Der erste Gedanke, wenn sich die Periode verspätet, ist bei den meisten Frauen: „Ich bin schwanger.“ Bleiben die Schwangerschaftstests jedoch negativ oder kommt eine Schwangerschaft aus anderen Gründen nicht infrage, machen sich viele Betroffene Sorgen um ihre Gesundheit. Tatsächlich kann eine ausbleibende Periode viele verschiedene Ursachen haben – von harmlosen Gründen bis hin zu ernsthaften Erkrankungen.
Text wichtige Information.
- Eine ausbleibende Periode kann viele Ursachen haben – häufig sind Schwangerschaft, Stress, Gewichtsveränderungen oder hormonelle Störungen wie PCOS.
- Bleibt die Menstruation länger als drei Monate aus oder treten zusätzliche Beschwerden auf, sollte die Ursache ärztlich abgeklärt werden.
- Mit der richtigen Diagnose lassen sich viele Zyklusstörungen gezielt behandeln – zum Beispiel durch Lebensstiländerungen, Medikamente oder hormonelle Therapien.
Ab wann ist eine Periode zu spät?
Ist deine Periode drei Tage überfällig, ist das in den meisten Fällen noch kein Grund zur Sorge. Leichte Schwankungen der Zykluslänge sind normal. Besonders in den ersten zwei Jahren nach der Menarche – der ersten Regelblutung – ist die Reifung der Hypothalamus-Hypophysen-Gonaden-Achse noch nicht vollständig abgeschlossen.
Diese Achse ist entscheidend für das Auslösen der hormonellen Prozesse zum Beginn eines neuen Zyklus. Da die meisten Frauen im Mittel mit 12,5 Jahren ihre erste Monatsblutung bekommen (1), sind unregelmäßige oder ausbleibende Blutungen in der frühen Pubertät zunächst häufig und meist Teil der normalen Entwicklung.

Normaler Zyklus vs. ausbleibende Periode: Zahlen und Fakten
Um beurteilen zu können, ob die Periode tatsächlich ausbleibt, lohnt sich zunächst ein Blick darauf, was als normaler Menstruationszyklus gilt.
Ein gesunder Zyklus dauert im Durchschnitt 28 Tage, wobei Schwankungen zwischen 21 und 35 Tagen (28 ± 7 Tage) als normal angesehen werden. Die eigentliche Menstruationsblutung dauert in der Regel zwei bis sieben Tage. (1)
Der Menstruationszyklus gliedert sich in vier Phasen:
- Menstruationsphase
- Follikelphase: In der ersten Zyklushälfte sorgt vor allem das Hormon Östrogen dafür, dass sich die Gebärmutterschleimhaut (Endometrium) aufbaut und eine Eizelle heranreift.
- Eisprung/Ovulation
- Lutealphase: Nach dem Eisprung produziert der Gelbkörper Progesteron. Dieses Hormon bereitet die Gebärmutterschleimhaut auf eine mögliche Schwangerschaft vor. Kommt es nicht zu einer Befruchtung, sinken die Hormonspiegel wieder ab und die Menstruation setzt ein.
Nicht jede Zyklusveränderung bedeutet jedoch, dass die Periode vollständig ausgeblieben ist. Ärztinnen und Ärzte unterscheiden verschiedene Formen von Menstruationsstörungen:
- Oligomenorrhoe: Es treten weniger als acht Menstruationszyklen pro Jahr auf. Die Abstände zwischen den Blutungen sind deutlich verlängert.
- Sekundäre Amenorrhoe: Die Periode bleibt nach zuvor regelmäßigen Zyklen mindestens 90 Tage vollständig aus.
- Menorrhagie: Die Menstruationsblutung dauert länger als sieben Tage oder der Blutverlust beträgt mehr als 80 ml.
- Abnorme uterine Blutung: Unregelmäßige oder ungewöhnlich starke Blutungen, für die sich keine eindeutige strukturelle Ursache finden lässt. Besonders in der Pubertät entstehen sie häufig durch Zyklen ohne Eisprung (anovulatorische Zyklen).
(1)
Diese Einteilung hilft Ärzten dabei, die Art der Zyklusstörung einzuordnen und die passende Ursache sowie Behandlung zu finden.
Ab wann lohnt sich ein Schwangerschaftstest?
Bleibt die Periode aus, ist ein Schwangerschaftstest meist der erste sinnvolle Schritt – vorausgesetzt, eine Schwangerschaft ist grundsätzlich möglich. Moderne Urin-Schwangerschaftstests weisen das Schwangerschaftshormon hCG (humanes Choriongonadotropin) nach, das nach der Einnistung des Embryos gebildet wird.
Die zuverlässigsten Ergebnisse liefert ein Test ab dem ersten Tag der ausbleibenden Periode. Zu diesem Zeitpunkt ist die hCG-Konzentration bei den meisten Schwangerschaften bereits hoch genug, um von handelsüblichen Tests erkannt zu werden. Einige Frühtests versprechen zwar einen Nachweis bereits einige Tage vor der erwarteten Menstruation, das Risiko für ein falsch negatives Ergebnis ist dann jedoch deutlich höher.
Fällt der Test negativ aus, die Periode bleibt aber weiterhin aus, empfiehlt es sich, den Test nach 48 bis 72 Stunden zu wiederholen. Steigt der hCG-Wert aufgrund einer frühen Schwangerschaft an, kann ein zunächst negatives Ergebnis später positiv ausfallen.
Ist auch der zweite Test negativ und setzt die Menstruation weiterhin nicht ein, sollte die Ursache gynäkologisch abgeklärt werden. Hinter einer ausbleibenden Periode können neben einer Schwangerschaft eine Vielzahl anderer Ursachen stecken.
Treten zusätzlich starke Unterbauchschmerzen, Schwindel, Kreislaufprobleme oder Blutungen auf, solltest du umgehend ärztliche Hilfe in Anspruch nehmen. In seltenen Fällen kann trotz positivem oder noch unklarem Schwangerschaftstest eine Eileiterschwangerschaft vorliegen, die sofort behandelt werden muss.
5 mögliche Gründe für das Ausbleiben der Periode
Bleibt die Periode aus, muss nicht immer eine Schwangerschaft dahinterstecken. Der Menstruationszyklus wird durch ein komplexes Zusammenspiel von Gehirn, Eierstöcken und verschiedenen Hormonen gesteuert. Schon kleine Störungen dieses Systems können dazu führen, dass der Eisprung ausbleibt und die Menstruation verzögert einsetzt oder ganz ausfällt.

1. Periode überfällig aufgrund von Energiemangel durch Untergewicht oder intensiven Sport
Eine der häufigsten Ursachen für eine ausbleibende oder unregelmäßige Periode ist der funktionelle hypogonadotrope Hypogonadismus. Diese hormonelle Störung tritt besonders häufig bei Frauen auf, die über längere Zeit unter einem Energiemangel leiden – beispielsweise infolge einer Anorexia nervosa (Magersucht) oder durch exzessiven Sport bei gleichzeitig zu geringer Energiezufuhr. Auch bei Normalgewicht kann ein temporärer Energiemangel vorliegen, der zum Ausbleiben der Periode beiträgt. (1)
Die Ursache liegt nicht in den Eierstöcken selbst, sondern in der hormonellen Steuerung durch das Gehirn. Durch den Energiemangel sinken die Leptinwerte, ein Hormon des Fettgewebes, das dem Gehirn signalisiert, dass ausreichend Energiereserven vorhanden sind. Fehlt dieses Signal, wird die normale Ausschüttung des Hormons LH (Luteinisierendes Hormon) gestört. Die sogenannte LH-Pulsatilität nimmt ab oder fällt ganz aus, sodass kein Eisprung mehr stattfindet. (1)
Die Folge sind zunächst häufig verlängerte oder unregelmäßige Menstruationszyklen. Hält der Energiemangel an, kann die Periode schließlich vollständig ausbleiben. In vielen Fällen normalisiert sich der Zyklus wieder, sobald ausreichend Energie aufgenommen wird und ein gesundes Körpergewicht beziehungsweise ein ausgeglichener Energiehaushalt erreicht ist. (1)
2. Keine Periode, aber auch nicht schwanger? Hormonelle Erkrankungen können dahinter stecken
Auch Erkrankungen des Hormonsystems können den Menstruationszyklus erheblich beeinflussen. Zu den häufigsten gehören:
- Schilddrüsenunterfunktion (Hypothyreose): Die Schilddrüse produziert zu wenige Schilddrüsenhormone, wodurch sich viele Stoffwechselprozesse verlangsamen.
- Schilddrüsenüberfunktion (Hyperthyreose): Die Schilddrüse bildet zu viele Schilddrüsenhormone, was den Stoffwechsel beschleunigt.
- Hyperprolaktinämie: Dabei ist der Spiegel des Hormons Prolaktin im Blut erhöht. Dies kann den Eisprung hemmen und zu unregelmäßigen oder ausbleibenden Perioden führen.
- Cushing-Syndrom: Eine Erkrankung, bei der der Körper dauerhaft zu viel Cortisol produziert. Der erhöhte Cortisolspiegel kann den Hormonhaushalt und den Menstruationszyklus stören.
(1)
Wird die zugrunde liegende Erkrankung behandelt, normalisiert sich der Zyklus bei vielen Betroffenen wieder.
3. Polyzystisches Ovarialsyndrom (PCOS)
Das polyzystische Ovarialsyndrom (PCOS) ist eine der häufigsten hormonellen Erkrankungen bei Frauen im gebärfähigen Alter und zählt zu den wichtigsten Ursachen für ausbleibende oder stark unregelmäßige Perioden. (1)
Kennzeichnend für PCOS sind seltene oder vollständig ausbleibende Eisprünge (Oligo- bzw. Anovulation) sowie erhöhte Spiegel männlicher Geschlechtshormone (Hyperandrogenismus). Diese können sich durch verschiedene Beschwerden bemerkbar machen, darunter:
- Akne
- verstärkter Haarwuchs im Gesicht oder am Körper (Hirsutismus)
- Haarausfall nach männlichem Verteilungsmuster
(1)
Für die Diagnose müssen zunächst andere mögliche Ursachen hormoneller Störungen ausgeschlossen werden.
Die hormonellen Veränderungen entstehen durch ein komplexes Zusammenspiel verschiedener Faktoren. Viele Betroffene weisen erhöhte LH-Spiegel (Luteinisierendes Hormon) und eine Insulinresistenz auf. Dadurch produzieren die Eierstöcke vermehrt Androgene, während gleichzeitig die Konzentration des Transportproteins SHBG (Sexualhormon-bindendes Globulin) abnimmt. (1)
Die Folge sind noch mehr frei verfügbare Androgene, wodurch die Reifung der Eizellen gestört wird. Häufig bleibt deshalb der Eisprung aus – und der Menstruationszyklus wird unregelmäßig oder die Periode bleibt ganz aus. (1)
Eine frühzeitige Diagnose ist wichtig, da PCOS nicht nur den Menstruationszyklus beeinflusst, sondern langfristig auch das Risiko für Unfruchtbarkeit, Typ-2-Diabetes und Gebärmutterschleimhautkrebs (Endometriumkarzinom) erhöhen kann. Deshalb sollten anhaltend unregelmäßige oder ausbleibende Perioden immer gynäkologisch abgeklärt werden. (1)
4. Tage kommen nicht? Mögliche angeborene Ursachen
Bleibt bereits die erste Menstruation aus (primäre Amenorrhoe), können angeborene Erkrankungen oder Entwicklungsstörungen die Ursache sein.
Dazu zählen unter anderem:
- das Turner-Syndrom, bei dem ein X-Chromosom teilweise oder vollständig fehlt,
- eine früh auftretende Ovarialinsuffizienz, bei der die Eierstöcke ihre Funktion frühzeitig verlieren,
- angeborene Abflussstörungen wie ein vollständig verschlossenes Hymen oder ein transverses Vaginalseptum,
- das Mayer-Rokitansky-Küster-Hauser-Syndrom (MRKH), bei dem die Gebärmutter angeboren fehlt oder nur unvollständig angelegt ist,
- sowie die Androgeninsensitivität, bei der trotz männlichem Chromosomensatz ein weibliches äußeres Erscheinungsbild entsteht.
Diese Ursachen sind insgesamt selten, sollten aber insbesondere dann abgeklärt werden, wenn die erste Regelblutung bis zu einem Alter von 15 Jahren trotz normalem Pubertätsverlauf nicht einsetzt oder die Brustentwicklung bis zu einem Alter von 13 Jahren ganz ausbleibt.
5. Regelblutung bleibt aus: Stress und andere äußere Einflüsse
Nicht immer steckt eine Erkrankung hinter einer ausbleibenden Periode. Der Eisprung und damit auch die Periode können möglicherweise verschoben werden durch:
- psychischen Stress
- starke emotionale Belastungen
- Schichtarbeit
- Fernreisen
- oder akute Erkrankungen.
(2)
Darüber hinaus können bestimmte Medikamente, beispielsweise einige Psychopharmaka oder hormonell wirksame Präparate, den Menstruationszyklus beeinflussen. Ebenso kommen Störungen des Hypothalamus oder der Hirnanhangsdrüse (Hypophyse) als Ursache infrage, da diese Organe die Hormonproduktion steuern.
Hilfe, meine Periode kommt nicht – Was tun?
Die Behandlung einer Zyklusstörung richtet sich immer nach der zugrunde liegenden Ursache. Liegt beispielsweise ein polyzystisches Ovarialsyndrom (PCOS) vor, kommen je nach Beschwerden und Kinderwunsch unterschiedliche Therapien infrage.
Häufig werden kombinierte hormonelle Verhütungsmittel eingesetzt, um den Zyklus zu regulieren und die Androgenproduktion zu senken. Bei einer bestehenden Insulinresistenz kann zusätzlich Metformin sinnvoll sein. Stehen Akne oder verstärkter Haarwuchs im Vordergrund, können ergänzend Antiandrogene zum Einsatz kommen.
Um die passende Behandlung einzuleiten, ist daher zunächst eine genaue ärztliche Diagnose entscheidend. Mithilfe von Untersuchungen wie Hormonanalysen, einer ausführlichen Anamnese und gegebenenfalls weiteren diagnostischen Verfahren kann die zugrunde liegende Ursache erkannt werden. Auf dieser Grundlage lässt sich eine gezielte Therapie planen und der richtige Umgang mit einer ausbleibenden oder unregelmäßigen Periode festlegen.

Mögliche harmlosere Gründe ausschließen
Wenn die Periode ausbleibt, hilft es zunächst, den Körper bei der Rückkehr zu einem regelmäßigen Rhythmus zu unterstützen. Häufig können bereits kleine Veränderungen im Alltag dazu beitragen, den Zyklus wieder zu stabilisieren.
- Schwangerschaft ausschließen: Der erste Schritt ist ein Schwangerschaftstest, wenn eine Schwangerschaft möglich ist. So lässt sich schnell klären, ob das Ausbleiben der Periode einen natürlichen Grund hat oder ob weitere Ursachen betrachtet werden sollten.
- Stress reduzieren: Da Stress die hormonelle Steuerung des Zyklus beeinflussen kann, kann es helfen, bewusst Ruhephasen einzuplanen. Entspannungstechniken, ausreichend Schlaf, regelmäßige Bewegung ohne Überlastung und ein ausgewogenes Verhältnis zwischen Belastung und Erholung können den Körper dabei unterstützen, wieder ins hormonelle Gleichgewicht zu finden.
- Ausreichend Energie und Nährstoffe zuführen: Bei starkem Kaloriendefizit, Diäten oder sehr intensivem Training kann es sinnvoll sein, die Energiezufuhr zu erhöhen und auf eine ausgewogene Ernährung mit ausreichend Eiweiß, gesunden Fetten und wichtigen Mikronährstoffen zu achten. Besonders bei Untergewicht oder starkem Sportpensum kann eine Anpassung der Belastung helfen, den Zyklus wieder anzuregen.
- Regelmäßigkeit in den Alltag bringen: Ein möglichst gleichmäßiger Schlafrhythmus, feste Mahlzeiten und moderate Bewegung unterstützen die natürlichen hormonellen Abläufe im Körper. Auch nach Reisen oder größeren Veränderungen im Alltag kann es einige Zeit dauern, bis sich der Zyklus wieder einpendelt.
- Geduld haben und den Zyklus beobachten: Eine einzelne verspätete Periode ist häufig kein Grund zur Sorge. Es kann hilfreich sein, den Zyklus über mehrere Monate zu dokumentieren, um Veränderungen besser einzuschätzen. Hält das Ausbleiben jedoch länger an oder treten zusätzliche Beschwerden auf, sollte die Ursache ärztlich abgeklärt werden.
Mönchspfeffer: Eine der am besten untersuchten Heilpflanzen bei Zyklusstörungen
Viele Frauen suchen bei Zyklusbeschwerden zunächst nach einer pflanzlichen Unterstützung oder möchten eine bestehende Behandlung ergänzen. Eine der bekanntesten und am besten untersuchten Heilpflanzen in diesem Bereich ist Mönchspfeffer (Vitex agnus-castus).
Eine große Beobachtungsstudie (3) mit etwa 1.700 Frauen untersuchte die Wirkung von Mönchspfeffer-Extrakten im Alltag. Die Teilnehmerinnen nahmen die Präparate über einen Zeitraum von durchschnittlich drei Monaten ein. Dabei zeigten sich Verbesserungen verschiedener menstrueller Beschwerden, insbesondere bei:
- unregelmäßigen Zyklen,
- Menstruationsbeschwerden,
- verstärkten oder unregelmäßigen Blutungen,
- Brustspannen im Rahmen des Prämenstruellen Syndroms (PMS) sowie
- Stimmungsschwankungen.
Auch verschiedene Bereiche der Lebensqualität verbesserten sich, darunter Schlaf, Konzentration und die Bewältigung des Alltags. Gleichzeitig wurde Mönchspfeffer in der Studie insgesamt gut vertragen. Seltene Nebenwirkungen wie Übelkeit, Kopfschmerzen oder leichte Magen-Darm-Beschwerden traten nur vereinzelt auf.
Auch eine systematische Übersichtsarbeit (4) zeigt, dass Vitex agnus-castus zu den am umfangreichsten untersuchten pflanzlichen Wirkstoffen bei Zyklusbeschwerden gehört. Die bisherigen Forschungsergebnisse geben Hinweise darauf, dass Mönchspfeffer den Zyklus unterstützen kann, indem er unter anderem:
- zu einer regelmäßigeren Zykluslänge beitragen kann,
- die normale Funktion des Eisprungs unterstützt,
- den Progesteronhaushalt in der zweiten Zyklushälfte positiv beeinflussen kann und
- bei bestimmten Zyklusstörungen möglicherweise die Chancen auf eine Schwangerschaft verbessern kann.
Als möglicher Wirkmechanismus wird eine Beeinflussung der hormonellen Zyklussteuerung diskutiert. Mönchspfeffer kann vermutlich auf die Regulation von Prolaktin, LH und FSH einwirken und dadurch die Follikelreifung sowie den Eisprung unterstützen.
Wichtig ist jedoch: Mönchspfeffer ersetzt keine ärztliche Abklärung. Besonders wenn die Periode über längere Zeit ausbleibt, sehr starke Blutungen auftreten oder eine hormonelle Erkrankung vermutet wird, sollte zunächst die Ursache untersucht werden.
Weitere pflanzliche Möglichkeiten bei Zyklusstörungen
Neben Mönchspfeffer wurden auch andere Heilpflanzen auf ihren möglichen Einfluss auf den Menstruationszyklus untersucht. Ein systematisches Review (4) betrachtete dabei sowohl Erkenntnisse aus der traditionellen persischen Medizin als auch Ergebnisse moderner klinischer Forschung.
In der traditionellen persischen Medizin werden Pflanzen bereits seit Jahrhunderten zur Unterstützung der Menstruation und zur Regulierung des Zyklus eingesetzt. Die Forschenden identifizierten knapp 200 Pflanzen, denen traditionell eine Wirkung auf den Menstruationszyklus zugeschrieben wird. Für einen kleineren Teil dieser Pflanzen liegen inzwischen auch Untersuchungen am Menschen vor.
Zu den besser untersuchten Pflanzen zählen neben Mönchspfeffer unter anderem:
- Zimt,
- Fenchel,
- Pfefferminze (Mentha longifolia),
- Sesam,
- Pfingstrose und
- Brennnessel.
Besonders interessant sind die Ergebnisse zu Zimt, der in kleineren Studien bei Frauen mit PCOS mit einer verbesserten Zyklusregelmäßigkeit in Verbindung gebracht wurde. Auch für Mentha longifolia (Pfefferminze) und Sesam wurden positive Effekte auf die Wiederkehr regelmäßiger Blutungen beschrieben. Die Ergebnisse stammen jedoch teilweise aus kleinen Studien und müssen noch durch weitere Forschung bestätigt werden.
Aktuell verfügt Mönchspfeffer über die beste wissenschaftliche Datenlage im Bereich pflanzlicher Unterstützung bei Zyklusbeschwerden. Für viele andere Heilpflanzen gibt es zwar erste vielversprechende Hinweise, allerdings reichen die bisherigen Untersuchungen noch nicht aus, um allgemeine Behandlungsempfehlungen abzuleiten.
Fazit: Periode bleibt aus – Ursachen erkennen und richtig handeln
Wenn die Periode ausbleibt, ist das nicht automatisch ein Grund zur Sorge. Eine verspätete Menstruation kann durch viele verschiedene Faktoren entstehen – von einer Schwangerschaft über vorübergehende Belastungen wie Stress, Veränderungen des Körpergewichts oder intensive sportliche Belastung bis hin zu hormonellen Ursachen.
Wichtig ist, zwischen einer einmaligen Zyklusverzögerung und einer länger anhaltenden Zyklusstörung zu unterscheiden.
❌ Bleibt die Periode über mehrere Wochen oder Monate aus?
❌ Tritt sie wiederholt unregelmäßig auf?
❌ Kommen Beschwerden wie starke Schmerzen, ungewöhnliche Blutungen, Hautveränderungen oder verstärkter Haarwuchs hinzu?
Dann sollte die Ursache ärztlich abgeklärt werden.
Eine genaue Diagnose ist entscheidend, denn nur wenn der Auslöser bekannt ist, kann die passende Behandlung gewählt werden. Mithilfe von Anamnese, Zyklusdokumentation, Hormonuntersuchungen und gegebenenfalls Ultraschall lassen sich viele Ursachen erkennen und gezielt behandeln.
FAQ – Häufig gestellte Fragen zu Periode bleibt aus
Wenn die Periode ausbleibt, kann das viele verschiedene Gründe haben. Am häufigsten sind eine Schwangerschaft, Stress, starke Gewichtsveränderungen, intensiver Sport oder hormonelle Veränderungen. Auch Erkrankungen wie das polyzystische Ovarialsyndrom (PCOS), Schilddrüsenstörungen oder erhöhte Prolaktinwerte können dazu führen, dass der Eisprung ausbleibt und die Menstruation nicht einsetzt.
Eine Periode gilt als ausgeblieben, wenn sie deutlich länger ausbleibt als für den persönlichen Zyklus üblich. Medizinisch spricht man von einer sekundären Amenorrhoe, wenn bei zuvor regelmäßigen Zyklen mindestens 90 Tage keine Blutung auftritt.
Eine Verspätung von einigen Tagen ist dagegen häufig normal, da sich der Zyklus durch Stress, Reisen, Krankheit oder hormonelle Schwankungen verschieben kann.
Kann man ohne Periode schwanger werden?
Es gibt verschiedene Möglichkeiten, die Blutung zu reduzieren oder zeitweise auszusetzen. Viele hormonelle Verhütungsmethoden können die Periode schwächer machen oder verhindern, beispielsweise bestimmte Pillenpräparate, Hormonspiralen oder andere hormonelle Verfahren.
Ob eine Methode geeignet ist, hängt von der individuellen Gesundheit, möglichen Risiken und den persönlichen Wünschen ab. Eine Beratung bei der Frauenärztin oder dem Frauenarzt hilft dabei, die passende Option zu finden.
Eine ausbleibende Periode ohne medizinischen Grund sollte dagegen nicht absichtlich durch extreme Diäten, Übertraining oder andere Belastungen herbeigeführt werden, da dies den Hormonhaushalt beeinträchtigen kann.
Quellenverzeichnis:
(1) Foster C, Al-Zubeidi H. Menstrual Irregularities. Pediatr Ann. 2018 Jan 1;47(1):e23-e28. doi: 10.3928/19382359-20171219-01. PMID: 29323693.
(2) Hugara, Sharvani & Bala, Sumanji & Gaja, Jayashree. (2024). A Short Survey for Understanding Hormonal Imbalance and Its Causes. International Journal of Research and Review. 11. 412-417. 10.52403/ijrr.20240445.
(3) Höller M, Steindl H, Abramov-Sommariva D, Kleemann J, Loleit A, Abels C, Stute P. Use of Vitex agnus-castus in patients with menstrual cycle disorders: a single-center retrospective longitudinal cohort study. Arch Gynecol Obstet. 2024 May;309(5):2089-2098. doi: 10.1007/s00404-023-07363-4. Epub 2024 Feb 23. PMID: 38393671; PMCID: PMC11018691.
(4) Moini Jazani, Arezoo, Hamdi, Kobra, Tansaz, Mojgan, Nazemiyeh, Hossein, Sadeghi Bazargani, Homayoun, Fazljou, Seyed Mohammad Bagher, Nasimi Doost Azgomi, Ramin, Herbal Medicine for Oligomenorrhea and Amenorrhea: A Systematic Review of Ancient and Conventional Medicine, BioMed Research International, 2018, 3052768, 22 pages, 2018.





