7 effektive Tipps: So kannst du deinen Körper entwässern

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7 effektive Tipps: So kannst du deinen Körper entwässern

Es gibt zahlreiche Hausmittel gegen Wasser in den Beinen. Wechselduschen sollen die Durchblutung anregen, das Einreiben mit Apfelessig bei Wassereinlagerungen den Abtransport überschüssiger Flüssigkeit unterstützen. Doch was davon wirkt tatsächlich? Aktuelle wissenschaftliche Untersuchungen liefern Antworten darauf – und wir stellen die 7 am besten wissenschaftlich getesteten Mittel vor, um überschüssiges Wasser aus dem Körper zu bekommen.

Das Wichtigste in Kürze:

Was sind eigentlich Wassereinlagerungen?

Wassereinlagerungen – in der Medizin als Ödeme bezeichnet – entstehen, wenn sich vermehrt Flüssigkeit im Gewebe zwischen den Körperzellen ansammelt. Dieser Bereich wird als Interstitium bezeichnet und dient normalerweise als Austauschraum für Nährstoffe und Flüssigkeit.

Unter physiologischen Bedingungen herrscht ein dynamisches Gleichgewicht: Flüssigkeit tritt aus den Kapillaren ins Gewebe über und wird anschließend wieder in die Gefäße oder über das Lymphsystem abtransportiert. Reguliert wird dieser Prozess durch den Gefäßdruck, die Eiweißkonzentration im Blut sowie die Funktion des Lymphsystems.

Wird dieses fein abgestimmte System gestört, etwa durch erhöhten Venendruck, Eiweißmangel oder einen beeinträchtigten Lymphabfluss, verbleibt mehr Flüssigkeit im Gewebe als üblich. Die Folge sind sicht- oder tastbare Schwellungen.

Besonders häufig zeigen sich Ödeme während der Schwangerschaft oder an heißen Tagen. Dann machen sie sich meist zuerst bemerkbar an:

  • Unterschenkeln
  • Füßen
  • Knöcheln
  • Händen

Typische Anzeichen sind ein Spannungs- oder Schweregefühl, geschwollene Haut sowie Druckempfindlichkeit. Charakteristisch ist das sogenannte „Pitting“ oder Dellenzeichen: Nach Fingerdruck bleibt vorübergehend eine sichtbare Eindellung zurück.

Ödeme können lokal begrenzt sein oder größere Körperregionen betreffen. Sie entwickeln sich teils schleichend über einen längeren Zeitraum, können jedoch auch akut auftreten. Neben der sichtbaren Schwellung berichten Betroffene häufig über eingeschränkte Beweglichkeit oder ein unangenehmes Druckgefühl im betroffenen Areal.

Wichtig ist: Wassereinlagerungen stellen keine eigenständige Erkrankung dar, sondern ein Symptom. Sie weisen darauf hin, dass der Flüssigkeitshaushalt im Körper aus dem Gleichgewicht geraten ist. Die medizinische Bedeutung hängt von Lokalisation, Ausprägung, Begleitsymptomen und Dauer ab.

Wassereinlagerungen: So bekommst du Wasser aus dem Körper gespült

Wassereinlagerungen entstehen, wenn sich mehr Flüssigkeit im Gewebe ansammelt, als der Körper wieder abtransportieren kann. Das passiert nicht zufällig – meist steckt eine bestimmte körperliche Ursache dahinter. Um Wasser gezielt „aus dem Körper zu spülen“, muss man daher verstehen, warum es sich überhaupt eingelagert hat.

Die häufigsten Ursachen lassen sich in fünf verständliche Hauptgruppen einteilen:

  • Zu hoher Druck in den Blutgefäßen: Wenn der Druck in den Venen steigt, wird mehr Flüssigkeit ins umliegende Gewebe gedrückt. Gerade bei geschwollenen Beinen steckt häufig ein erhöhter Venendruck dahinter.
  • Zu wenig Eiweiß im Blut: Ein bestimmtes Bluteiweiß (Albumin) hilft normalerweise dabei, Flüssigkeit in den Gefäßen zu halten. Ist davon zu wenig vorhanden, tritt Wasser leichter ins Gewebe über.
  • Entzündungen oder allergische Reaktionen: Bei Entzündungen werden die Gefäßwände „durchlässiger“. Dadurch kann Flüssigkeit leichter ins Gewebe austreten. 
  • Gestörter Lymphabfluss: Das Lymphsystem funktioniert wie ein Drainagesystem für überschüssige Gewebsflüssigkeit. Ist dieser Abfluss blockiert, bleibt Flüssigkeit zurück. 
  • Medikamente: Auch manche Medikamente können Wassereinlagerungen begünstigen. 

Bei Wassereinlagerungen ist es entscheidend, zwischen der Behandlung der Ursache und der Behandlung des Symptoms zu unterscheiden. Grundsätzlich wird die Therapie in zwei Bereiche unterteilt.

Liegt eine Grunderkrankung vor, muss diese gezielt behandelt werden. Bei Herz-, Leber- oder Nierenerkrankungen kommen häufig harntreibende Medikamente (Diuretika) zum Einsatz, die die Flüssigkeitsausscheidung über die Nieren erhöhen. 

Bei einer Thrombose werden blutverdünnende Medikamente verordnet, um das Gefäß wieder durchlässig zu machen und Komplikationen zu vermeiden. Handelt es sich um ein Lymphödem, stehen physikalische Maßnahmen wie Lymphdrainage, Kompression und gezielte Bewegung im Vordergrund. 

Bei venösen Beschwerden helfen insbesondere Kompressionsstrümpfe sowie das regelmäßige Hochlagern der Beine, um den Rückfluss des Blutes zum Herzen zu verbessern. 

Schon gewusst?

In bestimmten Situationen – etwa bei schwerer Lebererkrankung – darf eine Entwässerung nur langsam und kontrolliert erfolgen, da sonst Kreislaufprobleme auftreten können.

Neben der ursachenorientierten Therapie spielt auch die Behandlung des Symptoms eine wichtige Rolle. Unterstützende Maßnahmen können helfen, die Schwellung zu lindern und den Körper bei der Regulation des Flüssigkeitshaushalts zu unterstützen. 

Dazu gehören das regelmäßige Hochlagern der Beine, Bewegung zur Aktivierung der Wadenmuskelpumpe, das Tragen von Kompressionsstrümpfen sowie eine salzbewusste Ernährung. 

Neben verschreibungspflichtigen Medikamenten zeigen aktuelle Untersuchungen, dass auch sanfte, nicht verschreibungspflichtige Ansätze das Gefäßsystem, die Mikrozirkulation und die natürliche Entwässerung unterstützen können – insbesondere bei leichten oder funktionellen Wassereinlagerungen.

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Körper entwässern natürlich: 6 Pflanzen mit nachgewiesener Wirkung bei Wassereinlagerungen

Wer den Körper natürlich entwässern möchte, kann auf pflanzliche Wirkstoffe zurückgreifen, deren Effekte in Studien untersucht wurden. Grundsätzlich setzen Heilpflanzen bei Wassereinlagerungen auf zwei Ebenen an:

  1. Förderung der Harnausscheidung – überschüssige Flüssigkeit wird über die Nieren ausgeschieden.
  2. Stärkung der Venenfunktion und Mikrozirkulation – der Rückfluss des Blutes wird verbessert und weniger Flüssigkeit tritt ins Gewebe aus.

Wichtig zu beachten ist dabei jedoch: Pflanzliche Präparate ersetzen bei schweren Ursachen wie Herz-, Nieren- oder Lebererkrankungen keine ärztliche Therapie. Bei funktionellen oder venös bedingten Ödemen können sie jedoch eine wissenschaftlich untersuchte und gut verträgliche Unterstützung darstellen.

1. Löwenzahn (Taraxacum officinale) – milde Diurese

Löwenzahn ist ein klassisches Heilkraut mit harntreibender Wirkung. In einer Pilotstudie (2) erhöhte ein ethanolischer Blätterextrakt bei gesunden Frauen die Urinfrequenz signifikant – von durchschnittlich 8 auf 9 Toilettengänge pro Tag. Besonders in den Stunden nach der Einnahme zeigte sich eine gesteigerte Flüssigkeitsausscheidung, ohne relevante Nebenwirkungen.

Ein Vorteil: Löwenzahn enthält natürlicherweise Kalium und Magnesium. Dadurch könnten typische Elektrolytverluste, wie sie bei synthetischen Diuretika auftreten, teilweise abgefedert werden. Die Studienlage spricht für eine milde, zeitlich begrenzte entwässernde Wirkung.

2. Ackerschachtelhalm (Equisetum arvense) – pflanzlich, aber stark

Ackerschachtelhalm, auch Zinnkraut genannt, zeigte in einer randomisierten, doppelblinden Crossover-Studie (5) eine signifikant negative Flüssigkeitsbilanz von −322 ml pro 24 Stunden. Damit war die Wirkung statistisch vergleichbar mit dem synthetischen Diuretikum Hydrochlorothiazid (−232 ml).

Bemerkenswert: Es kam zu keiner relevanten Veränderung der Natrium- oder Kaliumausscheidung – ein Problem, das häufig mit erhöhter Wasserausscheidung einhergeht. Der Extrakt wurde gut vertragen und bestätigte seine traditionelle Anwendung als pflanzliches Diuretikum.

3. Brennnessel (Urtica dioica) – bewährtes Durchspülungskraut

Brennnessel zählt zu den bekanntesten Pflanzen zur sogenannten „Durchspülungstherapie“. Sie wird traditionell eingesetzt, um die Nierenfunktion anzuregen und die Urinmenge zu erhöhen. Verantwortlich sind unter anderem Flavonoide und Mineralstoffe.

Zwar ist die Studienlage weniger umfangreich als bei Schachtelhalm oder Löwenzahn, doch die langjährige Anwendung und pharmakologische Daten sprechen für eine unterstützende, mild diuretische Wirkung bei funktionellen Wassereinlagerungen.

4. Rosskastanie (Aesculus hippocastanum) – stark bei venösen Ödemen

Rosskastanie wirkt nicht primär über die Niere, sondern über die Gefäße. In einer 12-wöchigen Studie (3) wurde ein standardisierter Rosskastanienextrakt direkt mit Kompressionsstrümpfen verglichen.

Das Ergebnis: Die Reduktion des Unterschenkelvolumens war nahezu gleichwertig zur Kompressionstherapie und signifikant besser als Placebo. Die Einnahme war gut verträglich. Rosskastanie wirkt venentonisierend, stabilisiert die Gefäßwände und reduziert den Flüssigkeitsaustritt ins Gewebe – daher ist sie besonders hilfreich bei chronisch venöser Insuffizienz.

5. Centella asiatica (Tigergras) – verbessert den Venentonus

Centella asiatica, auch Tigergras genannt, stärkt die Gefäßstruktur und Mikrozirkulation. In einer doppelblinden, placebokontrollierten Studie (4) über 8 Wochen verbesserte ein titrierter Extrakt signifikant Schweregefühl, Schmerzen und Ödeme.

Messbar zeigte sich eine verminderte venöse Dehnbarkeit, was ein Hinweis auf einen verbesserten Venentonus ist. Die Intervention war gut verträglich und die Wirkung tendenziell dosisabhängig stärker ausgeprägt.

6. Hydroxyethyl-Rutoside (HR) – starke Evidenz bei Knöchelschwellung

Hydroxyethyl-Rutoside sind halbsynthetische Derivate des Pflanzenstoffs Rutin, der unter anderem aus dem Schnurbaum (Sophora japonica) gewonnen wird. Sie wirken gezielt auf die Mikrozirkulation.

In einer klinischen Studie (6) senkten HR die Knöchelschwellung um rund 41 % und verbesserten die Hautdurchblutung deutlicher als Diosmin/Hesperidin. Auch Beschwerden wie Spannungsgefühl und Schmerzen gingen signifikant zurück. Die Verträglichkeit war sehr gut, ohne relevante Nebenwirkungen.

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Entwässerung durch Trinken? – Warum es tatsächlich kontraproduktiv ist, weniger zu trinken

Viele Menschen glauben, bei Wassereinlagerungen müsse man weniger trinken, um den Körper „nicht noch weiter zu belasten“. Tatsächlich zeigt die Studienlage das Gegenteil: Eine zu geringe Flüssigkeitszufuhr kann die Wasserrückhaltung sogar begünstigen.

Eine prospektive Beobachtungs- und Interventionsstudie (7) mit 20 gesunden Erwachsenen untersuchte den Zusammenhang zwischen Trinkmenge, Körperflüssigkeit und Urinwerten. 

In der ersten Woche behielten die Teilnehmenden ihre üblichen Trinkgewohnheiten bei. In der zweiten Woche erhöhten sie ihre tägliche Wasseraufnahme um etwa 32 %, was im Schnitt einem Plus von rund 716 ml pro Tag entsprach.

  • Rund 70 % der aufgenommenen Flüssigkeit wurden als Urin wieder ausgeschieden.
  • Eine Erhöhung der Trinkmenge um 32 % führte zu:
    • 35 % mehr Urinvolumen
    • 15 % geringerer Urinosmolalität
    • 20 % niedrigerer Kreatininkonzentration im 24-h-Urin (p < 0,01)
  • Besonders deutlich waren die Effekte bei Personen, die zuvor wenig getrunken hatten.
  • Interessanterweise zeigten Menschen mit niedriger Wasseraufnahme tendenziell größere Körperflüssigkeitsvolumina.

Die starke Korrelation zwischen Trinkmenge und Urinparametern verdeutlicht, dass die Nieren direkt auf die Flüssigkeitszufuhr reagieren.

Wenn der Körper zu wenig Flüssigkeit erhält, interpretiert er dies als potenziellen Mangelzustand. Die Folge: Er hält Wasser stärker zurück. Die Nieren konzentrieren den Urin stärker, um möglichst wenig Flüssigkeit zu verlieren.

Wird dagegen ausreichend oder etwas mehr getrunken, steigt die Urinmenge deutlich an und überschüssige Flüssigkeit wird effizienter ausgeschieden. Der Körper „muss“ nicht sparen.

Fazit: So kannst du deinen Körper entwässern – schnell & schonend

Natürlich entwässern bedeutet nicht automatisch „schwach wirksam“. Studien zeigen, dass bestimmte Pflanzenextrakte messbare Effekte auf Flüssigkeitsbilanz, Venentonus und Ödemreduktion haben können.

Löwenzahn fördert die Harnausscheidung und unterstützt die natürliche Entwässerung über die Nieren.

Brennnessel wirkt traditionell harntreibend und regt die Durchspülung der ableitenden Harnwege an.

Ackerschachtelhalm besitzt eine milde diuretische Wirkung und kann die Flüssigkeitsbilanz positiv beeinflussen.

Rosskastanie stärkt die Venen, reduziert Schwellungen und verbessert den venösen Rückfluss.

Centella asiatica (Tigergras) unterstützt die Mikrozirkulation und erhöht die Spannkraft der Gefäßwände.

Hydroxyethyl-Rutoside stabilisieren die Gefäße, verbessern die Durchblutung im Gewebe und können venös bedingte Ödeme reduzieren.

Entscheidend ist jedoch: Die Wahl des Mittels sollte sich nach der Ursache der Wassereinlagerung richten – Niere oder Vene. Bei unklaren, starken oder plötzlich auftretenden Schwellungen ist eine ärztliche Abklärung immer notwendig.

FAQ – Häufig gestellte Fragen zu Körper entwässern

Quellenverzeichnis:

(1) Goyal A, Singh B, Afzal M. Peripheral Edema. [Updated 2025 Apr 5]. In: StatPearls [Internet]. Treasure Island (FL): StatPearls Publishing; 2025 Jan-. Available from: https://www.ncbi.nlm.nih.gov/books/NBK554452/

(2) Clare BA, Conroy RS, Spelman K. The diuretic effect in human subjects of an extract of Taraxacum officinale folium over a single day. J Altern Complement Med. 2009 Aug;15(8):929-34. doi: 10.1089/acm.2008.0152. PMID: 19678785; PMCID: PMC3155102.

(3) Diehm C, Trampisch HJ, Lange S, Schmidt C. Comparison of leg compression stocking and oral horse-chestnut seed extract therapy in patients with chronic venous insufficiency. Lancet. 1996 Feb 3;347(8997):292-4. doi: 10.1016/s0140-6736(96)90467-5. PMID: 8569363.

(4) Pointel JP, Boccalon H, Cloarec M, Ledevehat C, Joubert M. Titrated extract of Centella asiatica (TECA) in the treatment of venous insufficiency of the lower limbs. Angiology. 1987 Jan;38(1 Pt 1):46-50. doi: 10.1177/000331978703800106. PMID: 3544968.

(5) Carneiro DM, Freire RC, Honório TC, Zoghaib I, Cardoso FF, Tresvenzol LM, de Paula JR, Sousa AL, Jardim PC, da Cunha LC. Randomized, Double-Blind Clinical Trial to Assess the Acute Diuretic Effect of Equisetum arvense (Field Horsetail) in Healthy Volunteers. Evid Based Complement Alternat Med. 2014;2014:760683. doi: 10.1155/2014/760683. Epub 2014 Mar 4. PMID: 24723963; PMCID: PMC3960516.

(6) Cesarone MR, Belcaro G, Pellegrini L, Ledda A, Di Renzo A, Vinciguerra G, Ricci A, Gizzi G, Ippolito E, Fano F, Dugall M, Acerbi G, Cacchio M. HR, 0-(beta-hydroxyethyl)-rutosides, in comparison with diosmin+hesperidin in chronic venous insufficiency and venous microangiopathy: an independent, prospective, comparative registry study. Angiology. 2005 Jan-Feb;56(1):1-8. doi: 10.1177/000331970505600101. PMID: 15678250.

(7) Hahn RG. Effects of diet, habitual water intake and increased hydration on body fluid volumes and urinary analysis of renal fluid retention in healthy volunteers. Eur J Nutr. 2021 Mar;60(2):691-702. doi: 10.1007/s00394-020-02275-4. Epub 2020 May 19. PMID: 32430554; PMCID: PMC7900032.

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