Hormone steuern zahlreiche Prozesse im Körper. Von Zyklus und Fruchtbarkeit über Energie, Stimmung und Schlaf bis hin zum Stoffwechsel. Gerät dieses fein abgestimmte System aus dem Gleichgewicht, können ganz unterschiedliche Beschwerden entstehen.
- Hormonschwankungen sind ein natürlicher Bestandteil des Körpers, besonders im Menstruationszyklus, in der Schwangerschaft und in den Wechseljahren, können aber durch Stress, Schlafmangel oder Erkrankungen verstärkt werden (1).
- Entscheidend ist nicht der einzelne Hormonwert, sondern die Empfindlichkeit des Körpers auf hormonelle Veränderungen, die bei manchen Menschen deutlich stärker ausgeprägt ist (1).
- Viele typische Beschwerden wie Stimmungsschwankungen, Müdigkeit oder Schlafprobleme entstehen durch die Wirkung von Hormonen auf Neurotransmitter im Gehirn wie Serotonin und GABA (1).
Sind Hormonschwankungen normal?
Hormone sind Botenstoffe, die im Körper Informationen zwischen Organen und Geweben übertragen. Sie steuern viele wichtige Prozesse – darunter Stoffwechsel, Wachstum, Fortpflanzung, Stressreaktionen, Schlaf und Stimmung. Insgesamt gibt es mehrere Dutzend verschiedene Hormone mit unterschiedlichen Aufgaben.
| Hormon | Hauptaufgaben |
| Östrogen | Steuert den weiblichen Zyklus, unterstützt den Aufbau der Gebärmutterschleimhaut, beeinflusst Knochen, Haut, Gehirn und Herz-Kreislauf-System |
| Progesteron | Bereitet den Körper auf eine mögliche Schwangerschaft vor, stabilisiert den Zyklus und kann Stimmung, Schlaf und Körpertemperatur beeinflussen |
| Testosteron | Wichtig für Muskelaufbau, Libido, Energie, Knochenstabilität und die Bildung von Spermien; kommt in geringerem Maße auch bei Frauen vor |
| Insulin | Reguliert den Blutzuckerspiegel, indem es Glukose aus dem Blut in die Zellen transportiert |
| Cortisol | Das wichtigste Stresshormon; beeinflusst Energieversorgung, Immunsystem und Stoffwechsel |
| Adrenalin & Noradrenalin | Aktivieren die Stressreaktion („Kampf-oder-Flucht“), erhöhen Herzfrequenz und Aufmerksamkeit |
| Schilddrüsenhormone (T3 & T4) | Steuern den Stoffwechsel, Energieverbrauch, Wärmehaushalt und viele Organfunktionen |
| Melatonin | Beeinflusst den Schlaf-Wach-Rhythmus und signalisiert dem Körper Ruhezeiten |
| Serotonin | Beeinflusst Stimmung, Schlaf, Appetit und Verdauung (auch wenn es kein klassisches Hormon im engeren Sinn ist) |
| Dopamin | Beteiligt an Motivation, Belohnung, Bewegung und Konzentration (ebenfalls primär ein Botenstoff) |
| Prolaktin | Fördert die Milchbildung nach der Geburt und beeinflusst den Fortpflanzungszyklus |
| Oxytocin | Spielt eine Rolle bei Bindung, sozialen Beziehungen, Geburt und Stillen |
| FSH (Follikelstimulierendes Hormon) | Steuert die Reifung von Eizellen und unterstützt die Bildung von Östrogen; wichtig für die Spermienproduktion |
| LH (Luteinisierendes Hormon) | Löst den Eisprung aus und unterstützt die Produktion von Progesteron bzw. Testosteron |
| Wachstumshormon (GH) | Fördert Wachstum, Zellreparatur und beeinflusst Muskel- und Fettstoffwechsel |
| Leptin | Reguliert Hunger- und Sättigungsgefühl und signalisiert Energiespeicher |
| Ghrelin | Steigert das Hungergefühl und beeinflusst die Nahrungsaufnahme |
| Aldosteron | Regelt Salz- und Wasserhaushalt sowie Blutdruck |
| Parathormon | Steuert den Kalziumspiegel im Blut und den Knochenstoffwechsel |
Schwankungen dieser Hormone sind grundsätzlich ein natürlicher Teil des Lebens. Der Hormonhaushalt verändert sich ständig und passt sich an verschiedene körperliche Phasen an – zum Beispiel während des Menstruationszyklus, in der Schwangerschaft, nach der Geburt oder in der Menopause.
Problematisch wird es meist nicht durch die Schwankungen selbst, sondern wenn die Veränderungen ungewöhnlich stark, dauerhaft oder belastend sind. Sehr ausgeprägte Zyklusbeschwerden, starke Stimmungsschwankungen, anhaltende Erschöpfung oder deutliche körperliche Veränderungen können Hinweise darauf sein, dass die hormonelle Balance gestört ist und eine genauere Betrachtung sinnvoll sein kann.
Hormonhaushalt Frauen: Hormonelle Veränderungen über Zyklus und Leben
Der weibliche Hormonhaushalt ist kein statisches System, sondern verändert sich kontinuierlich im Laufe des Lebens. Besonders stark sind die Schwankungen während des Menstruationszyklus, aber auch in Phasen wie Pubertät, Schwangerschaft, nach der Geburt und in den Wechseljahren.
Im Zentrum stehen vor allem die Hormone Östrogen und Progesteron, die den Zyklus steuern und viele körperliche sowie emotionale Prozesse beeinflussen. Ergänzt werden sie durch weitere Botenstoffe wie FSH und LH, die im Gehirn gesteuert werden und die Reifung der Eizellen sowie den Eisprung regulieren.
1. Hormonverlauf im Menstruationszyklus
Der Zyklus lässt sich vereinfacht in zwei Hauptphasen einteilen:
- Erste Zyklushälfte (Follikelphase): Östrogen steigt langsam an und sorgt dafür, dass sich die Gebärmutterschleimhaut aufbaut. Viele Frauen fühlen sich in dieser Phase energiegeladener und stabiler.
- Eisprung: Ein kurzer, aber wichtiger Höhepunkt im Zyklus: Der LH-Anstieg löst den Eisprung aus.
- Zweite Zyklushälfte (Lutealphase): Progesteron dominiert und bereitet den Körper auf eine mögliche Schwangerschaft vor. In dieser Phase treten häufig PMS-Symptome auf, da manche Frauen besonders empfindlich auf die hormonellen Schwankungen reagieren.
2. Hormonelle Veränderungen im Lebensverlauf
Neben dem monatlichen Zyklus verändert sich der Hormonhaushalt auch langfristig:
- Pubertät: Der Zyklus beginnt sich einzupendeln, Hormone schwanken oft noch stark
- Schwangerschaft: Östrogen und Progesteron steigen deutlich an und bleiben dauerhaft erhöht
- Nach der Geburt: Ein abrupter Hormonabfall kann Stimmung und Energie beeinflussen
- Perimenopause & Menopause: Der Hormonspiegel sinkt zunehmend, der Zyklus wird unregelmäßig und schließlich beendet

Hormonhaushalt bei Männern: Testosteron, Alter & Balance
Der männliche Hormonhaushalt wird vor allem durch das Hormon Testosteron geprägt. Es spielt eine zentrale Rolle für Energie, Muskelaufbau, Libido, Stimmung und die Bildung von Spermien. Ergänzt wird es durch weitere Hormone wie LH und FSH, die im Gehirn gesteuert werden und die Testosteronproduktion sowie die Fruchtbarkeit regulieren.
Im Gegensatz zum weiblichen Zyklus verläuft der männliche Hormonhaushalt nicht in klaren monatlichen Schwankungen. Dennoch ist auch er dynamisch und unterliegt Veränderungen – sowohl im Tagesverlauf als auch im Laufe des Lebens.
1. Hormonelle Balance im Alltag
Testosteron folgt einem natürlichen Rhythmus: Die Werte sind morgens meist am höchsten und sinken im Laufe des Tages leicht ab. Faktoren wie Schlaf, Stress, Ernährung, Bewegung und Körpergewicht können den Hormonspiegel zusätzlich beeinflussen.
Ein stabiler Hormonhaushalt zeigt sich häufig in ausgeglichener Energie, guter Regeneration, stabiler Stimmung und normaler Libido. Gerät dieses Gleichgewicht aus der Balance, können sich hingegen Symptome wie Müdigkeit, Antriebslosigkeit, Reizbarkeit, Konzentrationsprobleme oder Libidoverlust bemerkbar machen.
2. Hormonveränderungen mit dem Alter
Mit zunehmendem Alter verändert sich der Testosteronspiegel langsam, aber kontinuierlich. Dieser Rückgang beginnt oft bereits ab dem dritten Lebensjahrzehnt und verläuft individuell unterschiedlich stark.
Typische Veränderungen können sein:
- geringere Muskelmasse und Kraft
- veränderte Fettverteilung
- nachlassende Libido
- reduzierte Energie und Belastbarkeit
- Stimmungsschwankungen oder geringere Stressresistenz
Dieser Prozess wird manchmal umgangssprachlich als „Andropause“ bezeichnet, ist jedoch kein abruptes Ereignis wie die Menopause, sondern eine schrittweise hormonelle Veränderung.
Wie erkennt man hormonelle Störungen?
Hormonelle Störungen zu erkennen ist oft nicht einfach, da ihre Symptome sehr vielfältig und unspezifisch sind.
Müdigkeit, Stimmungsschwankungen, Schlafprobleme, Hautveränderungen oder Gewichtsschwankungen gehören für viele Menschen zum Alltag und werden deshalb häufig nicht direkt mit Hormonen in Verbindung gebracht.
Gerade diese Normalisierung führt dazu, dass hormonelle Ursachen oft erst spät erkannt werden. (2)
Hormonelle Störungen: Symptome richtig zuordnen
Hormonelle Störungen sind weit verbreitet, werden aber häufig spät erkannt, weil ihre Symptome sehr unspezifisch sind.
Typische Folgen sind unter anderem Zyklusstörungen, PMS, PCOS, unerfüllter Kinderwunsch, Hautprobleme, Gewichtszunahme sowie psychische Beschwerden wie Reizbarkeit oder depressive Verstimmungen. Entscheidend ist daher nicht ein einzelnes Symptom, sondern das Gesamtbild und oft auch der Zeitpunkt des Auftretens.
Eine Querschnittsstudie (2) mit 240 Frauen im Alter von 11 bis 50 Jahren zeigte, dass hormonelle Beschwerden im Alltag sehr häufig vorkommen. Besonders betroffen war die Altersgruppe zwischen 20 und 30 Jahren, die sowohl die meisten Zyklusbeschwerden als auch das höchste Stressniveau aufwies.
Insgesamt berichteten:
- 35 % über unregelmäßige Menstruation
- 10 % über PMS-Symptome
- 12 % über starke Menstruationsschmerzen
- 2,5 % über vermehrte Körperbehaarung
- 6 % über mehrere gleichzeitig auftretende Symptome
Dass dies längst nicht alle möglichen Symptome sind, liegt auf der Hand. Hormonelle Dysbalancen können sich sehr unterschiedlich äußern und zu diversen Symptomen führen. Dies hängt auch davon ab, welche Hormone aus dem Gleichgewicht sind. Auch hormonelle Störungen der Schilddrüse (z.B. Unterfunktion, Überfunktion) sind relativ häufig und können ausgeprägte Beschwerden verursachen.
Mehr zum Thema Schilddrüse findest du in unseren Artikeln zu Schilddrüsenerkrankung, Hashimoto und mehr.
Kann man hormonelle Dysbalance diagnostizieren lassen?
Ja, eine hormonelle Dysbalance kann grundsätzlich diagnostiziert werden – allerdings ist die Abklärung oft komplexer, als viele erwarten. Das liegt daran, dass Hormone nicht konstant im Blut zirkulieren, sondern sich je nach Tageszeit, Zyklusphase und individueller Situation stark verändern können.
Ein einzelner Hormonwert reicht meist nicht aus, um eine klare Aussage zu treffen. Viele Hormone schwanken im Tagesverlauf oder verändern sich innerhalb des Menstruationszyklus deutlich. Deshalb ist nicht nur der Wert selbst entscheidend, sondern auch:
- die Zyklusphase zum Zeitpunkt der Messung
- das Verhältnis mehrerer Hormone zueinander
- die Symptomatik der Patientin
Hinzu kommt, dass sich eine hormonelle Dysbalance nicht immer in auffälligen Laborwerten zeigt. Manche Frauen haben normale Blutwerte, reagieren aber dennoch besonders sensibel auf hormonelle Schwankungen.
In der Regel beginnt die Abklärung daher mit einem ausführlichen Gespräch über Beschwerden, Zyklusverlauf und Lebensstil. Anschließend können verschiedene Untersuchungen durchgeführt werden, zum Beispiel:
- Bluttests: zur Bestimmung von Hormonen wie Östrogen, Progesteron, Testosteron, Schilddrüsenhormonen, Prolaktin oder Cortisol
- Speichel- oder Urintests: teilweise zur besseren Abbildung von Hormonschwankungen über den Tag hinweg
- Zyklusanalyse: bei Frauen oft wichtig, da der Zeitpunkt der Blutabnahme entscheidend ist
- Ultraschalluntersuchungen: z. B. bei Verdacht auf PCOS, Myome oder andere organische Ursachen

Die Ursachen: Wie Hormonschwankungen bei Frauen Stimmung & psychische Erkrankungen beeinflussen
Hormone wirken nicht nur auf den Körper, sondern haben einen direkten Einfluss auf das Gehirn und damit auf Stimmung, Emotionen und psychische Stabilität. Besonders in hormonellen Umstellungsphasen können diese Veränderungen deutlich spürbar werden.
Auf neurobiologischer Ebene greifen Hormone in verschiedene Botenstoffsysteme ein:
- Östrogen erhöht die Aktivität des Serotoninsystems, das für Stimmung und Wohlbefinden wichtig ist. Sinkt der Östrogenspiegel, kann die Anfälligkeit für depressive Symptome steigen.
- Gleichzeitig modulieren Östrogen und Progesteron das Dopaminsystem, das Motivation, Antrieb und Belohnungsverarbeitung steuert.
- Besonders relevant ist auch die Wirkung von Progesteron über sein Abbauprodukt Allopregnanolon, das beruhigend und angstlösend wirkt. Ein schneller Abfall dieses Hormons – etwa vor der Menstruation – kann daher bei empfindlichen Personen mit Reizbarkeit, Angst und PMDD-Symptomen verbunden sein.
Auch das GABA-System, das für Beruhigung und Stressregulation zuständig ist, wird durch hormonelle Veränderungen beeinflusst. Niedrige Östrogen- und Progesteronspiegel können die GABA-Wirkung bei empfindlichen Personen beeinflussen und damit Angstsymptome verstärken. Zusätzlich spielt Östrogen eine wichtige Rolle für Neuroplastizität, Energiehaushalt und Zellschutz im Gehirn, wodurch Schwankungen auch die psychische Belastbarkeit beeinflussen können.
Eine Literatur-Review(1) zeigt, dass nicht die absoluten Hormonwerte entscheidend sind, sondern vor allem deren Dynamik und Schwankungsstärke. So tritt das erhöhte Depressionsrisiko häufig erst ab der Pubertät auf und verstärkt sich besonders in Phasen starker hormoneller Veränderungen wie dem Zyklus, der Schwangerschaft oder der Perimenopause. Frauen mit ausgeprägten Schwankungen im Östradiolspiegel zeigen dabei häufiger depressive Symptome.
Bei PMS und der schwereren Form PMDD liegt das Problem nicht unbedingt in „falschen“ Hormonwerten, sondern in einer erhöhten neuronalen Sensitivität gegenüber normalen hormonellen Veränderungen. Besonders der schnelle Abfall von Progesteron und die damit verbundenen Veränderungen im Serotonin- und GABA-System gelten als zentrale Auslöser.
Auch bei anderen psychischen Erkrankungen zeigen sich klare Zusammenhänge:
- Angststörungen verschlechtern sich häufig prämenstruell oder bei niedrigem Östrogen, da die angstregulierende Wirkung des GABA-Systems reduziert sein kann.
- Bipolare Störungen treten oft erstmals in der Pubertät auf und können sich prämenstruell oder nach der Geburt verstärken.
- Schizophrenie zeigt teilweise ein besseres Therapieansprechen unter Einfluss von Östrogen, das neuroprotektiv wirkt.
- Zwangsstörungen (OCD) können sich ebenfalls zyklusabhängig verschlechtern, vermutlich über serotonerge Mechanismen.
Die zentrale These der Forschung lautet daher: Nicht nur die Hormonwerte selbst sind entscheidend, sondern auch wie empfindlich das Gehirn auf hormonelle Schwankungen reagiert.
PMS und PMDD entstehen demnach nicht durch ein „Ungleichgewicht“ im klassischen Sinn, sondern durch eine übersteigerte Reaktion auf normale zyklische Veränderungen – insbesondere auf den Abfall von Östrogen und Progesteron.
Hormone im Gleichgewicht: Wiederherstellung der natürlichen Balance
Eine Umfrage (2) macht deutlich, dass hormonelle Störungen stark mit dem Lebensstil zusammenhängen könnten. Die Umfrage belegt jedoch keinen kausalen Zusammenhang, sondern nur, dass bestimmte Risikofaktoren häufig bei Frauen mit Symptomen von hormoneller Dysbalance vorliegen.
Als besonders relevant gelten:
- Stress: Vor allem junge Frauen zwischen 20 und 30 Jahren waren stark belastet. Stress gilt als zentraler Treiber hormoneller Dysbalancen, da er direkt in die hormonelle Steuerung eingreift.
- Ernährung: Viele Teilnehmerinnen ernährten sich zwar überwiegend vegetarisch, konsumierten jedoch häufig Fast Food, Fertigprodukte oder stark verarbeitete Lebensmittel. Rund 63 % zeigten ein solches Ernährungsmuster.
- Bewegung: 40 % der Frauen machten keinen Sport, weitere 39 % nur gelegentlich. Bewegungsmangel gilt als wichtiger Risikofaktor für hormonelle Ungleichgewichte.
- Begleiterkrankungen & Medikamente: Viele Frauen litten gleichzeitig an Erkrankungen wie PCOS, Schilddrüsenstörungen, Diabetes oder Migräne, erhielten jedoch häufig keine oder nur unzureichende Behandlung. Nur ein kleiner Teil nahm regelmäßig Medikamente ein.
Die Daten zeigen deutlich: Hormonelle Störungen sind häufig und stehen möglicherweise im Zusammenhang mit Lebensstilfaktoren wie Stress, Ernährung, Bewegung und Schlaf. Besonders betroffen sind junge Frauen in belastenden Lebensphasen oder mit mehreren gleichzeitigen Risikofaktoren.
Gleichzeitig besteht oft eine große Wissenslücke, sodass Beschwerden nicht richtig eingeordnet oder frühzeitig behandelt werden. Viele Symptome könnten durch bessere Aufklärung, frühzeitige Diagnostik und Lebensstilveränderungen zumindest reduziert werden.
PMS Hormonhaushalt ins Gleichgewicht bringen
Zusätzlich zu grundlegenden Veränderungen der alltäglichen Ursachen, wie Stress oder falscher Ernährung, bieten natürliche Supplemente eine einfache und effektive Möglichkeit, den Körper sanft zu unterstützen.
Empfohlene Nährstoffe & Mikronährstoffe bei PMS:
- Calcium: Eine Supplementierung (ca. 1200 mg/Tag) kann PMS-Symptome lindern (3).
- Magnesium & Kalium: Werden bei PMS häufig in geringeren Mengen aufgenommen und sind wichtig für Muskel- und Nervenfunktion (3).
- Zink: Unterstützt kognitive Funktion und wurde mit einer deutlichen Reduktion von PMS-Symptomen und besserer Lebensqualität in Verbindung gebracht (10).
- Eisen: Eine höhere Zufuhr wird mit einem geringeren PMS-Risiko assoziiert (3).
- Natrium & Kupfer: Eine höhere Aufnahme wird eher mit stärkeren Symptomen in Verbindung gebracht (3).
- B-Vitamine (B1, B2, B6): Unterstützen Energiehaushalt, Nervenfunktion und können Müdigkeit sowie Stimmungsschwankungen teilweise reduzieren.
- Vitamin D: Niedrige Spiegel werden häufig mit stärkerem PMS assoziiert (3).
- Omega-3-Fettsäuren: Wirken entzündungshemmend und können dadurch eventuell Symptome mildern (3).
- Tryptophan & komplexe Kohlenhydrate: Unterstützen die Serotoninbildung und damit potenziell auch die Stimmung (3).
Wichtig dabei zu verstehen ist: Nicht nur ein ausgeglichener Nährstoffhaushalt kann helfen, PMS zu vermeiden. Die Natur birgt noch mehr Möglichkeiten, um PMS aktiv zu beeinflussen
Daher konzentrieren wir uns bei Purazell auf natürliche Wirkstoffe, die über die reine Nährstoffversorgung hinausgehen und in Studien mit PMS-Patientinnen eine Linderung körperlicher und psychischer Symptome zeigen konnten.
Vor allem:
1. Yamswurzel-Extrakt
Eine randomisierte, placebokontrollierte Crossover-Studie (4) zeigte, dass 300 mg Yamswurzel täglich über 4 Wochen PMS-Symptome deutlich verbessern können.
Beobachtet wurden:
- reduzierte Entzündungsmarker (PGE₂, COX-2)
- weniger Menstruationsschmerzen
- geringere Uteruskontraktionen
- verbesserter PMS-Gesamtscore (DRSP)
Die Wirkung trat ohne Veränderungen der Sexualhormone auf (Estradiol, Progesteron). Der Effekt wird daher vor allem über entzündungshemmende Mechanismen erklärt.
2. Kamillenextrakt
Eine klinische Studie (5) zeigte, dass Kamillenextrakt (100 mg 3× täglich ab Tag 21 des Zyklus) PMS-Symptome signifikant reduziert.
Ergebnisse:
- starke Reduktion psychischer Symptome (Reizbarkeit, depressive Stimmung, Angst, Schlafstörungen)
- gute Wirkung auf körperliche Beschwerden (Kopfschmerzen, Blähungen, Brustspannen, Müdigkeit)
- teilweise vergleichbar mit Mefenaminsäure (Schmerzmittel aus der Gruppe der NSAR)
Kamille zeigte besonders Vorteile bei emotionalen und entzündungsnahen Symptomen und war gut verträglich. Teilweise kam es bei der Supplementation von Kamillenextrakt häufiger zu verstärkten Menstruationsblutungen.
3. Safran-Extrakt
In einer placebokontrollierten Studie (6) mit 30 mg Safran täglich über zwei Zyklen zeigte sich eine deutliche Reduktion aller PMS-Symptome.
- Wirkung auf psychische, körperliche und schmerzbezogene Beschwerden
- deutliche Verbesserung ab dem zweiten Zyklus der Einnahme
4. Mönchspfeffer
Eine Review (7) zeigt konsistent positive Effekte von Vitex agnus-castus bei PMS.
Nach 2–3 Zyklen verbesserten sich insbesondere:
- Brustspannen
- Blähungen & Wassereinlagerungen
- Kopfschmerzen
- Reizbarkeit & Stimmungsschwankungen
Mönchspfeffer gilt als gut untersuchte Option vor allem bei körperlichen PMS-Symptomen. Milde und vorübergehende Nebenwirkungen, wie z.B. Kopfschmerzen oder Übelkeit, sind jedoch möglich.
5. Vitamin B1 & B6
Studien (8, 9) zeigen klare Verbesserungen bei PMS-Symptomen:
Vitamin B1 (100 mg, zyklisch):
- starke Reduktion psychischer Symptome wie Angst, Depression, Reizbarkeit
- Verbesserung von Kopfschmerzen, Blähungen, Schlafproblemen
Vitamin B6 (50 mg über 3 Monate):
- Verbesserung von Depression, Reizbarkeit und Müdigkeit
- geringere Wirkung auf körperliche Symptome im Vergleich zu B1
Besonders psychische Beschwerden sprechen gut auf B-Vitamine an.
6. Zink
Eine randomisierte Studie (10) zeigte, dass 50 mg elementares Zink täglich über 3 Zyklen PMS-Symptome signifikant reduzieren kann.
Verbesserungen:
- Reizbarkeit, Angst, depressive Stimmung
- Müdigkeit und Schlafstörungen
- körperliche Beschwerden wie Brustspannen und Blähungen
- insgesamt bessere Lebensqualität
Die Ergebnisse unterstützen die Annahme, dass ein niedriger Zinkstatus PMS verstärken kann.

Was kann man gegen hormonelles Ungleichgewicht der Frau in der Menopause tun?
Während der Wechseljahre benötigt dein Körper eine besonders gute Versorgung mit essenziellen Nährstoffen. Diese können dazu beitragen, das allgemeine Wohlbefinden zu unterstützen und typische Beschwerden in dieser Lebensphase abzumildern.
Purazell Wechselbalance kombiniert sorgfältig ausgewählte, standardisierte Pflanzenextrakte mit dem essenziellen Nährstoff Vitamin B6 in seiner aktiven Form.
Die Rezeptur basiert auf einer einzigartigen, studiengestützten Kombination aus:
- Shatavari-Extrakt: Eine traditionelle Pflanze aus der ayurvedischen Lehre, die seit Jahrhunderten verwendet wird. Ihr Name bedeutet „die Frau mit hundert Ehemännern“ und steht symbolisch für weibliche Stärke und Vitalität.
- Soja-Isoflavon-Extrakt: Gewonnen aus den Samen der Sojabohne, die natürlicherweise reich an Isoflavonen ist. Diese Pflanzenstoffe zählen zu den Phytoöstrogenen und ähneln strukturell dem körpereigenen Hormon Östrogen.
- Rotklee-Extrakt: Eine heimische Wiesenpflanze, die ebenfalls reich an Isoflavonen ist und traditionell in der Frauenheilkunde eingesetzt wird.
- Magnolienrinden-Extrakt: Die Rinde des ostasiatischen Laubbaums wird seit langem in der traditionellen chinesischen Medizin verwendet. Sie enthält bioaktive Substanzen wie Magnolol und Honokiol.
- Traubensilberkerzen-Extrakt: Eine nordamerikanische Heilpflanze, die traditionell von indigenen Völkern zur Unterstützung weiblicher Beschwerden genutzt wurde.
- Mönchspfeffer-Extrakt: Eine mediterrane Pflanze, die bereits seit der Antike bekannt ist und in der traditionellen Klostermedizin insbesondere bei Frauenbeschwerden eingesetzt wurde.
- Safran-Extrakt: Gewonnen aus den Narben des Safrankrokus. Safran gehört zu den ältesten und wertvollsten Gewürzen der Welt und wird seit Jahrtausenden traditionell genutzt.
- Hopfen-Extrakt: Eine Kletterpflanze aus der Familie der Hanfgewächse, die natürlicherweise Phytoöstrogene wie 8-Prenylnaringenin enthält.
- Vitamin B6 (Pyridoxal-5-Phosphat): Die biologisch aktive Form von Vitamin B6, die direkt im Körper verwertet werden kann. Sie trägt unter anderem zur Regulierung der Hormontätigkeit, zur Verringerung von Müdigkeit sowie zur normalen Funktion von Nervensystem und Psyche bei.
Fazit: Symptome bei Hormonmangel, -überschuss und -schwankungen erkennen & behandeln
Hormonelle Störungen äußern sich selten durch ein einzelnes eindeutiges Symptom, sondern eher durch eine Kombination verschiedener körperlicher und psychischer Veränderungen.
Ein Hinweis auf eine mögliche hormonelle Störung ist, wenn:
- Symptome regelmäßig im Zyklus auftreten oder sich verschlimmern
- Beschwerden den Alltag deutlich beeinträchtigen
- sich Veränderungen neu entwickeln und über Monate bestehen
- mehrere Körpersysteme gleichzeitig betroffen sind (z. B. Zyklus + Stimmung + Schlaf)
Gerade bei Frauen kann es helfen, den Zyklus über einige Monate zu beobachten, da hormonelle Veränderungen oft einem bestimmten Muster folgen. Ist dieses Muster einmal erkannt, kann man mit gezielten Maßnahmen darauf reagieren.
Von einer Ernährungsumstellung, Stressreduktion und Sport bis hin zu natürlichen Nahrungsergänzungsmitteln kann man den Körper in dieser Zeit sanft, aber effektiv unterstützen.
FAQ – Häufig gestellte Fragen
Hormone geraten aus dem Gleichgewicht, wenn ihre Produktion, Umwandlung oder Regulation gestört wird. Häufige Ursachen sind Stress, Schlafmangel, Ernährung, Erkrankungen (z. B. Schilddrüse, PCOS), Medikamente sowie natürliche Lebensphasen wie Pubertät, Zyklus, Schwangerschaft oder Wechseljahre.
Ja. Hormonelle Schwankungen gehören zum normalen Leben dazu – besonders im Menstruationszyklus, während der Schwangerschaft oder in den Wechseljahren. Problematisch werden sie erst, wenn sie stark ausgeprägt sind oder den Alltag beeinträchtigen.
Mögliche Symptome sind Müdigkeit, Stimmungsschwankungen, Reizbarkeit, Schlafprobleme, Gewichtsschwankungen, Hautprobleme, Kopfschmerzen, Zyklusstörungen sowie Konzentrationsprobleme. Die Ausprägung ist individuell sehr unterschiedlich.
Ja, je nach Ursache. Möglich sind Lebensstilveränderungen, Stressreduktion, Ernährungsanpassung, Nährstoffsupplemente oder medizinische Therapien. Wichtig ist, die zugrunde liegende Ursache zu identifizieren.
Quellenverzeichnis:
(1) Wieczorek, K.; Targonskaya, A.; Maslowski, K. Reproductive Hormones and Female Mental Wellbeing. Women 2023, 3, 432-444. https://doi.org/10.3390/women3030033
(2) Hugara, Sharvani & Bala, Sumanji & Gaja, Jayashree. (2024). A Short Survey for Understanding Hormonal Imbalance and Its Causes. International Journal of Research and Review. 11. 412-417. 10.52403/ijrr.20240445.
(3) Oboza, P.; Ogarek, N.; Wójtowicz, M.; Rhaiem, T.B.; Olszanecka-Glinianowicz, M.; Kocełak, P. Relationships between Premenstrual Syndrome (PMS) and Diet Composition, Dietary Patterns and Eating Behaviors. Nutrients 2024, 16, 1911. https://doi.org/10.3390/ nu16121911
(4) Sato K, Seto K. The effect of Dioscorea esculenta powder on prostaglandin E2 and cytochrome c oxidase subunit 2 levels, menstrual pain, and premenstrual syndrome in young women: A randomized double-blind controlled trial. Nutr Health. 2024 Sep;30(3):597-603. doi: 10.1177/02601060221130889. Epub 2022 Oct 11. PMID: 36217795.
(5) Sharifi F, Simbar M, Mojab F, Majd HA. Comparison of the effects of Matricaria chamomila (Chamomile) extract and mefenamic acid on the intensity of premenstrual syndrome. Complement Ther Clin Pract. 2014 Feb;20(1):81-8. doi: 10.1016/j.ctcp.2013.09.002. Epub 2013 Oct 9. PMID: 24439651.
(6) Agha-Hosseini M, Kashani L, Aleyaseen A, Ghoreishi A, Rahmanpour H, Zarrinara AR, Akhondzadeh S. Crocus sativus L. (saffron) in the treatment of premenstrual syndrome: a double-blind, randomised and placebo-controlled trial. BJOG. 2008 Mar;115(4):515-9. doi: 10.1111/j.1471-0528.2007.01652.x. PMID: 18271889.
(7) Cerqueira RO, Frey BN, Leclerc E, Brietzke E. Vitex agnus castus for premenstrual syndrome and premenstrual dysphoric disorder: a systematic review. Arch Womens Ment Health. 2017 Dec;20(6):713-719. doi: 10.1007/s00737-017-0791-0. Epub 2017 Oct 23. PMID: 29063202.
(8) Abdollahifard S, Rahmanian Koshkaki A, Moazamiyanfar R. The effects of vitamin B1 on ameliorating the premenstrual syndrome symptoms. Glob J Health Sci. 2014 Jul 29;6(6):144-53. doi: 10.5539/gjhs.v6n6p144. PMID: 25363099; PMCID: PMC4825494.
(9) Doll H, Brown S, Thurston A, Vessey M. Pyridoxine (vitamin B6) and the premenstrual syndrome: a randomized crossover trial. J R Coll Gen Pract. 1989 Sep;39(326):364-8. PMID: 2558186; PMCID: PMC1711872.
(10) Siahbazi S, Behboudi-Gandevani S, Moghaddam-Banaem L, Montazeri A. Effect of zinc sulfate supplementation on premenstrual syndrome and health-related quality of life: Clinical randomized controlled trial. J Obstet Gynaecol Res. 2017 May;43(5):887-894. doi: 10.1111/jog.13299. Epub 2017 Feb 11. PMID: 28188965.





