Häufiger Harndrang kann belastend sein – besonders dann, wenn er den Schlaf stört oder den Alltag einschränkt. Viele Betroffene fragen sich, ob die Beschwerden noch normal sind oder bereits auf eine Erkrankung hinweisen. Tatsächlich gibt es zahlreiche mögliche Ursachen, die sich gut unterscheiden und oft gezielt behandeln lassen.
Text wichtige Information.
- Häufiger Harndrang ist kein eigenes Krankheitsbild, sondern ein Symptom, das von harmlosen Auslösern wie viel Trinken oder Stress bis hin zu Erkrankungen wie Harnwegsinfekten, Reizblase oder Stoffwechselstörungen reichen kann.
- Entscheidend für die Einordnung ist, ob tatsächlich große Urinmengen (Polyurie) oder nur häufige kleine Entleerungen (Pollakisurie) vorliegen.
- Besonders bei zusätzlichen Warnzeichen wie Schmerzen, Blut im Urin, starkem Durst oder nächtlichem Wasserlassen sollte eine ärztliche Abklärung erfolgen.
Was ist ständiger Harndrang?
Ständiger oder häufiger Harndrang beschreibt das Gefühl, ungewöhnlich oft Wasser lassen zu müssen. Betroffene verspüren dabei einen wiederkehrenden oder anhaltenden Drang zur Toilette, obwohl die Blase häufig nur geringe Mengen Urin enthält. Medizinisch wird dieses Symptom häufig als Pollakisurie bezeichnet.
Dabei ist wichtig zu unterscheiden, ob tatsächlich nur die Häufigkeit des Wasserlassens erhöht ist oder ob insgesamt auch mehr Urin produziert wird. Bei häufigem Harndrang bleiben die täglichen Urinmengen meist normal, während bei einer Polyurie große Urinmengen ausgeschieden werden.
Häufiger Harndrang kann tagsüber auftreten, aber auch nachts zu wiederholtem Wasserlassen führen. Letzteres wird als Nykturie bezeichnet und kann den Schlaf sowie die Lebensqualität deutlich beeinträchtigen.

Was ist Harndrang?
Harndrang beschreibt das natürliche Gefühl, die Blase entleeren zu müssen, wenn sie sich mit Urin füllt. Es handelt sich dabei um einen normalen physiologischen Vorgang, der durch Dehnungsrezeptoren in der Harnblasenwand ausgelöst wird. Diese registrieren, wie stark die Blase gefüllt ist, und leiten Signale an das zentrale Nervensystem weiter.
Unter normalen Bedingungen entsteht Harndrang erst bei einer bestimmten Füllmenge der Blase und kann bewusst kontrolliert werden. Die Entleerung erfolgt dann willentlich und situationsabhängig.
Von einem auffälligen oder krankhaften Harndrang spricht man, wenn dieses Gefühl zu häufig, zu früh oder plötzlich auftritt oder nicht mehr ausreichend unterdrückt werden kann. In solchen Fällen kann der Harndrang unabhängig von der tatsächlichen Blasenfüllung auftreten und den Alltag deutlich beeinträchtigen.
Wie viel Urin in 24 Stunden ist normal – wann wird häufiges Wasserlassen unnormal?
Die tägliche Urinmenge bei Erwachsenen liegt in der Regel bei etwa 1,5 bis 2 Litern innerhalb von 24 Stunden. Diese Menge kann jedoch je nach Trinkverhalten, Ernährung, Temperatur und körperlicher Aktivität variieren. Bei hoher Flüssigkeitszufuhr oder starkem Schwitzen kann sie kurzfristig auch darüber oder darunter liegen, ohne dass eine Erkrankung vorliegt.
Als normal gilt das Wasserlassen, solange die Urinmenge im physiologischen Bereich bleibt und die Blase in sinnvollen Abständen entleert wird. Typischerweise sind etwa 4 bis 7 Toilettengänge pro Tag üblich.
Von einem krankhaft vermehrten Wasserlassen spricht man, wenn entweder die Häufigkeit deutlich zunimmt oder die Urinmenge übermäßig hoch ist. Wichtig ist hierbei die Unterscheidung zwischen zwei Formen:
- Bei der Polyurie wird insgesamt zu viel Urin produziert (meist > 3–3,5 Liter/Tag).
- Bei der Pollakisurie kommt es zu mehr als 8 Miktionen tagsüber oder mehr als 2-mal in der Nacht, jedoch meist mit normaler Gesamturinmenge.
Unnormal wird häufiges Wasserlassen vor allem dann, wenn es neu auftritt, den Alltag oder den Schlaf beeinträchtigt oder mit weiteren Symptomen wie Schmerzen, Brennen oder nächtlichem Wasserlassen verbunden ist. In solchen Fällen sollte eine medizinische Abklärung erfolgen, da dahinter sowohl harmlose als auch behandlungsbedürftige Ursachen stecken können.
Vermehrter Harndrang: Achte auf diese Begleitsymptome
Vermehrter Harndrang ist oft harmlos, kann aber auch ein Hinweis auf eine zugrunde liegende Erkrankung sein. Entscheidend ist deshalb nicht nur die Häufigkeit des Wasserlassens, sondern vor allem, welche Begleitsymptome zusätzlich auftreten. Diese helfen dabei, harmlose Ursachen von behandlungsbedürftigen Erkrankungen zu unterscheiden.
- Schmerzen oder Brennen beim Wasserlassen
→ häufig Hinweis auf Harnwegsinfektion oder Blasenentzündung - Blut im Urin (Hämaturie)
→ sollte immer zeitnah ärztlich abgeklärt werden (mögliche Ursachen: Infektion, Nieren- oder Blasenerkrankungen) - Häufiger Harndrang nachts (Nykturie)
→ besonders relevant, wenn er regelmäßig auftritt und den Schlaf stört - Starker Durst + große Urinmengen
→ möglicher Hinweis auf Stoffwechsel- oder Hormonstörungen (z. B. Diabetes mellitus oder Diabetes insipidus) - Plötzlicher, starker Harndrang mit schlechter Kontrollierbarkeit
→ typisch z. B. bei Reizblase oder überaktiver Blase - Druckgefühl im Unterbauch
→ häufig bei Blasenproblemen oder Infektionen - Gefühl der unvollständigen Blasenentleerung
→ kann auf funktionelle oder mechanische Abflussstörungen hinweisen - Fieber, Abgeschlagenheit oder Flankenschmerzen
→ möglicher Hinweis auf aufsteigende Infektion oder Nierenbeteiligung
Treten solche Symptome gemeinsam mit häufigem Harndrang auf, sollte eine ärztliche Abklärung erfolgen, um die Ursache gezielt zu identifizieren und eine passende Behandlung einzuleiten.
Ursachen für häufigen Harndrang
Häufiger Harndrang kann viele unterschiedliche Ursachen haben – von harmlosen Auslösern bis hin zu behandlungsbedürftigen Erkrankungen. Entscheidend ist dabei, ob tatsächlich vermehrt Urin produziert wird oder ob die Blase bereits bei kleinen Urinmengen einen Harndrang signalisiert.
| Ursachen Polyurie (2) | Ursachen Pollakisurie (1) |
| Diabetes mellitus | Harnwegsinfektionen |
| Diabetes insipidus | Reizblase / Overactive Bladder |
| Primäre (psychogene) Polydipsie | Blasensteine oder Blasentumoren |
| Chronische Niereninsuffizienz | Prostatahyperplasie (BPH) |
| Hohe Flüssigkeitsaufnahme | Verminderte Blasenkapazität |
| Hohe Proteinzufuhr | Schwangerschaft |
| Osmotische Diurese (z. B. Glukose, Harnstoff) | Neurogene Blasenfunktionsstörung |
| Medikamente (z. B. Diuretika, Mannitol) | Psychogene / stressassoziierte Ursachen |
| Elektrolytstörungen | Chronisches Beckenschmerzsyndrom (CPPS) |
| Stressbedingte Polydipsie | Angststörungen oder psychosomatische Belastungen |
Harmlose oder vorübergehende Ursachen für häufigen Harndrang
Nicht hinter jedem häufigen Harndrang steckt sofort eine Erkrankung. In vielen Fällen handelt es sich um harmlose oder vorübergehende Auslöser, die die Blase kurzfristig stärker reizen oder die Urinproduktion erhöhen. Die Beschwerden verschwinden oft wieder von selbst, sobald der Auslöser wegfällt.
- Erhöhte Flüssigkeitsaufnahme: z. B. sehr viel Wasser, Tee oder andere Getränke
- Koffeinhaltige Getränke: Kaffee, Cola oder Energy-Drinks können die Blase reizen und harntreibend wirken
- Alkohol: hemmt die Wirkung von ADH und steigert dadurch die Urinausscheidung
- Scharfe oder stark säurehaltige Lebensmittel: können die Blase zusätzlich reizen
- Stress und Nervosität: beeinflussen das vegetative Nervensystem und können Harndrang verstärken
- Psychische Belastung oder Anspannung: typischerweise situationsabhängiger Harndrang
- Kalte Temperaturen (Kältediurese): der Körper scheidet bei Kälte häufiger Flüssigkeit aus
- Vorübergehende hormonelle Veränderungen: z. B. während der Schwangerschaft oder hormoneller Umstellungen
- Bestimmte Medikamente: insbesondere harntreibende Medikamente (Diuretika)
Treten die Beschwerden jedoch dauerhaft auf oder kommen Symptome wie Schmerzen, Brennen, Blut im Urin oder nächtlicher Harndrang hinzu, sollte eine ärztliche Abklärung erfolgen.
Häufiger Harndrang als Symptom bei Harnwegsinfekten und Blasenentzündungen
Häufiger Harndrang gehört zu den typischen Leitsymptomen von Harnwegsinfekten, insbesondere einer Blasenentzündung (Zystitis). Ursache ist eine Entzündung der Blasenschleimhaut, meist durch bakterielle Erreger wie Escherichia coli, die über die Harnröhre in die Blase aufsteigen.
Durch die Entzündung wird die Blasenwand empfindlicher und reagiert bereits auf geringe Urinmengen mit einem starken Harndrang. Betroffene verspüren daher das Gefühl, ständig zur Toilette zu müssen, obwohl die Blase oft nur wenig gefüllt ist. Typisch ist dabei eine Kombination aus häufigem Wasserlassen und nur kleinen Urinmengen pro Miktion.
Wenn die Infektion auf die oberen Harnwege übergreift, etwa auf die Nieren, können zusätzliche Symptome wie Fieber, Flankenschmerzen und ein deutlich reduzierter Allgemeinzustand auftreten. In solchen Fällen ist eine rasche ärztliche Behandlung besonders wichtig.
Ständig zur Toilette aufgrund von Reizblase
Eine Reizblase (auch überaktive Blase oder Overactive Bladder) ist eine häufige Ursache für ständigen Harndrang, ohne dass eine akute Infektion oder andere organische Erkrankung vorliegt. Betroffene verspüren dabei plötzlich und wiederkehrend einen starken Harndrang, oft auch dann, wenn die Blase nur wenig gefüllt ist.
Typisch ist, dass der Harndrang schwer kontrollierbar ist und häufige Toilettengänge erforderlich werden. Dabei werden meist nur kleine Urinmengen ausgeschieden. In manchen Fällen kommt es zusätzlich zu unwillkürlichem Urinverlust, insbesondere wenn die Toilette nicht rechtzeitig erreicht wird.
Daher spricht man von zwei Formen:
- OAB dry: ohne Inkontinenz
- OAB wet: mit Dranginkontinenz
Die genaue Ursache der Reizblase ist nicht immer eindeutig. Häufig spielen eine gesteigerte Empfindlichkeit der Blasenwand, eine Überaktivität der Blasenmuskulatur (Detrusor) oder eine Fehlsteuerung im Zusammenspiel zwischen Blase und Nervensystem eine Rolle.
Auch Stress, psychische Belastungen oder hormonelle Veränderungen können die Beschwerden verstärken.
Häufiges Wasserlassen Mann vs. Frau Ursachen
Häufiges Wasserlassen kann sowohl bei Männern als auch bei Frauen auftreten, hat jedoch teilweise unterschiedliche Ursachen. Zwar gibt es viele gemeinsame Auslöser wie Harnwegsinfekte, Reizblase oder Stoffwechselerkrankungen, dennoch spielen geschlechtsspezifische Faktoren eine wichtige Rolle.
Beim Mann steht besonders die Prostata im Mittelpunkt. Mit zunehmendem Alter kann es zu einer gutartigen Vergrößerung der Prostata (benigne Prostatahyperplasie, BPH) kommen. Diese drückt auf die Harnröhre und behindert den Harnfluss.
Typische Folgen sind häufiger Harndrang, nächtliches Wasserlassen, ein abgeschwächter Harnstrahl und das Gefühl einer unvollständigen Blasenentleerung. Auch eine Prostataentzündung kann ähnliche Beschwerden verursachen und sollte medizinisch abgeklärt werden.
Bei der Frau sind dagegen andere Faktoren besonders relevant. Häufig tritt vermehrter Harndrang im Zusammenhang mit Harnwegsinfekten auf, da die kürzere Harnröhre das Eindringen von Bakterien erleichtert.
Zusätzlich spielen hormonelle Veränderungen eine wichtige Rolle, etwa während der Schwangerschaft oder in den Wechseljahren, wenn der Östrogenabfall die Schleimhaut der Harnwege verändert. Auch eine Beckenbodenschwäche, beispielsweise nach Geburten, kann zu einer verminderten Blasenkontrolle und häufigem Wasserlassen führen.

Plötzlich häufiger Harndrang Kind Ursachen
Plötzlich häufiger Harndrang bei Kindern ist ein relativ häufiges Symptom und meist harmlos, sollte aber aufmerksam beobachtet werden. In vielen Fällen steckt keine ernsthafte Erkrankung dahinter, sondern eine vorübergehende Reizung oder funktionelle Ursache.
- Funktionelle Pollakisurie (häufigste Ursache): häufiges Wasserlassen in kleinen Mengen ohne organische Erkrankung, oft stress- oder situationsbedingt
- Harnwegsinfekt / Blasenentzündung: meist zusätzlich mit Brennen, Bauchschmerzen oder Fieber
- Erhöhte Flüssigkeitsaufnahme: z. B. viel Trinken, warme Temperaturen oder Gewohnheit
- Psychische oder emotionale Belastung: Stress, Angst, Veränderungen im Alltag (z. B. Schule, Familie)
- Stoffwechselerkrankungen (z. B. Diabetes mellitus): meist zusätzlich starker Durst und große Urinmengen
- Reizungen der Blase: z. B. durch bestimmte Getränke oder Nahrungsmittel (Cola, Eistee)
- Seltener neurologische Ursachen oder Fehlfunktionen der Blase: eher bei zusätzlichen Auffälligkeiten im Harnverhalten
Stoffwechsel- und Hormonstörungen als Ursache für häufiges Wasserlassen
Stoffwechsel- und Hormonstörungen gehören zu den wichtigen organischen Ursachen für häufiges Wasserlassen und können sowohl mit vermehrter Urinproduktion als auch mit starkem Harndrang einhergehen.
- Eine der häufigsten Ursachen ist der Diabetes mellitus:
Bei erhöhten Blutzuckerwerten kann die Niere Glukose nicht mehr vollständig rückresorbieren. Die Glukose wirkt im Urin osmotisch aktiv und zieht Wasser mit sich, wodurch es zu einer sogenannten osmotischen Diurese kommt. Betroffene müssen dadurch deutlich häufiger und in größeren Mengen Wasser lassen.
- Eine weitere wichtige Ursache ist der Diabetes insipidus:
Dabei ist die Wirkung oder Produktion des Hormons Vasopressin (ADH) gestört. ADH ist entscheidend für die Wasserrückresorption in der Niere. Fehlt seine Wirkung, kann der Körper den Urin nicht ausreichend konzentrieren, sodass große Mengen stark verdünnten Urins ausgeschieden werden.
Da diese Ursachen häufig systemisch bedingt sind, erfordern sie in der Regel eine gezielte medizinische Diagnostik und eine spezifische Behandlung der Grunderkrankung.
Was hilft gegen das Gefühl ständig Wasser lassen zu müssen?
Das Gefühl, ständig zur Toilette zu müssen, kann sehr belastend sein – vor allem, wenn es den Alltag oder den Schlaf beeinträchtigt. Die richtige Vorgehensweise hängt stark von der Ursache ab, da häufiger Harndrang kein eigenständiges Krankheitsbild, sondern ein Symptom ist.
In vielen Fällen hilft es bereits, das Trink- und Toilettenverhalten bewusst zu steuern. Eine gleichmäßige Flüssigkeitszufuhr über den Tag ist sinnvoll, während übermäßiges Trinken – insbesondere am Abend – reduziert werden sollte.
Reizstoffe wie Koffein, Alkohol oder stark säurehaltige Getränke sollten ebenfalls gemieden werden, da sie die Blase zusätzlich stimulieren können.
Häufiges Wasserlassen ohne Schmerzen: Blasentraining bringt Erleichterung
Häufiges Wasserlassen ohne Schmerzen ist oft Ausdruck einer funktionellen Störung wie einer Reizblase oder stressbedingtem Harndrang. In solchen Fällen liegt meist keine akute Entzündung vor, sondern eine überempfindliche Blasensteuerung.
Ein wirksamer Ansatz ist das Blasentraining. Dabei werden die Abstände zwischen den Toilettengängen schrittweise verlängert, um die Blase wieder an größere Füllmengen zu gewöhnen. So kann die Blasenkapazität verbessert und der ständige Harndrang deutlich reduziert werden.
Ergänzend können Entspannungsübungen und Stressreduktion helfen, den Harndrang positiv zu beeinflussen, da das vegetative Nervensystem eng mit der Blasenfunktion verbunden ist.
Blasen-Komplex bei Blasenentzündung
Tritt Pollakisurie im Rahmen einer Blasenentzündung auf, steht die Behandlung der zugrunde liegenden Infektion im Mittelpunkt.
Neben klassischen medizinischen Maßnahmen werden zunehmend auch pflanzliche und stoffwechselbezogene Substanzen untersucht, die die Harnwege unterstützen und das bakterielle Milieu positiv beeinflussen können:
- Cranberry enthält Proanthocyanidine, die verhindern können, dass sich Bakterien wie E. coli an der Blasenschleimhaut festsetzen. Studien zeigen eine Verringerung wiederkehrender Harnwegsinfekte (3).
- L-Methionin kann den pH-Wert des Urins beeinflussen und dadurch die Anhaftung bestimmter Bakterien an der Blase erschweren (4).
- Extrakte aus Rosmarinblättern, Liebstöckelwurzel und Tausendgüldenkraut zeigen in Studien eine Reduktion der Bakterienlast sowie eine Abnahme entzündlicher Parameter wie Leukozyten im Urin. Zudem konnte in Untersuchungen der Bedarf an Antibiotika deutlich reduziert werden (5).

Magnesium und Cranberry-Extrakt bei Reizblase
Cranberry-Extrakt und Magnesium werden zunehmend im Zusammenhang mit der Behandlung von Pollakisurie beim Overactive-Bladder-Syndrom untersucht. Für Cranberry zeigte eine randomisierte, placebokontrollierte Studie (6), dass die tägliche Einnahme von 500 mg eines standardisierten Extraktes über 24 Wochen bei Frauen mit trockener überaktiver Blase zu einer messbaren Symptomverbesserung führen kann.
Dabei zeigte sich:
- –1,95 Toilettengänge pro Tag unter Cranberry vs. nahezu keine Veränderung unter Placebo
- –4,30 Drangepisoden unter Cranberry vs. –1,50 unter Placebo
- Insgesamt ~53 % weniger Drangepisoden im Vergleich zur Ausgangssituation
Diese Ergebnisse deuten auf eine relevante Symptomlinderung hin, sollten jedoch vorsichtig interpretiert werden, da sie vor allem unter konsequenter Einnahme beobachtet wurden und weitere größere Studien zur Bestätigung im Alltag erforderlich sind.
Auch Magnesium wird im Kontext der überaktiven Blase untersucht, da Beobachtungsdaten (7) einen Zusammenhang zwischen niedrigen Magnesiumwerten und verstärkten Symptomen nahelegen.
Als mögliche Mechanismen werden mehrere Theorien diskutiert. Dazu gehören unter anderem:
- eine erhöhte neuromuskuläre Erregbarkeit
- eine verstärkte Kontraktion des Detrusormuskels
- entzündliche Prozesse im Gewebe
Ergänzend zeigte eine kleine randomisierte Studie (8), dass durch die Supplementation von 350 mg Magnesiumhydroxid über vier Wochen bei Frauen mit Dranginkontinenz sowohl subjektive als auch objektive Verbesserungen eintraten, darunter weniger tägliche Toilettengänge (von 12,4 auf 10,4), geringeren nächtlichen Harndrang und weniger Inkontinenzepisoden.
Zudem deuten urodynamische Messungen auf eine verzögerte Blasenfüllungswahrnehmung und einen geringeren Detrusordruck hin, was auf eine mögliche entspannende Wirkung von Magnesium auf die Blasenmuskulatur schließen lässt.
Lavendel, Hopfen & Co. bei stressbedingter Pollakisurie
Stress kann Pollakisurie im Rahmen einer überaktiven Blase verstärken, da er das vegetative Nervensystem beeinflusst und dadurch die Blasenaktivität erhöht. Pflanzliche Wirkstoffe werden daher vor allem eingesetzt, um Stress, Angst und Schlafprobleme zu reduzieren – Faktoren, die indirekt auch die Blasensymptomatik verbessern können.
Gut untersuchte Beispiele sind:
- Lavendel (Lavandula angustifolia): kann Angst und Schlafstörungen lindern, meist gut verträglich und nicht sedierend (9)
- Hopfen (Humulus lupulus): zeigt beruhigende Effekte bei Stress und Angst über Einfluss auf das GABA-System (11)
- L-Theanin: kann Angst reduzieren und die Schlafqualität sowie Konzentration verbessern (10)
Weitere pflanzliche Optionen mit beruhigendem Potenzial:
| Wirkstoff | Möglicher Nutzen bei stressbedingter Pollakisurie |
| Melisse | Kann beruhigend wirken und die Schlafqualität verbessern |
| Passionsblume | Hinweise auf angstlösende Effekte |
| Baldrian | Unterstützt Entspannung und Schlaf |
| Safran | Studien zeigen Effekte bei milder depressiver Verstimmung |
| Johanniskraut | Wirksam bei leichter Depression, aber viele Wechselwirkungen |
(9)
Insgesamt zeigen die Studien, dass diese Substanzen vor allem über die Reduktion von Stress und innerer Anspannung wirken können. Dadurch können sie eine sinnvolle Ergänzung zu Blasentraining und urologischen Therapien bei stressassoziierter Pollakisurie darstellen.
Fazit: Was bedeutet häufiges Wasserlassen?
Häufiger Harndrang ist ein weit verbreitetes Symptom, das viele verschiedene Ursachen haben kann – von harmlosen Auslösern wie Stress oder erhöhtem Flüssigkeitskonsum bis hin zu Erkrankungen der Blase, Prostata, Nieren oder des Stoffwechsels. Entscheidend ist daher nicht nur die Häufigkeit des Wasserlassens, sondern vor allem der Gesamtkontext der Beschwerden.
✅ Häufiger Harndrang ist ein Symptom, keine eigenständige Erkrankung
✅ Die Ursache entscheidet über Behandlung und Verlauf
✅ Häufige Auslöser sind Reizblase, Harnwegsinfekte, Stress und Stoffwechselstörungen
✅ Auch harmlosere Faktoren wie Koffein, Alkohol oder viel Trinken können eine Rolle spielen
✅ Eine ärztliche Abklärung ist wichtig bei Schmerzen, Blut im Urin oder anhaltenden Beschwerden
Insgesamt gilt: Je besser die Ursache verstanden wird, desto gezielter und erfolgreicher lässt sich der häufige Harndrang behandeln.
FAQ – Häufig gestellte Fragen zu häufigen Harndrang
Als normal gelten bei Erwachsenen in der Regel etwa 4 bis 7 Toilettengänge pro Tag. Die genaue Häufigkeit kann jedoch je nach Trinkmenge, Ernährung, Temperatur und individueller Blasenkapazität variieren.
Wenn gleichzeitig große Urinmengen ausgeschieden werden (Polyurie), kann das auf eine zugrunde liegende Ursache wie Diabetes mellitus, Diabetes insipidus oder eine hohe Flüssigkeitszufuhr hinweisen. Besonders wenn zusätzlich starker Durst oder nächtliches Wasserlassen auftreten, sollte eine ärztliche Abklärung erfolgen.
Nein, 20 Toilettengänge pro Tag gelten als deutlich erhöht und nicht normal. Das kann auf eine Reizblase, Harnwegsinfekte, Stress oder andere urologische bzw. funktionelle Ursachen hinweisen. Eine medizinische Abklärung ist in diesem Fall sinnvoll, besonders wenn die Beschwerden neu aufgetreten sind oder den Alltag beeinträchtigen.
Quellenverzeichnis:
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