Von milchig bis flockig: Wann ist trüber Urin bedenklich?

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Von milchig bis flockig: Wann ist trüber Urin bedenklich?

Trüber Urin kann ganz unterschiedliche Erscheinungsformen haben – von leicht milchig über schaumig bis hin zu partikelartigen Ablagerungen. Häufig stecken harmlose Ursachen wie Flüssigkeitsmangel, Ernährung oder Mineralstoffveränderungen dahinter. In manchen Fällen kann trüber Urin jedoch auch auf Harnwegsinfektionen, Entzündungen, Nierenprobleme oder andere Erkrankungen hinweisen. 

Das Wichtigste in Kürze:

Wie sollte gesunder Urin aussehen?

Gesunder Urin ist normalerweise klar bis leicht durchsichtig und hat eine hellgelbe bis bernsteinfarbene Farbe. Verantwortlich dafür sind natürliche Farbstoffe (Urochrome), die beim Abbau alter roter Blutkörperchen entstehen und über die Nieren ausgeschieden werden. Wie intensiv die Farbe ausfällt, hängt vor allem davon ab, wie gut der Körper mit Flüssigkeit versorgt ist.

Wer ausreichend trinkt, hat meist eher hellgelben oder fast klaren Urin. Bei Flüssigkeitsmangel konzentriert die Niere den Urin stärker, wodurch er dunkler gelb erscheint. Besonders morgens nach dem Aufstehen ist etwas dunklerer Urin deshalb häufig völlig normal.

Neben der Farbe spielt auch die Klarheit eine wichtige Rolle. Gesunder Urin sollte in der Regel:

  • klar bis leicht durchsichtig sein
  • keine sichtbaren Flocken oder Partikel enthalten
  • nicht milchig oder stark trüb wirken
  • keinen auffällig starken oder fauligen Geruch haben

Kurzfristige Veränderungen können zwar harmlos sein – etwa durch Ernährung, Vitamine oder Medikamente. Bleibt der Urin jedoch dauerhaft trüb, partikelartig oder verändern sich zusätzlich Farbe oder Geruch, kann dies auf Harnwegsinfektionen, Entzündungen, Nierenprobleme oder andere Erkrankungen hinweisen.

Der Urin als Gesundheitsindikator: Blutflocken im Urin, Schaum & Farbe richtig einordnen

Harn kann völlig verschiedene Farben annehmen oder anderweitig auffallen – aus harmlosen Gründen oder in seltenen Fällen aufgrund einer Erkrankung. Zum Beispiel kommen folgende Abweichungen vor:

  • Urin ist neongelb: Zitronengelber Urin ist in den meisten Fällen harmlos und entsteht häufig durch überschüssige Vitamine – besonders Vitamin B2 (Riboflavin). Dieses wasserlösliche Vitamin wird vom Körper nur begrenzt gespeichert. Überschüsse werden über die Nieren ausgeschieden und können den Urin auffällig leuchtend gelb oder fast neonfarben erscheinen lassen.
  • Riechender Urin: Das ist häufig harmlos und entsteht oft durch Ernährung (Spargel, Knoblauch, Gewürze, Zwiebeln), Flüssigkeitsmangel oder bestimmte Medikamente. In manchen Fällen kann auffällig riechender Urin jedoch auf gesundheitliche Probleme hinweisen. Besonders ein unangenehmer, fauliger oder süßlicher Geruch sollte aufmerksam machen und wenn zusätzlich Symptome wie Schmerzen, Fieber, Blut im Urin oder anhaltend starker Geruch auftreten, sollte der Urin medizinisch abgeklärt werden.
  • Blut im Urin: Eine Hämaturie sollte immer ernst genommen und ärztlich abgeklärt werden. Dabei kann der Urin rosa, rot, bräunlich oder cola-farben erscheinen. Manchmal ist das Blut jedoch mit bloßem Auge gar nicht sichtbar und wird erst bei einer Urinuntersuchung entdeckt.
  • Ungewöhnliche Farben im Urin: Die verschiedenen Farben können unterschiedliche Hinweise geben:
  • Dunkelgelb bis bernsteinfarben: häufig Flüssigkeitsmangel oder konzentrierter Urin
  • Orange: oft Medikamente, Vitamine oder selten Infektionen
  • Rot oder rosa: mögliches Blut im Urin, Lebensmittel oder Medikamente
  • Braun: kann auf Leberprobleme, Blutabbau oder Stoffwechselstörungen hinweisen
  • Schwarz: selten, aber teilweise Hinweis auf Stoffwechselerkrankungen oder Melanome
  • Blau oder grün: meist Medikamente oder Farbstoffe, selten Infektionen
  • Weiß oder milchig: möglich bei Harnwegsinfektionen, Kristallen oder Lymphflüssigkeit im Urin
  • Schaum im Urin: Wenn sich beim Wasserlassen Schaum bildet, der länger bestehen bleibt, kann das auf Eiweiß im Urin hinweisen. Geringe Mengen sind meist unbedenklich, erhöhte Werte können jedoch ein Hinweis auf eine mögliche Nierenerkrankung sein.
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Der Urin ist trüb: 7 mögliche Ursachen 

Die schlimmsten Ursachen für trüben Urin reichen von starken Harnwegsinfektionen bis hin zu Nieren- oder Stoffwechselerkrankungen. Aber: Nicht immer bedeutet trüber Urin automatisch eine ernsthafte Erkrankung. Häufig steckt auch etwas Harmloses dahinter, wie zu wenig Flüssigkeit, Ernährung oder kurzfristige Reizungen.

Einfache Beobachtungen und kleine Tests, die du selbst zu Hause durchführen kannst, können oft schon erste Hinweise geben. Bei Zweifeln, zusätzlichen Symptomen oder länger anhaltendem, ungewöhnlich trübem Urin solltest du jedoch immer eine ärztliche Abklärung durchführen lassen.

Mögliche harmlose UrsachenMögliche ernste Ursachen
Zu geringe FlüssigkeitsaufnahmeHarnwegsinfektion (Blasenentzündung)
Ernährung (z. B. Milchprodukte, Spargel)Nierenbeckenentzündung
Nach körperlicher BelastungSexuell übertragbare Infektionen
Bestimmte Vitamine oder MedikamenteStoffwechsel- oder Nierenerkrankungen
MorgenurinEiter im Urin (Pyurie) bei Infektion
Leichte Reizung der HarnwegeSelten: schwerere systemische Erkrankungen

1. Blasenentzündung: Trüber Urin und Harndrang

Eine Blasenentzündung (Zystitis) ist eine der häufigsten Ursachen für trüben Urin. Sie entsteht meist durch Bakterien, die über die Harnröhre in die Blase aufsteigen und dort eine Entzündung der Schleimhaut auslösen.

Typische Symptome sind: 

✅ trüber oder unangenehm riechender Urin

✅ ein starker und häufiger Harndrang 

✅ sowie Brennen oder Schmerzen beim Wasserlassen. 

Der Urin kann dabei auch leicht rötlich verfärbt sein, wenn kleine Blutbeimengungen auftreten.

Durch die Entzündung sammeln sich vermehrt abgestorbene Abwehrzellen und Bakterien im Urin, was die Trübung verursacht. Oft kommen zusätzlich Druckgefühle im Unterbauch oder das Gefühl hinzu, die Blase nicht vollständig entleeren zu können.

In vielen Fällen verläuft eine Blasenentzündung unkompliziert, sollte jedoch ernst genommen und bei stärkeren Beschwerden oder anhaltenden Symptomen ärztlich behandelt werden, um eine Ausbreitung auf die Nieren zu verhindern.

Schon gewusst?

Besonders Frauen sind häufig von Blasenentzündungen betroffen; Ungefähr 50 % sind in ihrem Leben mindestens einmal betroffen und bis zu 25 % entwickeln innerhalb von 6 Monaten nach der ersten Infektion eine erneute (1).

2. “Schleim” im Urin: Scheidensekret als harmloser Grund

Wenn im Urin eine schleimige oder flockige Struktur auffällt, ist das besonders bei Frauen häufig kein Grund zur Sorge. Oft handelt es sich dabei nicht um eine Veränderung des Urins selbst, sondern um Scheidensekret, das beim Wasserlassen in die Urinprobe gelangt.

Der weibliche Intimbereich produziert natürlicherweise Ausfluss, der je nach Zyklusphase in Menge und Konsistenz variieren kann. Dieser kann sich im Urin als weißliche Schlieren oder schleimige Beimengungen zeigen und wird leicht mit einer Erkrankung verwechselt.

Typischerweise bestehen dabei keine weiteren Beschwerden wie 

❌ Brennen

❌ Schmerzen 

❌ oder starker Geruch. 

Der Urin selbst ist in diesen Fällen meist normal gefärbt und klar bis leicht getrübt.

Wichtig ist die Abgrenzung zu einer echten Infektion: Treten zusätzlich Symptome wie Juckreiz, unangenehmer Geruch, Schmerzen beim Wasserlassen oder anhaltend starker Ausfluss auf, sollte eine gynäkologische oder urologische Abklärung erfolgen.

3. Flöckchen im Urin: Braune Stückchen im Urin können Blut sein

Erscheint der Urin flockig oder bräunlich, kann das auf Blutbestandteile oder Blutgerinnsel im Urin hinweisen. Dabei können rote Blutkörperchen in den Harnwegen teilweise zerfallen oder verklumpen, wodurch kleine Partikel oder „Flocken“ sichtbar werden. 

Auch ältere Blutbeimengungen verfärben den Urin häufig bräunlich, da sich der rote Blutfarbstoff Hämoglobin im Verlauf abbaut und oxidiert. Je länger das Blut im Urin verbleibt, desto eher verändert sich die Farbe in Richtung dunkelrot, braun oder sogar cola-farben.

Neben Blut kommen jedoch auch andere Ursachen infrage. Dazu zählen:

  1. Schleim aus den Harnwegen oder – bei Frauen – beigemischtes Scheidensekret, das im Urin ebenfalls wie kleine Flocken erscheinen kann. 
  2. Auch Kristalle, die sich bei bestimmten Ernährungsgewohnheiten, Flüssigkeitsmangel oder veränderten pH-Werten bilden, können eine trübe oder körnige Optik verursachen. 
  3. Bei Harnwegsinfektionen führen zudem Entzündungszellen (Leukozyten) und Bakterien häufig zu einem deutlich trüben, teilweise flockenartigen Erscheinungsbild des Urins.

Auch hier gilt: Je ausgeprägter die Beschwerden oder je länger die Veränderungen anhalten, desto wichtiger ist eine urologische Abklärung, um harmlose von behandlungsbedürftigen Ursachen sicher zu unterscheiden.

Bei Männern kann zusätzlich eine vergrößerte Prostata eine Rolle spielen. Durch den erschwerten Harnabfluss kann es zu Restharnbildung, Schleimbeimengungen oder kleinen Blutungen kommen, die sich ebenfalls als Flocken oder Trübungen im Urin zeigen können. Im frühen Stadium der Prostatavergrößerung treten bereits leichte Beschwerden wie häufiges Wasserlassen auf. Bereits bei ersten auffälligen Symptomen ist eine ärztliche Abklärung sinnvoll.

4. Trüber Urin ohne Schmerzen: Ernährung & Wassermangel als möglicher Auslöser 

Trüber Urin ohne begleitende Beschwerden ist häufig harmlos und kann stark mit der Ernährung zusammenhängen. Besonders eine pflanzenbasierte Ernährung kann dazu führen, dass vermehrt Phosphate über den Urin ausgeschieden werden. 

Diese Phosphate können den Harn milchig-trüb erscheinen lassen. Lebensmittel, die reich an Phosphaten sind, können diesen Effekt verstärken. Dazu zählen zum Beispiel: 

  • Schmelzkäse
  • Kakao 
  • Nüsse

Ebenso kann eine eiweißreiche Ernährung Einfluss auf die Urinfarbe haben. Wer viel Hülsenfrüchte, Fleisch, Fisch oder Milchprodukte konsumiert, scheidet vermehrt Kalzium und Abbauprodukte aus. Dadurch kann der Urin weniger klar wirken. 

Beim Abbau von Purinen aus Fleisch entsteht zudem Harnsäure, die den Urin ebenfalls trüb oder „bewölkt“ erscheinen lassen kann.

Neben der Ernährung spielt auch die Flüssigkeitszufuhr eine wichtige Rolle: Zu wenig Trinken führt zu konzentriertem Urin, der dunker und dadurch ebenfalls trüb wirken kann (2).

Schon gewusst?

Trotz dieser meist harmlosen Ursachen sollte eine anhaltende Trübung ärztlich abgeklärt werden. In seltenen Fällen können auch hormonelle Störungen, Stoffwechselerkrankungen oder Tumore hinter einer erhöhten Ausscheidung von Phosphat oder Kalzium stehen. 

Eine erhöhte Ausscheidung dieser Stoffe kann zudem die Bildung von Harnsteinen begünstigen, die im schlimmsten Fall zu starken Nierenschmerzen führen können, wenn sie den Harnabfluss blockieren.

5. Pyurie: Urin milchig trüb aufgrund von Eiter im Urin

Milchiger Urin – eine sogenannte Pyurie, beschreibt eine erhöhte Anzahl weißer Blutkörperchen (Leukozyten) im Urin. Dadurch wirkt der Urin häufig milchig, trüb oder „eitrig“. 

Ursache ist meist eine Entzündung oder Infektion der Harnwege, besonders eine ausgeprägte Harnwegsinfektion, zu denen auch die bereits erwähnte Blasenentzündung zählt. Allerdings ist trüber Urin mit Pyurie nicht automatisch ein sicherer Beweis für eine klassische bakterielle Blasenentzündung. 

Wissenschaftliche Untersuchungen (3) zeigen, dass insbesondere bei Frauen häufig auch sexuell übertragbare Infektionen hinter den Beschwerden stecken können.

Eine große systematische Übersichtsarbeit (3) mit über 26.000 symptomatischen Frauen zeigte:

  • Etwa jede vierte Frau hatte eine sexuell übertragbare Infektionen.
  • Häufige Erreger waren Trichomonas vaginalis, Chlamydia trachomatis und Neisseria gonorrhoeae.
  • Trotz Pyurie hatten viele Betroffene keine positive Urinkultur – die Ursache war also keine klassische Blasenentzündung, sondern eine sexuell übertragbare Infektion

Das bedeutet: Weiße Blutkörperchen im Urin können zwar auf eine Entzündung hinweisen, müssen aber nicht zwangsläufig durch eine bakterielle Harnwegsinfektion verursacht werden.

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6. Fettiger Urin: Lymphflüssigkeit kann Urin trüb erscheinen lassen

Wirkt der Urin milchig, ölig oder fettig-trüb, kann in seltenen Fällen sogenannte Lymphflüssigkeit dahinterstecken. Fachleute sprechen dann von einer Chylurie. Dabei gelangt fetthaltige Lymphflüssigkeit aus dem Lymphsystem in die Harnwege und mischt sich mit dem Urin.

Möglich wird dies durch eine krankhafte Verbindung zwischen Lymphgefäßen und Harntrakt – eine sogenannte Fistel. Wenn Lymphgefäße beschädigt, verengt oder blockiert werden, kann die Lymphflüssigkeit austreten und den Urin auffällig weißlich oder milchig verfärben.

Weltweit zählt eine Infektion mit bestimmten Parasiten – sogenannten Filarien – zu den häufigsten Ursachen. Diese Fadenwürmer kommen vor allem in tropischen und subtropischen Regionen vor. In Europa ist Chylurie dagegen selten und tritt gelegentlich nach Reisen in Tropengebiete auf.

Daneben kommen auch andere Ursachen infrage, beispielsweise:

  • angeborene Fehlbildungen der Lymphgefäße
  • Tumore oder vergrößerte Lymphknoten
  • Verletzungen oder Operationen
  • Schwangerschaft mit Lymphstau

Ein einfacher Test hilft festzustellen, ob es sich wirklich um die fetthaltige Lymphflüssigkeit handelt, die den Urin trüb und milchig verfärbt: Typisch ist, dass der Urin besonders nach fettreichen Mahlzeiten stärker milchig erscheinen kann. Wird dagegen über einen gewissen Zeitraum sehr fettarm gegessen, kann sich der Urin wieder aufklaren. Dieses Phänomen liefert oft bereits einen ersten Hinweis darauf, dass tatsächlich fetthaltige Lymphflüssigkeit beteiligt ist.

Aber der Zusammenhang mit fettreichen Mahlzeiten ist zwar typisch, aber nicht immer vorhanden. Da milchig-trüber oder fettiger Urin auch bei Infektionen, Kristallen oder anderen Erkrankungen auftreten kann, sollte die Ursache immer ärztlich abgeklärt werden.

7. Eiweiß im Urin als Hinweis auf Nierenerkrankung

Befinden sich vermehrt Eiweiße im Urin, kann dieser trüb wirken oder beim Wasserlassen auffällig schäumen. Besonders Schaum, der länger bestehen bleibt, gilt als möglicher Hinweis auf sogenanntes Protein im Urin (Proteinurie). Häufig lässt sich dies bereits mit einfachen Urinteststreifen nachweisen.

Oder ein einfacher Test für zuhause:

Nimm eine Harnprobe und schüttle sie. Bleibt der Schaum längere Zeit bestehen, ist dies ein Hinweis auf Eiweiß im Urin. Da der Selbsttest anfällig für Fehlinterpretationen ist, sollte aber eine weitere medizinische Abklärung erfolgen.

Normalerweise filtern die Nieren Eiweiße aus dem Blut heraus und halten sie im Körper zurück. Werden die feinen Filterstrukturen der Nieren jedoch geschädigt, können größere Mengen Eiweiß in den Urin gelangen. Besonders häufig handelt es sich dabei um das Protein Albumin. Fachleute sprechen dann von einer Albuminurie.

Eine erhöhte Eiweißausscheidung kann unter anderem auftreten bei:

  • Diabetes mellitus und diabetischer Nephropathie
  • Bluthochdruck
  • chronischen Nierenerkrankungen
  • Entzündungen der Nieren
  • bestimmten Stoffwechselerkrankungen

Nicht immer steckt jedoch sofort eine ernsthafte Erkrankung dahinter. Vorübergehend kann Eiweiß im Urin auch nach intensiver körperlicher Belastung, starkem Stress oder emotionalen Belastungssituationen auftreten.

Trüber Urin – Was tun?

Mit einigen einfachen Maßnahmen lässt sich die Ursache für die Trübung des Urins häufig schnell erkennen. Besonders wichtig ist dabei die Erkenntnis, ob es sich um eine vorübergehende oder anhaltende Erscheinung handelt, und ob Begleitsymptome auftreten. 

Im Zweifelsfall gilt jedoch immer: Lieber unnötig zum Arzt, als das Risiko einer unentdeckten Erkrankung hinzunehmen.

7 einfache Tipps können dir bei dem Prozess helfen:

1. Ausreichend trinken
Oft steckt hinter trübem Urin einfach zu wenig Flüssigkeit. Wer regelmäßig Wasser oder ungesüßte Tees trinkt, unterstützt die Nierenfunktion und sorgt meist für klareren, hellgelben Urin.

2. Urinfarbe beobachten
Ein einmalig trüber Urin ist meist unbedenklich. Wichtig ist, ob sich die Farbe über Stunden oder Tage verändert oder dauerhaft auffällig bleibt.

3. Auf Begleitsymptome achten
Brennen beim Wasserlassen, Schmerzen, Fieber oder starker Harndrang können auf eine Harnwegsinfektion hinweisen und sollten ernst genommen werden.

4. Ernährung und Medikamente prüfen
Bestimmte Lebensmittel, Vitaminpräparate oder Medikamente können den Urin trüben oder verfärben. Ein Blick auf die letzten Tage hilft, harmlose Ursachen zu erkennen.

5. Zyklusphasen beachten
Bei Frauen kann auch Scheidensekret den Urin optisch trüben.  Je nach Zyklusphase können Menge und Konsistenz des Ausflusses variieren und sich dem Urin beimengen. Liegt die Trübung aber den ganzen Zyklus über vor oder treten Begleitsymptome (z.B. Schmerzen, Geruch) auf, ist Vorsicht geboten.

6. Schnellen Selbstcheck nutzen
Ein einfacher Urintest aus der Apotheke kann bereits wertvolle Hinweise auf Infektionen, Eiweiß oder Blut im Urin geben und erste Orientierung bieten.

7. Ärztliche Abklärung bei Unsicherheit
Bleibt der Urin länger trüb oder treten Beschwerden auf, sollte eine ärztliche Untersuchung erfolgen, um Infektionen oder Erkrankungen der Nieren und Harnwege sicher auszuschließen. Auch bei einem positiven Selbsttest sollten die Ergebnisse von einem Arzt überprüft werden. 

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  • Cranberry: Enthält Proanthocyanidine, die verhindern können, dass sich Bakterien wie E. coli festsetzen (4).
  • L-Methionin: Kann das Milieu des Urins verändern und dadurch die Anhaftung bestimmter Bakterien an der Blasenschleimhaut erschweren (5).
  • Extrakte aus Rosmarinblättern, Liebstöckelwurzel und Tausendgüldenkraut: Können die Bakterienmenge im Urin reduzieren und verringern die Entzündungsaktivität (Leukozyten im Urin) (6).
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Fazit: Trüber Urin – Ursachen können stark variieren

Trüber Urin ist ein häufiges Symptom, das viele verschiedene Ursachen haben kann und daher immer im Gesamtkontext betrachtet werden sollte.

✅ Meist harmlose Auslöser wie Flüssigkeitsmangel oder Ernährung

✅ Vorübergehende Trübung durch Medikamente oder körperliche Belastung

✅ Mögliche Infekte der Harnwege wie eine Blasenentzündung

✅ Eiweiß, Kristalle oder Schleim als Hinweis auf Veränderungen im Körper

✅ In seltenen Fällen Erkrankungen der Nieren oder Harnwege

In den meisten Fällen steckt etwas Harmloses dahinter, dennoch sollte eine anhaltende Veränderung immer ernst genommen werden.

Wer auf begleitende Symptome achtet und bei Unsicherheit eine einfache Urinuntersuchung durchführen lässt, kann harmlose Ursachen schnell erkennen und ernstere Erkrankungen frühzeitig ausschließen. Trüber Urin ist damit kein Grund zur Panik, aber ein Signal, das aufmerksam beobachtet werden sollte.

FAQ – Häufig gestellte Fragen

Quellenverzeichnis:

(1) McLellan LK, Hunstad DA. Urinary Tract Infection: Pathogenesis and Outlook. Trends Mol Med. 2016 Nov;22(11):946-957. doi: 10.1016/j.molmed.2016.09.003. Epub 2016 Sep 28. PMID: 27692880; PMCID: PMC5159206.

(2) Belasco R, Edwards T, Munoz AJ, Rayo V, Buono MJ. The Effect of Hydration on Urine Color Objectively Evaluated in CIE L*a*b* Color Space. Front Nutr. 2020 Oct 26;7:576974. doi: 10.3389/fnut.2020.576974. PMID: 33195369; PMCID: PMC7649145.

(3) Celeghini PD, Cotia ALF, Hsieh MK, Callado GY, Lin V, Holubar M, et al. Systematic literature review and meta-analysis of urinary tract infections and sexually transmitted infections in symptomatic women: prevalence, patterns and clinical implications. Gynecology and Obstetrics Clinical Medicine. 2025;5:e000222. 

(4) Williams G, Hahn D, Stephens JH, Craig JC, Hodson EM. Cranberries for preventing urinary tract infections. Cochrane Database Syst Rev. 2023 Apr 17;4(4):CD001321. doi: 10.1002/14651858.CD001321.pub6. Update in: Cochrane Database Syst Rev. 2023 Nov 10;11:CD001321. doi: 10.1002/14651858.CD001321.pub7. PMID: 37068952; PMCID: PMC10108827.

(5) Fünfstück R, Straube E, Schildbach O, Tietz U. Reinfektionsprophylaxe durch L-Methionin bei Patienten mit einer rezidivierenden Harnwegsinfektion [Prevention of reinfection by L-methionine in patients with recurrent urinary tract infection]. Med Klin (Munich). 1997 Oct 15;92(10):574-81. German. doi: 10.1007/BF03044782. PMID: 9446004.

(6) Wagenlehner FM, Abramov-Sommariva D, Höller M, Steindl H, Naber KG. Non-Antibiotic Herbal Therapy (BNO 1045) versus Antibiotic Therapy (Fosfomycin Trometamol) for the Treatment of Acute Lower Uncomplicated Urinary Tract Infections in Women: A Double-Blind, Parallel-Group, Randomized, Multicentre, Non-Inferiority Phase III Trial. Urol Int. 2018;101(3):327-336. doi: 10.1159/000493368. Epub 2018 Sep 19. PMID: 30231252; PMCID: PMC6262678.

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