So erkennst du eine Schilddrüsenerkrankung rechtzeitig

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So erkennst du eine Schilddrüsenerkrankung rechtzeitig

Die Schilddrüse ist ein oft zu Unrecht vernachlässigtes kleines Organ mit großer Wirkung – ein möglicher Grund, warum Erkrankungen des Organs oft lange unentdeckt bleiben. Sie steuert zentrale Prozesse wie Stoffwechsel, Energieverbrauch, Körpertemperatur und Hormonhaushalt. Gerät dieses fein abgestimmte System aus dem Gleichgewicht, kann sich das auf nahezu alle Bereiche des Körpers auswirken. Umso mehr ein Grund, gut auf ihre Gesundheit Acht zu geben.

Das Wichtigste in Kürze:

Was sind Schilddrüsenerkrankungen? – Die 5 bedeutendsten Gruppen

Von einer Schilddrüsenerkrankung spricht man, wenn die Schilddrüse aus dem hormonellen Gleichgewicht gerät oder sich krankhaft verändert.

Das Besondere an Schilddrüsenerkrankungen ist, dass sie sich sehr unterschiedlich äußern können: Manche Betroffene fühlen sich ständig müde und frieren, andere sind nervös, schwitzen stark oder verlieren an Gewicht. 

Genau diese Vielseitigkeit macht sie oft schwer erkennbar und gleichzeitig so relevant für die ganzheitliche Gesundheit.

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1. Funktionsstörungen der Schilddrüse

Funktionsstörungen der Schilddrüse gehören zu den häufigsten hormonellen Erkrankungen weltweit.

Grundsätzlich unterscheidet man zwei zentrale Formen: die Schilddrüsenüberfunktion (Hyperthyreose) und die Schilddrüsenunterfunktion (Hypothyreose)

AspektSchilddrüsenüberfunktion (Hyperthyreose)Schilddrüsenunterfunktion (Hypothyreose)
HormonlageZu hohe Produktion von Schilddrüsenhormonen Zu geringe Produktion von Schilddrüsenhormonen
TSH-WertErniedrigt oder supprimiertErhöht (primäre Hypothyreose)
HäufigkeitOvert: ca. 0,2–1,4 % (1) Subklinisch: 0,7–1,4 % (1)Overt: bis ca. 2 % (2)     Subklinisch: deutlich häufiger (2)
Häufigste UrsacheMorbus Basedow (Autoimmunerkrankung)Hashimoto-Thyreoiditis (Autoimmunerkrankung)
Weitere UrsachenAutonome Knoten, Thyreoiditis, Medikamente, HormonüberdosierungJodmangel/-überschuss, Medikamente, OP, Radiojod, zentrale Störungen
StoffwechselBeschleunigtVerlangsamt
Kardiovaskuläre RisikenHerzrhythmusstörungen, Vorhofflimmern, HerzinsuffizienzBradykardie, Hypertonie, Arteriosklerose
Langzeitfolgen unbehandeltOsteoporose, Gewichtsverlust, erhöhte SterblichkeitKardiovaskuläre Erkrankungen, metabolisches Syndrom, Myxödem
BesonderheitenSubklinische Form erhöht Risiko für Vorhofflimmern und Frakturen (1)Subklinische Form erhöht Risiko für Herz- und Stoffwechselerkrankungen (2)
DiagnostikTSH ↓, fT4/T3 ↑, ggf. TRAb, Szintigrafie, UltraschallTSH ↑, fT4 ↓, ggf. TPO-AK, Ultraschall
StandardtherapieThyreostatika, Radiojodtherapie oder OperationLevothyroxin-Substitution
VerlaufKann remittieren oder dauerhaft therapiebedürftig seinMeist lebenslange Therapie erforderlich

Sowohl Über- als auch Unterfunktionen können subklinisch verlaufen. In diesen Fällen sind die freien Schilddrüsenhormone noch im Normbereich, während das TSH bereits verändert ist. 

Auch wenn zunächst keine deutlichen Beschwerden vorliegen, sind diese Formen klinisch relevant, da sie mit einem erhöhten Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Knochenschwund oder metabolische Störungen einhergehen können.

2. Strukturelle Veränderungen der Schilddrüse

Neben Funktionsstörungen kann sich auch die Struktur der Schilddrüse verändern. Das bedeutet, dass sich Form oder Größe des Organs verändern, ohne dass zwingend eine Hormonstörung vorliegen muss.

Eine mögliche Veränderung ist die Bildung eines Strumas, umgangssprachlich auch Kropf genannt. Darunter versteht man eine sichtbare oder tastbare Vergrößerung der Schilddrüse. Sie entsteht, wenn das abnormal Organ wächst. 

Eine Struma kann mit einer normalen Schilddrüsenfunktion, mit einer Überfunktion oder mit einer Unterfunktion verbunden sein – sie tritt also mit oder ohne Funktionsstörung auf.

Ein häufiger Grund für die Entstehung einer Struma ist Jodmangel. Jod wird benötigt, um Schilddrüsenhormone zu bilden. Bekommt der Körper zu wenig Jod, versucht die Schilddrüse, diesen Mangel auszugleichen, indem sie wächst. Dadurch kann sich der Hals sichtbar verdicken. In Ländern mit ausreichender Jodversorgung ist eine Struma seltener geworden, kommt aber weiterhin vor.

Eine weitere typische strukturelle Veränderung der Schilddrüse sind Schilddrüsenknoten. Sie sind sehr häufig und werden oft zufällig bei einer Ultraschalluntersuchung entdeckt. In den meisten Fällen sind sie gutartig und verursachen keine Beschwerden.

Man unterscheidet zwischen:

  • Hormonaktiven Knoten: Sie produzieren selbstständig Schilddrüsenhormone und können eine Überfunktion auslösen.
  • Hormoninaktiven Knoten: Sie bilden keine Hormone und beeinflussen die Schilddrüsenfunktion nicht direkt.

Bestimmte Merkmale, wie zum Beispiel schnelles Wachstum, eine feste Struktur oder Auffälligkeiten im Ultraschall, müssen ärztlich genauer untersucht werden, um eine bösartige Veränderung auszuschließen. Dafür können weitere Untersuchungen wie eine Szintigrafie oder eine Gewebeprobe notwendig sein.

3. Autoimmunerkrankungen der Schilddrüse

Ein großer Teil der Schilddrüsenerkrankungen sind Autoimmunerkrankungen. Dabei richtet sich das Immunsystem fälschlicherweise gegen körpereigenes Gewebe – in diesem Fall gegen die Schilddrüse. Statt Krankheitserreger zu bekämpfen, greifen Immunzellen die Schilddrüsenzellen an und lösen eine chronische Entzündung aus.

Die beiden wichtigsten autoimmunen Schilddrüsenerkrankungen sind:

  • Hashimoto-Thyreoiditis (führt meist zur Unterfunktion)
  • Morbus Basedow (führt meist zur Überfunktion)

Beide Erkrankungen beruhen auf einer fehlgeleiteten Immunreaktion, unterscheiden sich aber in ihrer Wirkung auf die Hormonproduktion.

Hashimoto-Thyreoiditis: Die häufigste Autoimmunerkrankung der Schilddrüse

Die Hashimoto-Thyreoiditis ist die häufigste Ursache einer Schilddrüsenunterfunktion und zählt insgesamt zu den am öftesten auftretenden Autoimmunerkrankungen. Charakteristisch ist eine chronische Entzündung der Schilddrüse, bei der das Organ schrittweise zerstört wird.

Im Schilddrüsengewebe kommt es zu einer lymphozytären Infiltration. Das bedeutet, dass Immunzellen in die Schilddrüse einwandern. Gleichzeitig bildet der Körper Autoantikörper gegen Schilddrüsenbestandteile, insbesondere:

  • Anti-TPO-Antikörper (bei ca. 95 % der Betroffenen nachweisbar) (3)
  • Anti-TG-Antikörper (bei 60–80 % nachweisbar) (3)

Durch die anhaltende Immunreaktion wird das Schilddrüsengewebe nach und nach zerstört. Die Folge ist meist eine dauerhafte Unterfunktion, da immer weniger funktionsfähiges Gewebe vorhanden ist.

Betroffen sind jährlich etwa 0,3–1,5 von 1000 Personen, wobei Frauen deutlich häufiger erkranken als Männer, die Häufigkeit mit zunehmendem Alter steigt, die Prävalenz bei weißen Bevölkerungsgruppen höher ist und die Erkrankung gehäuft gemeinsam mit anderen Autoimmunerkrankungen wie Myasthenia gravis oder systemischer Sklerose auftritt (3).

Morbus Basedow: Autoimmunerkrankung mit der Folge einer Überfunktion

Morbus Basedow ist eine Erkrankung der Schilddrüse, die durch eine Fehlreaktion des Immunsystems entsteht. Sie wurde erstmals  im 19. Jahrhundert genau beschrieben. Im deutschsprachigen Raum ist sie nach dem Arzt Carl von Basedow benannt, während sie im Englischen als Graves’ disease bekannt ist.

Dabei entstehen spezielle Antikörper, die an bestimmte Strukturen der Schilddrüsenzellen andocken und wie ein Dauerreiz wirken. Dadurch produziert die Schilddrüse zu viele Hormone und vergrößert sich. Das wiederum führt zu einer Schilddrüsenüberfunktion.

Da die gesamte Schilddrüse betroffen ist, kommt es häufig zu einer sichtbaren Vergrößerung des Organs am Hals. Die übermäßige Hormonproduktion beeinflusst viele Körperfunktionen. Typische Folgen sind unter anderem:

  • schneller Herzschlag
  • innere Unruhe
  • Gewichtsabnahme trotz normalen oder gesteigerten Appetits 
  • vermehrtes Schwitzen.

Charakteristisch für Morbus Basedow ist außerdem, dass nicht nur die Schilddrüse betroffen sein kann. Bei vielen Erkrankten verändern sich auch die Augen. Durch entzündliche Prozesse im Bereich der Augenhöhlen kann es zu Schwellungen kommen, wodurch die Augen hervortreten. Diese Augenbeteiligung wird als endokrine Orbitopathie bezeichnet. Seltener treten auch Schwellungen im Bereich der Schienbeine auf.

Warum Morbus Basedow entsteht, ist nicht eindeutig geklärt. Fachleute vermuten ein Zusammenspiel aus genetischer Veranlagung und äußeren Faktoren. Dazu zählen zum Beispiel anhaltender Stress, Rauchen, Umweltfaktoren oder bestimmte Virusinfektionen. Meist lässt sich jedoch kein einzelner Auslöser eindeutig bestimmen.

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4. Entzündliche Schilddrüsenerkrankungen

Entzündliche Erkrankungen der Schilddrüse werden unter dem Begriff Thyreoiditis zusammengefasst. Dabei kommt es – je nach Ursache – zu einer vorübergehenden oder selten auch schweren Beeinträchtigung der Schilddrüsenfunktion. Die beiden wichtigsten Formen sind die subakute Thyreoiditis (de Quervain) und die akute Thyreoiditis.

Subakute Thyreoiditis (de Quervain)

Die subakute Thyreoiditis tritt häufig einige Wochen nach einem Virusinfekt der oberen Atemwege auf. Man geht davon aus, dass das Immunsystem im Rahmen der Infektabwehr auch Schilddrüsengewebe angreift, was eine entzündliche Reaktion auslöst.

Typisch ist eine schmerzhafte, druckempfindliche Schilddrüse, ausstrahlende Schmerzen in Kiefer oder Ohren und allgemeine Krankheitszeichen wie Abgeschlagenheit.

Charakteristisch ist zudem ein phasenhafter Verlauf der Hormonlage:

  1. Zunächst Überfunktion: Durch die Entzündung werden gespeicherte Schilddrüsenhormone unkontrolliert freigesetzt.
  2. Anschließend Unterfunktion: Nach Entleerung der Hormonreserven produziert die Schilddrüse vorübergehend zu wenig Hormone.
  3. Meist Erholung: In vielen Fällen normalisiert sich die Funktion innerhalb von Wochen bis Monaten wieder vollständig.

Die Erkrankung ist in der Regel selbstlimitierend, kann jedoch mehrere Monate andauern. Die Behandlung erfolgt daher meist symptomatisch, wie zum Beispiel mit entzündungshemmenden Medikamenten.

Akute Thyreoiditis

Die akute Thyreoiditis ist deutlich seltener und wird meist durch eine bakterielle Infektion verursacht. Keime gelangen dabei entweder über die Blutbahn oder aus angrenzenden Strukturen in die Schilddrüse.

Kennzeichnend sind:

  • plötzlich einsetzende, starke Schmerzen im Halsbereich
  • ausgeprägte Druckempfindlichkeit
  • Fieber und schweres Krankheitsgefühl

Diese Form gilt als medizinischer Notfall, da sich aus der Entzündung ein Abszess entwickeln kann. Eine rasche Behandlung mit Antibiotika – und in manchen Fällen eine operative Entlastung – ist erforderlich.

5. Schilddrüsenkrebs

Schilddrüsenkrebs ist in Deutschland laut der Deutschen Krebshilfe (4) eher selten. Jährlich erkranken rund 6.370 Menschen, davon etwa 1.860 Männer und 4.510 Frauen.

Man unterscheidet dabei verschiedene Formen:

  • Das papilläre Karzinom ist die häufigste Variante. Es breitet sich oft in die Lymphknoten aus, lässt sich aber gut behandeln und hat eine sehr gute Prognose.
  • Das follikuläre Karzinom kann über die Blutbahn streuen, ebenfalls gut behandelbar.
  • Das medulläre Karzinom entsteht aus den sogenannten C-Zellen der Schilddrüse.
  • Das anaplastische Karzinom ist sehr selten, wächst schnell und ist schwer behandelbar.

Bei den häufigen papillären und follikulären Tumoren sind die Heilungschancen ausgezeichnet: Die 5-Jahres-Überlebensrate liegt bei über 90 %. Schilddrüsenkrebs wird meist durch Ultraschall, Bluttests oder eine Gewebeprobe festgestellt und erfordert in der Regel eine Operation.

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Symptome Schilddrüsenerkrankung: Richtig deuten, schnell handeln

Es gibt verschiedene Formen von Schilddrüsenerkrankungen, die eine breite Palette an Symptomen verursachen können. Am deutlichsten unterscheidet man zwischen Unterfunktion und Überfunktion der Schilddrüse.

Bei einer Überfunktion produziert die Schilddrüse zu viele Hormone, wodurch viele Körperfunktionen beschleunigt werden – das Herz schlägt schneller, der Stoffwechsel läuft auf Hochtouren, und Betroffene fühlen sich oft nervös oder unruhig.

Bei einer Unterfunktion hingegen fehlen ausreichend Schilddrüsenhormone, sodass die Körperfunktionen verlangsamt werden. Herzfrequenz, Stoffwechsel und Energielevel sinken, und Müdigkeit, Kälteempfindlichkeit oder Gewichtszunahme können die Folge sein.

Besonders deutlich wirkt sich dies auf Herz-Kreislauf-System und Stoffwechsel aus, weshalb Veränderungen hier oft erste Hinweise auf eine Schilddrüsenerkrankung geben.

Form der SchilddrüsenerkrankungTypische Symptome
Überfunktion (Hyperthyreose)Schneller Herzschlag, Herzrasen, Nervosität, Zittern, Gewichtsverlust trotz gesteigertem Appetit, Schwitzen, Schlafstörungen
Unterfunktion (Hypothyreose)Müdigkeit, Antriebslosigkeit, Kälteempfindlichkeit, Gewichtszunahme, trockene Haut, Haarausfall, Konzentrationsprobleme
Struma (Kropf)Sichtbare oder tastbare Vergrößerung der Schilddrüse, evtl. Druckgefühl am Hals, Atem- oder Schluckbeschwerden, kann mit Über- oder Unterfunktion einhergehen
SchilddrüsenknotenMeist tastbar als Knoten am Hals, oft keine Beschwerden, selten Druckgefühl, hormonaktiv kann Überfunktion verursachen
Morbus BasedowÜberfunktion, hervortretende Augen (Exophthalmus), Herzrasen, Gewichtsverlust, Nervosität, Schwitzen, Struma
Hashimoto-ThyreoiditisAutoimmunerkrankung, meist Unterfunktion: Müdigkeit, Gewichtszunahme, Kälteempfindlichkeit, trockene Haut, Haarausfall, gelegentlich tastbare, feste Schilddrüse, manchmal Schmerzen im Halsbereich
Schilddrüsenentzündung (Thyreoiditis)Schmerzen oder Druck im Hals, Fieber, kurzfristige Über- oder Unterfunktion, allgemeines Krankheitsgefühl
SchilddrüsenkrebsMeist tastbarer Knoten, selten Schmerzen, Schluckbeschwerden, manchmal Heiserkeit, in frühen Stadien oft symptomarm

Kann die Schilddrüse schmerzen?

Normalerweise spürt man die Schilddrüse nicht. Sie liegt vorne am Hals unterhalb des Kehlkopfes und ist nur wenige Zentimeter groß. Im Falle einer Entzündung oder eines Struma kann die Schilddrüse jedoch, im Gegensatz zur Leber, die keine Schmerzrezeptoren besitzt, tatsächlich schmerzen. 

Schmerzen bei Schilddrüsenerkrankung Ursachen:

  • Entzündungen (Thyreoiditis): Eine akute Schilddrüsenentzündung kann durch Viren oder Bakterien ausgelöst werden. Betroffene berichten oft von Druckgefühl, Schmerzen im Halsbereich, die bis zum Kiefer oder Ohr ausstrahlen können, sowie leichtem Fieber oder allgemeinem Krankheitsgefühl.
  • Autoimmunerkrankungen: Bei der Hashimoto-Thyreoiditis kann die Schilddrüse manchmal druckempfindlich sein, vor allem in der Anfangsphase. Schmerzen sind hier meist mild.
  • Vergrößerungen oder Knoten: Wenn die Schilddrüse stark vergrößert ist (Struma) oder ein Knoten sehr groß wird, kann es zu Druckgefühl oder Schmerzen beim Schlucken oder Bewegen des Halses kommen.
  • Seltene Ursachen: Verletzungen oder sehr selten Tumoren können ebenfalls Schmerzen verursachen.

Halsschmerzen und Schilddrüsenschmerzen sind dabei schwer auseinanderzuhalten, sollten aber nicht ignoriert werden. 

Schmerzen in der Schilddrüse, besonders wenn sie plötzlich auftreten, länger anhalten oder mit Schluckbeschwerden, Fieber oder tastbaren Knoten verbunden sind, sollten ärztlich abgeklärt werden. Häufig helfen Bluttests und Ultraschall, die Ursache schnell zu erkennen.

Hängen Anzeichen für Schilddrüsenerkrankung immer mit der Schilddrüse zusammen?

Nicht alle Symptome, die auf eine Schilddrüsenerkrankung hinweisen, entstehen direkt in der Schilddrüse. Oft zeigen sich Beschwerden wie Müdigkeit, Herzrasen, Gewichtsschwankungen oder Stimmungsschwankungen im ganzen Körper. Das liegt daran, dass die Schilddrüse Hormone produziert, die fast alle Organe beeinflussen.

Zudem spielen die Verbindung zwischen Hirn, Schilddrüse und Leber eine zentrale Rolle:

  • Das Gehirn, genauer gesagt die Hypophyse (Hirnanhangsdrüse), steuert die Schilddrüse über das Hormon TSH. Probleme im Gehirn können daher Schilddrüsenfunktionen verändern, auch wenn die Schilddrüse selbst gesund ist.
  • Die Leber ist wichtig für die Umwandlung von Schilddrüsenhormonen. Das Haupthormon T4 wird dort in die aktive Form T3 umgewandelt. Störungen in der Leber oder andere Stoffwechselprobleme können also die Hormonwirkung im Körper beeinflussen, ohne dass die Schilddrüse selbst erkrankt ist.

Schilddrüsenerkrankung Diagnose: So erhältst du Gewissheit

Die Schilddrüse beeinflusst viele Körperfunktionen, daher können Erkrankungen unterschiedlichste Symptome verursachen. Um sicher herauszufinden, ob die Schilddrüse betroffen ist, sind gezielte Untersuchungen notwendig.

1. Bluttests: Blutuntersuchungen zeigen, wie aktiv die Schilddrüse ist.

2. Ultraschall: Mit dem Ultraschall lassen sich Größe, Struktur und Knoten der Schilddrüse beurteilen. Diese Untersuchung ist schmerzfrei und liefert schnell wichtige Informationen.

3. Szintigrafie: Bei unklaren Befunden kann eine Szintigrafie zeigen, welche Bereiche der Schilddrüse hormonaktiv sind.

4. Gewebeprobe (Feinnadelbiopsie): Wenn Knoten auffällig sind oder ein Tumor vermutet wird, kann eine kleine Gewebeprobe genommen werden, um sicher festzustellen, ob es sich um Krebs oder eine gutartige Veränderung handelt.

Schilddrüsenerkrankung welcher Arzt?

Wenn der Verdacht auf eine Schilddrüsenerkrankung besteht, ist es wichtig, sich an die richtige Fachärztin oder den richtigen Facharzt zu wenden, um eine gezielte Diagnose und Behandlung zu erhalten.

  • Hausarzt / Allgemeinmediziner: Der erste Ansprechpartner ist oft der Hausarzt. Er kann Bluttests auf Schilddrüsenhormone anordnen, den Hals abtasten und bei Bedarf an Spezialisten überweisen.
  • Endokrinologe: Ein Endokrinologe ist auf Hormone und hormonproduzierende Organe spezialisiert. Bei komplexen Schilddrüsenerkrankungen wie Morbus Basedow, Hashimoto oder unklaren Hormonwerten ist er der richtige Ansprechpartner.
  • Nuklearmediziner: Wenn eine Szintigrafie oder andere bildgebende Verfahren erforderlich sind, kann ein Nuklearmediziner diese durchführen und auswerten.
  • Chirurg / Schilddrüsen-Spezialist: Bei Knoten, großen Strumen oder Schilddrüsenkrebs wird oft ein Chirurg hinzugezogen, der die Schilddrüse operativ behandeln kann.

Welche Laborwerte bei Schilddrüsenerkrankung von Bedeutung sind

Die Blutwerte geben entscheidende Hinweise darauf, ob die Schilddrüse normal arbeitet oder eine Über- oder Unterfunktion vorliegt. Die wichtigsten Werte sind:

1. TSH (Thyreoidea-stimulierendes Hormon)

  • TSH wird von der Hirnanhangsdrüse (Hypophyse) produziert und steuert die Schilddrüse.
  • Sensitivster Marker für die Erstdiagnostik.
  • Bei Hyperthyreose (Schilddrüsenüberfunktion) ist TSH meist stark erniedrigt oder nahezu supprimiert (<0,01 mU/L) (5).
  • Ein normaler TSH-Wert schließt eine Überfunktion praktisch aus, außer in seltenen Sonderfällen wie einem TSH-produzierenden Hypophysentumor oder einer Schilddrüsenhormonresistenz (5).

2. Freies T4 (fT4) und Gesamt-T3 (T3)

  • Diese Hormone geben direkt Auskunft über die Aktivität der Schilddrüse.
  • Manifeste Hyperthyreose: fT4 und/oder T3 erhöht, TSH stark erniedrigt (5).
  • T3-Toxikose: fT4 normal, aber T3 erhöht, TSH supprimiert (5).
  • Subklinische Hyperthyreose: fT4 und T3 im Normbereich, aber TSH bereits erniedrigt (5).

Die Kombination aus TSH, fT4 und T3 erlaubt eine sichere Diagnose und hilft, zwischen subklinischer und manifester Überfunktion zu unterscheiden. Biotinreiche Ernährung oder hochdosierte Nahrungsergänzungsmittel können die Messergebnisse jedoch verfälschen (5).

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Fazit: Welche Symptome bei Schilddrüsenerkrankung Vorwarnen

Schilddrüsenerkrankungen können sehr unterschiedlich verlaufen und oft lange unbemerkt bleiben. Dennoch gibt es Frühwarnzeichen, auf die man achten sollte:

✅ Typische Hinweise auf Überfunktion (Hyperthyreose):

  • Herzrasen oder ungewöhnlich schneller Herzschlag
  • Nervosität, innere Unruhe, Zittern
  • Gewichtsverlust trotz normalem oder gesteigertem Appetit
  • Schwitzen, Hitzewallungen, Schlafstörungen

✅ Typische Hinweise auf Unterfunktion (Hypothyreose):

  • Anhaltende Müdigkeit und Abgeschlagenheit
  • Kälteempfindlichkeit, trockene Haut, brüchiges Haar
  • Gewichtszunahme ohne veränderte Ernährung
  • Konzentrationsschwierigkeiten oder Gedächtnisprobleme

✅ Weitere Warnsignale:

  • Sichtbare oder tastbare Vergrößerung der Schilddrüse (Struma/Kropf)
  • Knoten im Halsbereich
  • Hervorstehende Augen oder Schwellungen im Augenbereich (typisch bei Morbus Basedow)
  • Schmerzen oder Druckgefühl im Hals

Wer eines oder mehrere dieser Anzeichen bemerkt, sollte eine ärztliche Abklärung durchführen lassen. Frühzeitige Diagnose verhindert Komplikationen und ermöglicht eine gezielte Behandlung.

FAQ – Häufig gestellte Fragen

Quellenverzeichnis:

(1) Lee SY, Pearce EN. Hyperthyroidism: A Review. JAMA. 2023 Oct 17;330(15):1472-1483. doi: 10.1001/jama.2023.19052. PMID: 37847271; PMCID: PMC10873132.

(2) Chaker L, Bianco AC, Jonklaas J, Peeters RP. Hypothyroidism. Lancet. 2017 Sep 23;390(10101):1550-1562. doi: 10.1016/S0140-6736(17)30703-1. Epub 2017 Mar 20. PMID: 28336049; PMCID: PMC6619426.

(3) Ralli M, Angeletti D, Fiore M, D’Aguanno V, Lambiase A, Artico M, de Vincentiis M, Greco A. Hashimoto’s thyroiditis: An update on pathogenic mechanisms, diagnostic protocols, therapeutic strategies, and potential malignant transformation. Autoimmun Rev. 2020 Oct;19(10):102649. doi: 10.1016/j.autrev.2020.102649. Epub 2020 Aug 15. PMID: 32805423.

(4) https://www.krebshilfe.de/informieren/ueber-krebs/krebsarten/schilddruesenkrebs/

(5) Ross DS, Burch HB, Cooper DS, Greenlee MC, Laurberg P, Maia AL, Rivkees SA, Samuels M, Sosa JA, Stan MN, Walter MA. 2016 American Thyroid Association Guidelines for Diagnosis and Management of Hyperthyroidism and Other Causes of Thyrotoxicosis. Thyroid. 2016 Oct;26(10):1343-1421. doi: 10.1089/thy.2016.0229. Erratum in: Thyroid. 2017 Nov;27(11):1462. doi: 10.1089/thy.2016.0229.correx. Erratum in: Thyroid. 2025 Sep;35(9):1097. doi: 10.1089/thy.2016.0229.correx2. PMID: 27521067.

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