Was wir täglich essen und wie wir unseren Körper mit Nährstoffen versorgen, kann einen größeren Einfluss auf die Gesundheit der Harnwege haben, als viele vermuten. Während Harnwegsinfektionen oft als rein bakterielles Problem betrachtet werden, zeigt die Forschung zunehmend, dass auch Ernährung, Mikronährstoffe, pflanzliche Wirkstoffe und sogar das Mikrobiom eine entscheidende Rolle spielen können.
- Vegetarische Ernährung zeigt in Studien (1, 2) Vorteile gegenüber einem fleischreichen Ernährungsstil im Hinblick auf die Prävention von Blasenentzündungen.
- Auch Beeren und Beerensäfte weisen durch ihren Gehalt an phenolischen Verbindungen präventive Eigenschaften auf, die in Studien (1,4) bestätigt werden konnten.
- Ergänzend können hochwertig formulierte, wissenschaftlich fundierte Nahrungsergänzungsmittel mit Cranberry-Extrakt, L-Methionin und weiteren ausgewählten Inhaltsstoffen die natürliche Harnwegsabwehr unterstützen und so das Risiko für Blasenentzündungen reduzieren (1-5).
Was ist eine Blasenentzündung eigentlich?
Eine Blasenentzündung, medizinisch als Zystitis bezeichnet, ist eine entzündliche Erkrankung der Harnblase. Sie gehört zu den sogenannten Harnwegsinfektionen und betrifft den unteren Harntrakt. Dabei kommt es zu einer Reizung oder Entzündung der Blasenschleimhaut, also der inneren Auskleidung der Harnblase.
Die Harnblase selbst ist ein muskuläres Hohlorgan, das den Urin speichert, bevor er über die Harnröhre ausgeschieden wird. Ihre Schleimhaut erfüllt eine wichtige Schutzfunktion und sorgt dafür, dass die Blase ihre Speicheraufgabe zuverlässig erfüllen kann. Wird dieses Gleichgewicht gestört, spricht man von einer Blasenentzündung.
Grundsätzlich kann eine Zystitis in unterschiedlichen Formen auftreten, etwa als akute oder wiederkehrende (rezidivierende) Form. Zudem wird in der Medizin zwischen unkomplizierten oder komplizierten Verläufen und symptomatischer oder asymptomatischer Zystitis unterschieden, je nach individuellen Faktoren und Rahmenbedingungen.
Typische Symptome einer akuten Blasenentzündung sind:
- Brennen beim Wasserlassen (Dysurie)
- häufiger Harndrang (Pollakisurie)
- plötzlicher Harndrang (Dringlichkeit)
Aber auch andere Symptome können auftreten, dazu gehören:
- trüber Urin
- unangenehmer Geruch des Urins
- Blut im Urin
Fieber ist untypisch für eine einfache Blasenentzündung und kann auf eine Ausbreitung der Infektion hinweisen, die dringend von einem Arzt behandelt werden sollte.

Welche Rolle spielt die Ernährung bei Blasenentzündungen?
Bestimmte Lebensmittel und natürliche Substanzen können die körpereigenen Abwehrmechanismen stärken, das Anhaften von Bakterien erschweren oder ein ungünstiges Milieu für Keime schaffen. Gleichzeitig gibt es Faktoren in der Ernährung, die das Risiko für Infektionen eher erhöhen können – oft unbemerkt im Alltag.
Auch Probiotika rücken immer stärker in den Fokus: Sie können helfen, das Gleichgewicht der Mikroorganismen im Darm und im Urogenitaltrakt zu stabilisieren und so einen wichtigen Beitrag zur Prävention leisten.
Die zentrale Frage lautet daher: Welche Rolle spielen Ernährung und gezielte Supplementierung wirklich beim Schutz vor Harnwegsinfektionen – und was ist wissenschaftlich belegt?
Vegetarische Ernährung und Blasenentzündungen: Studie zeigt möglichen Zusammenhang
Eine aktuelle Studie (2) zeigt, dass die Ernährungsweise einen messbaren Einfluss auf das Risiko für Harnwegsinfektionen haben kann. Besonders auffällig: Menschen mit vegetarischer Ernährung erkrankten seltener an Blasenentzündungen.
Insgesamt wurde ein um etwa 16 % geringeres Risiko festgestellt – bei bestimmten Gruppen ist der schützende Effekt sogar noch deutlicher ausgeprägt. Dazu zählen:
- Frauen
- Nichtraucher
- Personen mit unkomplizierten Harnwegsinfektionen
Bei Frauen liegt die Risikoreduktion beispielsweise bei rund 18 %, während Nichtraucher sogar noch stärker geschützt zu sein scheinen. Dieser Zusammenhang zeigt, dass Ernährung nicht isoliert wirkt, sondern im Zusammenspiel mit anderen Lebensstilfaktoren.
Dafür gibt es einige gute Erklärungsansätze:
- Ein zentraler Faktor ist vermutlich der geringere Kontakt mit sogenannten uropathogenen E. coli-Stämmen (ExPEC). Diese Bakterien gelten als Hauptauslöser von Blasenentzündungen und werden häufig über tierische Lebensmittel – insbesondere Geflügel und Schweinefleisch – aufgenommen (2).
- Hinzu kommt der Einfluss auf das Darmmikrobiom: Eine pflanzenbasierte Ernährung enthält in der Regel mehr Ballaststoffe, was zu einem günstigeren Darmmilieu führen kann. Ein niedrigerer pH-Wert sowie eine veränderte Bakterienzusammensetzung können das Wachstum unerwünschter Keime wie E. coli erschweren. Da viele Harnwegsinfektionen ihren Ursprung im Darm haben, spielt dieser Effekt eine wichtige Rolle (2).
- Auch sekundäre Pflanzenstoffe tragen möglicherweise zum Schutz bei. Vegetarische Ernährung ist häufig reich an Polyphenolen, Proanthocyanidinen und Anthocyanen – Substanzen, die antimikrobielle Eigenschaften besitzen. Sie können unter anderem verhindern, dass sich Bakterien an der Blasenschleimhaut anheften oder stabile Biofilme bilden (2).
Insgesamt deuten die Ergebnisse darauf hin, dass eine vegetarische Ernährung ein vielversprechender Ansatz zur Prävention von Blasenentzündungen sein kann. Besonders für Menschen mit wiederkehrenden, unkomplizierten Infektionen lohnt es sich daher, die eigene Ernährung genauer zu betrachten.
Fleischkonsum & Antibiotikaresistenzen: Welches Essen das Risiko für Blasenentzündungen steigert
Die Ernährung beeinflusst nicht nur das allgemeine Wohlbefinden, sondern kann auch das Risiko für Harnwegsinfektionen beeinflussen – insbesondere über den Kontakt mit bestimmten Bakterien.
Studien (1-2) zeigen, dass ein hoher Konsum von Fleisch, vor allem Geflügel und Schweinefleisch, zu einem erhöhten Auftreten antibiotikaresistenter E. coli-Stämme beitragen kann. Diese Bakterien gelten als häufigste Auslöser von Blasenentzündungen.
Das Problem dabei:
- Resistente Keime sind deutlich schwerer zu behandeln.
- Infektionen verlaufen häufiger komplizierter oder sprechen schlechter auf Standard-Antibiotika an.
- Dadurch steigt nicht nur das Risiko für wiederkehrende Beschwerden, sondern auch für schwerere Verläufe.
Ein wichtiger Faktor könnte Fleisch als mögliche Quelle sogenannter ExPEC (extraintestinale pathogene E. coli) sein. Diese Keime können über Lebensmittel in den menschlichen Darm und von dort aus in die Harnwege gelangen.
Besonders bemerkenswert: Genetische Analysen zeigen, dass E. coli-Stämme aus Fleischproben oft denen ähneln, die bei Patientinnen mit Harnwegsinfektionen nachgewiesen werden (2).

Blasenentzündung Lebensmittel für ein starkes Mikrobiom: Probiotika & Co
Ein gesunder Darm spielt eine zentrale Rolle für die Abwehr von Harnwegsinfektionen. Viele der Bakterien, die später eine Blasenentzündung auslösen können, stammen ursprünglich aus dem Darm und gelangen von dort in den Urogenitaltrakt.
Genau hier setzen Probiotika an: Sie unterstützen das natürliche Gleichgewicht der Mikroorganismen im Körper und stärken damit eine wichtige Schutzbarriere gegen krankmachende Keime.
Während eine Blasenentzündung bei Männern aufgrund einer längeren Harnröhre bedeutend seltener ist, leidet rund jede zweite Frau mindestens einmal in ihrem Leben an einer Blasenentzündung – viele bedeutend häufiger.
Eine Studie (3) zeigt, dass eine Ernährung, die reich an probiotischen und fermentierten Milchprodukten ist, das Risiko für Harnwegsinfektionen deutlich senken kann. Entscheidend sind dabei nicht einzelne Produkte, sondern die lebenden Mikroorganismen selbst – insbesondere Milchsäurebakterien.
Diese kommen auch in vielen pflanzlich fermentierten Lebensmitteln vor und sind damit längst nicht auf tierische Quellen beschränkt.
Zu den wichtigsten probiotischen Bakterien zählen etwa Lactobacillus acidophilus oder Lactobacillus GG. Sie entfalten ihre Wirkung auf mehreren Ebenen. Sie:
- konkurrieren mit schädlichen Keimen um Bindungsstellen im Darm
- bilden antimikrobielle Stoffe, die das Wachstum unerwünschter Bakterien hemmen
- unterstützen das Immunsystem
- tragen dazu bei, das Gleichgewicht des Mikrobioms im Darm und auch im Urogenitalbereich stabil zu halten
Besonders relevant ist dabei ihre Fähigkeit, das Wachstum typischer Erreger wie E. coli zu unterdrücken.
Ein regelmäßiger Verzehr probiotischer Lebensmittel scheint diesen Effekt zu verstärken. Studien (3) zeigen, dass bereits ein Konsum von ein bis drei Portionen pro Woche mit einem messbaren Schutz verbunden ist, während ein noch häufigerer Verzehr den Effekt weiter verstärken kann.
Interessant ist dabei auch der Zusammenhang mit antibiotikaresistenten Keimen: Eine Ernährung, die reich an probiotischen Lebensmitteln ist, wirkt sich positiv auf das Mikrobiom aus, ohne zur Entstehung von antimikrobieller Resistenz beizutragen.
In einer Untersuchung waren beispielsweise 96,7 % der Kinder unter probiotischer Unterstützung frei von Harnwegsinfekten, während es in der Placebo-Gruppe nur 83,3 % waren. Auch Kombinationen aus Lactobazillen und pflanzlichen Stoffen wie Cranberry konnten Rückfälle deutlich reduzieren (1).
Für den Alltag bedeutet das vor allem:
- Ein starkes Mikrobiom lässt sich gezielt über die Ernährung unterstützen – unabhängig davon, ob die probiotischen Quellen tierisch oder pflanzlich sind.
- Besonders sinnvoll sind fermentierte Lebensmittel mit lebenden Kulturen und eine regelmäßige Zufuhr solcher Bakterien.
- Die Kombination mit weiteren pflanzlichen Schutzstoffen wie Cranberry-Extrakten kann die Wirkung verstärken.
Vitamin-D-Mangel als Risikofaktor für Blasenentzündung
Studien (1) deuten darauf hin, dass ein Vitamin-D-Mangel (unter 20 ng/ml) mit einem erhöhten Risiko für Harnwegsinfektionen verbunden ist. Besonders betroffen sind dabei verschiedene Risikogruppen:
- Bei Kindern – insbesondere Mädchen – wurde ein Zusammenhang zwischen niedrigen Vitamin-D-Werten und häufigeren Infektionen festgestellt.
- Auch bei Frauen tritt ein Mangel bei Patientinnen mit Harnwegsinfekten häufiger auf.
- In der Schwangerschaft ist der Effekt besonders deutlich: Hier erhöht ein Vitamin-D-Mangel das Risiko für Infektionen signifikant.
- Selbst bei schwereren Verläufen wie einer Nierenbeckenentzündung wurden besonders niedrige Vitamin-D-Spiegel beobachtet.
Der zugrundeliegende Mechanismus ist gut nachvollziehbar: Vitamin D unterstützt die Bildung sogenannter antimikrobieller Peptide, darunter Cathelicidin. Diese körpereigenen Abwehrstoffe helfen dabei, Bakterien frühzeitig zu bekämpfen und deren Ausbreitung im Harntrakt zu verhindern.
Für die Praxis bedeutet das: Eine ausreichende Vitamin-D-Versorgung kann ein wichtiger Baustein in der Prävention von Blasenentzündungen sein. Entscheidend ist jedoch vor allem ein ganzheitlicher Blick auf die Nährstoffversorgung.
Der Grund dafür, dass Vitamin D3 und K2 oft zusammen angeboten werden, liegt darin, dass sie eng zusammenarbeiten. Sie unterstützen, sowie ergänzen sich gegenseitig in ihrer Funktion, beispielsweise bei der Regulierung des Calciumhaushaltes.
Welches Obst bei Blasenentzündungen: Beerensaft zeigt präventiv Effekt
Dass Obst dem Körper dank wichtiger Vitamine und eines hohen Wassergehalts viele Vorteile bringen kann, ist keine Überraschung. Besonders auffällig für seine positiven Auswirkungen auf die Blasengesundheit sind dabei Beeren und Beerensäfte, die in Studien (3) mit einem deutlich geringeren Risiko für Blasenentzündungen in Verbindung gebracht werden.
So zeigt sich, dass ein höherer Konsum von frischem Obstsaft insgesamt mit einem reduzierten Risiko für Harnwegsinfektionen verbunden ist. Noch deutlicher wird der Effekt bei der gezielten Auswahl von Beerensäften, die im Vergleich zu anderen Fruchtsäften ein deutlich geringeres Risiko zeigen.
Der Grund für diesen Effekt liegt in den enthaltenen Pflanzenstoffen: Beeren sind reich an Flavonolen, wie beispielsweise Epicatechin. Diese sekundären Pflanzenstoffe können das Anhaften von Bakterien an den Zellen der Blasenschleimhaut hemmen – ein entscheidender Schritt in der Entstehung einer Harnwegsinfektion.
Als besonders relevant gelten verschiedene Beerensorten, darunter:
- Himbeeren
- Erdbeeren
- Johannisbeeren
- Preiselbeeren
- Cranberry-Produkte
Interessanterweise zeigen Analysen (3), dass nicht eine einzelne Beerenart allein entscheidend ist, sondern vielmehr der regelmäßige Gesamtkonsum von Beeren einen schützenden Effekt entfalten kann.
Nahrungsergänzungsmittel für die Blase: Darauf solltest du achten
Eine Vielzahl von Anbietern, noch mehr Heilversprechen – und am Ende oft große Enttäuschung. Wer sich im Meer aus Vitaminpräparaten und Werbeslogans verloren fühlt, ist damit nicht allein.
Um eine fundierte Entscheidung für ein Produkt zu treffen, helfen fünf grundlegende Prinzipien:
1. Was braucht mein Körper wirklich?
Viele Wirkstoffe entfalten ihre Wirkung nur bei einem tatsächlichen Mangel. Häufig müssen sie zudem mit anderen Substanzen kombiniert werden, die die Aufnahme verbessern. Manche Stoffe wirken vorbeugend besser als in akuten Situationen.
2. Der Körper ist ein komplexes System
Einzelne Maßnahmen greifen oft zu kurz. So bringt die Unterstützung der Schilddrüse nur dann etwas, wenn beispielsweise die Leber gesund ist und Hormone korrekt umwandeln kann. Ebenso können Beschwerden an einer Stelle ihre Ursache ganz woanders haben.
3. Konsequenz ist entscheidend
Nahrungsergänzungsmittel wirken am besten bei regelmäßiger Einnahme. Einzelne oder unregelmäßige Dosen zeigen meist wenig Effekt – auch wenn man leicht vergisst, dranzubleiben.
4. Studienbasierte Produkte bieten mehr Sicherheit
Unseriöse Anbieter locken häufig mit übertriebenen Heilversprechen. Wissenschaftlich fundierte Produkte hingegen basieren auf überprüfbaren Erkenntnissen. Studien zeigen nicht nur die Wirksamkeit, sondern auch die Sicherheit – und für wen ein Produkt gegebenenfalls nicht geeignet ist.
5. Mehr ist nicht immer besser
Ein Zuviel kann ebenso problematisch sein wie ein Zuwenig. Es ist wichtig, Dosierungsempfehlungen einzuhalten und diese im Idealfall mit medizinischem Fachpersonal abzustimmen – statt eigenständig nach Belieben zu erhöhen.
Cranberry, Rosmarin, L-Methionin & Co: Welche Inhaltsstoffe wirken wirklich?
Cranberries sind einer der bekanntesten pflanzlichen Wirkstoffe im Bereich der Harnwegsgesundheit. Verantwortlich dafür sind sogenannte Proanthocyanidine, insbesondere der Typ A. Diese können verhindern, dass sich uropathogene Bakterien wie E. coli an der Blasenschleimhaut anheften.
Die Effekte sind gut untersucht:
- Reduziertes Risiko für wiederkehrende Infektionen (Rezidive) (1)
- Geringere Anhaftung von Bakterien (1)
Studien (4) zeigen, dass sich das Risiko für Harnwegsinfektionen um etwa 30 % senken lässt – insbesondere bei Frauen mit wiederkehrenden Beschwerden und Kindern. Cranberry gilt damit seit Jahrzehnten als verlässliche präventive Maßnahme.
Einen anderen Ansatz verfolgt L-Methionin. Statt Bakterien direkt zu bekämpfen, verändert diese Aminosäure das Milieu im Harntrakt. Dadurch wird es für Keime schwieriger, sich an den Schleimhäuten festzusetzen.
Eine Langzeituntersuchung (5) an 23 Patientinnen zeigte bemerkenswerte Ergebnisse: Über einen Zeitraum von mehr als zwei Jahren traten unter regelmäßiger Einnahme keine akuten Infektionen mehr auf. Gleichzeitig verloren vorhandene Bakterien an Aggressivität, da wichtige Virulenzfaktoren reduziert wurden.
Auch Kombinationen aus Heilpflanzen können wirksam sein. Untersucht wurde beispielsweise die Dreierkombination aus Tausendgüldenkraut, Liebstöckel und Rosmarin. Diese wirkt auf mehreren Ebenen gleichzeitig:
- entzündungshemmend
- krampflösend
- durchspülend (harntreibend)
In klinischen Studien (6) zeigte diese Kombination eine vergleichbare Wirksamkeit zum Antibiotikum Fosfomycinbei akuten, unkomplizierten Harnwegsinfekten.

Die Qualität macht den Unterschied: 5 wichtige Qualitätsmerkmale
Nicht jedes Nahrungsergänzungsmittel für die Blase hält, was es verspricht. Entscheidend ist die Qualität der Inhaltsstoffe und deren Zusammenspiel. Achte besonders auf folgende Punkte:
1. Hochwirksame Pflanzenextrakte
Gezielt ausgewählte Pflanzenextrakte liefern eine hohe Konzentration an wirksamen Inhaltsstoffen und sind optimal aufeinander abgestimmt. Eine gute Formulierung erhöht die Bioverfügbarkeit, damit sie vom Körper besonders effektiv aufgenommen werden können.
2. Wissenschaftlich fundierte Zusammensetzung
Die enthaltenen Inhaltsstoffe sollten auf hochwertigen Studien basieren, die sowohl ihre Wirksamkeit als auch ihre Sicherheit belegen. So lässt sich besser einschätzen, für wen ein Produkt geeignet ist und unter welchen Bedingungen es tatsächlich einen Nutzen bringt.
3. Sinnvolle Kombination der Inhaltsstoffe
Wirkstoffe entfalten ihre volle Stärke oft erst im Zusammenspiel. Eine durchdachte Kombination kann verschiedene Wirkmechanismen gleichzeitig ansprechen – etwa antibakterielle, entzündungshemmende und durchspülende Effekte – und so die Gesamtwirkung gezielt verstärken.
4. Hohe Reinheit und geprüfte Qualität
Qualitativ hochwertige Produkte verzichten auf unnötige Zusatzstoffe, Füllmittel oder Verunreinigungen. Eine kontrollierte Herstellung und geprüfte Rohstoffe sorgen nicht nur für bessere Verträglichkeit, sondern auch für eine gleichbleibend hohe Qualität.
5. Wirksame und klare Dosierung
Die richtige Dosierung entscheidet maßgeblich über den Effekt. Nur ausreichend hoch dosierte Inhaltsstoffe können ihre Wirkung entfalten, während transparente und klare Einnahmeempfehlungen eine sichere und langfristig sinnvolle Anwendung ermöglichen.
Nicht die Menge an Inhaltsstoffen zählt, sondern deren Qualität, Dosierung und Zusammensetzung.
Wie beeinflusst der Wasserhaushalt das Risiko für Blasenentzündungen?
Der Wasserhaushalt spielt eine entscheidende Rolle für die Gesundheit der Harnwege. Eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr sorgt dafür, dass die Blase regelmäßig gespült wird – Bakterien können sich dadurch schlechter festsetzen und vermehren.
Eine hochwertige klinische Studie (7) mit 140 Frauen zeigte deutlich: Wer seine tägliche Wasseraufnahme um etwa 1,5 Liter erhöht, kann das Risiko für wiederkehrende Blasenentzündungen nahezu halbieren. Während die Kontrollgruppe im Schnitt 3,2 Infektionen pro Jahr hatte, waren es in der Wassergruppe nur 1,7 Episoden.
Zusätzlich verlängerte sich der Zeitraum zwischen den Infektionen deutlich, und auch der Bedarf an Antibiotika sank spürbar. Der Grund: Mehr Flüssigkeit führt zu einer besseren Durchspülung der Harnwege, häufigeren Toilettengängen und einer geringeren Konzentration potenziell schädlicher Stoffe im Urin.
Der Effekt war geringer als der einer Antibiotikaprophylaxe, aber:
- Sicher
- Kostengünstig
- Antibiotikasparend (wichtiger Aspekt der Resistenzprävention)
Die Wirksamkeit gilt jedoch speziell für Frauen mit einem niedrigen Trinkvolumen von unter 1,5 Liter am Tag. Unklar bleibt, ob auch Frauen mit höherer Trinkmenge profitieren.
Fazit: Do’s & Dont’s Lebensmittel für eine starke Blase und gesunde Niere
Eine blasen- und nierengesunde Ernährung kann die Harnwege gezielt unterstützen und das Risiko für Beschwerden reduzieren. Entscheidend ist dabei weniger ein einzelnes „Superfood“, sondern ein insgesamt ausgewogener Lebensstil.
Do’s:
✅ Vegetarische Ernährung
✅ Ausreichend Flüssigkeitszufuhr
✅ Beeren, Kräuter und entzündungshemmende Lebensmittel
✅ Cranberry-Extrakt, L-Methionin, der Extrakt aus Rosmarin, Liebstöckel und Tausendgüledenkraut
Don’ts:
❌ Zugesetzter Zucker und Rauchen schwächen möglicherweise die Effekte einer positiven Ernährung ab.
❌ Eine zu geringe Flüssigkeitszufuhr, da sie das Risiko für Harnwegsinfektionen erhöhen kann
❌ Hoher Fleischkonsum, insbesondere von Geflügel und Schweinefleisch, der mit einem erhöhten Risiko für schwer behandelbare Harnwegsinfekte in Verbindung gebracht wird
Eine blasen- und nierengesunde Ernährung ist kein kurzfristiger Ansatz, sondern ein wichtiger Bestandteil eines nachhaltigen Lebensstils. Wer auf ausreichend Flüssigkeit, natürliche Lebensmittel und eine möglichst reizarme Kost achtet, kann die körpereigene Schutzfunktion der Harnwege stärken und so aktiv zur Vorbeugung von Infektionen beitragen.
FAQ – Häufig gestellte Fragen zu Blasenentzündung Ernährung
Bei einer akuten Blasenentzündung sollten stark zuckerhaltige, stark verarbeitete Lebensmittel sowie Alkohol und stark gewürzte Speisen möglichst gemieden werden. Sie können die Blase zusätzlich reizen und Entzündungsprozesse begünstigen.
Tomaten sind grundsätzlich erlaubt, können aber bei empfindlichen Personen durch ihre Säure die Blase reizen. Entscheidend ist die individuelle Verträglichkeit – nicht jeder reagiert gleich.
Empfohlen werden Beeren und pflanzliche Kost mit vielen sekundären Pflanzenstoffen. Sie unterstützen die natürliche Harnwegsfunktion und wirken eher reizarm.
Kaffee sollte eher reduziert werden, da Koffein die Blase reizen und den Harndrang verstärken kann. In der akuten Phase ist Wasser oder ungesüßter Tee die bessere Wahl.
Ja, ausreichend Flüssigkeit (> 1,5 L) ist sehr wichtig, da es die Bakterienkonzentration verringert und ihre Anhaftung an der Blase reduziert. Übermäßiges Trinken ist aber nicht notwendig.
Quellenverzeichnis:
(1) Çelik, H., Kozan, E., Caf, B.B. et al. The association between urinary tract infections and diet: a literature review. Discov Med 2, 91 (2025). https://doi.org/10.1007/s44337-025-00272-2
(2) Chen, YC., Chang, CC., Chiu, T.H.T. et al. The risk of urinary tract infection in vegetarians and non-vegetarians: a prospective study. Sci Rep 10, 906 (2020). https://doi.org/10.1038/s41598-020-58006-6
(3) Kontiokari T, Laitinen J, Järvi L, Pokka T, Sundqvist K, Uhari M. Dietary factors protecting women from urinary tract infection. Am J Clin Nutr. 2003 Mar;77(3):600-4. doi: 10.1093/ajcn/77.3.600. PMID: 12600849.
(4) Williams G, Hahn D, Stephens JH, Craig JC, Hodson EM. Cranberries for preventing urinary tract infections. Cochrane Database Syst Rev. 2023 Apr 17;4(4):CD001321. doi: 10.1002/14651858.CD001321.pub6. Update in: Cochrane Database Syst Rev. 2023 Nov 10;11:CD001321. doi: 10.1002/14651858.CD001321.pub7. PMID: 37068952; PMCID: PMC10108827.
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