Die Augen können manchmal mehr über unsere Gesundheit verraten, als man auf den ersten Blick vermutet. Ob sie tatsächlich das „Fenster zur Seele“ sind, sei dahingestellt – Hinweise auf den Cholesterinspiegel können sie jedoch durchaus liefern. Doch wie zuverlässig sind solche Hinweise? Und lässt sich anhand der Augen tatsächlich erkennen, ob der Cholesterinspiegel erhöht ist?
- Cholesterin ist im Auge ganz normal und erfüllt wichtige Funktionen, etwa für die Stabilität von Zellmembranen und die Gesundheit der Linse.
- Xanthelasmen und ein früh auftretender Arcus corneae können Hinweise auf eine Fettstoffwechselstörung sein, beweisen jedoch keinen erhöhten Cholesterinspiegel.
- Darüber hinaus spielt Cholesterin eine wichtige Rolle im Auge und steht unter anderem mit AMD, trockenen Auge und weiteren Augenerkrankungen in Zusammenhang.
Die vielseitige Wirkung von Cholesterin: Wieso haben wir Cholesterin im Auge?
Cholesterin hat im Körper einen schlechten Ruf, dennoch erfüllt es zahlreiche wichtige Aufgaben. Es ist ein wesentlicher Bestandteil unserer Zellmembranen und trägt dazu bei, dass diese stabil und gleichzeitig flexibel bleiben. Außerdem beeinflusst Cholesterin die Durchlässigkeit der Zellmembran und die Funktion verschiedener membrangebundener Proteine.
Zu den wichtigsten Funktionen gehören unter anderem::
- Baustoff für Zellmembranen: Cholesterin trägt zur Stabilität und Funktionsfähigkeit unserer Zellen bei.
- Bedeutung für Gehirn und Nervensystem: Cholesterin ist ein wichtiger Bestandteil von Nervenzellen und ihrer Membranen.
- Ausgangsstoff für Hormone: Der Körper benötigt Cholesterin zur Bildung von Steroidhormonen wie Cortisol und bestimmten Sexualhormonen.
- Vorstufe von Vitamin D: Cholesterin ist an der körpereigenen Bildung von Vitamin D beteiligt.
- Bedeutung für die Fettverdauung: Aus Cholesterin werden Gallensäuren gebildet, die für die Aufnahme und Verdauung von Fetten benötigt werden.
- Funktion von Zellproteinen: Cholesterin beeinflusst die Eigenschaften der Zellmembran und damit auch die Funktion verschiedener darin eingebetteter Proteine.
Cholesterin ist daher lebensnotwendig. Problematisch wird es aber vor allem dann, wenn der Cholesterinstoffwechsel aus dem Gleichgewicht gerät – beispielsweise bei dauerhaft erhöhten LDL-Cholesterinwerten.

Auch im Auge ist Cholesterin unverzichtbar. Seine Bedeutung unterscheidet sich jedoch je nach Gewebe. Besonders deutlich wird das beim Vergleich von Linse und Netzhaut (Retina): In der Linse ist der hohe Cholesteringehalt ein normaler und wichtiger Bestandteil für ihre Funktion. In der Netzhaut kann dagegen eine übermäßige Ansammlung von Cholesterin – insbesondere von oxidierten Cholesterinprodukten – ungünstige biologische Prozesse begünstigen.
Die Netzhaut besitzt durch die Blut-Retina-Schranke einen weitgehend eigenständigen Cholesterinstoffwechsel. Nur etwa 28 % des Cholesterins in der Retina stammen aus dem Blutkreislauf; der überwiegende Anteil wird direkt in der Netzhaut gebildet.
Unter normalen Bedingungen besteht ein fein abgestimmtes Gleichgewicht zwischen der Bildung, Aufnahme, Speicherung und dem Abtransport von Cholesterin. Wird dieses Gleichgewicht gestört, kann sich überschüssiges Cholesterin in den Zellen der Netzhaut anreichern, insbesondere im retinalen Pigmentepithel (RPE).
Das zeigt: Cholesterin ist im Auge keineswegs grundsätzlich schädlich. Entscheidend ist vielmehr, wie viel vorhanden ist, wo es sich befindet und wie der Körper damit umgeht.
Fakt oder Mythos: Zeigen sich hohe Werte von Cholesterin am Auge?
Fakt – allerdings nicht direkt. Ein erhöhter Cholesterinspiegel im Blut lässt sich nicht zuverlässig am Auge ablesen. Bestimmte Veränderungen können jedoch auf Störungen des Cholesterin- und Fettstoffwechsels hinweisen.

Hohes Cholesterin Symptome Auge: Ringe um die Iris und Cholesterinablagerungen im Augenlid
Ein hoher Cholesterinspiegel verursacht meist keine unmittelbar bemerkbaren Beschwerden. Bestimmte Veränderungen am Auge können jedoch auf eine Fettstoffwechselstörung hinweisen und sollten insbesondere bei jüngeren Menschen ärztlich abgeklärt werden:
- Xanthelasmen: Gelbliche Ablagerungen an den Augenlidern können mit Fettstoffwechselstörungen zusammenhängen. Sie treten allerdings auch bei Menschen mit normalen Cholesterinwerten auf. (1)
- Arcus corneae: Ein weißlich-grauer Ring am Rand der Hornhaut ist bei älteren Menschen häufig altersbedingt. Bei jüngeren Menschen kann er dagegen auf eine Fettstoffwechselstörung hinweisen. (1)
Darüber hinaus gibt es Augenerkrankungen, bei denen der lokale Cholesterin- und Fettstoffwechsel eine Rolle spielt, die aber nicht als typische Symptome eines erhöhten Cholesterinspiegels im Blut gelten:
- Altersbedingte Makuladegeneration (AMD): Bei der AMD können sich unterhalb der Netzhaut sogenannte Drusen ablagern, die unter anderem aus lipidhaltigen Bestandteilen bestehen. Veränderungen des lokalen Cholesterinstoffwechsels werden mit der Entstehung und dem Fortschreiten der Erkrankung in Verbindung gebracht. Die AMD ist jedoch kein typisches Warnzeichen für einen erhöhten Cholesterinspiegel im Blut. (1)
- Schnyder-Hornhautdystrophie: Bei dieser seltenen, genetisch bedingten Erkrankung ist der Cholesterinstoffwechsel der Hornhaut gestört. Dadurch kann sich Cholesterin in der Hornhaut ablagern und ihre Transparenz beeinträchtigen. Auch sie ist kein allgemeines Anzeichen für einen hohen Cholesterinspiegel im Blut. (1)
Wichtig: Veränderungen am Auge können allenfalls Hinweise auf eine Fettstoffwechselstörung liefern. Sie sind kein zuverlässiger Nachweis für einen erhöhten Cholesterinspiegel. Ob die Cholesterinwerte tatsächlich erhöht sind, lässt sich nur durch eine Blutuntersuchung feststellen.
Experimentelle Untersuchungen zeigen, dass eine starke Verminderung der Cholesterinbiosynthese mit folgenden Veränderungen verbunden sein kann:
- gestörter Linsenentwicklung
- Linsentrübung
- Kataraktbildung
Während Cholesterinakkumulation in der Retina problematisch sein kann, ist ein hoher Cholesteringehalt in der Linse physiologisch sogar erforderlich (1).
Studie findet möglichen Zusammenhang zwischen erhöhten Cholesterinwerten und trockenen Augen
Auch zwischen Cholesterin und trockenen Augen scheint ein Zusammenhang zu bestehen. Eine systematische Übersichtsarbeit (2) mit Meta-Analyse wertete 18 Beobachtungsstudien mit insgesamt mehr als 2,6 Millionen Teilnehmern aus. Dabei war eine Dyslipidämie, also ein gestörter Fettstoffwechsel, mit einer höheren Wahrscheinlichkeit für ein trockenes Auge (Dry Eye Disease, DED) verbunden.
Besonders deutlich zeigte sich der Zusammenhang bei erhöhtem Gesamtcholesterin. Auch erhöhte LDL-Cholesterinwerte waren mit DED assoziiert, während für erhöhte Triglyceride kein signifikanter Zusammenhang festgestellt wurde.
Ein möglicher Grund dafür liegt in der Lipidschicht des Tränenfilms. Sie verhindert, dass die Tränenflüssigkeit zu schnell verdunstet. Die dafür benötigten Lipide werden vor allem von den Meibom-Drüsen am Lidrand produziert. Sind diese Drüsen in ihrer Funktion gestört, kann sich die Zusammensetzung des Meibums verändern. Die schützende Lipidschicht wird instabil, der Tränenfilm verdunstet schneller und ein sogenanntes evaporatives trockenes Auge kann entstehen.
Als möglicher Mechanismus wird daher folgende Verbindung diskutiert:
Dyslipidämie → gestörter Lipidstoffwechsel → Veränderungen der Meibom-Drüsen → instabiler Tränenfilm → stärkere Verdunstung → trockenes Auge
Zusätzlich könnten oxidativer Stress und Entzündungsprozesse an der Augenoberfläche eine Rolle spielen. Der genaue Mechanismus ist allerdings noch nicht vollständig geklärt.
Die bisherigen Untersuchungen zeigen einen statistischen Zusammenhang zwischen Fettstoffwechselstörungen und trockenem Auge. Daraus lässt sich jedoch nicht ableiten, dass ein hoher Cholesterinspiegel grundsätzlich die Ursache für trockene Augen ist.
Cholesterin und Grüner Star: Gibt es einen Zusammenhang?
Auch zwischen dem sogenannten grünen Star, wird ein Zusammenhang diskutiert. Eine Meta-Analyse (3) von 28 Beobachtungsstudien untersuchte, ob erhöhte Blutfettwerte mit einem höheren Glaukomrisiko und einem erhöhten Augeninnendruck verbunden sind.

Dabei zeigte sich, dass Menschen mit erhöhten Bluttfettwerten insgesamt häufiger an einem Glaukom erkrankt waren. Das Glaukomrisiko war statistisch um etwa 37 Prozent erhöht.
Besonders deutlich war der Zusammenhang beim primären Offenwinkelglaukom. Wichtig ist jedoch: Die Ergebnisse zeigen lediglich eine Assoziation und beweisen nicht, dass erhöhte Blutfette direkt ein Glaukom verursachen.
Interessant ist die Unterscheidung zwischen einer allgemeinen Fettstoffwechselstörung und einem isoliert erhöhten Cholesterinspiegel besonders deswegen:
- Während erhöhte Blutfettwerte insgesamt und auch erhöhte Triglyceride mit einem höheren Glaukomrisiko verbunden waren, zeigte sich für eine isolierte Hypercholesterinämie kein signifikanter Zusammenhang.
- Ein hoher Cholesterinspiegel allein konnte in dieser Analyse daher nicht als eigenständiger Glaukomrisikofaktor bestätigt werden.
Neben dem Glaukomrisiko untersuchte die Meta-Analyse auch den Augeninnendruck. Hier zeigten sich statistisch signifikante Zusammenhänge mit mehreren Blutfettwerten: Höhere Werte von Gesamtcholesterin, LDL-Cholesterin und Triglyceriden gingen mit einem leicht höheren Augeninnendruck einher. Der Effekt war allerdings sehr klein.
Warum Fettstoffwechselstörungen möglicherweise den Augeninnendruck beeinflussen, ist noch nicht abschließend geklärt. Diskutiert wird unter anderem, dass Veränderungen der Bluteigenschaften oder des venösen Drucks am Auge den Abfluss des Kammerwassers beeinträchtigen könnten. Dadurch könnte der Augeninnendruck steigen. Dieser Mechanismus ist jedoch nicht bewiesen.
Kurzsichtig durch Cholesterin? Was die Ernährung mit der Sehkraft zu tun haben könnte
Kann die Ernährung beeinflussen, ob Kinder kurzsichtig werden? Eine systematische Übersichtsarbeit (4) mit Meta-Analyse ist dieser Frage nachgegangen. Dabei untersuchten die Forschenden, ob die Aufnahme von Kohlenhydraten, Proteinen, Cholesterin und Natrium mit der Entstehung von Myopie (Kurzsichtigkeit) bei Kindern und Jugendlichen zusammenhängt.
Insgesamt wurden 8 Studien mit 45.993 Kindern und Jugendlichen im Alter von 6 bis 18 Jahren ausgewertet. Dabei zeigte sich ein interessanter Zusammenhang:
- Eine höhere Aufnahme von Cholesterin, Kohlenhydraten und Natrium war mit einer stärkeren Ausprägung von Myopie verbunden.
- Für Cholesterin lag die standardisierte mittlere Differenz bei SMD 0,20.
- Eine höhere Proteinzufuhr zeigte dagegen einen möglichen umgekehrten, also potenziell schützenden Zusammenhang.
Für den Zusammenhang zwischen Cholesterin und Myopie wurden vier Studien berücksichtigt. In allen vier Untersuchungen nahmen Kinder und Jugendliche mit Myopie durchschnittlich etwas mehr Cholesterin auf als nicht kurzsichtige Teilnehmer – im Mittel etwa 20 mg pro Tag. Die Meta-Analyse zeigte dabei einen statistisch signifikanten Zusammenhang.
Doch warum könnte Cholesterin überhaupt mit Kurzsichtigkeit zusammenhängen? Eine mögliche Erklärung sind Entzündungsprozesse und oxidativer Stress im Auge. Beide können verschiedene Strukturen des Auges beeinflussen und werden auch bei der Entstehung und Entwicklung von Myopie diskutiert.
Der genaue Mechanismus ist allerdings noch nicht geklärt. Insbesondere für Kinder und Jugendliche fehlen direkte Untersuchungen am Menschen, die zeigen, wie eine höhere Cholesterinaufnahme die Entwicklung des Auges beeinflussen könnte.
Auch für andere Ernährungsfaktoren werden mögliche Mechanismen diskutiert. Eine hohe Kohlenhydrataufnahme könnte beispielsweise über den IGF-1-Signalweg Prozesse beeinflussen, die mit einer Verlängerung des Augapfels zusammenhängen. Proteine könnten dagegen durch ihre Aminosäuren die Kollagensynthese und Stabilität der Sklera unterstützen.
Auch hier zeigen die Ergebnisse lediglich einen statistischen Zusammenhang. Sie beweisen nicht, dass eine hohe Cholesterinaufnahme bei Kindern Kurzsichtigkeit verursacht. Für die Entwicklung einer Myopie spielen zahlreiche Faktoren eine Rolle, darunter insbesondere genetische und Umweltfaktoren.
Verdacht auf eine Fettstoffwechselstörung durch Veränderungen am Auge? Das solltest du tun
Veränderungen wie Xanthelasmen oder ein früh auftretender Arcus corneae können ein Hinweis auf eine Fettstoffwechselstörung sein. Sie bedeuten allerdings nicht automatisch, dass der Cholesterinspiegel erhöht ist. Wenn dir solche Veränderungen auffallen, solltest du sie deshalb ärztlich abklären lassen.
1. Cholesterinwerte überprüfen lassen
Eine Blutuntersuchung schafft Klarheit. Dabei werden in der Regel Gesamtcholesterin, LDL- und HDL-Cholesterin sowie Triglyceride bestimmt. Welche Werte als ideal gelten, hängt unter anderem vom persönlichen Herz-Kreislauf-Risiko ab. Bei familiärer Vorbelastung oder sehr hohen LDL-Werten kann eine weiterführende Untersuchung sinnvoll sein.
2. Ernährung cholesterinfreundlich gestalten
Bei erhöhten Cholesterinwerten kommt es nicht nur darauf an, möglichst wenig Cholesterin zu essen. Wichtiger ist insgesamt eine herzgesunde Ernährung mit wenig gesättigten Fettsäuren und vielen pflanzlichen Lebensmitteln.
Besonders sinnvoll sind:
- Ballaststoffreiche Lebensmittel wie Hafer, Vollkornprodukte, Hülsenfrüchte, Gemüse und Obst
- Nüsse und Samen sowie pflanzliche Öle mit überwiegend ungesättigten Fettsäuren
- Fisch anstelle von fettreichem Fleisch und Wurst
- weniger Butter, fettreiche Milchprodukte, Wurst und stark verarbeitete Lebensmittel
- möglichst wenig Transfette und stark fettreiche Fast-Food-Produkte
Vor allem lösliche Ballaststoffe, beispielsweise aus Hafer und Gerste, können dazu beitragen, den LDL-Cholesterinspiegel zu senken.
3. Rotschimmelreis nicht auf eigene Faust einnehmen
Auch Rotschimmelreis wird häufig als natürliche Möglichkeit zur Cholesterinsenkung beworben. Er kann Monacolin K enthalten, einen Stoff mit einer Wirkung, die dem Cholesterinsenker Lovastatin entspricht.
Deshalb sind auch Nebenwirkungen und Wechselwirkungen möglich. Rotschimmelreis sollte daher nicht einfach als harmloses Nahrungsergänzungsmittel betrachtet und nicht ohne ärztliche Rücksprache eingenommen werden.
4. Bewegung und Gewicht berücksichtigen
Regelmäßige Bewegung kann sich günstig auf das gesamte Herz-Kreislauf-Risiko und den Fettstoffwechsel auswirken. Empfehlenswert sind beispielsweise zügiges Gehen, Radfahren, Schwimmen oder andere Ausdaueraktivitäten, ergänzt durch Krafttraining. Bei Übergewicht kann bereits eine moderate Gewichtsabnahme die Stoffwechsellage verbessern.
5. Bei deutlich erhöhten Werten ärztlich behandeln lassen
Eine gesunde Ernährung und Bewegung sind wichtige Bestandteile der Cholesterinsenkung. Sie reichen bei sehr hohen LDL-Werten oder einem erhöhten Herz-Kreislauf-Risiko jedoch nicht immer aus. Je nach Ausgangswerten und persönlichem Risiko können zusätzlich Medikamente wie Statine erforderlich sein.
Fazit: Cholesterinablagerungen im Auge – sind sie gefährlich?
Cholesterin und andere Lipide können sich an verschiedenen Stellen des Auges ablagern. Ob das problematisch ist, hängt vor allem von 3 Faktoren ab:
✅ Art
✅ Ort
✅ Ursache der Ablagerung
Manche Veränderungen sind harmlos, andere können auf eine Erkrankung oder eine Störung des Fettstoffwechsels hinweisen.
Eine besondere Rolle spielt der lokale Cholesterinstoffwechsel. So kann sich bei bestimmten Augenerkrankungen Cholesterin oder oxidiertes Cholesterin im Gewebe anreichern.
Bei der altersbedingten Makuladegeneration finden sich beispielsweise lipidhaltige Bestandteile in den Drusen. Oxidierte Cholesterinprodukte wie 7-Ketocholesterin werden dabei als mögliche Auslöser von oxidativem Stress und Entzündungsprozessen diskutiert.
Auch die Hornhaut kann von Lipidablagerungen betroffen sein. Bei seltenen Erkrankungen wie der Schnyder-Hornhautdystrophie führt eine genetisch bedingte Störung des Cholesterinstoffwechsels zu einer Anreicherung von Cholesterin in der Hornhaut. Dadurch kann ihre Transparenz beeinträchtigt werden.
Nicht jede Cholesterinablagerung bedeutet jedoch eine Gefahr für die Sehkraft. Entscheidend ist, warum sie entsteht und welche Strukturen des Auges betroffen sind. Bei auffälligen Veränderungen sollte deshalb eine augenärztliche Untersuchung erfolgen.
Cholesterinablagerungen im Auge sind nicht automatisch ein Zeichen für einen zu hohen Cholesterinspiegel im Blut. Sie können auch durch lokale oder genetische Veränderungen des Fettstoffwechsels entstehen.
FAQ – Häufig gestellte Fragen zu Cholesterin Augen
Nicht zuverlässig. Bestimmte Veränderungen wie Xanthelasmen oder ein früh auftretender Arcus corneae können auf eine Fettstoffwechselstörung hinweisen. Sie beweisen jedoch keinen erhöhten Cholesterinspiegel. Ob das Cholesterin tatsächlich zu hoch ist, lässt sich nur durch eine Blutuntersuchung feststellen.
Vor allem Xanthelasmen, also gelbliche Ablagerungen an den Augenlidern, können mit Fettstoffwechselstörungen verbunden sein. Auch ein weißlich-grauer Ring am Rand der Hornhaut (Arcus corneae) kann bei jüngeren Menschen ein Hinweis sein. Beide Veränderungen können allerdings auch bei normalen Cholesterinwerten auftreten.
Xanthelasmen sind gelbliche, meist weiche Ablagerungen unter der Haut der Augenlider, die häufig in der Nähe des inneren Augenwinkels auftreten. Sie sind in der Regel harmlos und beeinträchtigen das Sehen nicht. Da sie mit Fettstoffwechselstörungen in Verbindung stehen können, kann eine Kontrolle der Blutfette sinnvoll sein.
Ein weißlich-grauer Ring am äußeren Rand der Hornhaut wird Arcus corneae oder auch Arcus senilis genannt. Im höheren Alter ist er häufig eine normale altersbedingte Veränderung. Tritt er bereits in jungen Jahren auf, kann er dagegen auf erhöhte Blutfette hinweisen und sollte ärztlich abgeklärt werden.
Ein erhöhter Cholesterinspiegel verursacht nicht automatisch Augenschäden. Allerdings spielt der lokale Cholesterin- und Fettstoffwechsel im Auge bei verschiedenen Prozessen eine Rolle. Veränderungen werden unter anderem bei der altersbedingten Makuladegeneration und bestimmten Erkrankungen der Augenoberfläche untersucht.
Auffällige Veränderungen wie gelbliche Ablagerungen an den Lidern oder ein ungewöhnlicher Hornhautring solltest du ärztlich abklären lassen. Eine Blutuntersuchung kann zeigen, ob tatsächlich erhöhte Cholesterin- oder andere Blutfettwerte vorliegen. Bei erhöhten Werten helfen je nach individuellem Risiko vor allem eine herzgesunde Ernährung, regelmäßige Bewegung und gegebenenfalls eine ärztlich verordnete Behandlung.
Quellenverzeichnis:
(1) Guo J, Chen S, Zhang Y, Liu J, Jiang L, Hu L, Yao K, Yu Y, Chen X. Cholesterol metabolism: physiological regulation and diseases. MedComm (2020). 2024 Feb 24;5(2):e476. doi: 10.1002/mco2.476. PMID: 38405060; PMCID: PMC10893558.
(2) Li Y, Xie L, Song W, et al. Association between dyslipidaemia and dry eye disease: a systematic review and meta-analysis. BMJ Open 2023;13:e069283. doi:10.1136/ bmjopen-2022-069283
(3) Wang S, Bao X. Hyperlipidemia, Blood Lipid Level, and the Risk of Glaucoma: A Meta-Analysis. Invest Ophthalmol Vis Sci. 2019 Mar 1;60(4):1028-1043. doi: 10.1167/iovs.18-25845. PMID: 30897618.
(4) Xu Z (2025) Association between nutritional factors and myopia in adolescents: a systematic review and meta-analysis. Front. Public Health 13:1670103. doi: 10.3389/fpubh.2025.1670103





