Wenn zur Periode auch noch das Gefühl von Blasenproblemen dazukommt, kann das besonders belastend sein. Viele Frauen fragen sich dann: Ist das noch normal oder schon eine Blasenentzündung? Tatsächlich können sich beide Zustände gegenseitig beeinflussen. Während der Menstruation ist der Körper sensibler, die Blase reagiert schneller und Infektionen können leichter entstehen. Gleichzeitig können typische Periodensymptome einer Blasenentzündung ähneln. Genau diese Überschneidung sorgt oft für Unsicherheit – und macht Aufklärung so wichtig.
- Ca. 40 % der Frauen berichten von zyklusabhängigen Drangsymptomen, häufigem Wasserlassen, nächtlichem Wasserlassen oder einer überaktiven Blase (1).
- Andersherum beeinflusst eine Blasenentzündung die Periode in der Regel nicht direkt – allerdings können Stress, Schmerzen und das Krankheitsgefühl indirekt dazu führen, dass sich die Periode leicht verspätet (2).
- Antibiotika, die bei einer Blasenentzündung eingesetzt werden, haben in der Regel keinen Einfluss auf den Menstruationszyklus – Ausnahmen wie Rifampicin sind selten und werden bei Harnwegsinfekten kaum verwendet (2).
Blasenentzündung & Menstruation – Was ist was?
Schmerzen im Unterleib, Blut im Urin oder ein unangenehmer Geruch beim Wasserlassen. So klar und instinktiv unterschiedlich eine Blasenentzündung im Vergleich zu der Monatsblutung anfangs auch klingt – oft verschwimmen die Grenzen.
Dass es zysklusabhängig zu Veränderungen von Harnsymptomen kommen kann, zeigt eine Studie (1), die belegt, dass circa 40 % der Frauen solche Wahrnehmen.
Dazu zählen unter anderem:
- Drangsymptome
- häufiges Wasserlassen
- nächtliches Wasserlassen
- überaktive Blase
- Detrusorinstabilität (unwillkürliche Kontraktion des Blasenmuskels)
- vorübergehende Inkontinenz
Besonders vor der Periode nehmen diese Symptome vermehrt zu.
Typische Symptome: Was ist eine Blasenentzündung?
Eine Blasenentzündung, medizinisch als Zystitis bezeichnet, ist eine entzündliche Erkrankung der Harnblase. Sie gehört zu den sogenannten Harnwegsinfektionen und betrifft den unteren Harntrakt. Dabei kommt es zu einer Reizung oder Entzündung der Blasenschleimhaut, also der inneren Auskleidung der Harnblase.
Die Harnblase selbst ist ein muskuläres Hohlorgan, das den Urin speichert, bevor er über die Harnröhre ausgeschieden wird. Ihre Schleimhaut erfüllt eine wichtige Schutzfunktion und sorgt dafür, dass die Blase ihre Speicheraufgabe zuverlässig erfüllen kann. Wird dieses Gleichgewicht gestört, spricht man von einer Blasenentzündung.
Grundsätzlich kann eine Zystitis in unterschiedlichen Formen auftreten, etwa als akute oder wiederkehrende (rezidivierende) Form. Zudem wird in der Medizin zwischen unkomplizierten oder komplizierten Verläufen und symptomatischer oder asymptomatischer Zystitis unterschieden, je nach individuellen Faktoren und Rahmenbedingungen.
Typische Symptome einer akuten Blasenentzündung sind:
- Dysurie: Brennen beim Wasserlassen
- Pollakisurie: häufiger Harndrang
- Dringlichkeit: plötzlicher Harndrang
Aber auch andere Symptome können auftreten, dazu gehören:
- trüber Urin
- unangenehmer Geruch des Urins
- Blut im Urin
Fieber ist untypisch für eine einfache Blasenentzündung und kann auf eine Ausbreitung der Infektion hinweisen, die dringend von einem Arzt behandelt werden sollte.

Typische Symptome: Was ist normal während der Periode?
Das deutlichste Zeichen für den Beginn der Periode ist die Menstruationsblutung. Sie kann sich in Farbe, Stärke und Dauer unterscheiden – sowohl von Person zu Person als auch von Zyklus zu Zyklus. Neben der Blutung treten häufig weitere körperliche und emotionale Beschwerden auf, die durch hormonelle Veränderungen ausgelöst werden.
Typische Begleiterscheinungen der Periode sind unter anderem:
- Regelschmerzen oder allgemeine Menstruationsbeschwerden: Krampfartige oder dumpfe Schmerzen im Unterbauch.
- Brustschmerzen oder ein Spannungsgefühl in der Brust: Hormonbedingte Spannungen durch ein gestörtes Verhältnis zwischen Estradiol (Östrogen) und Progesteron nach der Ovulation
- Hautunreinheiten: 65 % der Frauen berichten über Akne-Schübe rund um die Menstruation (3).
- Müdigkeit und Erschöpfung: Sinkende Hormon- und Serotoninspiegel führen zu weniger Energie und gedrückter Stimmung.
- Aufgeblähter Bauch und Wassereinlagerungen: Hormonveränderungen und Ernährung können Wassereinlagerungen fördern.
- Schmerzen im unteren Rückenbereich: 16 % der von Regelschmerzen betroffenen Frauen berichten auch über Rückenschmerzen während der Periode (4).
- Kopfschmerzen oder Migräne: Häufig kurz vor oder in den ersten Tagen der Periode.
- Stimmungsschwankungen oder emotionale Veränderungen: Typisch in der Zeit vor und zu Beginn der Periode (PMS/PMDS).
- Magen-Darm-Beschwerden: Etwa 73 % der Frauen erleben Beschwerden wie Blähungen, Durchfall oder Verstopfung (5).
- Schlafprobleme: Leicht erhöhte Körpertemperatur durch Hormonschwankungen kann den Schlaf beeinträchtigen.
Auch diese Symptome können unterschiedlich stark ausgeprägt sein und variieren von Zyklus zu Zyklus.
Wichtig ist: Auch wenn sich der Unterbauch empfindlich anfühlt oder der Toilettengang häufiger wird, gehören Brennen beim Wasserlassen oder starke Schmerzen in der Harnröhre nicht zu den typischen Periodenbeschwerden und können auf eine Harnröhrenentzündung hindeuten.
Abgrenzung: Ist es eine Blasenentzündung mit Blut im Urin oder nur die Periode?
Blut im Intimbereich kann schnell verunsichern – vor allem, wenn gleichzeitig Beschwerden beim Wasserlassen auftreten. Während der Periode ist Blut ganz normal, doch bei einer Blasenentzündung kann Blut im Urin (Hämaturie) auf einen komplizierten Verlauf hindeuten. Deshalb ist es wichtig, die Unterschiede zu kennen.
Ein entscheidender Hinweis ist der Zeitpunkt und Zusammenhang mit dem Wasserlassen:
- Menstruationsblut tritt unabhängig vom Toilettengang auf und ist meist gleichmäßig.
- Blut im Urin, z.B. aufgrund einer Blasenentzündung,zeigt sich direkt beim Wasserlassen und kann den Urin rosa, rötlich oder bräunlich verfärben.
Auch die Begleitsymptome helfen bei der Einordnung. Eine Blasenentzündung geht häufig mit Brennen beim Wasserlassen und starkem Harndrang einher. Diese Beschwerden gehören nicht zu den normalen Periodensymptomen.
Wenn du unsicher bist, kann ein einfacher Trick helfen: Verwende einen Tampon oder eine Menstruationstasse. Bleibt das Blut danach weiterhin im Urin sichtbar, spricht das eher für eine Beteiligung der Harnwege.
Wichtig: Bei anhaltendem Blut im Urin, starken Schmerzen oder Fieber solltest du immer ärztlichen Rat einholen, um eine Infektion sicher auszuschließen oder zu behandeln.
Der Einfluss der Hormone: Östrogenmangel als Risikofaktor für Blasenentzündungen
Im weiblichen Körper spielen unter anderem Östrogen und Progesteron eine zentrale Rolle für die Gesundheit der Harnwege. Östrogen wirkt dabei schützend und unterstützt mehrere wichtige Funktionen gleichzeitig:
- stärkt die Schleimhäute in Blase, Harnröhre und Vagina
- erhöht die Widerstandskraft der Harnröhre
- sorgt für eine geringere Reizempfindlichkeit der Blase
Hormonelle Schwankungen während des Menstruationszyklus, darunter der Abfall von Östrogen kurz vor dem Einsetzen der Menstruation, können sich auf diesen Schutz auswirken. Studien (6) zeigen, dass Hormanschwankungen und Östrogenmangel Beschwerden begünstigen können.
Typische Folgen können sein:
- häufiger oder plötzlicher Harndrang
- eine überempfindliche oder „reizbare“ Blase
- gelegentlich leichte Inkontinenz
Tatsächlich berichten rund 40 % der Frauen, dass sich ihre Blasensymptome im Verlauf des Zyklus verändern – besonders vor der Periode (1).
Ein weiterer wichtiger Punkt ist die Schutzfunktion der Vaginalflora. Östrogen kann indirekt das Wachstum von „guten“ Milchsäurebakterien (Laktobazillen) fördern, die schädliche Keime in Schach halten. Bei niedrigem Östrogenspiegel kann dieses Gleichgewicht gestört sein, sodass sich Bakterien wie E. coli leichter ausbreiten und eine Blasenentzündung begünstigen können.
Besonders deutlich wird dieser Zusammenhang in den Wechseljahren: Ein langfristiger Östrogenmangel führt hier häufig zu wiederkehrenden Harnwegsinfektionen, Reizblasensymptomen und Veränderungen der Schleimhäute. Studien (6) zeigen, dass eine lokale vaginale Östrogentherapie helfen kann, indem sie:
- die Schleimhäute stärkt
- den pH-Wert im Intimbereich senkt
- die Vaginalflora stabilisiert
- das Risiko für Infektionen reduziert
Wichtig ist jedoch: Systemische Hormontherapien sind dafür nicht geeignet und zeigen keinen vergleichbaren Nutzen hinsichtlich der Vorbeugung von Harnwegsinfekten.
Die sogenannte urogenitale Atrophie betrifft etwa 10–40 % der Frauen nach den Wechseljahren. Durch den sinkenden Östrogenspiegel kommt es zu strukturellen Veränderungen in Vagina, Harnröhre und Beckenboden.
Typische Beschwerden sind:
- Trockenheit im Intimbereich
- Brennen oder Schmerzen
- Schmerzen beim Geschlechtsverkehr
- Reizblase und häufiger Harndrang
- wiederkehrende Infektionen
Mythen & Zusammenhänge zwischen Blasenentzündung und Periode aufgeklärt
Rund um das Thema Blasenentzündung kursieren eine Reihe von Mythen, teilweise mit wahrem Kern, sowie der Mythos der Honeymoon Zystitis – der Entstehung einer Blasenentzündung durch Sex – und andere, wie, dass eine Blasenentzündung ansteckend wäre, die mehr auf Panikmache als auf wissenschaftlichen Fakten basieren.
Kälte und Stress verursachen übrigens auch keine Blasenentzündung. Auch dabei handelt es sich mehr um einen Mythos als die Wahrheit. Was jedoch stimmt, ist, dass sie das Immunsystem schwächen und so zum im Falle einer bakteriellen Infektion zum Ausbruch beisteuern können. Stress und psychische Probleme können außerdem mit dem Auftreten einer überaktiven Blase zusammenhängen.
Kann eine Blasenentzündung die Periode verschieben?
Viele Frauen haben das Gefühl, dass sich ihre Periode verschiebt, wenn sie eine Blasenentzündung haben. Tatsächlich gilt jedoch: Eine Harnwegsinfektion beeinflusst den Menstruationszyklus nicht direkt. Sie betrifft ausschließlich die Harnwege und hat keinen Einfluss auf Eierstöcke, Gebärmutter oder den hormonellen Zyklus – selbst schwerere Infektionen wie eine Nierenbeckenentzündung ändern daran nichts.
Trotzdem berichten manche Betroffene von einer leicht verspäteten Periode. Der Grund liegt meist nicht in der Infektion selbst, sondern in den Begleiterscheinungen. Eine Blasenentzündung kann den Körper belasten und verursacht in vielen Fällen:
- Schmerzen
- Stress
- und ein allgemeines Krankheitsgefühl.
Diese Faktoren können den Hormonhaushalt indirekt beeinflussen und damit zur Verzögerung der Periode beitragen (2).
Blasenentzündung nach Periode: Sind seltsamer Geruch und Brennen beim Wasserlassen normal?
Braunes Blut und ein veränderter Geruch nach der Periode sind in den meisten Fällen völlig normal und meist kein Grund zur Sorge. Es handelt sich hierbei oft um den natürlichen Abschluss des Menstruationszyklus.
Nach den starken Tagen fließt das Blut langsamer, wodurch es Zeit hat, zu oxidieren. Das Menstruationsblut vermischt sich dabei auch mit den natürlichen Bakterien in der Vagina. Dieser Prozess kann zu einem moschusartigen, erdigen oder leicht säuerlichen Geruch führen.
Ein stärkerer Geruch entsteht oft durch vermehrtes Schwitzen oder wenn Hygieneartikel wie Binden oder Tampons zu lange getragen werden.
Während braunes Blut nur „altes“ Blut ist, deutet Brennen fast immer auf eine Reizung oder eine Infektion hin. Hier sind die häufigsten Ursachen:
1. Gestörte Vaginalflora
Während der Periode verändert sich der pH-Wert in der Vagina. Das kann das Gleichgewicht stören und zu einer bakteriellen Vaginose oder einem Scheidenpilz beitragen. Beides verursacht oft ein brennendes Gefühl.
2. Mechanische Reizung
- Tampons: Wenn du am Ende der Periode Tampons benutzt, obwohl die Blutung nur noch schwach ist, können diese die Schleimhäute austrocknen. Das führt möglicherweise zu winzigen Rissen und einem brennenden Gefühl.
- Binden: Manche reagieren empfindlich auf die Oberfläche oder Duftstoffe in Slipeinlagen und Binden.
3. Infektionen
Ein brennendes Gefühl ist ein klassisches Symptom für:
- Pilzinfektionen: Oft begleitet von weißem, krümeligem Ausfluss.
- Bakterielle Infektionen: Oft begleitet von einem fischigen Geruch.
- Blasenentzündung: Falls das Brennen vor allem beim Wasserlassen auftritt.
Kann man eine Blasenentzündung während der Periode durch Tampons bekommen?
Die kurze Antwort lautet: Nein, Tampons verursachen keine Blasenentzündung. Eine Blasenentzündung entsteht in der Regel durch Bakterien, meist aus dem Darm, die über die Harnröhre in die Blase gelangen – nicht durch Menstruationsprodukte.
Allerdings können Tampons unter bestimmten Umständen indirekt eine Rolle spielen, wenn sie das natürliche Gleichgewicht im Intimbereich beeinflussen.
Mögliche begünstigende Faktoren sind:
- zu seltenes Wechseln des Tampons (7)
- trockene Schleimhäute durch sehr saugstarke Tampons
- mechanische Reizung beim Einführen oder Entfernen
- veränderte Vaginalflora während der Periode
Diese Veränderungen können es Bakterien erleichtern, sich im Intimbereich auszubreiten und in die Harnröhre zu gelangen – und so indirekt das Risiko für eine Blasenentzündung erhöhen.
Bei richtiger Anwendung sind Tampons sicher und stellen kein direktes Risiko für eine Blasenentzündung dar. Achte darauf, sie regelmäßig (alle 4–8 Stunden) zu wechseln, die passende Größe zu wählen und auf eine gute Intimhygiene zu achten.
Gefühl von Blasenentzündung während der Periode – Was kannst du tun?
Nicht jedes Brennen ist harmlos. Wenn Beschwerden stärker werden oder typische Symptome wie Schmerzen beim Wasserlassen, auffälliger Urin oder anhaltender Harndrang auftreten, sollte eine Blasenentzündung abgeklärt werden – zunächst beim Hausarzt oder der Hausärztin, alternativ auch beim Gynäkologen oder Urologen.
So lässt sich schnell feststellen, ob tatsächlich eine bakterielle Infektion vorliegt oder ob die Beschwerden eher hormonell oder stressbedingt sind – und entsprechend gezielt behandelt werden können.

Prävention: Starkes Immunsystem & gesunde Blase
Die wirksamste Strategie gegen Blasenentzündungen ist, sie möglichst gar nicht erst entstehen zu lassen. Schon kleine Anpassungen im Alltag können dabei helfen, die Blasengesundheit zu unterstützen und das Risiko für Infektionen spürbar zu reduzieren – ohne großen Aufwand.
Dabei geht es vor allem darum, das Anhaften von Bakterien zu erschweren, die Harnwege regelmäßig zu spülen und ein stabiles, gesundes Milieu im gesamten Harntrakt zu fördern.
- Nutze die Kraft traditioneller Blasenstärker
Substanzen wie Cranberry-Extrakte können die Anheftung von Bakterien an der Blasenschleimhaut reduzieren (8), während L-Methionin den pH-Wert des Urins verändert und so ein ungünstiges Milieu für Keime schafft (9).
2. Ausreichend trinken & auf den Körper hören
Wer ausreichend trinkt, hilft dem Körper, Keime frühzeitig auszuspülen. Gleichzeitig lohnt es sich, auf die eigenen Körpersignale zu achten: Erste Veränderungen wie vermehrter Harndrang oder ein ungewohntes Gefühl im Unterbauch sollten ernst genommen werden.
3. Sanfte und ausgewogene Hygiene
Milde, pH-neutrale Produkte oder klares Wasser reichen in der Regel völlig aus, um den Intimbereich sauber zu halten, ohne die natürliche Schutzbarriere zu stören. Besonders während der Menstruation ist es sinnvoll, Binden, Tampons oder Periodenprodukte regelmäßig zu wechseln, um ein feuchtes Milieu zu vermeiden (7).
4. Blase regelmäßig und vollständig entleeren
Wer den Harndrang nicht unterdrückt und die Blase vollständig entleert, verhindert, dass sich Bakterien festsetzen und vermehren können.
5. Risikofaktoren im Blick behalten
Bestimmte Situationen wie Schwangerschaft, Diabetes oder die Menstruation erhöhen das Risiko für Blasenentzündungen. Wer diese Faktoren kennt, kann gezielt vorbeugen – etwa durch ausreichendes Trinken, bewusste Prävention und frühzeitige ärztliche Abklärung.
Akute Hilfe: Linderung und Eindämmung
Kommt es trotz aller Präventionsmaßnahmen zu einer akuten Blasenentzündung, sollte diese nicht unterschätzt werden. Besonders bei Risikogruppen ist eine ärztliche Abklärung sinnvoll.
Bei unkomplizierten Infektionen ist diese Abklärung meist ausreichend, sodass eine passende Behandlung – häufig auch mit Antibiotika – zeitnah eingeleitet werden kann.
Wer den Körper zusätzlich zu Hause unterstützen möchte, kann folgende Maßnahmen berücksichtigen:
- Trinkmenge sinnvoll anpassen: Ausreichend Flüssigkeit ist wichtig, extrem hohe Trinkmengen sind jedoch nicht unbedingt notwendig und potenziell sogar kontraproduktiv (10).
- Wärme und Ruhe: Eine Wärmflasche auf dem Unterbauch sowie körperliche Schonung können helfen, Krämpfe zu lindern und den Körper zu entlasten.
- Pflanzliche Unterstützung: Präparate mit Rosmarin-, Liebstöckel- und Tausendgüldenkraut-Extrakt werden traditionell bei Harnwegsbeschwerden eingesetzt. Studien zeigen, dass solche pflanzlichen Kombinationen unterstützend wirken können (11).
Diese Maßnahmen können vor allem bei leichten oder beginnenden Beschwerden hilfreich sein. Wenn die Symptome jedoch stark sind, Fieber auftritt oder sich der Zustand verschlechtert, sollte unbedingt ärztlicher Rat eingeholt werden.
Antibiotika bei Blasenentzündung & deren Einfluss auf den Zyklus
Die meisten gängigen Antibiotika gegen Harnwegsinfektionen haben keinen Einfluss auf die Periode (2). Dazu gehören unter anderem:
- Cephalexin
- Trimethoprim-Sulfamethoxazol
- Ceftriaxon
- Fosfomycin
- Nitrofurantoin
Diese Wirkstoffe greifen die Bakterien in der Blase an, wirken jedoch nicht direkt auf Eierstöcke, Gebärmutter oder den hormonellen Zyklus.
Eine wichtige Ausnahme ist Rifampicin. Dieses Antibiotikum kann theoretisch den Hormonstoffwechsel beeinflussen und dadurch den Zyklus verändern (2). Es wird jedoch nur in speziellen Fällen eingesetzt und spielt bei klassischen Blasenentzündungen kaum eine Rolle.
Wenn sich die Periode dennoch verschiebt, liegt die Ursache in den meisten Fällen nicht am Antibiotikum selbst, sondern an anderen Faktoren, zum Beispiel:
- Stress oder Krankheit
- Schwangerschaft
- Schilddrüsenstörungen
- PCOS
- starke Gewichtsveränderungen
- hormonelle Störungen oder Stoffwechselerkrankungen
Fazit: Blase und Zyklus verstehen
Blasenentzündung und Periode können sich in ihren Beschwerden teilweise stark ähneln. Gleichzeitig zeigen Studien (1, 6), dass hormonelle Schwankungen, Stress und bestimmte Lebensumstände das Risiko für Blasenbeschwerden beeinflussen können. Entscheidend ist daher, die Symptome richtig einzuordnen und bei Unsicherheit frühzeitig abklären zu lassen.
Schritt 1: Typische Überschneidungen von Symptomen beachten
✅ häufiger Harndrang
✅ Druckgefühl im Unterbauch
✅ Unwohlsein im Beckenbereich
✅ verstärkte Beschwerden in stressigen oder hormonell aktiven Phasen
Schritt 2: Wichtige Unterschiede im Blick behalten
✅ Brennen beim Wasserlassen spricht eher für eine Infektion
✅ Blut im Urin muss von Menstruationsblut unterschieden werden
✅ starke oder zunehmende Schmerzen sollten ärztlich abgeklärt werden
Schritt 3: Risiko- und Einflussfaktoren kennen
✅ hormonelle Schwankungen im Zyklus
✅ Stress und psychische Belastung
✅ erhöhte Anfälligkeit rund um die Periode
Bei unklaren oder stärkeren Symptomen sollte immer eine medizinische Abklärung erfolgen, um schnell die richtige Therapie einzuleiten.
FAQ – Häufig gestellte Fragen zu Blasenentzündung und Periode
Ja. Eine Blasenentzündung kann jederzeit auftreten – auch während der Periode. Durch hormonelle Veränderungen und eine empfindlichere Schleimhaut kann das Risiko in dieser Zeit sogar etwas erhöht sein.
Periode verursacht typischerweise Blutungen und Krämpfe im Unterbauch. Eine Blasenentzündung zeigt sich eher durch Brennen beim Wasserlassen, starken Harndrang und eventuell trüben oder unangenehm riechenden Urin.
Hormonelle Schwankungen und ein empfindlicheres Nervensystem können dazu führen, dass die Blase sensibler reagiert und häufiger Harndrang entsteht – auch ohne Infektion.
Direkt nicht. Eine Blasenentzündung beeinflusst den Zyklus nicht. Stress, Schmerzen oder Krankheit können jedoch indirekt zu einer leichten Verschiebung führen.
Quellenverzeichnis:
(1) Hextall A. Oestrogens and lower urinary tract function. Maturitas. 2000 Aug 31;36(2):83-92. doi: 10.1016/s0378-5122(00)00143-2. PMID: 11006496.
(2)Whelan C. Can a UTI Delay Your Period? https://www.healthline.com/health/infection/can-uti-delay-period 2021 Mar
(3) Geller L, Rosen J, Frankel A, Goldenberg G. Perimenstrual flare of adult acne. J Clin Aesthet Dermatol. 2014 Aug;7(8):30-4. PMID: 25161758; PMCID: PMC4142818.
(4) Kural M, Noor NN, Pandit D, Joshi T, Patil A. Menstrual characteristics and prevalence of dysmenorrhea in college going girls. J Family Med Prim Care. 2015 Jul-Sep;4(3):426-31. doi: 10.4103/2249-4863.161345. PMID: 26288786; PMCID: PMC4535108.
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(6) Robinson D, Toozs-Hobson P, Cardozo L. The effect of hormones on the lower urinary tract. Menopause Int. 2013 Dec;19(4):155-62. doi: 10.1177/1754045313511398. PMID: 24336244.
(7) Al Karmi J, Alshrouf MA, Haddad TA, Alhanbali AE, Raiq NA, Ghanem H, Ibrahim OB, Khamis T, Muhaidat N. Urinary and reproductive tract infection symptoms and menstrual hygiene practices in refugee camps in Jordan: A cross-sectional study. Womens Health (Lond). 2024 Jan-Dec;20:17455057241240920. doi: 10.1177/17455057241240920. PMID: 38576125; PMCID: PMC10996361.
(8) Williams G, Hahn D, Stephens JH, Craig JC, Hodson EM. Cranberries for preventing urinary tract infections. Cochrane Database Syst Rev. 2023 Apr 17;4(4):CD001321. doi: 10.1002/14651858.CD001321.pub6. Update in: Cochrane Database Syst Rev. 2023 Nov
(9) Fünfstück R, Straube E, Schildbach O, Tietz U. Reinfektionsprophylaxe durch L-Methionin bei Patienten mit einer rezidivierenden Harnwegsinfektion [Prevention of reinfection by L-methionine in patients with recurrent urinary tract infection]. Med Klin (Munich). 1997 Oct 15;92(10):574-81. German. doi: 10.1007/BF03044782. PMID: 9446004.
(10) Hooton TM, Vecchio M, Iroz A, Tack I, Dornic Q, Seksek I, Lotan Y. Effect of Increased Daily Water Intake in Premenopausal Women With Recurrent Urinary Tract Infections: A Randomized Clinical Trial. JAMA Intern Med. 2018 Nov 1;178(11):1509-1515. doi: 10.1001/jamainternmed.2018.4204. PMID: 30285042; PMCID: PMC6584323.
(11) Wagenlehner FM, Abramov-Sommariva D, Höller M, Steindl H, Naber KG. Non-Antibiotic Herbal Therapy (BNO 1045) versus Antibiotic Therapy (Fosfomycin Trometamol) for the Treatment of Acute Lower Uncomplicated Urinary Tract Infections in Women: A Double-Blind, Parallel-Group, Randomized, Multicentre, Non-Inferiority Phase III Trial. Urol Int. 2018;101(3):327-336. doi: 10.1159/000493368. Epub 2018 Sep 19. PMID: 30231252; PMCID: PMC6262678.





