Blut im Urin kann viele Menschen zunächst erschrecken. Tatsächlich steckt nicht immer etwas Gefährliches dahinter: Manchmal sind harmlose Ursachen wie eine Blasenentzündung, intensive körperliche Belastung oder bestimmte Medikamente verantwortlich. In anderen Fällen kann Blut im Urin jedoch ein wichtiges Warnsignal für Erkrankungen der Harnwege, Nieren oder Blase sein. Entscheidend ist deshalb, die möglichen Ursachen ernst zu nehmen und die Beschwerden richtig einzuordnen.
- Blut im Urin kann harmlose Ursachen wie eine Blasenentzündung oder Sport haben, aber auch auf ernsthafte Erkrankungen der Harnwege hinweisen.
- Blut im Urin sollte immer ärztlich abgeklärt werden.
- Je früher die Ursache erkannt wird, desto besser lassen sich mögliche Erkrankungen behandeln.
Wie entsteht roter Urin?
Roter oder rötlich verfärbter Urin entsteht, wenn Farbstoffe in den Urin gelangen und dessen normale gelbliche Farbe verändern. Häufig wird dabei sofort an Blut gedacht – tatsächlich muss hinter rotem Urin jedoch nicht immer eine Blutung stecken.
Die typische gelbe Farbe des Urins entsteht durch Abbauprodukte des roten Blutfarbstoffs Hämoglobin. Verändert sich die Zusammensetzung des Urins, kann sich auch seine Farbe verändern – von rosa über rot bis hin zu braun oder cola-farben.
- Eine mögliche Ursache ist tatsächlich Blut im Urin.
Gelangen rote Blutkörperchen oder Bestandteile des Blutes in die Harnwege, färbt sich der Urin sichtbar rötlich. Schon kleine Mengen Blut können dabei deutlich auffallen, da sich der Farbstoff im gesamten Urin verteilt.
- Daneben können jedoch auch bestimmte Lebensmittel oder Farbstoffe den Urin verfärben.
Besonders bekannt ist die Rotfärbung nach dem Verzehr von Roter Bete. Verantwortlich dafür sind natürliche Pflanzenfarbstoffe (Betalaine), die bei manchen Menschen teilweise über den Urin ausgeschieden werden. Auch Brombeeren, Heidelbeeren oder stark gefärbte Lebensmittel können gelegentlich die Urinfarbe verändern.
- Auch Flüssigkeitsmangel (Dehydration) kann die Farbe des Urins deutlich verändern.
Wenn der Körper zu wenig Flüssigkeit erhält, wird der Urin stärker konzentriert. Dadurch erscheint er dunkler – von kräftig gelb über bernsteinfarben bis hin zu bräunlich oder rostfarben. Besonders in Kombination mit bestimmten Lebensmitteln oder Medikamenten kann der Urin dadurch intensiver verfärbt wirken.
- Zusätzlich können manche Medikamente oder Nahrungsergänzungsmittel roten, orangefarbenen oder bräunlichen Urin verursachen.
Dazu gehören beispielsweise bestimmte Antibiotika, Vitamine oder Arzneimittel mit Farbstoffen.
Die Farbe allein reicht deshalb oft nicht aus, um die Ursache sicher zu erkennen. Während harmlose Verfärbungen meist vorübergehend auftreten und keine Beschwerden verursachen, sollte sichtbares Blut im Urin grundsätzlich ärztlich abgeklärt werden – besonders wenn zusätzlich Schmerzen, Brennen, Fieber oder Blutgerinnsel auftreten.

Blutiger Urin Ursachen: Blasenentzündung, Trauma oder Karzinom?
Blut im Urin (Hämaturie) ist ein häufiges Symptom in der Urologie. Dahinter können harmlose Ursachen, aber auch ernsthafte Erkrankungen wie Krebs der Harnwege oder Blase stecken. Studien (1) zeigen, dass bei bis zu etwa 11 % der Betroffenen eine bösartige Erkrankung gefunden wird.
| Ätiologie | Ursache | Ursprung |
| Transient (vorübergehend) | Körperliche Belastung | Blase |
| Trauma | Harnröhre | |
| Sexuelle Aktivität, Senkung der Beckenorgane oder Scheidenatrophie | Vagina, Harnröhre oder Blase | |
| Malignant (bösartig) | Harnröhrenkrebs | Blase, Harnleiter, Uterus |
| Prostatakrebs | Prostata | |
| Nierenzellkarzinom | Niere | |
| Infektiös/entzündlich | Pyelonephritis | Niere |
| Blasenentzündung, Fremdkörper oder Strahlenzystitis | Blase | |
| Urethrakarunkel | Harnröhre | |
| Nierenerkrankung | IgA-Nephropathie, dünne Basalmembran-Nephropathie oder erbliche Nephritis | Niere |
| Obstructive (verengend) | Urolithiasis | Niere, Harnleiter |
| benigne Prostatahyperplasie oder erneutes Prostatawachstum | Prostata |
(1)
Transient: Blut im Urin nach Sexualverkehr
Nicht immer steckt hinter Blut im Urin eine ernsthafte Erkrankung. In manchen Fällen tritt die sogenannte Hämaturie nur vorübergehend auf und verschwindet nach kurzer Zeit wieder von selbst. Fachleute sprechen dann von einer vorübergehenden Hämaturie.
Mögliche vorübergehende Auslöser sind unter anderem:
- Körperliche Belastung: Intensive sportliche Aktivität – insbesondere Ausdauerbelastungen wie Marathonlauf, Radfahren oder sehr intensives Training – kann kurzfristig Blut im Urin verursachen. Vermutet wird, dass dabei kleine Gefäße in den Harnwegen oder der Blase vorübergehend gereizt werden. Meist normalisiert sich der Urin nach ausreichender Erholung wieder.
- Verletzungen oder Trauma: Auch Verletzungen im Bereich der Nieren, der Blase oder des Unterbauchs können Blut im Urin auslösen. Dazu gehören beispielsweise Stürze, Unfälle oder starke Schläge gegen den Rücken oder Bauch.
- Sexuelle Aktivität: Auch nach intensiver sexueller Aktivität kann es vorübergehend zu kleinen Reizungen der Harnröhre oder Blasenschleimhaut kommen. Dadurch können geringe Mengen Blut in den Urin gelangen. Die Beschwerden verschwinden meist innerhalb kurzer Zeit wieder.
- Senkung der Beckenorgane: Bei Frauen kann eine Senkung der Beckenorgane – etwa von Blase oder Gebärmutter – die Harnwege mechanisch belasten. Dadurch können Schleimhäute gereizt werden, was gelegentlich zu leichtem Blut im Urin führen kann. Häufig treten zusätzlich Beschwerden wie Druckgefühl im Becken oder Probleme beim Wasserlassen auf.
- Scheidenatrophie (vaginale Atrophie): Vor allem nach den Wechseljahren kann ein Östrogenmangel dazu führen, dass die Schleimhäute von Scheide und Harnwegen dünner, trockener und empfindlicher werden. Kleine Reizungen oder minimale Verletzungen können dann leichter Blutungen verursachen, die sich manchmal als Blut im Urin bemerkbar machen.
Maligne: Blutgerinnsel im Urin durch Karzinom
Blut im Urin kann in manchen Fällen ein Warnzeichen für eine bösartige Erkrankung der Harnwege sein. Blut im Urin sollte immer ernst genommen werden. Besonders wichtig ist die Abklärung aber, wenn die Blutung sichtbar auftritt, wiederholt vorkommt oder keine offensichtliche harmlose Ursache erkennbar ist.
Zu den wichtigsten bösartigen Ursachen gehören:
- Das Blasenkarzinom zählt zu den häufigsten Ursachen für schmerzloses sichtbares Blut im Urin. Oft ist Blut im Urin sogar das erste und einzige frühe Symptom. Zusätzlich können später Beschwerden wie häufiger Harndrang oder Brennen beim Wasserlassen auftreten.
- Auch ein Nierenzellkarzinom (Nierenkrebs) kann Blut im Urin verursachen. Teilweise treten zusätzlich Flankenschmerzen oder ein Druckgefühl im Bereich der Nieren auf. Kleinere Tumoren verursachen jedoch häufig lange Zeit keine Beschwerden.
- Ein Prostatakarzinom kann ebenfalls mit Blut im Urin verbunden sein, insbesondere in fortgeschritteneren Stadien. Häufig stehen zunächst eher Probleme beim Wasserlassen im Vordergrund.
Bei der ärztlichen Abklärung achten Fachleute besonders auf bestimmte Risikofaktoren, die die Wahrscheinlichkeit einer bösartigen Ursache erhöhen können. Dazu gehören unter anderem:
- höheres Alter
- männliches Geschlecht
- Rauchen
- frühere Episoden von sichtbarem Blut im Urin
- beruflicher Kontakt mit bestimmten Chemikalien, beispielsweise aromatischen Aminen (z. B. in der Chemie-, Farb- oder Gummiindustrie)
(1)
Auch wenn jemand blutverdünnende Medikamente (Antikoagulanzien) einnimmt, sollte Blut im Urin immer ernst genommen werden. Die Medikamente können Blutungen zwar sichtbarer machen, schließen jedoch eine ernsthafte Ursache wie Krebs nicht aus.
Infektiös: Durch Harnwegsinfektion Blut im Urin
Infektionen im Bereich der Harnwege gehören zu den häufigsten Ursachen für Blut im Urin. Entzündungen können die empfindlichen Schleimhäute von Niere, Blase oder Harnröhre reizen, sodass kleine Blutgefäße verletzt werden und Blut in den Urin gelangt.
Je nachdem, welcher Bereich betroffen ist, unterscheiden sich die Beschwerden häufig etwas.
1. Infektion der Blase (Blasenentzündung)
Die häufigste infektiöse Ursache ist die Blasenentzündung (Zystitis). Dabei steigen meist Darmbakterien wie Escherichia coli über die Harnröhre in die Blase auf und lösen dort eine Entzündung aus.
Typische Beschwerden:
- Brennen beim Wasserlassen
- häufiger Harndrang
- Druckgefühl im Unterbauch
- trüber oder unangenehm riechender Urin
- teilweise sichtbares Blut im Urin
2. Infektion der Harnröhre (Urethritis)
Auch eine Entzündung der Harnröhre kann Blut im Urin verursachen. Die Schleimhaut der Harnröhre wird dabei gereizt und kann leicht bluten.
Mögliche Symptome:
- Brennen oder Schmerzen beim Wasserlassen
- Juckreiz oder Reizung der Harnröhre
- Ausfluss
- kleine Blutmengen im Urin
Die Ursachen können bakterielle Infektionen oder sexuell übertragbare Erreger sein.
3. Infektion der Niere (Nierenbeckenentzündung)
Steigt eine Infektion weiter bis zur Niere auf, kann eine Nierenbeckenentzündung (Pyelonephritis) entstehen. Dabei sind die Beschwerden meist deutlich stärker.
Typische Anzeichen:
- hohes Fieber
- Flankenschmerzen
- Schüttelfrost
- starkes Krankheitsgefühl
- Übelkeit
- Blut im Urin
Eine Niereninfektion sollte immer ärztlich behandelt werden, da sie zu Komplikationen führen kann.
Grundsätzlich gilt: Blut im Urin im Zusammenhang mit einer Infektion verschwindet häufig wieder, sobald die Entzündung abheilt, sollte aber dennoch medizinisch abgeklärt werden, um maligne Ursachen ausschließen zu können.
Obstruktiv: Wenn der Harnfluss behindert ist
Obstruktive Ursachen sind Erkrankungen oder Veränderungen, die den normalen Abfluss des Urins behindern oder blockieren. Durch den erhöhten Druck, Reizungen oder Schleimhautschäden kann dabei Blut in den Urin gelangen.
Zu den häufigsten obstruktiven Ursachen gehören:
1. Harnsteine
Nierensteine oder Harnleitersteine können die empfindliche Schleimhaut der Harnwege verletzen, wenn sie sich bewegen oder den Urinabfluss behindern. Dadurch entstehen oft kleine Blutungen.
Typisch sind:
- plötzlich einsetzende starke Schmerzen
- krampfartige Flanken- oder Unterbauchschmerzen
- Übelkeit
- Blut im Urin
2. Vergrößerte Prostata
Bei Männern kann eine gutartig vergrößerte Prostata den Urinfluss erschweren. Die Harnwege werden dadurch stärker belastet, was gelegentlich zu Blut im Urin führen kann.
Mögliche Beschwerden:
- schwacher Harnstrahl
- häufiges Wasserlassen
- nächtlicher Harndrang
- Gefühl unvollständiger Blasenentleerung
3. Harnabflussstörungen
Auch Verengungen der Harnwege oder Blockaden – beispielsweise durch Narben, Blutgerinnsel oder andere Veränderungen – können den Urinabfluss behindern und Schleimhautreizungen verursachen.
4. Erneutes Prostatawachstum
Nach bestimmten Prostataeingriffen kann es in manchen Fällen zu einem erneuten Wachstum der Prostata kommen. Dadurch können erneut Beschwerden beim Wasserlassen sowie gelegentlich Blut im Urin auftreten.
Obstruktive Ursachen sollten ärztlich untersucht werden, da länger anhaltende Harnabflussstörungen die Blase und Nieren belasten können.
Geschlechtliche Besonderheiten: Wie sich Gefahren und Ursachen bei Mann & Frau unterscheiden können
Blut im Urin kann bei Frauen und Männern unterschiedliche Ursachen haben. Während bei Frauen häufiger Harnwegsinfektionen hinter der Hämaturie stecken, sind bei Männern öfter andere Erkrankungen wie Prostata-Probleme, Harnsteine oder Tumoren beteiligt. Deshalb wird Blut im Urin je nach Geschlecht unterschiedlich bewertet und abgeklärt.
| Frauen | Männer |
| ! Blut im Urin wird oft vorschnell als „harmlose Blasenentzündung“ gewertet – bleibt die Hämaturie bestehen, ist eine Abklärung wichtig. | ! Hinter Blut im Urin steckt seltener ein harmloser Harnwegsinfekt – sichtbare Hämaturie immer abklären lassen. |
| ! Wiederkehrende Harnwegsinfektionen können langfristig die Blase reizen und gelten als Risikofaktor für Blasenveränderungen. | ! Mit zunehmendem Alter steigt das Risiko für Prostataerkrankungen und Tumoren der Harnwege als Ursache. |
| ! Urinproben sollten möglichst nicht während der Menstruation abgegeben werden, da Blut die Ergebnisse verfälschen kann. | ! Schmerzloses sichtbares Blut im Urin gilt als mögliches Warnzeichen für ernsthafte Erkrankungen. |

Frau Blut im Urin: Achtung vor Verharmlosung
Blut im Urin kann bei Frauen und Männern unterschiedliche Ursachen haben. Besonders Harnwegsinfektionen spielen dabei eine wichtige Rolle: Sie gehören vor allem bei Frauen zu den häufigsten Auslösern von sichtbarem oder nicht sichtbarem Blut im Urin (2).
Der Grund dafür liegt unter anderem in der Anatomie. Da die weibliche Harnröhre deutlich kürzer ist als die männliche, können Bakterien leichter in die Blase aufsteigen und dort Infektionen verursachen. Deshalb steckt bei Frauen häufiger eine Blasenentzündung hinter Blut im Urin.
Genau darin liegt jedoch auch ein Problem: Selbst viel Blut im Urin wird bei Frauen manchmal vorschnell als „harmlose Blasenentzündung“ eingeordnet. Dadurch kann sich die Diagnose anderer Ursachen – darunter auch Tumorerkrankungen der Harnwege – verzögern.
Auch wenn gleichzeitig eine Harnwegsinfektion vorliegt, sollte sichtbares Blut im Urin nicht automatisch allein dadurch erklärt werden. Fachleute empfehlen, die Ursache sorgfältig abzuklären – insbesondere wenn:
- das Blut im Urin nach der Behandlung bestehen bleibt,
- die Beschwerden wiederkehren,
- oder zusätzliche Risikofaktoren vorliegen.
(2)
Blut im Urin Mann: Risikoorgan Prostata
Bei Männern ist Blut im Urin deutlich seltener auf eine einfache Harnwegsinfektion zurückzuführen als bei Frauen. Deshalb wird bei männlichen Betroffenen häufig genauer nach anderen möglichen Ursachen gesucht – insbesondere dann, wenn sichtbares Blut im Urin ohne typische Beschwerden einer Blasenentzündung auftritt.
Zu den häufigeren Ursachen bei Männern gehören unter anderem:
- Prostataerkrankungen: Sowohl eine gutartige Prostatavergrößerung als auch Entzündungen oder ein Prostatakarzinom können Blut im Urin verursachen. Oft treten zusätzlich Beschwerden wie häufiger Harndrang, ein schwacher Harnstrahl oder Probleme beim Wasserlassen auf.
- Harnsteine: Nieren- oder Harnleitersteine können die empfindliche Schleimhaut der Harnwege verletzen und dadurch Blutungen auslösen. Typisch sind starke, krampfartige Schmerzen im Rücken, in der Flanke oder im Unterbauch.
- Tumoren der Harnwege: Dazu zählen vor allem Tumoren der Blase, der Niere oder der Harnleiter. Sichtbares, schmerzloses Blut im Urin gilt dabei als wichtiges Warnsignal und sollte immer ärztlich abgeklärt werden.
Mit zunehmendem Alter steigt bei Männern generell das Risiko für ernsthafte Ursachen von Blut im Urin. Besonders bei Männern über 50 Jahren achten Fachleute deshalb verstärkt auf mögliche Veränderungen der Prostata oder Tumorerkrankungen der Harnwege.
Diagnose Blut im Urin: Welcher Arzt kann helfen?
Blut im Urin sollte immer ärztlich abgeklärt werden – auch dann, wenn keine Schmerzen auftreten oder die Blutung nur einmalig bemerkt wurde. Je nach Ursache kommen unterschiedliche Fachrichtungen infrage, am häufigsten Hausärzte, Urologen oder Nephrologen.
Erste Anlaufstelle: Hausarzt oder Allgemeinmedizin
Oft erfolgt die erste Abklärung in der hausärztlichen Praxis. Dort wird zunächst geprüft, ob harmlose oder vorübergehende Ursachen wie eine Harnwegsinfektion, körperliche Belastung oder Medikamente infrage kommen.
Zu den ersten Untersuchungen gehören meist:
- Urintest und Urinsediment
- Urinkultur zum Nachweis von Bakterien
- Blutuntersuchungen, z. B.:
- Nierenwerte
- Hämoglobin
- Gerinnungswerte
(2)
Liegt eine Harnwegsinfektion vor, wird diese zunächst behandelt. Anschließend sollte der Urin erneut kontrolliert werden – meist nach etwa 6 bis 12 Wochen (2).
Urologische Abklärung
Bei sichtbarem Blut im Urin wird in der Regel eine Untersuchung durch die Urologie empfohlen. Urologen sind auf Erkrankungen der Harnwege spezialisiert und können beurteilen, ob beispielsweise:
- Blasenentzündungen,
- Harnsteine,
- Prostataerkrankungen
- oder Tumoren der Harnwege vorliegen.
Je nach Risikoprofil kommen unterschiedliche Untersuchungen infrage:
- Ultraschall (Sonografie): häufig erste Bildgebung, besonders bei jüngeren Menschen oder eingeschränkter Nierenfunktion
- CT-Urogramm (CT-IVP): gilt bei erhöhtem Risiko als wichtigste bildgebende Untersuchung der Harnwege
- Zystoskopie (Blasenspiegelung): Untersuchung der Blase mit einer kleinen Kamera
(2)
Zusätzlich kann eine sogenannte Urinzytologie durchgeführt werden. Dabei wird der Urin auf auffällige oder mögliche Tumorzellen untersucht. Sie dient jedoch eher als ergänzende Untersuchung und nicht als alleiniger Test (2).
Wann ist eine nephrologische Untersuchung sinnvoll?
Nicht jede Blutung stammt direkt aus Blase oder Harnwegen. Manchmal liegt die Ursache in den Nieren selbst. In solchen Fällen kann eine Überweisung zur Nephrologie sinnvoll sein.
Hinweise auf eine mögliche Nierenerkrankung sind unter anderem:
- Eiweiß im Urin (Proteinurie)
- eingeschränkte Nierenfunktion
- hoher Blutdruck
- auffällige rote Blutkörperchen im Urin
- jüngeres Alter bei anhaltender Hämaturie
(2)
Doch nicht immer lässt sich sofort eine eindeutige Ursache feststellen. Fällt die komplette Untersuchung unauffällig aus, erfolgt meist eine Verlaufskontrolle mit erneuter Urinuntersuchung nach einigen Monaten.
Sind mehrere Kontrollen unauffällig, ist häufig keine weitere Diagnostik notwendig. Das Risiko, später doch noch eine bösartige Ursache zu entwickeln, gilt nach negativer Abklärung insgesamt als sehr gering (2).
Blut im Urin – Was tun?
Bis zur ärztlichen Abklärung können einige Maßnahmen sinnvoll sein. Dazu zählen:
- ausreichend trinken
- körperliche Schonung
- Alkohol und Nikotin möglichst vermeiden
- auf starke körperliche Belastung verzichten
- Beschwerden und Veränderungen beobachten
Sobald eine ärztliche Diagnose ausgestellt wurde, erfolgt die weitere Behandlung entsprechend der ermittelten Ursache.
Was tun bei Blasenentzündung mit Blut im Urin?
Wiederkehrende Blasenentzündungen, häufiger Harndrang, Blut im Urin oder eine empfindliche Blase können die Lebensqualität deutlich beeinträchtigen. Medikamente sind dabei aber nicht der einzige Weg. Zusätzlich können natürliche Wirkstoffe die Blasengesundheit sanft, präventiv und auch akut gezielt unterstützen. Wichtig ist jedoch, dass ernsthafte Grunderkrankungen vor einer Selbstbehandlung ausgeschlossen werden können.
Genau hier setzt der Purazell Blasen-Komplex an: eine durchdachte Kombination aus hochdosierten Pflanzenextrakten und L-Methionin zur gezielten Unterstützung der Harnwege und der natürlichen Blasenfunktion.
Die Rezeptur wurde auf Basis aktueller wissenschaftlicher Erkenntnisse entwickelt und kombiniert traditionelle Heilpflanzen mit modernen, standardisierten Extrakten in hoher Konzentration.
Der Blasen-Komplex enthält fünf sorgfältig kombinierte Inhaltsstoffe:
- L-Methionin
- Cranberry-Extrakt
- Rosmarin-Extrakt
- Liebstöckelwurzel-Extrakt
- Tausendgüldenkraut-Extrakt
Die enthaltenen Pflanzenstoffe liefern unter anderem Polyphenole, Flavonoide, Bitterstoffe, ätherische Öle und weitere sekundäre Pflanzenstoffe, die traditionell zur Unterstützung der Harnwege eingesetzt werden.
Besonders Cranberry-Extrakt gehört zu den bekanntesten natürlichen Wirkstoffen im Bereich der Harnwege. Die enthaltenen Proanthocyanidine können dazu beitragen, dass sich bestimmte Bakterien – insbesondere E. coli – schlechter an der Blasenwand anheften können.
Auch die Kombination aus Rosmarin, Liebstöckel und Tausendgüldenkraut wird traditionell bei Beschwerden der Harnwege eingesetzt. Wissenschaftliche Studien (3) untersuchten diese Pflanzenkombination bereits als unterstützende Maßnahme bei unkomplizierten Harnwegsinfektionen.
L-Methionin ergänzt die Formel als schwefelhaltige essentielle Aminosäure und wichtiger Bestandteil zahlreicher Stoffwechselprozesse.
Nahrungsergänzungsmittel ersetzen keine ärztliche Diagnose oder Behandlung. Bei starken Beschwerden, Blut im Urin oder wiederkehrenden Infektionen sollte dennoch immer eine medizinische Abklärung erfolgen.
Fazit: Blut im Urin sollte dringend ernst genommen werden
Blut im Urin kann viele unterschiedliche Ursachen haben – von harmlosen Auslösern wie körperlicher Belastung oder einer Blasenentzündung bis hin zu ernsthaften Erkrankungen der Nieren oder Harnwege. Entscheidend ist deshalb, Blut im Urin nicht zu ignorieren.
Besonders wichtig: Nicht jede Hämaturie verursacht Schmerzen. Gerade Blut im Urin ohne Symptome wie Schmerzen sollte immer ärztlich abgeklärt werden, da dahinter unter anderem auch Tumoren der Blase, Niere oder Prostata stecken können.
Ein erhöhtes Risiko haben insbesondere:
✅ Männer höheren Alters
✅ Raucher
✅ Personen, die bereits früher eine makroskopische Hämaturie hatten
✅ Berufe mit langjährigem Kontakt zu aromatischen Aminen
Eine frühzeitige Diagnose hilft dabei, die Ursache schnell zu erkennen und gezielt zu behandeln. Gleichzeitig zeigt sich aber auch: In vielen Fällen steckt keine bösartige Erkrankung hinter dem Symptom.
Wer Veränderungen beim Wasserlassen bemerkt, sollte aufmerksam bleiben und Beschwerden medizinisch abklären lassen – insbesondere bei wiederkehrendem Blut im Urin, zusätzlichen Schmerzen, Fieber oder Risikofaktoren wie Rauchen oder höherem Alter. Auch einmalig auftretende Blutungen ohne Begleitsymptome sollten gründlich untersucht werden.
FAQ – Häufig gestellte Fragen
Nein. Blut im Urin kann harmlose Ursachen haben, zum Beispiel eine Blasenentzündung, starke körperliche Belastung oder bestimmte Lebensmittel wie Rote Bete. Allerdings können auch ernsthafte Erkrankungen dahinterstecken. Deshalb sollte Blut im Urin immer ärztlich abgeklärt werden.
Nicht immer muss Blut im Urin sichtbar sein. Vermischt sich das flüssige Blut mit dem Urin, kann die Färbung minimal ausfallen und nicht weiter bemerkbar sein.
Ja. Bei einer Blasenentzündung kann die gereizte Blasenschleimhaut gelegentlich bluten. Häufig treten zusätzlich Brennen beim Wasserlassen, häufiger Harndrang oder Unterbauchschmerzen auf. Eine Blasenentzündung mit starken Symptomen, wie Blut im Urin, sollte generell medizinisch abgeklärt und behandelt werden.
Grundsätzlich immer – besonders bei:
– sichtbarem roten oder braunen Urin
– wiederkehrendem Blut im Urin
– Schmerzen oder Fieber
– Blutgerinnseln im Urin
– schmerzlosem Blut im Urin
– höherem Alter oder Rauchen als Risikofaktor
Ja. Intensive körperliche Belastung – zum Beispiel Langstreckenlauf oder sehr intensives Training – kann vorübergehend Blut im Urin auslösen. Meist normalisiert sich der Urin nach kurzer Zeit wieder.
Quellenverzeichnis:
(1) Ellen O’Connor and Aoife McVey and Stephanie Demkiw and Nathan Lawrentschuk and Declan G Murphy, Assessment and management of haematuria in the general practice setting, Australian Journal of General Practice, 2021, pages 467-471
(2) King K, Steggall M. Haematuria: from identification to treatment. Br J Nurs. 2014 May 8-21;23(9):S28-32. doi: 10.12968/bjon.2014.23.Sup9.S28. PMID: 24820511.
(3) Wagenlehner FM, Abramov-Sommariva D, Höller M, Steindl H, Naber KG. Non-Antibiotic Herbal Therapy (BNO 1045) versus Antibiotic Therapy (Fosfomycin Trometamol) for the Treatment of Acute Lower Uncomplicated Urinary Tract Infections in Women: A Double-Blind, Parallel-Group, Randomized, Multicentre, Non-Inferiority Phase III Trial. Urol Int. 2018;101(3):327-336. doi: 10.1159/000493368. Epub 2018 Sep 19. PMID: 30231252; PMCID: PMC6262678.




