Blähungen gehören neben Magenschmerzen zu den häufigsten Beschwerden im Magen-Darm-Bereich vor und während der Periode. Mehr als 50 % der gesunden Frauen sind davon betroffen (1) – ein guter Grund, genauer hinzuschauen, wodurch diese Beschwerden entstehen und was man tun kann, um sie sowohl vorbeugend als auch akut zu lindern.
- Blähungen vor der Periode entstehen nicht nur durch Ernährung, sondern vor allem durch hormonelle Veränderungen, die direkt auf Darmbewegung und Gasbildung wirken (1).
- Besonders spannend: Auch die Brain-Gut-Achse spielt eine Rolle – Stress, Stimmung und Verdauung sind während des Zyklus eng miteinander verbunden (1).
- Mehr als die Hälfte der Frauen erlebt zyklusabhängige Verdauungsbeschwerden – oft schon vor der Menstruation oder sogar rund um den Eisprung (1).
Wie funktioniert der Zyklus: Die Grundlagen des hormonellen Ablaufes kurz erklärt
Der Menstruationszyklus beschreibt den monatlichen Ablauf im Körper einer Frau, der auf eine mögliche Schwangerschaft vorbereitet ist. Er dauert im Durchschnitt etwa 28 Tage, kann aber individuell kürzer oder länger sein und in manchen Ausnahmefällen kann die Periode auch ganz ausbleiben.
- Zu Beginn des Zyklus startet die Menstruation: Die Gebärmutterschleimhaut wird abgestoßen, da keine Befruchtung stattgefunden hat.
- Danach folgt die Follikelphase. In dieser Phase reifen im Eierstock mehrere Follikel heran, von denen sich meist ein dominanter durchsetzt. Gleichzeitig baut sich die Gebärmutterschleimhaut unter dem Einfluss von Östrogen wieder auf.
- In der Mitte des Zyklus kommt es zum Eisprung (Ovulation). Dabei wird eine reife Eizelle freigesetzt, die für kurze Zeit befruchtbar ist.
- Anschließend beginnt die Lutealphase. Jetzt dominiert das Hormon Progesteron, das den Körper auf eine mögliche Schwangerschaft vorbereitet und die Gebärmutterschleimhaut stabilisiert.
Die zweite Zyklushälfte ist es auch, in der es zum Auftreten des PMS – dem Prämenstruellen Syndrom, kommen kann.
Kommt es zu keiner Befruchtung, fallen die Hormonspiegel wieder ab – und die nächste Menstruation beginnt, womit der Zyklus von vorne startet.

Typische Beschwerden um die Periode: Verstopfung, Magenbeschwerden und Blähungen
Viele Frauen bemerken im Verlauf ihres Zyklus nicht nur Veränderungen der Stimmung oder typische Unterleibsbeschwerden, sondern auch Veränderungen der Verdauung. Dazu gehören Blähungen, Verstopfung, Durchfall, Übelkeit oder Bauchschmerzen. Besonders häufig treten diese Beschwerden in den Tagen vor der Periode und während der Menstruation auf.
Studien (1) zeigen, dass rund 70 % der Frauen in beiden Phasen mindestens ein gastrointestinales Symptom erleben. Zu den häufigsten Beschwerden zählen dabei:
- Bauchschmerzen (55–58 %)
- Blähungen (51–62 %)
- Durchfall (24–28 %)
Viele Betroffene leiden nicht nur unter einer einzelnen Verdauungsbeschwerde, sondern berichten über eine Kombination aus Blähungen, Bauchschmerzen, Verstopfung oder Durchfall. Gleichzeitig treten häufig auch psychische Symptome wie depressive Verstimmungen, Ängste, Reizbarkeit oder ausgeprägte Erschöpfung (Fatigue) auf, die die Beschwerden zusätzlich verstärken können.
Studien (1) zeigen, dass Frauen mit stärkeren emotionalen Belastungen rund um den Zyklus oft auch häufiger und intensiver von gastrointestinalen Symptomen betroffen sind.
Doch nicht nur die Zeit vor und während der Periode kann den Magen-Darm-Trakt beeinflussen. Auch rund um den Eisprung berichten viele Frauen von einem aufgeblähten Bauch, vermehrten Blähungen oder einem veränderten Stuhlgang.
Insgesamt sind Verdauungsbeschwerden rund um den Eisprung, vor der Periode und während der Menstruation daher keine Seltenheit. Die hormonellen Veränderungen im Laufe des Zyklus wirken auf den gesamten Körper – und machen sich bei vielen Frauen auch im Bauch bemerkbar.
Wieso ist der Bauch aufgebläht vor der Periode? Ursachen von PMS Blähungen & Co
Dass der Blähbauch während der Periode und in der Zeit davor “irgendwas mit Hormonen” zu tun hat, ist den meisten Menschen bewusst. Was dabei jedoch oft unklar bleibt, ist, wie genau diese hormonellen Veränderungen im Körper wirken und warum sie bei manchen Frauen kaum spürbar sind, während andere deutlich darunter leiden.
Tatsächlich beeinflussen die zyklischen Schwankungen nicht nur die Gebärmutter, sondern wirken sich auf verschiedene Körpersysteme aus – darunter auch die Verdauung, den Flüssigkeitshaushalt und das allgemeine Wohlbefinden.
Dadurch kann es in bestimmten Phasen des Zyklus zu einem komplexen Zusammenspiel kommen, das sich unter anderem in Blähungen, Völlegefühl oder einem aufgequollenen Bauch äußert.
1. Eine Frage der Ernährung: Fressattacken als Ursache für “PMS-Blähbauch”
Viele Frauen bemerken in den Tagen vor der Periode einen deutlich gesteigerten Appetit. Heißhunger auf Süßes, salzige Snacks oder besonders fett- und kohlenhydratreiche Lebensmittel gehören zu den häufigsten Begleiterscheinungen der prämenstruellen Phase. Verantwortlich dafür sind unter anderem hormonelle Veränderungen, die Einfluss auf Hunger, Sättigung und das Belohnungssystem im Gehirn nehmen können.
Das Problem: Gerade die Lebensmittel, auf die in dieser Zeit häufig Lust besteht, können Blähungen zusätzlich fördern. Große Mahlzeiten, stark verarbeitete Produkte, Zucker sowie fettige Speisen belasten die Verdauung und können die Gasbildung im Darm erhöhen. Dadurch entsteht schnell das Gefühl eines aufgeblähten Bauches.
Hinzu kommt, dass viele dieser Lebensmittel reich an Salz sind. Eine hohe Natriumaufnahme kann dazu beitragen, dass der Körper mehr Wasser einlagert. Solche Wassereinlagerungen treten vor der Menstruation ohnehin häufiger auf und können das Gefühl eines „geschwollenen“ oder „aufgedunsenen“ Bauches zusätzlich verstärken.
Oft handelt es sich daher nicht nur um Blähungen, sondern um eine Kombination aus vermehrter Gasbildung im Darm und hormonell bedingten Wassereinlagerungen.
Wer zu einem PMS-Blähbauch neigt, profitiert häufig davon, auf möglichst frische und wenig verarbeitete Lebensmittel zu setzen, ausreichend zu trinken und besonders salzreiche Fertigprodukte in der zweiten Zyklushälfte etwas zu reduzieren. Schon kleine Anpassungen der Ernährung können dazu beitragen, Blähungen und Wassereinlagerungen rund um die Periode spürbar zu verringern.
2. Hormone als direkte Verursacher von Blähungen vor der Menstruation
Eine der häufigsten Ursachen für Blähungen vor der Periode sind die natürlichen Hormonschwankungen im Menstruationszyklus. Vor allem Veränderungen der Spiegel von Östrogen und Progesteron beeinflussen nicht nur die Gebärmutter, sondern auch den Verdauungstrakt (2).

In der zweiten Zyklushälfte steigt der Progesteronspiegel deutlich an. Dieses Hormon wirkt entspannend auf die Muskulatur – auch auf die Darmmuskulatur. Dadurch verlangsamt sich die Darmtätigkeit bei vielen Frauen, sodass Nahrung länger im Verdauungstrakt verbleibt. Die Folge können Verstopfung, Völlegefühl und Blähungen sein (2).
Kurz vor Beginn der Menstruation fallen die Spiegel von Progesteron und Östrogen wieder ab. Gleichzeitig steigt mit Einsetzen der Blutung die Freisetzung von Prostaglandinen an.
Diese Botenstoffe unterstützen die Kontraktionen der Gebärmutter, können aber auch die Darmbewegungen anregen. Dadurch treten bei manchen Frauen verstärkt Bauchkrämpfe, häufiger Stuhlgang oder Durchfall auf – ein Phänomen, das auch unter dem Begriff “Period Poops” bekannt ist.
Die hormonellen Veränderungen rund um die Periode können die Verdauung somit in beide Richtungen beeinflussen: Während vor der Menstruation eher Verstopfung und Blähungen im Vordergrund stehen, berichten viele Frauen während der Menstruation häufiger über Bauchschmerzen und Durchfall.
3. Die Brain-Gut-Axis: Neurotransmitter wie Serotonin beeinflussen Stimmung & Verdauung
Nicht nur Hormone spielen bei Blähungen rund um die Periode eine Rolle. Auch die enge Verbindung zwischen Gehirn und Darm – die sogenannte Brain-Gut-Axis – kann dazu beitragen, dass Verdauungsbeschwerden und Stimmungsschwankungen häufig gemeinsam auftreten.
Über Nervenbahnen, Hormone und verschiedene Botenstoffe stehen Darm und Gehirn in ständigem Austausch. Einer der wichtigsten dieser Botenstoffe ist Serotonin. Obwohl Serotonin oft als „Glückshormon“ bezeichnet wird, befindet sich der Großteil davon nicht im Gehirn, sondern im Darm. Dort beeinflusst es unter anderem die Darmbewegungen, die Schmerzempfindlichkeit und verschiedene Verdauungsprozesse.
Während des Menstruationszyklus können hormonelle Veränderungen die Serotoninaktivität beeinflussen. Dies könnte erklären, warum viele Frauen vor der Periode nicht nur unter:
- Reizbarkeit
- Stimmungsschwankungen
- oder erhöhter emotionaler Belastung
leiden, sondern gleichzeitig auch häufiger über:
- Blähungen
- Bauchschmerzen
- oder Veränderungen des Stuhlgangs
berichten.
Studien zeigen, dass Frauen mit depressiver Stimmung, Angst oder starker Erschöpfung rund um die Menstruation signifikant häufiger und intensiver unter gastrointestinalen Beschwerden leiden. Die Symptome treten dabei nicht isoliert auf, sondern scheinen eng miteinander verknüpft zu sein und sich möglicherweise gegenseitig zu verstärken (1).
So kann emotionaler Stress die Darmfunktion beeinflussen, während umgekehrt anhaltende Verdauungsbeschwerden das psychische Wohlbefinden zusätzlich belasten.
Deshalb lohnt sich bei wiederkehrenden Blähungen vor der Periode nicht nur ein Blick auf Ernährung und Hormone, sondern auch auf Faktoren wie Stress, Schlafqualität und mentale Belastungen. Ein gesunder Lebensstil, regelmäßige Bewegung und gezielte Entspannungsmaßnahmen können die Brain-Gut-Axis positiv beeinflussen und dadurch sowohl die Verdauung als auch das allgemeine Wohlbefinden unterstützen.
Schmerzen, Verstopfungen und dicker Bauch vor der Periode: Was hilft?
Dass Blähungen und Magenschmerzen vor der Periode aber längst nicht einfach hingenommen werden müssen, zeigen mehrere Studien, die den Einfluss natürlicher Wirkstoffe auf körperliche PMS Symptome untersuchten.
Die Ergebnisse machen deutlich, dass sich PMS-Beschwerden bereits heute mit gezielten, natürlichen Ansätzen spürbar lindern lassen – oft sogar ohne den Einsatz klassischer Medikamente.
Hilfreich sind dabei unter anderem Kombinationen verschiedener Mikronährstoffe und Pflanzenextrakte, die unterschiedliche Mechanismen im Körper unterstützen können. Entscheidend ist jedoch die Qualität der eingesetzten Produkte, denn nur gut geprüfte und sinnvoll dosierte Inhaltsstoffe können ihr Potenzial wirklich entfalten.
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1. Kamillen-Extrakt bei zyklusbedingten Beschwerden
Kamille wird traditionell bei verschiedensten Beschwerden rund um den Menstruationszyklus eingesetzt – von Unterleibsschmerzen bis hin zu Stimmungsschwankungen. Eine klinische Studie (3) untersuchte nun genauer, wie wirksam Kamillenextrakt im Vergleich zu dem häufig eingesetzten Schmerzmittel Mefenaminsäure bei PMS-Beschwerden ist.
In der randomisierten, doppelt verblindeten Studie nahmen 90 Frauen mit diagnostiziertem PMS über zwei Menstruationszyklen hinweg entweder Kamillenextrakt oder Mefenaminsäure ein. Beide Gruppen erhielten die Präparate jeweils in der zweiten Zyklushälfte bis zum Einsetzen der Menstruation. Ziel war es, sowohl körperliche als auch psychische PMS-Symptome systematisch zu erfassen.
Die Ergebnisse zeigen: Beide Behandlungen konnten die Beschwerden deutlich lindern, aber:
- Kamille ist besonders hilfreich bei vegetativen und entzündungsnahen körperlichen PMS-Beschwerden (z. B. Kopfschmerzen, Blähungen, Brustspannen, Müdigkeit).
- MA war teilweise effektiver bei Muskel- und Gelenkschmerzen, sowie Unterbauch- und Beckenschmerzen.
Insgesamt gab es aber keinen signifikanten Unterschied bei der Behandlung körperlicher Symptome mit Kamille oder MA. Kamille hatte jedoch ebenfalls positive Effekte auf psychische Symptome im Zusammenhang mit PMS.
Auch hinsichtlich der Verträglichkeit zeigten sich Unterschiede: Unter Kamille traten häufiger stärkere Menstruationsblutungenauf, während Mefenaminsäure eher mit gastrointestinalen Nebenwirkungen verbunden war. Schwere Nebenwirkungen wurden in keiner der beiden Gruppen beobachtet.
Mefenaminsäure ist in Deutschland nicht zugelassen, hat aber eine ähnliche Wirkung wie andere Medikamente aus der Gruppe der NSAR, wie z.B. Ibuprofen.
2. Zink und PMS: Was Studien über körperliche Symptome zeigen
Zink gehört zu den Mikronährstoffen, die in der Forschung zunehmend im Zusammenhang mit PMS untersucht werden – insbesondere wegen seiner möglichen Wirkung auf körperliche Beschwerden wie Blähungen, Brustspannen und allgemeines Unwohlsein vor der Periode.
In einer randomisierten, doppelt verblindeten, placebokontrollierten Studie (4) erhielten Frauen mit diagnostiziertem PMS über drei Menstruationszyklen hinweg entweder Zinksulfat oder ein Placebo.
Die Zinkgruppe nahm täglich 220 mg Zinksulfat ein (entspricht 50 mg elementarem Zink), jeweils in der zweiten Zyklushälfte bis kurz nach Beginn der Menstruation.
Die Ergebnisse sind eindeutig:
- Unter Zinksupplementierung verbesserten sich sowohl psychische als auch körperliche PMS-Symptome signifikant stärker als in der Placebo-Gruppe.
- Besonders relevant für körperliche Beschwerden war dabei die deutliche Reduktion von typischen Symptomen wie Brustspannen, Blähungen, Müdigkeit und Schlafstörungen.
Auffällig war zudem, dass sich die Verbesserung nicht nur subjektiv zeigte, sondern über die drei Monate hinweg kontinuierlich zunahm. Die Häufigkeit moderat bis schwer ausgeprägter PMS-Symptome nahm in der Zinkgruppe deutlich und stetig ab, während sich im Placebo-Arm kaum Veränderungen ergaben.
Auch die Lebensqualität verbesserte sich messbar: Sowohl körperliche als auch mentale Alltagsfunktionen verbesserten sich unter Zink signifikant. Dies deutet darauf hin, dass Zink nicht nur einzelne Symptome lindern kann, sondern einen umfassenderen Einfluss auf das Wohlbefinden während des Zyklus hat.
Die möglichen Wirkmechanismen werden unter anderem in der entzündungshemmenden Wirkung von Zink sowie in seiner Rolle bei der Regulation wichtiger Neurotransmitter wie Serotonin und Dopamin gesehen.
Diese Prozesse könnten erklären, warum sich neben emotionalen Beschwerden auch körperliche Symptome wie Blähungen positiv beeinflussen lassen.
3. Mönchspfeffer bei PMS Symptomen: Hilfe bei Blähungen, Wassereinlagerungen & Schmerzen
Mönchspfeffer zählt zu den am besten untersuchten pflanzlichen Wirkstoffen bei PMS und wird vor allem zur Linderung körperlicher Beschwerden rund um den Zyklus eingesetzt. Eine Review (5), die insgesamt acht randomisierte kontrollierte Studien aus den Jahren 1997 bis 2012 auswertete, zeigt eine klare Tendenz zugunsten des Pflanzenextrakts.
In den eingeschlossenen Studien wurde Mönchspfeffer in unterschiedlichen Dosierungen (meist 8–40 mg täglich) und Darreichungsformen untersucht, häufig über mehrere Menstruationszyklen hinweg.
Die Einnahme erfolgte dabei entweder durchgehend über den gesamten Zyklus oder in einzelnen Fällen gezielt in der zweiten Zyklushälfte. Insgesamt zeigte sich, dass eine kontinuierliche Anwendung über 2–3 Zyklen notwendig ist, um eine deutliche Verbesserung der Symptome zu erreichen.
Die Ergebnisse sind konsistent:
- Im Vergleich zu Placebo führte Mönchspfeffer in allen Studien zu einer signifikanten Verbesserung typischer PMS-Beschwerden.
- Besonders deutlich zeigte sich der Effekt bei körperlichen Symptomen wie Brustspannen, Blähungen und Wassereinlagerungen sowie bei begleitenden Beschwerden wie Kopfschmerzen.
- Auch die Gesamtsymptomatik verbesserte sich nach mehreren Zyklen spürbar, was darauf hindeutet, dass Mönchspfeffer nicht nur einzelne Symptome isoliert beeinflusst, sondern breiter auf das Beschwerdebild einwirken kann.
Hinsichtlich der Verträglichkeit wurde Mönchspfeffer in den Studien überwiegend gut vertragen. Nebenwirkungen traten selten und meist nur mild auf, etwa in Form von Kopfschmerzen, leichter Übelkeit oder Hautreaktionen. Schwere unerwünschte Effekte wurden nicht berichtet.
4. Die Wirksamkeit von Vitamin B1 auf zyklusbedingte Blähungen im Test
Eine randomisierte, doppelt verblindete, placebokontrollierte Studie (6) aus dem Jahr 2013 untersuchte, ob Vitamin B1 (Thiamin) die Symptome des prämenstruellen Syndroms reduzieren kann.
Über drei Menstruationszyklen hinweg erhielten 80 Frauen entweder 100 mg Vitamin B1 zweimal täglich oder ein Placebo, jeweils in der späten Lutealphase – also etwa eine Woche vor der Periode.
Die Ergebnisse zeigen, dass Vitamin B1 sowohl die Gesamt-Symptomschwere als auch spezifische körperliche Beschwerden deutlich verbessern kann:
- insgesamt reduzierte sich die PMS-Symptomlast in der Vitamin-B1-Gruppe um etwa 32 %
- in der Placebo-Gruppe wurde nur eine Reduktion von rund 12 % beobachtet
Besonders relevant im Zusammenhang mit zyklusbedingten Verdauungsbeschwerden: Auch körperliche Symptome wie Blähungen, Kopfschmerzen, Brustspannen und schlafbezogene Beschwerden gingen unter Vitamin-B1-Einnahme signifikant zurück.
Neben den körperlichen Effekten zeigte sich auch eine deutliche Verbesserung psychischer Beschwerden, darunter Angst, Reizbarkeit und Schlafstörungen. Die Forschenden führen die Wirkung unter anderem auf eine verbesserte neuronale Signalübertragung, eine gesteigerte Energieproduktion (ATP) sowie Einflüsse auf Serotonin- und Endorphinsysteme zurück.
Sofort-Hilfe: Was tun, wenn PMS Blähungen akut auftreten?
Akute PMS-Blähungen lassen sich zwar nicht immer sofort komplett auflösen, aber es gibt einige Maßnahmen, die schnell spürbar entlasten können.
- Wärme ist in vielen Fällen der einfachste und effektivste erste Schritt. Eine Wärmflasche oder ein warmes Körnerkissen auf dem Bauch können die Muskulatur entspannen und krampfartige Beschwerden im Darmbereich reduzieren. Auch ein warmes Getränk, etwa Kräutertee, kann beruhigend auf den Verdauungstrakt wirken.
- Bewegung hilft ebenfalls oft schneller als erwartet: Ein kurzer Spaziergang oder leichte, lockere Bewegung kann die Darmtätigkeit anregen und das Druckgefühl im Bauch verringern. Wichtig ist dabei keine intensive Belastung, sondern eine sanfte Aktivierung.
- Auch die Körperhaltung spielt eine Rolle. Aufrechte Positionen oder leichtes Liegen auf der Seite können helfen, den Druck im Bauchraum zu reduzieren. Enge Kleidung sollte möglichst vermieden werden, da sie das unangenehme Völlegefühl verstärken kann.
- Ernährungstechnisch lohnt es sich in akuten Phasen, den Bauch nicht zusätzlich zu belasten. Kohlensäure, sehr fettige oder stark verarbeitete Lebensmittel können die Beschwerden verstärken. Stattdessen werden leichte, gut verdauliche Mahlzeiten oft besser vertragen.
Wenn die Beschwerden regelmäßig stark auftreten, kann es sinnvoll sein, zusätzlich langfristige Strategien wie Ernährungsanpassung, Bewegung oder bestimmte Mikronährstoffe in Betracht zu ziehen. Akut lässt sich der Körper aber vor allem durch Wärme, Ruhe und sanfte Bewegung am schnellsten unterstützen.

Fazit: Menstruation & Verdauung: Wenn Hormone den Bauch aus dem Gleichgewicht bringen
Blähungen vor und während der Periode sind kein isoliertes Verdauungsproblem, sondern eng mit den hormonellen Veränderungen des weiblichen Zyklus verbunden. Hormone wie Progesteron, Östrogenschwankungen und Prostaglandine beeinflussen nicht nur die Gebärmutter, sondern wirken auch direkt auf die Darmtätigkeit und die sogenannte Brain-Gut-Achse.
Hinzu kommen individuelle Faktoren wie Ernährung, Stress und eine erhöhte Empfindlichkeit des Verdauungssystems in bestimmten Zyklusphasen, die Beschwerden zusätzlich verstärken können.
Die gute Nachricht: Wer die Ursachen versteht, kann gezielt gegensteuern – und die Verdauung rund um die Periode deutlich entlasten.
Wenn du regelmäßig unter Blähungen, Magenschmerzen oder anderen zyklusabhängigen gastrointernalen Beschwerden leidest, könnten die folgenden Tipps helfen:
✅ Achte auf gesunde Ernährung – auch wenn dich der Heißhunger überfällt: Zucker, Transfette und hochverarbeitete Lebensmittel steigern das Risiko für Blähungen & Co (7).
✅ Bestimmte pflanzliche Wirkstoffe und Mikronährstoffe wie Kamillen-Extrakt, Mönchspfeffer, Zink oder Vitamin B1 zeigen in Studien (3–6) Hinweise auf eine lindernde Wirkung bei zyklusbedingten Beschwerden und können – sinnvoll kombiniert – eine alltagstaugliche Unterstützung sein.
✅ In akuten Phasen helfen oft schon einfache Maßnahmen wie Wärme (z. B. Wärmflasche), Ruhe und bewusste Entspannung, um Krämpfe und Druckgefühle im Bauch zu reduzieren.
✅ Auch regelmäßige Bewegung kann unterstützen: Studien zeigen positive Effekte sowohl auf körperliche als auch psychische PMS-Symptome. Bereits ca. 30 Minuten täglich – etwa Gehen, Joggen, Tanzen oder Schwimmen – können einen Unterschied machen (8).
FAQ – Häufig gestellte Fragen
Ja, ein aufgeblähter Bauch ist während der Periode sehr häufig. Hormonelle Schwankungen beeinflussen die Darmtätigkeit und können zusätzlich zu Wassereinlagerungen und vermehrter Gasbildung führen. Dadurch wirkt der Bauch oft sichtbar größer oder gespannter.
Vor der Periode steigt das Hormon Progesteron an, das die Darmbewegung verlangsamen kann. Nahrung bleibt dadurch länger im Verdauungssystem, was Blähungen und Völlegefühl begünstigen kann.
Meist treten sie in den Tagen vor der Periode auf und verbessern sich innerhalb der ersten Tage der Menstruation wieder, wenn sich der Hormonspiegel verändert. Viele Frauen leiden aber auch unter Verdauungsbeschwerden während der Menstruation.
Ja, Blähungen gehören zu den häufigen körperlichen PMS-Symptomen. Oft treten sie gemeinsam mit Brustspannen, Müdigkeit oder Stimmungsschwankungen auf.
Quellenverzeichnis:
(1) Bernstein MT, Graff LA, Avery L, Palatnick C, Parnerowski K, Targownik LE. Gastrointestinal symptoms before and during menses in healthy women. BMC Womens Health. 2014 Jan 22;14:14. doi: 10.1186/1472-6874-14-14. PMID: 24450290; PMCID: PMC3901893.
(2) Alqudah M, Al-Shboul O, Al Dwairi A, Al-U´Datt DG, Alqudah A. Progesterone inhibitory role on gastrointestinal motility. Physiol Res. 2022 Apr 30;71(2):193-198. doi: 10.33549/physiolres.934824. Epub 2022 Mar 28. PMID: 35344673; PMCID: PMC9150547.
(3) Sharifi F, Simbar M, Mojab F, Majd HA. Comparison of the effects of Matricaria chamomila (Chamomile) extract and mefenamic acid on the intensity of premenstrual syndrome. Complement Ther Clin Pract. 2014 Feb;20(1):81-8. doi: 10.1016/j.ctcp.2013.09.002. Epub 2013 Oct 9. PMID: 24439651.
(4) Siahbazi S, Behboudi-Gandevani S, Moghaddam-Banaem L, Montazeri A. Effect of zinc sulfate supplementation on premenstrual syndrome and health-related quality of life: Clinical randomized controlled trial. J Obstet Gynaecol Res. 2017 May;43(5):887-894. doi: 10.1111/jog.13299. Epub 2017 Feb 11. PMID: 28188965.
(5) Cerqueira RO, Frey BN, Leclerc E, Brietzke E. Vitex agnus castus for premenstrual syndrome and premenstrual dysphoric disorder: a systematic review. Arch Womens Ment Health. 2017 Dec;20(6):713-719. doi: 10.1007/s00737-017-0791-0. Epub 2017 Oct 23. PMID: 29063202.
(6) Abdollahifard S, Rahmanian Koshkaki A, Moazamiyanfar R. The effects of vitamin B1 on ameliorating the premenstrual syndrome symptoms. Glob J Health Sci. 2014 Jul 29;6(6):144-53. doi: 10.5539/gjhs.v6n6p144. PMID: 25363099; PMCID: PMC4825494.
(7) Oboza, P.; Ogarek, N.; Wójtowicz, M.; Rhaiem, T.B.; Olszanecka-Glinianowicz, M.; Kocełak, P. Relationships between Premenstrual Syndrome (PMS) and Diet Composition, Dietary Patterns and Eating Behaviors. Nutrients 2024, 16, 1911. https://doi.org/10.3390/ nu16121911
(8) Liguori, F.; Saraiello, E.; Calella, P. Premenstrual Syndrome and Premenstrual Dysphoric Disorder’s Impact on Quality of Life, and the Role of Physical Activity. Medicina 2023, 59, 2044. https:// doi.org/10.3390/medicina59112044





