sodass Flüssigkeit ins umliegende Gewebe übertreten kann.

2. Mikroverletzungen im Muskelgewebe: Vor allem bei intensiver oder ungewohnter Belastung entstehen kleinste Muskelfaserrisse. Diese lösen eine lokale Entzündungsreaktion aus – ein natürlicher Reparaturprozess. Dabei wird vorübergehend Flüssigkeit ins Gewebe eingelagert, was sich als Schwellung oder Spannungsgefühl bemerkbar machen kann.

3. Längere Belastung in aufrechter Position: Bei langen Läufen oder Wanderungen wirkt die Schwerkraft über Stunden auf die unteren Extremitäten. Wenn der venöse und lymphatische Rückfluss an seine Grenzen kommt, können sich Flüssigkeitsansammlungen in Füßen und Knöcheln bilden.

4. Salz- und Flüssigkeitshaushalt: Starkes Schwitzen verändert den Elektrolythaushalt. Wird im Anschluss sehr viel Flüssigkeit aufgenommen – insbesondere natriumarm –, kann es vorübergehend zu Verschiebungen im Flüssigkeitsgleichgewicht kommen.

Nr. 6: Hitze kann geschwollene, schmerzende Füße auslösen

An heißen Tagen klagen viele Menschen über geschwollene und spannende Füße oder Knöchel. Der Grund dafür liegt in einer ganz normalen Reaktion des Körpers auf hohe Temperaturen.

In der Regel sind hitzebedingte Wassereinlagerungen harmlos und verschwinden wieder, sobald die Temperaturen sinken oder die Beine entlastet werden. 

Was passiert bei Hitze im Körper?

1. Erweiterung der Blutgefäße (Vasodilatation): Um überschüssige Wärme abzugeben, erweitert der Körper die Blutgefäße – besonders in der Haut. Dadurch fließt mehr Blut in die Peripherie, also auch in Füße und Unterschenkel. Der Gefäßdruck steigt lokal an, und Flüssigkeit kann leichter ins umliegende Gewebe austreten.

2. Verlangsamter Rücktransport: Wenn zusätzlich langes Stehen oder Sitzen dazukommt, wird der venöse Rückfluss zum Herzen erschwert. Die Muskelpumpe der Waden ist dann weniger aktiv – Flüssigkeit „versackt“ regelrecht in den unteren Extremitäten.

3. Einfluss auf den Elektrolythaushalt: Starkes Schwitzen, wie beim Sport, verändert das Verhältnis von Wasser und Elektrolyten im Körper. Wird nicht ausreichend oder unausgewogen getrunken, kann das die Flüssigkeitsverteilung zusätzlich beeinflussen.

Nr. 7: falsche Ernährung – Wie Salz, Zucker & Fett den Wasserhaushalt verwirren

Unsere tägliche Ernährung beeinflusst den Flüssigkeitshaushalt stärker, als vielen bewusst ist. Bestimmte Nahrungsbestandteile können dazu führen, dass der Körper vermehrt Wasser einlagert – besonders in Füßen, Knöcheln und Unterschenkeln.

Natrium ist der wichtigste Regulator des extrazellulären Flüssigkeitsraums. Wird über längere Zeit sehr salzreich gegessen, steigt die Natriumkonzentration im Körper – und Wasser wird gebunden, um dieses Gleichgewicht auszugleichen.

Die Folge:

  • vermehrte Wasserspeicherung im Gewebe
  • geschwollene Füße oder Knöchel
  • Spannungsgefühl

Besonders problematisch sind stark verarbeitete Lebensmittel wie Fertiggerichte, Wurstwaren, Snacks oder salzige Backwaren – oft enthalten sie deutlich mehr Salz und entzündungsfördernde Fette als erwartet.

Auch Kohlenhydrate spielen eine Rolle. Sie werden im Körper als Glykogen gespeichert – vor allem in Muskeln und Leber. Entscheidend dabei: Jedes Gramm Glykogen bindet mehrere Gramm Wasser.

Eine sehr zucker- oder kohlenhydratreiche Ernährung kann daher kurzfristig zu einer erhöhten Wasserspeicherung führen. Das erklärt auch, warum bei einer Ernährungsumstellung (z. B. Reduktion von Zucker) häufig rasch „Wassergewicht“ verloren geht.

Zusätzlich fördern starke Blutzuckerschwankungen eine vermehrte Insulinausschüttung – und Insulin kann die Natriumrückhaltung in den Nieren und damit Wassereinlagerungen begünstigen.

Nr. 8: Zu wenig trinken führt paradoxerweise zu Wassereinlagerungen

Es klingt widersprüchlich – doch wer dauerhaft zu wenig trinkt, kann Wassereinlagerungen sogar begünstigen. Der Grund liegt in den fein abgestimmten Regulationsmechanismen unseres Körpers.

Sinkt die Flüssigkeitszufuhr, registrieren spezielle Rezeptoren im Gehirn und in den Nieren ein verringertes Blutvolumen oder eine erhöhte Konzentration gelöster Stoffe im Blut. Daraufhin werden Hormone aktiviert, vor allem:

  • ADH (antidiuretisches Hormon) → reduziert die Urinausscheidung
  • Renin-Angiotensin-Aldosteron-System → fördert Natrium- und damit Wasser-Rückhaltung

Das Ziel ist sinnvoll: lebenswichtige Organe sollen ausreichend durchblutet bleiben. Doch diese Anpassung hat einen Nebeneffekt – der Körper hält Wasser zurück, statt es auszuscheiden.

Bei chronisch niedriger Trinkmenge:

  • sinkt das Urinvolumen
  • steigt die Urinkonzentration
  • nimmt die Wasserrückhaltung zu

Studien zeigen (2), dass eine erhöhte Wasserzufuhr die Harnausscheidung deutlich steigern und Marker der Nierenwasserrückhaltung senken kann. Der Körper „lässt los“, wenn er ausreichend versorgt wird.

Wenn zusätzlich Faktoren wie langes Sitzen, Hitze oder eine venöse Schwäche hinzukommen, kann die zurückgehaltene Flüssigkeit bevorzugt in den unteren Extremitäten sichtbar werden – die Füße wirken geschwollen oder spannen.

Nr. 9: Nieren- & Lebererkrankungen können Ödeme verursachen

Ödeme können harmlos sein – sie können aber auch ein Hinweis auf eine ernsthafte Grunderkrankung sein. Besteht der Verdacht auf eine Organbeteiligung, gibt es zusätzliche Warnzeichen, wie:

  • rasch zunehmende Schwellungen
  • schaumiger Urin
  • Atemnot
  • deutliche Gewichtszunahme in kurzer Zeit
  • bekannte Herz-, Nieren- oder Lebererkrankungen in der Familie

Besonders Nieren und Leber spielen eine zentrale Rolle im Flüssigkeitshaushalt. Die Nieren regulieren, wie viel Wasser und Natrium ausgeschieden oder im Körper behalten wird. 

Bei einer eingeschränkten Nierenfunktion kann es zu verminderter Wasserausscheidung, Natriumretention und Eiweißverlust über den Urin (z. B. beim nephrotischen Syndrom) kommen.

Vor allem der Verlust von Albumin ist entscheidend: Dieses Bluteiweiß sorgt normalerweise dafür, dass Flüssigkeit in den Gefäßen bleibt (onkotischer Druck). Sinkt der Albuminspiegel, tritt vermehrt Wasser ins Gewebe über – Ödeme entstehen, häufig zuerst an Füßen, Unterschenkeln oder Augenlidern.

Die Leber produziert ebenfalls Albumin. Bei chronischen Lebererkrankungen (z. B. Leberzirrhose) sinkt die Eiweißproduktion. Gleichzeitig steigt der Druck im Pfortadersystem (portale Hypertension) und es kann zur Ödembildung kommen.

Nr. 10: Venöse Insuffizienz kann die Füße anschwellen lassen

Eine chronisch-venöse Insuffizienz (CVI) – umgangssprachlich Venenschwäche – gehört zu den häufigsten Ursachen für dauerhaft oder wiederkehrend geschwollene Füße und Knöchel. Besonders betroffen sind Menschen, die viel stehen oder sitzen, sowie Personen mit genetischer Veranlagung zu Venenproblemen.

In gesunden Beinvenen sorgen Venenklappen dafür, dass das Blut entgegen der Schwerkraft zum Herzen zurückfließt. Schließen diese Klappen nicht mehr richtig, staut sich ein Teil des Blutes in den Beinvenen.

So entstehen Ödeme – sichtbare Wassereinlagerungen an Füßen, Knöcheln oder Unterschenkeln.

Neben der Schwellung treten häufig weitere Symptome auf:

  • schwere, müde Beine
  • Spannungs- oder Druckgefühl
  • Schmerzen nach Belastung
  • sichtbare Krampfadern
  • bräunliche Hautverfärbungen im Knöchelbereich

In fortgeschrittenen Stadien kann es zu Hautverdickungen oder schlecht heilenden Wunden kommen.

Füße geschwollen – Was tun?

Entscheidend ist, die körpereigenen Regulationssysteme zu stärken. Gesunde Venen, aktive Muskeln und ein ausgeglichener Wasserhaushalt lassen sich im Alltag gezielt unterstützen – und das beginnt mit ausreichender Flüssigkeitszufuhr. 

Wer regelmäßig genug trinkt, übermäßig natriumreiche Nahrung vermeidet und auf ein gesundes Körpergewicht achtet, signalisiert dem Körper, dass keine Mangelsituation besteht – die Tendenz zur Wasserrückhaltung kann dadurch reduziert werden.

Brennnesseltee kann durch seine milde diuretische Wirkung eine sinnvolle Ergänzung sein, ersetzt jedoch nicht die Basis: Für die meisten Erwachsenen gelten rund 1,5–2 Liter Flüssigkeit pro Tag als Mindestmenge – bei Hitze oder Bewegung entsprechend mehr. Zusätzlich können wasserreiche Lebensmittel unterstützend wirken, indem sie zur täglichen Hydration beitragen und so die natürliche Flüssigkeitsregulation fördern.

Neben Brennnessel bietet die Natur noch weitere Wirkstoffe, die sowohl die Venen als auch den Wasserhaushalt positiv unterstützen:

  • Löwenzahn steigert mild die Urinausscheidung und enthält Kalium, was Elektrolytverluste ausgleichen kann (3).
  • Ackerschachtelhalm zeigte in Studien (4) eine deutliche, gut verträgliche diuretische Wirkung – vergleichbar mit leichten Diuretika.
  • Rosskastanie wirkt venentonisierend und reduzierte Unterschenkelödeme ähnlich effektiv wie Kompressionsstrümpfe (5).
  • Centella asiatica verbessert Venentonus und mindert Schweregefühl sowie Schwellungen (6).
  • Hydroxyethyl-Rutoside (Rutin-Derivate) senken nachweislich Knöchelödeme und lindern venöse Beschwerden deutlich (7).

Pflanzliche Wirkstoffe können bei funktionellen oder venös bedingten Ödemen sinnvoll unterstützen. Sie ersetzen jedoch keine ärztliche Therapie bei schweren Ursachen wie Herz-, Nieren- oder Lebererkrankungen.

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Fazit: Geschwollene Füße ernst nehmen & richtig handeln

Geschwollene Füße sind kein eigenständiges Problem, sondern ein Symptom – und damit ein Hinweis darauf, dass im Körper etwas aus dem Gleichgewicht geraten ist. Mal sind es harmlose Auslöser wie Hitze, langes Sitzen oder hormonelle Schwankungen, mal stecken venöse, lymphatische oder systemische Ursachen dahinter. Entscheidend ist, die Schwellung richtig einzuordnen und entsprechend zu reagieren.

In vielen Fällen lassen sich Beschwerden bereits durch einfache Maßnahmen deutlich verbessern:

✅ Beine regelmäßig hochlagern

✅ Ausreichend trinken

✅ Salzreiche und stark verarbeitete Lebensmittel reduzieren

✅ Bewegung in den Alltag integrieren (Wadenmuskelpumpe aktivieren)

✅ Auf ein gesundes Körpergewicht achten

✅ Bei Bedarf Kompressionsstrümpfe tragen

Gerade bei chronischen Beschwerden wie venöser Insuffizienz oder Lymphstau kann eine frühzeitige Behandlung langfristige Folgeschäden verhindern. Pflanzliche Präparate, gezielte Bewegungstherapie oder Kompression können unterstützend wirken – ersetzen jedoch keine medizinische Diagnostik bei unklaren oder schweren Verläufen.

FAQ – Häufig gestellte Fragen

Quellenverzeichnis:

(1) Scherer K, Khilnani N. Evaluation and Management of Patients with Leg Swelling: Therapeutic Options for Venous Disease and Lymphedema. Semin Intervent Radiol. 2021 Jun;38(2):189-193. doi: 10.1055/s-0041-1727162. Epub 2021 Jun 3. PMID: 34108805; PMCID: PMC8175104.

(2) Hahn RG. Effects of diet, habitual water intake and increased hydration on body fluid volumes and urinary analysis of renal fluid retention in healthy volunteers. Eur J Nutr. 2021 Mar;60(2):691-702. doi: 10.1007/s00394-020-02275-4. Epub 2020 May 19. PMID: 32430554; PMCID: PMC7900032.

(3) Clare BA, Conroy RS, Spelman K. The diuretic effect in human subjects of an extract of Taraxacum officinale folium over a single day. J Altern Complement Med. 2009 Aug;15(8):929-34. doi: 10.1089/acm.2008.0152. PMID: 19678785; PMCID: PMC3155102.

(4) Carneiro DM, Freire RC, Honório TC, Zoghaib I, Cardoso FF, Tresvenzol LM, de Paula JR, Sousa AL, Jardim PC, da Cunha LC. Randomized, Double-Blind Clinical Trial to Assess the Acute Diuretic Effect of Equisetum arvense (Field Horsetail) in Healthy Volunteers. Evid Based Complement Alternat Med. 2014;2014:760683. doi: 10.1155/2014/760683. Epub 2014 Mar 4. PMID: 24723963; PMCID: PMC3960516.

(5) Diehm C, Trampisch HJ, Lange S, Schmidt C. Comparison of leg compression stocking and oral horse-chestnut seed extract therapy in patients with chronic venous insufficiency. Lancet. 1996 Feb 3;347(8997):292-4. doi: 10.1016/s0140-6736(96)90467-5. PMID: 8569363.

(6) Pointel JP, Boccalon H, Cloarec M, Ledevehat C, Joubert M. Titrated extract of Centella asiatica (TECA) in the treatment of venous insufficiency of the lower limbs. Angiology. 1987 Jan;38(1 Pt 1):46-50. doi: 10.1177/000331978703800106. PMID: 3544968.

(7) Cesarone MR, Belcaro G, Pellegrini L, Ledda A, Di Renzo A, Vinciguerra G, Ricci A, Gizzi G, Ippolito E, Fano F, Dugall M, Acerbi G, Cacchio M. HR, 0-(beta-hydroxyethyl)-rutosides, in comparison with diosmin+hesperidin in chronic venous insufficiency and venous microangiopathy: an independent, prospective, comparative registry study. Angiology. 2005 Jan-Feb;56(1):1-8. doi: 10.1177/000331970505600101. PMID: 15678250.

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