PMS Schlafstörungen: Warum du vor der Periode schlecht schläfst

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PMS Schlafstörungen: Warum du vor der Periode schlecht schläfst

Viele Frauen schlafen in den Tagen vor ihrer Periode deutlich schlechter als sonst. Sie brauchen länger zum Einschlafen, wachen nachts häufiger auf oder fühlen sich morgens trotz ausreichender Schlafdauer nicht erholt. Schlafstörungen gehören zu den häufigsten Symptomen des prämenstruellen Syndroms (PMS) und betreffen einen großen Teil der menstruierenden Frauen.

Schon gewusst?

Text wichtige Information.

Welche Schlafprobleme sind vor der Periode typisch?

Viele Frauen schlafen in den Tagen vor der Periode schlechter als in anderen Zyklusphasen. Typisch sind:

  • Einschlafprobleme
  • häufiges nächtliches Aufwachen
  • unruhiger Schlaf 
  • das Gefühl, morgens trotz ausreichender Schlafdauer nicht erholt zu sein 

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Studien zeigen, dass diese Beschwerden besonders bei Frauen mit prämenstruellem Syndrom (PMS) oder einer prämenstruellen dysphorischen Störung (PMDS) häufig auftreten (1).

Eine systematische Übersichtsarbeit (1), in der 25 Studien aus den Jahren 1989 bis 2022 ausgewertet wurden, zeigt ein klares Bild: Frauen mit PMS berichten konsistent über eine schlechtere Schlafqualität, häufiger unterbrochenen Schlaf, stärkere Müdigkeit am Morgen und mehr Tagesmüdigkeit. 

Interessanterweise lassen sich diese Unterschiede in objektiven Schlafmessungen – beispielsweise im Schlaflabor – nicht immer nachweisen. Das bedeutet: Auch wenn die Schlafstruktur oft nur gering verändert ist, wird der Schlaf subjektiv deutlich schlechter wahrgenommen. Teilweise konnten in den Studien jedoch ein niedrigerer Melatonin-Spiegel und eine erhöhte nächtliche Körpertemperatur festgestellt werden. Beides kann zu der schlechteren Schlafqualität beitragen (1).

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Mit steigendem Alter nehmen auch Schlafveränderungen und Erschöpfungsgefühl als PMS-Symptom in ihrer Wahrscheinlichkeit zu (2).

Welche PMS-Symptome verschlechtern den Schlaf zusätzlich?

Dass das subjektive Schlafempfinden in der Studie (1) deutlich schlechter ausfiel als die objektiv gemessene Schlafqualität, lässt sich vermutlich nicht allein durch Veränderungen der Schlafarchitektur erklären. Vielmehr könnten zahlreiche typische PMS-Beschwerden den Schlaf indirekt beeinträchtigen und dazu führen, dass sich Frauen morgens weniger erholt fühlen.

Dazu gehören insbesondere: 

  • Stimmungsschwankungen
  • innere Unruhe
  • Angst oder depressive Verstimmungen, die das Einschlafen erschweren und nächtliches Grübeln fördern können 
  • Unterleibs- und Rückenschmerzen
  • Kopfschmerzen
  • Brustspannen
  • Blähungen oder Wassereinlagerungen können den Schlaf wiederholt unterbrechen oder das Liegen unangenehm machen

Zusammen mit hormonell bedingten Veränderungen der Körpertemperatur entsteht so eine Kombination mehrerer Faktoren, die den Schlaf beeinträchtigen kann – selbst dann, wenn objektive Schlafmessungen nur geringe Veränderungen zeigen.

Mit anderen Worten: Nicht nur der Schlaf selbst verändert sich vor der Periode, sondern auch die körperlichen und psychischen Beschwerden, die das Ein- und Durchschlafen erschweren und die Schlafqualität subjektiv deutlich verschlechtern können.

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Schlafstörungen durch PMS oder schwanger – Wie kannst du dir sicher sein?

PMS-ähnliche Symptome schließen eine Schwangerschaft nicht aus. Im Gegenteil – Frauen mit ausgeprägtem PMS können in der Frühschwangerschaft sogar besonders starke Symptome entwickeln.

Die höchste Symptomlast wird meist erst einige Wochen nach der Empfängnis erreicht. Dennoch berichten viele Frauen schon früh über typische Veränderungen ihres Körpers, darunter auch:

  • Müdigkeit: Ein starkes Erschöpfungsgefühl gehört zu den häufigsten Symptomen. In einer großen Auswertung von App-Daten berichteten rund 98 % der Nutzerinnen über Erschöpfung und rund 74% über schlechte Schlafqualität  während der Schwangerschaft. Besonders ausgeprägt ist sie häufig im ersten Trimester.
  • Kopfschmerzen und Schlafveränderungen: Auch Kopfschmerzen und veränderter Schlaf gehören zu häufig dokumentierten Beschwerden in der Schwangerschaft.

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Der entscheidende Unterschied zeigt sich meist erst im Verlauf: Während PMS mit Beginn der Periode abklingt, bleiben Schwangerschaftssymptome bestehen oder verstärken sich, wenn die Menstruation ausbleibt. Sicherheit bringt letztlich nur ein Schwangerschaftstest.

Wann sollte Schlaflosigkeit vor der Periode abgeklärt werden?

Gelegentliche Schlafprobleme in den Tagen vor der Periode sind häufig und meist eine Folge der hormonellen Veränderungen in der zweiten Zyklushälfte. Halten die Beschwerden jedoch über mehrere Zyklen an, sind besonders ausgeprägt oder beeinträchtigen den Alltag deutlich, sollte eine ärztliche Abklärung erfolgen.

Das gilt insbesondere, wenn:

  • die Schlafstörungen nicht nur vor der Periode, sondern während des gesamten Zyklus auftreten,
  • Ein- oder Durchschlafprobleme über mehrere Wochen bestehen,
  • ausgeprägte Stimmungsschwankungen, Angst oder depressive Verstimmungen hinzukommen (Verdacht auf PMDS),
  • starkes Schnarchen, Atemaussetzer oder ein ausgeprägter Bewegungsdrang der Beine auftreten, da auch andere Schlafstörungen dahinterstecken können,
  • die Beschwerden plötzlich beginnen oder sich deutlich verschlimmern.

Auch wenn Schlafprobleme regelmäßig gemeinsam mit starken Regelschmerzen, Hitzewallungen, Wassereinlagerungen oder anderen ausgeprägten PMS-Beschwerden auftreten, kann eine medizinische Beratung sinnvoll sein. Gemeinsam mit der Ärztin oder dem Arzt lässt sich klären, ob tatsächlich PMS die Ursache ist oder ob beispielsweise eine Schilddrüsenerkrankung, Eisenmangel, psychische Belastungen oder eine eigenständige Schlafstörung vorliegen.

Wichtig:

Treten zusätzlich anhaltende Niedergeschlagenheit, Hoffnungslosigkeit oder Suizidgedanken auf, sollte umgehend ärztliche oder psychotherapeutische Hilfe in Anspruch genommen werden. Diese Beschwerden gehen über ein gewöhnliches PMS hinaus und können auf eine behandlungsbedürftige psychische Erkrankung oder eine prämenstruelle dysphorische Störung (PMDS) hinweisen.

Warum treten Schlafstörungen vor der Periode auf?

Warum viele Frauen kurz vor der Periode schlechter schlafen, lässt sich wahrscheinlich nicht auf eine einzelne Ursache zurückführen. Vielmehr verändern die hormonellen Schwankungen in der zweiten Zyklushälfte mehrere Prozesse, die für einen erholsamen Schlaf wichtig sind.

Mögliche Ursachen für PMS-bedingte Schlafstörungen sind:

  • Veränderungen des zirkadianen Rhythmus (der inneren Uhr), der den Schlaf-Wach-Rhythmus steuert.
  • Eine verringerte oder zeitlich verschobene Melatoninausschüttung, wodurch das Ein- und Durchschlafen erschwert werden kann.
  • Eine leicht erhöhte Körpertemperatur in der Nacht, die das Einschlafen und einen tiefen Schlaf beeinträchtigen kann.
  • Schwankungen von Östrogen und Progesteron, die Schlaf, Stimmung und die Temperaturregulation beeinflussen.
  • Weitere PMS-Beschwerden wie Schmerzen, innere Unruhe, Stimmungsschwankungen oder nächtlicher Harndrang, die den Schlaf zusätzlich stören können.

Besonders interessant ist dabei das Schlafhormon Melatonin. Mehrere Untersuchungen zeigen, dass Frauen mit PMS nachts häufig weniger Melatonin ausschütten oder die Ausschüttung zeitlich verändert ist. Dadurch kann es schwerer fallen, abends zur Ruhe zu kommen, einzuschlafen oder die ganze Nacht durchzuschlafen (1).

Auch die Körpertemperatur scheint eine Rolle zu spielen. Normalerweise sinkt die Kerntemperatur am Abend leicht ab – ein wichtiges Signal für den Körper, dass es Zeit zum Schlafen ist. Bei Frauen mit PMS bleibt die Körpertemperatur nachts jedoch häufig etwas höher. Schon diese geringe Veränderung kann das Einschlafen erschweren und dazu führen, dass man nachts häufiger aufwacht (1).

Die aktuelle Studienlage spricht deshalb dafür, dass PMS-Schlafstörungen nicht allein durch die Schwankungen von Östrogen und Progesteron entstehen. Vielmehr scheinen Veränderungen der inneren Uhr, eine verminderte Melatoninproduktion, eine erhöhte nächtliche Körpertemperatur und weitere PMS-Beschwerden gemeinsam dazu beizutragen, dass viele Frauen in den Tagen vor der Periode schlechter schlafen.

Ob auch Cortisol, Prolaktin (PRL) oder TSH zu den Schlafstörungen vor der Periode beitragen, ist bislang nicht eindeutig geklärt. Viele bisherige Studien fanden jedoch keine relevanten oder konsistenten Veränderungen dieser Hormonspiegel, die eine direkte Beteiligung an PMS-bedingten Schlafproblemen nahelegen (1).

Ich leide unter Schlafstörung vor der Periode – Was tun?

Schlafprobleme vor der Periode müssen nicht einfach hingenommen werden. Treten Schlafstörungen regelmäßig vor der Periode auf und beeinträchtigen den Alltag, kann es sinnvoll sein, gezielt gegenzusteuern

Da die Beschwerden meist durch das Zusammenspiel von Hormonen, der inneren Uhr und weiteren PMS-Symptomen entstehen, helfen oft mehrere ganz einfache Maßnahmen in Kombination.

Diese Strategien können PMS-bedingte Schlafstörungen lindern:

  • Einen regelmäßigen Schlafrhythmus einhalten: Feste Schlaf- und Aufstehzeiten unterstützen die innere Uhr und können das Ein- und Durchschlafen erleichtern.
  • Abends auf Licht achten: Helles Licht von Smartphones, Tablets oder Fernsehern kann die Melatoninproduktion hemmen. Deshalb empfiehlt es sich, in den letzten ein bis zwei Stunden vor dem Schlafengehen auf Bildschirme möglichst zu verzichten oder einen Nachtmodus zu nutzen.
  • Koffein, Alkohol und schwere Mahlzeiten am Abend reduzieren: Sie können die Schlafqualität zusätzlich verschlechtern und nächtliches Aufwachen begünstigen.
  • Regelmäßige Bewegung: Moderate körperliche Aktivität am Tag verbessert bekanntlich den Schlaf und kann gleichzeitig weitere PMS-Beschwerden wie Stimmungsschwankungen oder Schmerzen lindern. Direkt vor dem Schlafengehen sollte jedoch besser auf intensives Training verzichtet werden.
  • Stress abbauen: Entspannungsverfahren wie Atemübungen, Meditation, Yoga oder progressive Muskelentspannung können helfen, innere Unruhe zu reduzieren und das Einschlafen zu erleichtern.

Daneben zeigen Studien, dass auch die Welt der Nahrungsergänzungsmittel einen positiven Einfluss auf deine Schlafqualität haben kann. 

Von traditionellen Heilpflanzen mit einer entspannenden und stressreduzierenden Wirkung, wie sie Ashwagandha zugeschrieben wird, bis hin zu Kamille, Zink und Vitamin B1, die deinen Körper generell in der prämenstruellen Phase unterstützen und PMS-Symptome lindern können. Nicht immer müssen schwere Schlafmittel die Lösung sein.  

Studie Nr. 1: Kamille zeigt deutliche Reduktion von Schlafstörungen bei PMS-Patientinnen 

Kamille wird häufig als beruhigender Tee vor dem Schlafengehen empfohlen. Ob sie auch PMS-bedingte Schlafstörungen lindern kann, untersuchte eine randomisierte, doppelt verblindete klinische Studie mit 90 Frauen im Alter von 18 bis 35 Jahren, bei denen ein prämenstruelles Syndrom (PMS) diagnostiziert worden war (4).

Die Teilnehmerinnen erhielten über zwei Menstruationszyklen entweder 100 mg Kamillenextrakt dreimal täglich oder Mefenaminsäure, ein in Österreich und der Schweiz häufig bei Regelschmerzen eingesetztes Schmerzmittel. Die Einnahme begann jeweils ab dem 21. Zyklustag und endete mit Beginn der Menstruation.

Das Ergebnis: Beide Behandlungen verbesserten die PMS-Beschwerden, allerdings schnitt Kamillenextrakt bei den psychischen Symptomen deutlich besser ab. Dazu gehörten unter anderem:

  • Schlafstörungen,
  • Reizbarkeit,
  • depressive Stimmung und
  • innere Anspannung.

Die Forschenden vermuten, dass pflanzliche Inhaltsstoffe der Kamille – insbesondere Apigenin und andere Flavonoide – beruhigend auf das zentrale Nervensystem wirken und dadurch psychische PMS-Beschwerden, einschließlich Schlafstörungen, lindern können.

Nebenwirkungen:

In puncto Nebenwirkungen kam es bei der Supplementation von Kamillenextrakt häufiger zu verstärkten Menstruationsblutungen und bei Mefenaminsäure zu gastrointestinalen Beschwerden – schwerwiegende Nebenwirkungen traten insgesamt keine auf. Mefenaminsäure ist in Deutschland nicht zugelassen, hat aber eine ähnliche Wirkung wie andere Medikamente aus der Gruppe der NSAR, wie z.B. Ibuprofen.

Studie Nr. 2: Supplementation von Zinksulfat bei PMS-Patientinnen zeigt Wirkung

Auch Zink könnte bei PMS-bedingten Schlafstörungen eine unterstützende Rolle spielen. In einer randomisierten, doppelt verblindeten und placebokontrollierten Studie wurde untersucht, ob eine Supplementierung mit Zinksulfat die Beschwerden von Frauen mit PMS lindern kann (5).

An der Studie nahmen 142 Frauen im Alter von 20 bis 35 Jahren mit diagnostiziertem PMS teil. Die Teilnehmerinnen erhielten über drei Menstruationszyklen entweder täglich 220 mg Zinksulfat (entsprechend 50 mg elementarem Zink) oder ein Placebo. Die Einnahme erfolgte jeweils vom 16. Zyklustag bis zum zweiten Tag der Menstruation.

Das Ergebnis: Frauen, die Zink einnahmen, berichteten über eine kontinuierliche Verbesserung ihrer PMS-Beschwerden. Besonders deutlich gingen unter anderem zurück:

  • Schlafstörungen,
  • Müdigkeit,
  • Reizbarkeit,
  • Angst und innere Anspannung,
  • depressive Stimmung sowie
  • körperliche Beschwerden wie Brustspannen oder Blähungen.

Auch die Zahl der Frauen mit mittelgradigem bis schwerem PMS nahm im Verlauf der drei Behandlungszyklen deutlich ab. Gleichzeitig verbesserte sich die körperliche und psychische Lebensqualität signifikant, während in der Placebogruppe keine vergleichbaren Veränderungen beobachtet wurden.

Wie Zink diese Effekte vermittelt, ist noch nicht vollständig geklärt. Diskutiert werden unter anderem Einflüsse auf Serotonin, GABA, Melatonin und Dopamin – Botenstoffe, die sowohl für die Stimmung als auch für einen gesunden Schlaf wichtig sind. Darüber hinaus könnte Zink entzündliche Prozesse und oxidativen Stress reduzieren, die ebenfalls mit PMS in Verbindung gebracht werden.

Studie Nr. 3: Hilft Ashwagandha bei premenstrual insomnia?

Ashwagandha (Withania somnifera) zählt zu den bekanntesten Heilpflanzen der ayurvedischen Medizin und wird häufig zur Unterstützung von Schlaf und Stressbewältigung eingesetzt. Zwar gibt es bislang keine Studien speziell zu PMS-bedingten Schlafstörungen, die vorhandene Forschung zeigt jedoch, dass Ashwagandha die Schlafqualität grundsätzlich verbessern kann.

In einer randomisierten, doppelblinden und placebokontrollierten Studie erhielten 80 Erwachsene – darunter gesunde Personen sowie Menschen mit diagnostizierter Insomnie – über acht Wochen zweimal täglich 300 mg Ashwagandha-Wurzelextrakt oder ein Placebo (6).

Die Ergebnisse fielen deutlich aus: Im Vergleich zur Placebogruppe verbesserten sich unter Ashwagandha mehrere objektiv und subjektiv gemessene Schlafparameter. Die Teilnehmenden

  • schliefen schneller ein,
  • schliefen insgesamt länger,
  • wachten nachts seltener auf,
  • berichteten über eine bessere Schlafqualität und
  • fühlten sich morgens ausgeruhter und geistig wacher.

Besonders ausgeprägt waren die Verbesserungen bei den Teilnehmenden mit bestehenden Schlafstörungen. Zusätzlich nahm in dieser Gruppe auch das Angstempfinden signifikant ab. Schwerwiegende Nebenwirkungen wurden während der Studie nicht beobachtet (6).

Schwangere, Stillende sowie Personen mit Lebererkrankungen sollten Ashwagandha jedoch vorsichtshalber nicht einnehmen. Bei langer Einnahme und hoher Dosierung konnten in sehr seltenen Fällen Leberschäden beobachtet werden, die möglicherweise im Zusammenhang mit der Einnahme standen.

Studie Nr. 4: Besonders psychische PMS-Symptome scheinen stark auf Vitamin-B1-Gabe anzusprechen

Vitamin B1 (Thiamin) ist vor allem für seine Rolle im Energiestoffwechsel und für eine normale Funktion des Nervensystems bekannt. Eine randomisierte, doppelt verblindete und placebokontrollierte Studie untersuchte, ob eine Supplementierung mit Vitamin B1 auch PMS-Beschwerden – einschließlich Schlafstörungen – lindern kann (7).

An der Studie nahmen 80 Frauen mit leichtem bis mittelschwerem PMS teil. Sie erhielten über drei Menstruationszyklen jeweils eine Woche vor Beginn der Menstruation zweimal täglich 100 mg Vitamin B1 oder ein Placebo.

Das Ergebnis: Die Frauen in der Vitamin-B1-Gruppe berichteten über eine deutlich stärkere Abnahme der gesamten PMS-Symptomatik als die Placebogruppe. Besonders ausgeprägt war die Verbesserung bei den psychischen Beschwerden. Dazu gehörten unter anderem:

  • Schlafstörungen,
  • Angst,
  • depressive Stimmung,
  • Müdigkeit,
  • Konzentrationsprobleme sowie
  • innere Anspannung und Reizbarkeit.

Auch einige körperliche Beschwerden wie Kopfschmerzen, Brustspannen und Blähungen gingen zurück. Dagegen zeigte Vitamin B1 kaum Einfluss auf Symptome wie Heißhunger, Wassereinlagerungen oder eine verminderte Libido.

Die Forschenden vermuten, dass Vitamin B1 die Funktion des Nervensystems unterstützt und unter anderem die Energieversorgung der Nervenzellen sowie verschiedene Botenstoffsysteme im Gehirn beeinflusst. Dadurch könnten insbesondere psychische PMS-Symptome und die damit verbundenen Schlafprobleme abgeschwächt werden.

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Studie Nr. 5: Melatonin bei sekundären Schlafstörungen

Melatonin ist ein körpereigenes Hormon, das den Schlaf-Wach-Rhythmus steuert. Da bei Frauen mit PMS und PMDS Hinweise auf Veränderungen der Melatonin-Ausschüttung gefunden wurden (1) , liegt die Frage nahe, ob eine zusätzliche Einnahme von Melatonin den Schlaf unterstützen kann. Direkte Studien zu PMS-bedingten Schlafstörungen gibt es bisher jedoch nicht.

Eine systematische Übersichtsarbeit und Metaanalyse untersuchte deshalb die Wirkung von zusätzlichem Melatonin bei sogenannten sekundären Schlafstörungen – also Schlafproblemen, die durch äußere Faktoren wie Schichtarbeit, Jetlag oder veränderte Schlafrhythmen entstehen (8).

Die Analyse umfasste 7 randomisierte, doppelt verblindete und placebokontrollierte Studien mit insgesamt 205 Erwachsenen. Verglichen wurde, ob Melatonin im Vergleich zu Placebo die Einschlafzeit, die Schlafdauer und die Schlafqualität beeinflusst.

Die Ergebnisse zeigen:

  • Die Einschlafzeit verkürzte sich unter Melatonin im Durchschnitt um etwa 2,5 Minuten.
  • Die Gesamtschlafzeit verlängerte sich um durchschnittlich rund 29 Minuten.
  • Die Schlafeffizienz – also der Anteil der tatsächlichen Schlafzeit an der Zeit im Bett – verbesserte sich dagegen nicht signifikant.

Die Forschenden kommen daher zu dem Schluss, dass Melatonin vor allem dabei helfen kann, schneller einzuschlafen und länger zu schlafen, aber nicht unbedingt die gesamte Schlafqualität oder die Anzahl nächtlicher Wachphasen verbessert.

Für Frauen mit PMS-Schlafstörungen bedeutet das: Da PMS unter anderem mit einer veränderten Melatonin-Regulation in Verbindung gebracht wird, könnte Melatonin theoretisch eine unterstützende Rolle spielen. Die aktuelle Studienlage erlaubt jedoch keine sichere Aussage speziell für prämenstruelle Schlafprobleme, da die untersuchten Personen keine PMS- oder PMDS-Patientinnen waren.

Fazit: Schlechter Schlaf vor der Periode – Ein typisches PMS-Symptom

Schlafstörungen vor der Periode sind kein seltenes Phänomen, sondern gehören für viele Frauen zu den typischen Beschwerden des prämenstruellen Syndroms (PMS). Die aktuelle Studienlage zeigt, dass PMS nicht nur die subjektive Wahrnehmung des Schlafs verschlechtert, sondern wahrscheinlich auch mit einer verminderten nächtlichen Melatonin-Ausschüttung und einer leicht erhöhten Körpertemperatur zusammenhängt.

Gleichzeitig entstehen Schlafprobleme meist nicht durch einen einzelnen Faktor. Hormonelle Veränderungen in der zweiten Zyklushälfte können gemeinsam mit Beschwerden wie Schmerzen, Brustspannen, Blähungen, Stimmungsschwankungen, Stress oder erhöhter innerer Unruhe dazu führen, dass das Einschlafen schwerer fällt oder der Schlaf weniger erholsam ist.

Die gute Nachricht: PMS-bedingte Schlafstörungen lassen sich häufig durch gezielte Maßnahmen lindern. 

✅ Ein regelmäßiger Schlafrhythmus

✅ ausreichend Bewegung

✅ Stressreduktion 

✅ und eine gute Schlafhygiene bilden die Grundlage. 

Zusätzlich gibt es erste Hinweise darauf, dass bestimmte pflanzliche Wirkstoffe wie Kamille oder Ashwagandha sowie Nährstoffe wie Zink und Vitamin B1 bei manchen Frauen unterstützend wirken können.

Wichtig bleibt: Wiederkehrender schlechter Schlaf vor der Periode ist ein echtes PMS-Symptom und kein Zeichen mangelnder Disziplin. Wer über mehrere Zyklen stark unter Schlafproblemen leidet oder zusätzlich ausgeprägte psychische Beschwerden bemerkt, sollte die Symptome ärztlich abklären lassen – insbesondere, um stärkere Formen wie eine prämenstruelle dysphorische Störung (PMDS) zu erkennen.

FAQ – Häufig gestellte Fragen zu PMS Schlafstörungen

Quellenverzeichnis:

(1) Nexha A, Caropreso L, de Azevedo Cardoso T, Suh JS, Tonon AC, Frey BN. Biological rhythms in premenstrual syndrome and premenstrual dysphoric disorder: a systematic review. BMC Womens Health. 2024 Oct 7;24(1):551. doi: 10.1186/s12905-024-03395-3. PMID: 39375682; PMCID: PMC11457342.

(2) Hantsoo L, Rangaswamy S, Voegtline K, Salimgaraev R, Zhaunova L, Payne JL. Premenstrual symptoms across the lifespan in an international sample: data from a mobile application. Arch Womens Ment Health. 2022 Oct;25(5):903-910. doi: 10.1007/s00737-022-01261-5. Epub 2022 Aug 26. PMID: 36018464; PMCID: PMC9492621.

(3) Nissen M, Barrios Campo N, Flaucher M, Jaeger KM, Titzmann A, Blunck D, Fasching PA, Engelhardt V, Eskofier BM, Leutheuser H. Prevalence and course of pregnancy symptoms using self-reported pregnancy app symptom tracker data. NPJ Digit Med. 2023 Oct 11;6(1):189. doi: 10.1038/s41746-023-00935-3. PMID: 37821584; PMCID: PMC10567694.

(4) Sharifi F, Simbar M, Mojab F, Majd HA. Comparison of the effects of Matricaria chamomila (Chamomile) extract and mefenamic acid on the intensity of premenstrual syndrome. Complement Ther Clin Pract. 2014 Feb;20(1):81-8. doi: 10.1016/j.ctcp.2013.09.002. Epub 2013 Oct 9. PMID: 24439651.

(5) Siahbazi S, Behboudi-Gandevani S, Moghaddam-Banaem L, Montazeri A. Effect of zinc sulfate supplementation on premenstrual syndrome and health-related quality of life: Clinical randomized controlled trial. J Obstet Gynaecol Res. 2017 May;43(5):887-894. doi: 10.1111/jog.13299. Epub 2017 Feb 11. PMID: 28188965.

(6) Langade D, Thakare V, Kanchi S, Kelgane S. Clinical evaluation of the pharmacological impact of ashwagandha root extract on sleep in healthy volunteers and insomnia patients: A double-blind, randomized, parallel-group, placebo-controlled study. J Ethnopharmacol. 2021 Jan 10;264:113276. doi: 10.1016/j.jep.2020.113276. Epub 2020 Aug 17. PMID: 32818573.

(7) Abdollahifard S, Rahmanian Koshkaki A, Moazamiyanfar R. The effects of vitamin B1 on ameliorating the premenstrual syndrome symptoms. Glob J Health Sci. 2014 Jul 29;6(6):144-53. doi: 10.5539/gjhs.v6n6p144. PMID: 25363099; PMCID: PMC4825494.

(8) Li T, Jiang S, Han M, Yang Z, Lv J, Deng C, Reiter RJ, Yang Y. Exogenous melatonin as a treatment for secondary sleep disorders: A systematic review and meta-analysis. Front Neuroendocrinol. 2019 Jan;52:22-28. doi: 10.1016/j.yfrne.2018.06.004. Epub 2018 Jun 15. PMID: 29908879.

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