Plötzlich scheint jede Kleinigkeit zu nerven, die Lust auf Essen jeder Art ist kaum zu bändigen und der Unterleib meldet sich schmerzhaft zu Wort. Viele Frauen kennen diese Tage vor der Menstruation nur zu gut. PMS kann den Alltag spürbar beeinflussen – doch die Beschwerden sind kein Zeichen von Schwäche, sondern haben biologische Ursachen.
- PMS steht für Prämenstruelles Syndrom, also zyklusbedingte Beschwerden in den Tagen vor der Periode.
- Bis zu 80 % aller Frauen berichten über einzelne prämenstruelle Symptome, circa 12 % aller Frauen leiden unter PMS und davon 4 % unter schweren Beschwerden (1).
- PMS ist definiert als Kombination aus mindestens einem affektiven und einem somatischen Symptom, die zu funktionellen Einschränkungen führt (1).
Was ist PMS? Die “Perioden Krankheit” erklärt
PMS steht für Prämenstruelles Syndrom. Darunter versteht man eine Gruppe von Beschwerden, die regelmäßig in der zweiten Hälfte des Menstruationszyklus auftreten und das Wohlbefinden sowie den Alltag beeinträchtigen können.
Charakteristisch ist, dass die Beschwerden vor der Menstruation beginnen und mit Einsetzen oder kurz nach Beginn der Blutung wieder vollständig abklingen.
Medizinisch wird von PMS gesprochen, wenn mindestens ein psychisches (affektives) und ein körperliches (somatisches) Symptom auftreten und diese zu spürbaren Einschränkungen im Alltag, Beruf oder sozialen Leben führen. Die Beschwerden treten dabei zyklusabhängig auf und kehren in ähnlicher Form über mehrere Menstruationszyklen hinweg wieder.
Von PMS zu unterscheiden ist die Prämenstruelle Dysphorische Störung (PMDS beziehungsweise PMDD – Premenstrual Dysphoric Disorder). Sie gilt als schwerere Form der Erkrankung und ist vor allem durch ausgeprägte psychische Beschwerden gekennzeichnet.
Die Kriterien, nach denen eine Erkrankung an PMS gemessen wird, sind im sogenannten DSM-5 definiert. Das DSM-5 (Diagnostic and Statistical Manual of Mental Disorders, 5. Auflage) ist ein international anerkanntes Klassifikationssystem für psychische Erkrankungen.
Es legt genau fest, welche Beschwerden, in welcher Anzahl und über welchen Zeitraum auftreten müssen, damit auch schwere Formen wie ein PMDS diagnostiziert werden können. Dadurch soll sichergestellt werden, dass die Diagnose einheitlich und wissenschaftlich fundiert gestellt wird.
Gemäß einer Studie mit 2,8000 französischen Frauen ist PMSweit verbreitet:
- Bis zu 80 Prozent aller Frauen berichten von einzelnen Beschwerden vor der Menstruation (1).
- Die diagnostischen Kriterien eines Prämenstruellen Syndroms erfüllen jedoch deutlich weniger Betroffene – Schätzungen zufolge etwa zwölf Prozent (1).
- Rund vier Prozent der PMS-Patientinnen leiden unter besonders schweren Verläufen (1).
- Die Prämenstruelle Dysphorische Störung betrifft etwa 1,3 bis 5,3 Prozent der Frauen im gebärfähigen Alter (1).
Wichtig zu wissen ist dabei, dass die Ausprägung der Beschwerden sich im Laufe des Lebens verändern kann. Nicht jede Frau erlebt in jedem Zyklus die gleichen Beschwerden, und nur etwa ein Drittel der Betroffenen erfüllt die diagnostischen Kriterien über längere Zeiträume hinweg konstant.
Prämenstruelles Syndrom Symptome: Über 150 verschiedene körperliche und psychische Symptome
Das Prämenstruelle Syndrom kann sich auf sehr unterschiedliche Weise bemerkbar machen. Medizinisch sind mittlerweile mehr als 150 verschiedene körperliche und psychische Symptome bekannt, die im Zusammenhang mit dem Menstruationszyklus auftreten können. Welche Beschwerden auftreten und wie stark sie ausgeprägt sind, variiert dabei von Frau zu Frau.
Typischerweise beginnen die Symptome in der zweiten Zyklushälfte, meist etwa 14 bis 4 Tage vor dem Einsetzen der Periode. Mit Beginn der Menstruation oder kurz danach klingen sie in der Regel wieder vollständig ab. Dieses zyklusabhängige Auftreten gilt als eines der wichtigsten Merkmale von PMS.
Für die Diagnose müssen nicht alle bekannten Beschwerden vorliegen. Bereits wenige Symptome können ausreichen, wenn sie regelmäßig auftreten und den Alltag spürbar beeinträchtigen.
Die Beschwerden lassen sich grundsätzlich in körperliche und psychische Symptome unterteilen, wobei viele Betroffene eine Kombination aus beiden Bereichen erleben.

Was sind körperliche PMS Symptome?
Zu den häufigsten körperlichen PMS-Symptomen zählen vor allem allgemeine Veränderungen des Wohlbefindens und des Körpers, die viele Betroffene regelmäßig vor der Periode erleben:
- Spannungs- und Schweregefühle im Körper: Viele Betroffene berichten von einem allgemeinen Druck- oder Spannungsgefühl, das sich diffus im Körper bemerkbar machen kann.
- Müdigkeit und Erschöpfung: Ein deutlich reduziertes Energielevel ist eines der häufigsten Anzeichen, oft begleitet von schnellerer körperlicher und geistiger Ermüdung.
- Aufgeblähter Bauch (Blähgefühl): Ein Völlegefühl im Bauchraum tritt häufig auf und wird von vielen als unangenehm oder belastend beschrieben.
- Wassereinlagerungen (Ödeme): Der Körper kann vermehrt Flüssigkeit einlagern, was sich durch ein Schwellungs- oder „Aufgedunsenheits“-Gefühl äußern kann.
- Gewichtszunahme: Ein vorübergehender Anstieg um bis zu zwei Kilo durch die Wassereinlagerungen ist möglich.
- Brustspannen: Die Brust kann empfindlich reagieren, sich gespannt oder druckempfindlich anfühlen.
- Unterleibs- und Rückenschmerzen: Ziehende Schmerzen, die in den unteren Rücken oder die Oberschenkel ausstrahlen können.
- Kopfschmerzen: Leichte bis mäßige Kopfschmerzen oder ein Druckgefühl im Kopf.
- Verdauungsveränderungen: Einige Betroffene bemerken eine veränderte Verdauung, zum Beispiel ein trägeres oder empfindlicheres Bauchgefühl, Verstopfungen oder Durchfall.
- Allgemeines körperliches Unwohlsein: Die sogenannte “Periodengrippe” (Period Flu) mit Gliederschmerzen, leichter Übelkeit, etc.
- Verminderte Belastbarkeit: Körperliche Anstrengung kann sich deutlich anstrengender anfühlen als sonst, besonders bei Sport.
- Heißhunger: Plötzlicher Appetit auf Süßes oder Salziges.
- Vorübergehende Hautveränderungen: Wie plötzlich auftretende Pickel und andere Hautunreinheiten.
Daneben gibt es eine Reihe von selteneren körperlichen Symptomen, die bei weniger Betroffenen auftreten, aber ebenfalls im Zusammenhang mit PMS stehen können.
Dazu zählen beispielsweise ausgeprägte Kreislaufveränderungen oder eine erhöhte Empfindlichkeit gegenüber äußeren Reizen.
Was sind PMS Symptome der Psyche?
Wer sich vor der Periode müde und depressiv, emotional instabil und leicht reizbar fühlt, erlebt häufig psychische Symptome des prämenstruellen Syndroms. Diese Beschwerden können das emotionale Gleichgewicht, die Belastbarkeit und den Alltag deutlich beeinflussen und wirken sich oft besonders belastend auf enge Beziehungen aus.
Psychische PMS-Symptome können sich sehr unterschiedlich äußern und reichen von leichten Stimmungsschwankungen bis hin zu stark ausgeprägten emotionalen Reaktionen:
- Gereiztheit: Schnelles Aufbrausen, plötzliche Wutausbrüche oder Aggressivität wegen Kleinigkeiten.
- Stimmungsschwankungen: Rascher Wechsel von „himmelhoch jauchzend“ zu „zu Tode betrübt“.
- Niedergeschlagenheit: Gefühle von Traurigkeit, innerer Leere oder depressive Verstimmungen.
- Angstzustände: Gesteigerte innere Unruhe, Nervosität oder unbestimmte Ängste.
- Minderwertigkeitsgefühle: Zunahme von Selbstzweifeln und ein geschwächtes Selbstwertgefühl.
- Überempfindlichkeit: Häufiges Weinen ohne klaren Anlass sowie eine „dünne Haut“ im emotionalen Sinne.
- Konzentrationsstörungen: Schwierigkeiten, Gedanken zu fokussieren, verbunden mit Vergesslichkeit.
- Erschöpfung: Ausgeprägte Müdigkeit, Lethargie und starke Antriebslosigkeit.
- Schlafstörungen: Probleme beim Einschlafen oder Durchschlafen trotz gleichzeitiger Müdigkeit.
Diese psychischen Symptome können einzeln auftreten oder sich gegenseitig verstärken. Wenn vor allem die psychischen Symptome im Vordergrund stehen und besonders stark ausgeprägt sind, kann es sich auch um eine Prämenstruelle Dysphorische Störung (PMDS/PMDD) handeln.
PMS Bedeutung für die Lebensqualität und Beziehungen
Gerade schwerere Verläufe bedeuten nicht nur eine körperliche Einschränkung, sondern in vielen Fällen auch massive Auswirkungen auf das soziale Leben der Betroffenen. Beziehungen, Beruf und sportliche Ambitionen werden monatlich aufs Neue bis an die Belastungsgrenze gereizt.
Besonders die psychisch schwerere Form des PMDS kann Phasen mit sich bringen, in denen ein Gefühl der Gereiztheit den Wunsch auslöst, jede soziale Beziehung zu beenden, den Partner zu verlassen und Freunden den Rücken zuzuwenden.
Körperliche Symptome können ein längeres Sitzen oder körperliche Belastungen in der Arbeit unmöglich machen, während Selbstzweifel und Gereiztheit das Arbeitsklima erschweren können.
Umso wichtiger ist es, eventuelle Veränderungen im Verlauf des Zyklus zu kommunizieren und selbst einordnen zu können, ob es die eigenen Gedanken sind oder ob es hormonelle Auslöser gibt, von deren Einflüssen man sich in spätestens zwei Wochen später wieder befreien kann.
PMS Ursachen: Gibt es einen Auslöser?
Die genauen Ursachen des Prämenstruellen Syndroms sind bis heute nicht vollständig geklärt. Es gibt keinen einzelnen, eindeutig identifizierten Auslöser, sondern vielmehr ein Zusammenspiel verschiedener körperlicher und hormoneller Prozesse, die sich im Verlauf des Menstruationszyklus verändern.
Hormonelle (endokrine) Faktoren: Dazu gehören z. B. ein zu niedriger Blutzucker (Hypoglykämie), andere Störungen im Zuckerstoffwechsel, ein erhöhter Prolaktinspiegel sowie stark schwankende oder ungewöhnliche Reaktionen auf die Hormone Östrogen und Progesteron. Auch ein Überschuss an Aldosteron oder dem antidiuretischen Hormon (ADH) kann eine Rolle spielen.
Neben den hormonellen Faktoren werden auch weitere Einflüsse diskutiert, die PMS eventuell begünstigen oder verstärken können. Dazu zählen:
- Störungen im Nervensystem (Neurotransmitter): Mögliche Beteiligung von Botenstoffen im Gehirn, insbesondere des GABA- und Serotonin-Systems.
- Genetische Veranlagung: Eine erbliche (angeborene) Neigung kann die Anfälligkeit erhöhen.
- Veränderungen der Darmflora: Möglicherweise ist die Zusammensetzung der Darmmikrobiota verändert.
- Mögliche Mineralstoffmängel: Ein Mangel an Magnesium und Kalzium könnte ebenfalls beteiligt sein.
Wichtig ist: PMS ist keine Einbildung und hat keine einzelne Ursache, sondern entsteht durch ein komplexes Zusammenspiel biologischer und individueller Faktoren. Warum manche Frauen stark betroffen sind und andere kaum Symptome haben, ist daher weiterhin Gegenstand wissenschaftlicher Forschung.
Eine Frage des Alters: Wann beginnt PMS?
PMS kann grundsätzlich ab dem Zeitpunkt auftreten, an dem ein regelmäßiger Menstruationszyklus besteht. Das bedeutet, dass erste Beschwerden bereits kurz nach der ersten Regelblutung (Menarche) möglich sind. Allerdings zeigt sich PMS nicht bei allen Betroffenen sofort und auch nicht in jeder Lebensphase gleich stark.
Häufig werden prämenstruelle Beschwerden erst einige Jahre nach der ersten Menstruation bewusst wahrgenommen, wenn sich der Zyklus hormonell stabilisiert hat. In dieser Zeit können die Symptome erstmals regelmäßiger und klar zyklusabhängig auftreten.
Besonders häufig tritt PMS zwischen dem späten Jugendalter und der reproduktiven Lebensphase auf. In dieser Zeit sind hormonelle Schwankungen im Zyklus zwar normal, können aber je nach individueller Empfindlichkeit unterschiedlich stark wahrgenommen werden.
| Symptom | 18–27 (%) | 28–37 (%) | 38–47 (%) | 48–55 (%) |
| Heißhunger (Cravings) | 84,46 | 86,84 | 87,78 | 87,56 |
| Stimmungsschwankungen / Angst | 64,09 | 64,47 | 64,12 | 61,65 |
| Müdigkeit | 54,37 | 63,26 | 64,64 | 64,82 |
| Gesteigerter Appetit | 46,31 | 52,81 | 53,00 | 52,45 |
| Brustbeschwerden | 44,91 | 48,20 | 51,13 | 49,42 |
| Gewichtszunahme | 33,90 | 48,44 | 56,36 | 60,14 |
| Schwellungen / Wassereinlagerungen | 34,40 | 46,13 | 53,31 | 55,72 |
| Verstopfung / Durchfall | 34,24 | 39,60 | 40,13 | 41,28 |
| Unterleibskrämpfe | 33,87 | 32,24 | 31,09 | 27,23 |
| Kopfschmerzen | 27,90 | 30,25 | 34,29 | 35,89 |
| Schlafveränderungen | 17,58 | 20,31 | 24,92 | 30,56 |
| Konzentrationsprobleme | 16,51 | 20,72 | 24,00 | 28,83 |
| Schwitzen / Hitzewallungen | 16,59 | 17,87 | 22,09 | 26,11 |
| Verminderte Libido | 7,35 | 13,94 | 16,79 | 19,56 |
| Haarveränderungen | 7,90 | 9,53 | 11,03 | 14,46 |
| Hautausschläge | 5,42 | 7,89 | 7,67 | 7,37 |
| Beeinträchtigung im Alltag | 27,87 | 29,71 | 32,31 | 29,17 |
Abbildung: Anteil der Teilnehmerinnen, die das jeweilige PMS Symptom in jedem Menstruationszyklus angaben (10).
Mit zunehmendem Alter kann sich das Beschwerdebild verändern. Viele Betroffene berichten, dass sich die Intensität der Symptome im Verlauf der Jahre entweder verstärkt, abschwächt oder in ihrer Form verändert.
Besonders in den Jahren vor der Menopause können prämenstruelle Beschwerden erneut zunehmen, da der Hormonhaushalt dann stärker schwankt.
Wenn die Hormone verrückt spielen: Das geht im Körper vor sich
Östrogen und Progesteron sind wichtige weibliche Hormone. Sie steuern unter anderem den Monatszyklus und bereiten den Körper auf eine mögliche Schwangerschaft vor. Östrogen sorgt vor allem dafür, dass sich die Gebärmutterschleimhaut aufbaut und beeinflusst auch Stimmung, Haut und Energie. Progesteron hilft danach, die Schleimhaut stabil zu halten und den Körper eher zu beruhigen und zu entspannen.
Beim PMS verändern sich die Hormone im Laufe des Monats ganz natürlich – aber wie der Körper auf diese Schwankungen reagiert ist es, was den Unterschied ausmacht.
Kurz vor der Periode fallen die Hormone Östrogen und Progesteron stark ab oder schwanken. Der Umgang mit diesen Hormonschwankungen wirkt sich auch auf das Gehirn aus. Dort steuern Botenstoffe wie Serotonin und GABA unsere Stimmung und innere Ruhe. Wenn sie aus dem Gleichgewicht geraten, kann das zu Stimmungsschwankungen, Reizbarkeit oder innerer Unruhe führen.

PMS Symptome lindern: Was wirklich hilft
Bevor eine Therapie begonnen wird, sollten zunächst andere Erkrankungen ausgeschlossen werden, die ähnliche Beschwerden verursachen können. Dazu gehören zum Beispiel Depressionen, Angststörungen oder Schilddrüsenerkrankungen.
Die Diagnose von PMS oder PMDS erfolgt anschließend anhand der typischen zyklischen Beschwerden, die eng mit dem Menstruationszyklus zusammenhängen. Entscheidend ist dabei eine Erfassung der Symptome über mindestens zwei Zyklen.
Als Goldstandard gilt das Daily Record of Severity of Problems (DRSP), bei dem Betroffene ihre Symptome täglich dokumentieren. So lässt sich zuverlässig erkennen, ob die Beschwerden tatsächlich regelmäßig vor der Periode auftreten und sich danach wieder deutlich bessern.
Zusammenhängen zwischen PMS, Ernährungszusammensetzung, Ernährungsmustern und Essverhalten
Studien (2) zeigen, dass sich sowohl die Energieaufnahme als auch das Essverhalten im Verlauf des Menstruationszyklus verändern können. Besonders in der zweiten Zyklushälfte vor der Periode steigt die Energieaufnahme häufig an.
Dies wird unter anderem mit dem Hormon Progesteron in Verbindung gebracht. Viele Betroffene berichten in dieser Phase auch von Heißhungerattacken, vor allem auf kohlenhydrat- und fettreiche Lebensmittel, dabei sind gerade diese tendenziell schlechter für den Körper:
- Ein ungünstiges („westliches“) Ernährungsmuster mit viel Zucker, gesättigten Fetten, Salz, Fast Food und Alkohol wird häufiger mit stärkeren PMS-Beschwerden in Verbindung gebracht.
- Ein günstigeres Ernährungsmuster mit viel Obst, Gemüse, Ballaststoffen sowie Fisch und Meeresfrüchten wird dagegen eher mit weniger Symptomen assoziiert.
Allerdings ist die Studienlage teils widersprüchlich, und ein direkter Ursache-Wirkungs-Zusammenhang ist nicht sicher belegt.
PMS wird außerdem mit emotionalem Essen, Kontrollverlust beim Essen und gestörtem Essverhalten in Verbindung gebracht. Besonders bei PMDS zeigt sich eine höhere Häufigkeit von Essstörungen wie Bulimie. Ob PMS dabei Ursache oder Folge ist, ist noch nicht eindeutig geklärt – wahrscheinlich beeinflussen sich beide gegenseitig (2).
Ernährung als Therapieansatz um PMS zu behandeln kann daher mehrere nicht-medikamentöse Ansätze umfassen:
- Umstellung auf frische, unverarbeitete Lebensmittel
- Kleine, regelmäßige Mahlzeiten
- Reduktion von Zucker, Fett, Salz, Alkohol und Koffein
- Ergänzend können Verhaltenstherapie und individuell angepasste Ernährungskonzepte sinnvoll sein
- Supplemente können unterstützend eingesetzt werden
Mehr Balance im Zyklus durch gezielte Nährstoffe: Yamswurzel, Kamille & Co
Auch bestimmte Mikronährstoffe und Vitamine stehen in der Forschung im Fokus. Darunter:
- Calcium: Supplementierung (ca. 1200 mg/Tag) kann möglicherweise PMS-Symptome lindern (2)
- Magnesium und Kalium: bei PMS oft niedriger aufgenommen (2)
- Zink: Zink trägt zu einer normalen kognitiven Funktion bei
- Eisen: höhere Zufuhr ist mit geringerem PMS-Risiko verbunden (2)
- Natrium und Kupfer: höhere Aufnahme wird eher mit stärkeren Symptomen assoziiert (2)
- B-Vitamine (B1, B2, B6): Vitamin B6 trägt zu Regulierung der Hormontätigkeit und Reduktion von Müdigkeit und Erschöpfung bei
- Vitamin D: niedrige Spiegel werden mit stärkerem PMS in Verbindung gebracht (2)
- Omega-3-Fettsäuren: entzündungshemmend und möglicherweise hilfreich (2)
- Tryptophan und komplexe Kohlenhydrate: können die Stimmung positiv beeinflussen (2)
Obwohl Nährstoffmängel PMS-Symptome verstärken können, lassen sie sich nicht bei allen Betroffenen nachweisen und die Studienlage ist zum Teil widersprüchlich. Daher konzentrieren wir uns bei Purazell auf natürliche Wirkstoffe, die über die reine Nährstoffversorgung hinausgehen und in Studien mit PMS-Patientinnen eine deutliche Linderung körperlicher und psychischer Symptome zeigen konnten.
1. Yamswurzel-Extrakt
In einer randomisierten, doppelblinden, placebokontrollierten Crossover-Studie (3) mit jungen Frauen, die unter PMS litten, führte die tägliche Einnahme von 300 mg Yamswurzelpulver über vier Wochen zu einer deutlichen Verbesserung sowohl körperlicher als auch psychischer Beschwerden.
Die Teilnehmerinnen zeigten:
- eine signifikante Verringerung von Entzündungsmarkern wie PGE₂ und COX-2,
- geringere Menstruationsschmerzen,
- weniger Uteruskontraktionen, die häufig für krampfartige Beschwerden verantwortlich sind,
- sowie eine Verbesserung des DRSP-Gesamtscores, einem standardisierten Maß zur Erfassung der Schwere von PMS-Symptomen.
Interessanterweise wurden keine signifikanten Veränderungen der Hormonspiegel, beispielsweise von Estradiol oder Progesteron, festgestellt. Die positiven Effekte scheinen daher nicht auf einer direkten hormonellen Wirkung zu beruhen.
Dies macht Yamswurzel zu einem vielversprechenden natürlichen Ansatz zur Unterstützung bei PMS und Menstruationsbeschwerden, der gleichzeitig als gut verträglich gilt.
2. Kamillenextrakt
Im Vergleich mit Mefenaminsäure (MA wird unter anderem bei Regelschmerzen verschrieben) konnte eine Studie (4) zeigen, dass 100 mg Kamillen-Extrakt 3× täglich, ab Tag 21 des Zyklus bis zur Menstruation eingenommen, ab dem 2. Zyklus sogar bessere Ergebnisse lieferte als MA.
Beide Behandlungen führten zu einer signifikanten Symptomreduktion, aber:
- Kamille zeigte eine deutlich stärkere Reduktion psychischer Symptome, u. a. Reizbarkeit, Ärger, depressive Stimmung, Schlafstörungen.
- Kamille ist besonders hilfreich bei vegetativen und entzündungsnahen körperlichen PMS-Beschwerden (z. B. Kopfschmerzen, Blähungen, Brustspannen, Müdigkeit).
- Bei körperlichen PMS-Beschwerden gab es keinen signifikanten Unterschied zwischen den beiden Behandlungsgruppen, aber sowohl MA als auch Kamille trugen zu einer Reduktion bei
In puncto Nebenwirkungen kam es bei der Supplementation von Kamillenextrakt häufiger zu verstärkten Menstruationsblutungen und bei MA zu gastrointestinalen Beschwerden – schwerwiegende Nebenwirkungen traten insgesamt keine auf.
Mefenaminsäure ist in Deutschland nicht zugelassen, hat aber eine ähnliche Wirkung wie andere Medikamente aus der Gruppe der NSAR, wie z.B. Ibuprofen.
3. Safran-Extrakt
In einer randomisierten, doppelt verblindeten, placebokontrollierten Studie (5) erhielten 50 Frauen mit PMS-Diagnose entweder 30 mg Safran täglich oder ein Placebo über zwei Zyklen.
Safran beeinflusste emotionale, körperliche und schmerzbezogene PMS-Symptome gleichermaßen und zeigte eine signifikante Reduktion der Symptome bereits im ersten Zyklus der Einnahme sowie eine weitere deutliche Verbesserung im zweiten Zyklus der Einnahme. Placebo zeigte dagegen nur geringe Veränderungen.
Die Ergebnisse deuten darauf hin, dass Safran eine vielversprechende und nebenwirkungsarme Alternative zu den etablierten SSRIs, einer Gruppe von Antidepressiva, darstellen könnte. Aufgrund der geringen Teilnehmerzahl und der relativ kurzen Studiendauer besteht jedoch weiterer Forschungsbedarf, um diese Theorie zu bestätigen.
4. Mönchspfeffer
Eine Review (6) zur Wirksamkeit und Sicherheit der Behandlung vom PMS und PMDS mit Mönchspfeffer konnte aus insgesamt 8 repräsentativen Studien vor allem bei körperlichen Symptomen Verbesserungen feststellen.
Nach 2-3 Zyklen besserte sich die Gesamtsymptomatik und besonders:
- Brustspannen
- Blähungen / Wassereinlagerungen
- Kopfschmerzen
- Reizbarkeit und Stimmungsschwankungen
Die vorhandenen Studien sprechen dafür, dass Mönchspfeffer eine wirksame und sichere Therapieoption bei PMS und PMDD ist – Besonders zur Linderung körperlicher Symptome. Milde und vorübergehende Nebenwirkungen, wie z.B. Kopfschmerzen oder Übelkeit, sind jedoch möglich.
5. Vitamin B1 und B6
Die Wirkung von 100 mg Vitamin B1, zweimal täglich die Woche vor Einsetzen der Periode (7) oder 50 mg Vitamin B6 täglich über 3 Monate hinweg (8) konnten in Studien positive Ergebnisse liefern.
| Vitamin B1 | Vitamin B6 | |
| psychische Symptome | Mittlere Reduktion um 35,08 %Besonders stark verbessert:Angst (−96 %)Depression (−80,4 %)Schlafstörungen (−80,2 %)Müdigkeit (−73,9 %)Konzentrationsstörungen (−70,5 %)innere Anspannung / Reizbarkeit (−55,2 %) | Reduktion der emotionalen Symptom-Scores um etwa 50 %Besonders stark verbessert:DepressionReizbarkeitMüdigkeit |
| körperliche Symptome | Mittlere Reduktion um 21,2 % in der Vitamin-B1-GruppeDeutlich verbessert:KopfschmerzenBrustspannenBlähungen | keine messbaren Unterschiede zwischen Placebo und B6-Gruppe |
| geringe/keine Wirkung | LibidoHeißhungerÖdemePalpitationen | KopfschmerzenBrustspannenÖdeme UnterleibsschmerzenRückenschmerzen |
Besonders psychische Symptome scheinen stark auf die Gabe von B1 und B6 zu reagieren und Betroffenen könnte dadurch in der PMS-Phase Erleichterung verschafft werden.
6. Zink
Eine randomisierte, doppelt verblindete, placebokontrollierte Studie (9) untersuchte, ob eine Supplementierung mit Zinksulfat die Symptome des prämenstruellen Syndroms sowie die gesundheitsbezogene Lebensqualität verbessern kann.
Über 3 Behandlungszyklen erhielten mit PMS diagnostizierte Frauen vom 16. Zyklustag bis zum 2. Tag der Menstruation 220 mg Zinksulfat täglich, das entspricht 50 mg elementarem Zink.
Dabei konnte eine signifikante Reduktion aller PSST-Symptomkomponenten über 3 Monate festgestellt werden. Darunter:
- Reizbarkeit
- Angst / Anspannung
- depressive Stimmung
- Müdigkeit
- Schlafstörungen
- körperlichen Symptomen (z. B. Brustspannen, Blähungen)
Zink verbessert dadurch nicht nur einzelne Symptome, sondern auch die Alltagsfunktion und Wohlbefinden. Diese Ergebnisse stützen die Hypothese eines Zinkmangels als Risikofaktor für PMS.

Fazit: PMS ist therapierbar – Symptome vor der Periode richtig deuten und behandeln
PMS ist ein komplexes Beschwerdebild, bei dem hormonelle Schwankungen, Neurotransmitter-Systeme, individuelle Veranlagung sowie Lebensstil- und Ernährungsfaktoren zusammenwirken.
Entsprechend vielfältig sind auch die möglichen unterstützenden Therapieansätze. Die Studienlage zeigt, dass auch pflanzliche Wirkstoffe und Mikronährstoffe eine Rolle in der symptomorientierten Begleitung spielen können – insbesondere bei emotionalen und körperlichen Beschwerden.
Potenzielle unterstützende Wirkstoffe bei PMS sind unter anderem:
✅ Yamswurzel zeigte Verbesserungen körperlicher und psychischer Symptome sowie eine Reduktion von Entzündungsmarkern, ohne relevante hormonelle Veränderungen (3).
✅ Kamille (Matricaria chamomilla) konnte PMS-Symptome insgesamt reduzieren, mit besonderem Effekt auf psychische Beschwerden wie Reizbarkeit und Stimmungsschwankungen (4).
✅ Safran (Crocus sativus) führtezu deutlichen Verbesserungen von Stimmung, Schmerz und Gesamt-PMS-Symptomatik (5)
✅ Zink Supplementierung kann sowohl körperliche als auch psychische PMS-Symptome verbessern (9).
✅ Magnesium wird mit geringeren PMS-Beschwerden in Verbindung gebracht und kann muskuläre sowie psychische Symptome unterstützen (2).
✅ Vitamin B6 zeigtpositive Effekte auf Stimmung und emotionale Symptome (8).
✅ Vitamin D – niedrige Spiegel werden mit stärkeren PMS-Symptomen assoziiert; eine Supplementierung kann hilfreich sein (2).
Insgesamt deuten die Ergebnisse darauf hin, dass PMS nicht durch einen einzelnen Mechanismus erklärbar ist. Vielmehr scheint ein Zusammenspiel aus Hormonen, Neurotransmittern und Nährstoffstatus vorzuliegen. Entsprechend sinnvoll ist ein multimodaler Ansatz, der Lebensstil, Ernährung und gezielte Wirkstoffe kombiniert.
FAQ – Häufig gestellte Fragen
PMS steht für prämenstruelles Syndrom. Damit sind körperliche und psychische Beschwerden gemeint, die in der zweiten Hälfte des Menstruationszyklus auftreten und meist kurz vor der Periode wieder abklingen.
Das prämenstruelle Syndrom (PMS) beschreibt eine Kombination aus Symptomen, die vor der Menstruation zyklisch auftreten. Dazu können z. B. Stimmungsschwankungen, Reizbarkeit, Müdigkeit, Brustspannen, Kopfschmerzen oder Unterleibsbeschwerden gehören. Die Beschwerden verschwinden typischerweise mit Beginn oder kurz nach Einsetzen der Periode.
Ja, das kann möglich sein. Unterleibsschmerzen eine Woche vor der Periode gehören zu den häufigen PMS-Symptomen. Sie entstehen oft durch hormonelle Veränderungen, die den Körper auf die Menstruation vorbereiten. Wichtig ist jedoch, dass auch andere Ursachen (z. B. Endometriose oder Infektionen) infrage kommen können, wenn die Schmerzen stark oder ungewöhnlich sind.
Nein, PMS verursacht keine unregelmäßigen Zyklen. Der Menstruationszyklus bleibt dabei grundsätzlich regelmäßig. PMS beschreibt nur die Beschwerden vor der Periode, nicht die Zykluslänge selbst. Wenn die Periode unregelmäßig ist, sollten andere hormonelle oder körperliche Ursachen abgeklärt werden.
Quellenverzeichnis:
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(2) Oboza, P.; Ogarek, N.; Wójtowicz, M.; Rhaiem, T.B.; Olszanecka-Glinianowicz, M.; Kocełak, P. Relationships between Premenstrual Syndrome (PMS) and Diet Composition, Dietary Patterns and Eating Behaviors. Nutrients 2024, 16, 1911. https://doi.org/10.3390/ nu16121911
(3) Sato K, Seto K. The effect of Dioscorea esculenta powder on prostaglandin E2 and cytochrome c oxidase subunit 2 levels, menstrual pain, and premenstrual syndrome in young women: A randomized double-blind controlled trial. Nutr Health. 2024 Sep;30(3):597-603. doi: 10.1177/02601060221130889. Epub 2022 Oct 11. PMID: 36217795.
(4) Sharifi F, Simbar M, Mojab F, Majd HA. Comparison of the effects of Matricaria chamomila (Chamomile) extract and mefenamic acid on the intensity of premenstrual syndrome. Complement Ther Clin Pract. 2014 Feb;20(1):81-8. doi: 10.1016/j.ctcp.2013.09.002. Epub 2013 Oct 9. PMID: 24439651.
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(6) Cerqueira RO, Frey BN, Leclerc E, Brietzke E. Vitex agnus castus for premenstrual syndrome and premenstrual dysphoric disorder: a systematic review. Arch Womens Ment Health. 2017 Dec;20(6):713-719. doi: 10.1007/s00737-017-0791-0. Epub 2017 Oct 23. PMID: 29063202.
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